{"id":341,"date":"2011-03-07T13:08:45","date_gmt":"2011-03-07T13:08:45","guid":{"rendered":"https:\/\/zelking.com\/2011\/03\/07\/kirchenbeschreibungen-von-keiblinger\/"},"modified":"2011-03-07T13:08:45","modified_gmt":"2011-03-07T13:08:45","slug":"kirchenbeschreibungen-von-keiblinger","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/zelking.grafikweb.eu\/?p=341","title":{"rendered":"Kirchenbeschreibung von Keiblinger"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-size: 10pt;\"> <\/span> <\/p>\n<div style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14px;\"><span style=\"color: rgb(0, 0, 0);\"><span style=\"font-size: 16px;\"><strong><br \/> <\/strong><\/span><\/span><\/span><\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14px;\"><span style=\"color: rgb(0, 0, 0);\"><span style=\"font-size: 16px;\"><strong> <br \/> <\/strong><\/span><\/span><\/span><\/div>\n<div style=\"text-align: center;\"><span style=\"font-size: 14px;\"><span style=\"color: rgb(0, 0, 0);\"><span style=\"font-size: 16px;\"><strong> Ignaz Franz Keiblingers Beschreibungen die Pfarrkirche Matzleinsdorf betreffend<\/strong><\/span><br \/> <\/span><\/span><\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14px;\"><span style=\"color: rgb(0, 0, 0);\"><\/p>\n<p> Zur  \u00e4ltesten Geschichte der Kirche und Pfarre sind nur sehr d\u00fcrftige  Nachrichten auf uns gekommen. Wer dieses Gotteshaus gebaut hat, ob die  Herren von Zelking oder ein frommer Besitzer des Edelhofes in Verbindung  mit Wohlt\u00e4tern aus der Gemeinde, ebenso wann der erste Stein in den  Grund gesenkt wurde, dar\u00fcber gibt nicht einmal eine Sage geschweige denn  eine schriftliche Urkunde eine Vermutungen bekr\u00e4ftigende Auskunft. Nur  soviel wei\u00df man, dass ein Stiftungsbrief \u00fcber einen Jahrtag zur Pfarre  Matzleinsdorf vom Jahre 1350 abschriftlich vorhanden war, worin \u201eHerr  Simon, zu denselben Zeiten Pfarrherr zu Matzelsdorf<\/span><span style=\"color: rgb(0, 0, 0);\">\u201c<\/span><span style=\"color: rgb(0, 0, 0);\">  ausdr\u00fccklich vorkommt. Diese wichtige Urkunde ist aber in Verlust  geraten und keine Hoffnung zum Wiederauffinden derselben \u00fcbrig. In einer  \u201eSpecification, was f\u00fcr briefliche <em>Instrumenta<\/em> zur Kirche zu Zelking u.s.w. geh\u00f6rig<\/span><span style=\"color: rgb(0, 0, 0);\">\u201c<\/span><span style=\"color: rgb(0, 0, 0);\">  vom Jahre 1639 im (ehem.) herrschaftlichen Archive zu Matzleinsdorf  hei\u00dft es: \u201eNum. 14. mehr ein Stiftsbrief-Abschrift zur Kirchen  Mazlstorff de A(nn)o. 1350, hievor signirt No. 19<\/span><span style=\"color: rgb(0, 0, 0);\">\u201c.<\/span><\/span> <span style=\"font-size: 14px;\"><span style=\"color: rgb(0, 0, 0);\"><\/p>\n<p> In  der von der Herrschaft Zelking zu Matzleinsdorf an das Kreisamt des  Viertels ob dem Wiener=Walde zu St.&#160;P\u00f6lten und von diesem an die  nieder\u00f6sterr. Landesregierung abgegebenen Ausf\u00fcllungen der Allerh\u00f6chst  vorgeschriebenen \u201e<em>Directiv=Reguln=Tabell<\/em>, nach welchen sich bei dem vorhabenden Pfarreintheilungsgesch\u00e4ft zu Matzleinsdorf und Erlauf zu richten ist<\/span><span style=\"color: rgb(0, 0, 0);\">\u201c<\/span> <span style=\"color: rgb(0, 0, 0);\">beantwortet  dd. Matzleinsdorf 28. October 1782, wird zu Num.&#160;4 als Beilage D der  obige Stiftsbrief oder vielmehr die Abschrift desselben angef\u00fchrt; auch  in fr\u00fcheren Schriften \u00fcber die mehrmals verlangte Anstellung eines  Seelsorgers, doch nur im Allgemeinen und ohne n\u00e4here Angaben, darauf  hingewiesen. Nach den von dem Herrn Abte Wilhelm Eder selbst zu Wien  eingeholten sorgf\u00e4ltigen Erkundigungen ist bei der betreffenden Beh\u00f6rde  wohl noch die Tabelle vorfindig, deren Beilagen aber (also auch die  fraglichen) leider cassirt wurden, auch im Herrschaftsarchive keine  Abschrift.<\/span><\/span><\/div>\n<div style=\"text-align: center;\"><span style=\"font-size: 10pt;\"> <\/span><span style=\"font-size: 14px;\"> <\/span><\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14px;\"><span style=\"text-decoration: underline;\"> <\/span><\/span><\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14px;\"><span style=\"text-decoration: underline;\"> <\/span><br \/> <\/span><\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14px;\"><span style=\"font-size: 14px;\"><span style=\"color: rgb(0, 0, 0);\">Wenn  die alte Behauptung der Herrschaft Zelking, dass die Herren von Zelking  die Pfarre Matzleinsdorf wie die Pfarre Zelking dotiert haben, auf  sicheren Urkunden begr\u00fcndet war, so d\u00fcrften eben die genannten Herren  wohl auch die Erbauer sic!) der Kirche gewesen sein, wenigstens haben  die Besitzer der Herrschaft Zelking bis in das vorige Jahrhundert die  Erbvogtei dar\u00fcber ausge\u00fcbt.<\/span><\/span><\/span><span style=\"font-size: 10pt;\"><span style=\"font-size: 14px;\"><span style=\"text-decoration: underline;\"> <\/span> <\/span> <\/span><\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14px;\"><span style=\"color: rgb(0, 0, 0);\"><br \/> Ein \u201eExtractus Matriculae Officialatus Passaviensis de anno 1429 Folio 38<\/span><span style=\"color: rgb(0, 0, 0);\">\u201c<\/span><span style=\"color: rgb(0, 0, 0);\">  gibt an: \u201eMezleinstorff, III. P. (3 Pfund Pfennige, als geistliche  Steuer an den Bischof, wof\u00fcr eine sp\u00e4tere Abschrift III, Floren. setzt)  Patronus Plebanus in Melck.<\/span><span style=\"color: rgb(0, 0, 0);\">\u201c<\/span><span style=\"color: rgb(0, 0, 0);\"> Ferner kommt in einem alten Verzeichnis aus dem 15. Jahrhundert: \u201eAll (alte) Phar (Pfarre) in Oesterreich under der Enns<\/span><span style=\"color: rgb(0, 0, 0);\">\u201c<\/span><span style=\"color: rgb(0, 0, 0);\">,  in einem Codex der kaiserlichen Pfarre Metzleinsdorf vor; de\u00dfgleichen  in einer 1476 gemachten Abschrift eines solchen Verzeichnisses im Archiv  des Stiftes Schotten zu Wien, und zwar mit dem Beisatz, dass der  Pfarrer zu Melk der Patron der Pfarre Matzleinsdorf sei (ehem.  Herrschaftliches Archiv zu Matzleinsdorf). Notaten aus den Handschriften  der Hofbibliothek, dem Verfasser dieser Geschichte mitgetheilt von Joh.  V. Frast. \u2013 Klein\u2019s Gesch. d. Christenth. in Oesterr. u. Steiermark,  III. Bd. S.&#160;279).<\/span><\/span><\/div>\n<p> <span style=\"font-size: 10pt;\"> <\/p>\n<div style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14px;\"><span style=\"color: rgb(0, 0, 0);\"><br \/> Aus  dem sehr reichhaltigen Archiv der aufgehobenen Kartause Gaming kennen  wir bisher die \u00e4lteste Urkunde, welche uns nach dem Pfarrer Simon den  Namen eines Pfarrers von Matzleinsdorf und einen von ihm geschlossenen  Kaufvertrag kundgibt. Es verkauft n\u00e4mlich zu Wien am St.&#160;Jorigenabend  (23.&#160;April) 1368 Johanns, Pfarrer zu Metzleinstorf, nach dem Rat des  Lehensherrn (Patrons) seiner Kirche, Herrn Chunrats, Pfarrers zu Melk,  und mit seines Bergmeisters Hand, Ottens von Teben zu Grinzing,  Bergmeister der geistlichen Herren zu Gaming, einen Weingarten an dem  Schenkenberg (zu Grinzing\/Wien), welchen Herr Stephan, weiland Pfarrer  zu Melk, zu der ehegenannten seiner (des Pfarrers Johann) Kirche \u201edurch  seiner Seele Heil willen<\/span><span style=\"color: rgb(0, 0, 0);\">\u201c<\/span> <span style=\"color: rgb(0, 0, 0);\">geschafft  (vermacht) hat, um dritthalb und zwanzig (22\u00bd) Pfund Wiener Pfennige  dem Wisenten (Wisento) von Frueling, B\u00fcrger zu Wien, und fertigt den  Kaufbrief mit seinem und dem Siegel des ehegenannten (vorhergenannten)  Lehensherrn und des obersten Bergmeisters Gottfried, Priors zu Gaming  (Smitmer Codex diplomaticus austriacus Tom. II. Num. 399, im k. k. geh.  Archive).<\/span><\/span><\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14px;\"><span style=\"color: rgb(0, 0, 0);\"><br \/> Eine  sp\u00e4tere Urkunde hat sich durch den besonderen Zufall bis in unsere Tage  erhalten, dass die Gemahlin des Johann Augustin Walpraun, welcher noch  1705 Pfleger oder Verwalter zu Zelking und Matzleinsdorf war, dem  Stiftsk\u00e4mmerer (Schatzmeister) Maurus Heindl zu Melk dieselbe zur  besseren Aufbewahrung daselbst aush\u00e4ndigte.<\/span><\/span><\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14px;\"><span style=\"color: rgb(0, 0, 0);\"><br \/> Es  ist diese Urkunde der Stiftungsrevers (respektive Stiftungsbrief),  gegeben 1411 am Mittichen nach Ruprechtstag (29.&#160;M\u00e4rz), wodurch Leupold,  Pfarrer zu Meczleinstorff, erkl\u00e4rt, dass ihm der Edle Herr, Herr  Stephan von Zelking, sein rechter Erbvogt der benannten Pfarrkirche, und  die ganze Gemeinde daselbst zu Matzleinsdorf eingeantwortet und  \u00fcbergeben haben zwei Weing\u00e4rten, wovon einer gelegen ist zu Pechlarn an  dem Berg, der andere zu Krummnu\u00dfbaum, jeder Ein Viertel, und jeder mit  j\u00e4hrlich drei Pfennigen in den Pfleghof (Amtshaus des Bischof von  Regensburg) zu Pechlarn dienstbar. Diese zwei Weing\u00e4rten hat der Ehrsame  Herr Peter, gewesener Pfarrer des Gotteshauses zu Matzleinsdorf  seliger, als sein rechtes erkauftes Erbe und eigenhaftes v\u00e4terliches  Erbgut hinterlassen und zu einem ewigen Jahrtage zur Kirche zu  Matzleinsdorf vermacht. Der Pfarrer Leopold verpflichtet sich also,  j\u00e4hrlich am n\u00e4chsten Sonntag nach Kreuzerfindung diesen Jahrtag zu  begehen, und zwar des Nachts (am Vorabend) mit einer gesungenen Vigil,  des Morgens mit einem gesungenen Seelenamte, mit einem gesungenen Amte  von Unserer Lieben Frau ihrer Schiedung und mit zwei gesprochenen Messen  darunter, wof\u00fcr er den Priestern Essen und Trinken und jedem einen  gro\u00dfen Pfennig geben soll. An der Urkunde hingen die Siegel des Pfarrers  Leopold und der Zeugen. Diese waren die Edlen Hanns der Gotsberger und  Hanns der Mannsreutter (* Keiblinger, Band II, S.&#160;308<\/span><\/span><span style=\"font-size: 14px;\"><span style=\"color: rgb(0, 0, 0);\">\u2013<\/span><\/span><span style=\"font-size: 14px;\"><span style=\"color: rgb(0, 0, 0);\">312).<\/span><\/span><\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14px;\"><span style=\"color: rgb(0, 0, 0);\"><br \/> (*)  Der am 12. November 1574 best\u00e4tigte neue Pfarrer zu Melk und  Matzleinsdorf, Dechant Michael Span, erschien am 15. September (1575?)  vor dem Consistorium im Passauerhofe zu Wien mit der Anzeige: Nachdem er  auf die ihm vom Bischofe Urban verliehenen Pfarre Melk \u201esammt dem dazu  geh\u00f6rigen Filial Metzleinsdorf investiert worden, haben sich doch der  Edl und Veste Christoph Straub vor kurzer Zeit die Kirche zu  Metzleinsdorf zu versperren und die Schl\u00fcssel dazu von den Zechleuten  mit Gewalt zu sich zu nehmen unterstanden, also da\u00df der heilige  Gottesdienst und Predigt etlichenmal hat m\u00fcssen auf dem Freithof  (Friedhof) vor der Kirchenth\u00fcr verrichtet werden, mit F\u00fcrgeben, er sei  \u00fcber solches Filial Lehenherr (Patron) und der Wohlgeborne Herr von  Starhemberg Vogtherr; der Bischof und sein Official habe allda nichts zu  schaffen; Herr von Starhemberg habe die Rechnung schon \u00fcber 100 Jahre  gepflogen<\/span><span style=\"color: rgb(0, 0, 0);\">\u201c<\/span><span style=\"color: rgb(0, 0, 0);\">. \u2013 Was weiter geschah, liegt nicht vor; <span style=\"text-decoration: underline;\">augenscheinlich  haben sich aber der Dechant oder der Schriftf\u00fchrer im Namen geirrt;  denn niemals sind die Herren von Starhemberg, wohl aber die von Zelking  Vogtherren der Kirche und der Pfarre Matzleinsdorf gewesen<\/span> (* Keiblinger, Band II, S.&#160;314\/315).<\/span><\/span><\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14px;\"><span style=\"color: rgb(0, 0, 0);\"><br \/> (*)  Spann war seiner schweren Aufgabe nicht gewachsen, denn in einem  Schreiben des Abtes Urban an den F\u00fcrstbischof von Passau wird Spann als  ein Mann, \u201ewelcher sich unter dem Deckel eines getreuen Hirten  eingeschlichen habe, aber der katholischen Religion ganz widerw\u00e4rtig,  sehr sch\u00e4dlich und verderblich befunden<\/span><span style=\"color: rgb(0, 0, 0);\">\u201c<\/span><span style=\"color: rgb(0, 0, 0);\">,  beschrieben. Dass diese Beschuldigung nicht \u00fcbertrieben war, geht  daraus hervor, weil derselbe 1578 seiner sektiererischen Grunds\u00e4tze  wegen von dem Konsistorium in Verhaft genommen und ungeachtet seiner am  9.&#160;April 1579 gegebenen Erkl\u00e4rung: \u201eman solle ihm die Pfarre lassen, er  wolle durch einen katholischen Priester den Gottesdienst halten lassen<\/span><span style=\"color: rgb(0, 0, 0);\">\u201c<\/span><span style=\"color: rgb(0, 0, 0);\">,  noch in eben diesem Jahre wegen seines Abfalles von der katholischen  Religion durch den Offizial Doktor Thomas Raidl abgesetzt (* Keiblinger,  Band II, S.&#160;36).<br \/> <\/span><\/span><br \/> <span style=\"font-size: 14px;\"><span style=\"color: rgb(0, 0, 0);\">(*) Die Dechanten und Pfarrer zu Melk schrieben sich hinfort \u201ePfarrer zu Melk und zu Matzleinsdorf,<\/span><span style=\"color: rgb(0, 0, 0);\">\u201c<\/span><span style=\"color: rgb(0, 0, 0);\">  wie z.&#160;B. Parzer, Pr\u00e4torius, Dobler, Kaltenegger, Schwindt, Hoffmann  und noch Pilsel, der Letzte von ihnen, und lie\u00dfen die Filialpfarre durch  ihre Kooperatoren versehen, an jedem dritten Sonntag und mehreren  Feiertagen in der Kirche zu Matzleinsdorf den Gottesdienst abhalten,  zeitweise auch Taufen hier vornehmen und Verstorbene des Ortes im  hiesigen Friedhof begraben. Der ohnehin bauf\u00e4llige Pfarrhof fiel in  Tr\u00fcmmer, wovon die letzten Reste im Jahre 1785 weggeschafft wurden, um  dem neuen Pfarrhause Platz zu machen. Die geringen, noch vor der  Begierde nach fremden Gute geretteten Renten der Pfarre wurden  gleichfalls der Pfarre Melk zugewiesen und von den dortigen Pfarrern  ohne Widerrede genossen. Neue Streitigkeiten entstanden, nachdem das  Stift Melk durch den mit dem Hochstifte Passau geschlossenen  Tauschvertrag vom 11.&#160;Juni 1693 zum Besitz der Pfarre Melk mit deren  Filialen Matzleinsdorf und Maierh\u00f6fen gelangt war, wodurch zugleich die  Lehenschaft oder das Patronat \u00fcber die eingegangene Pfarre  Matzleinsdorf, welches der Pfarrer zu Melk ausge\u00fcbt hatte, an die Abtei  Melk \u00fcberging (*<span style=\"color: black; font-family: Arial;\">&#160;<\/span>Keiblinger, Band II, S.&#160;315).<\/span><\/span><\/p>\n<p> <span style=\"font-size: 14px;\"><span style=\"color: rgb(0, 0, 0);\">(*)  In seiner lebhaften Freude \u00fcber die nach langen Bem\u00fchungen so gl\u00fccklich  zu Stande gebrachte Pfarrauswechselungs-Konvention hatte der Abt Gregor  angeordnet, dass dieses Ereignis am Jahrtage desselben durch ein  Hochamt in der Pfarrkirche zu Melk gefeiert werden sollte. Als dieses  zum ersten Mal zu geschehen hatte, lud er alle Pfarrkinder durch  Verk\u00fcndigung von der Kanzel und durch ein an die Kirchent\u00fcren zu Melk,  Matzleinsdorf und Mairhofen angeheftetes Edikt vom 6.&#160;Juni 1674 dazu  ein. Dieses Edikt wurde zu Matzleinsdorf unbedachter weise weggenommen,  in das Schloss Zelking gebracht und von den beiden Pflegern an ihre  Herrschaften nach Wien geschickt, deren Ansehen sie durch dasselbe  \u201eh\u00f6chst geschm\u00e4lert, auch die uralte Pfarre Matzleinsdorf geschw\u00e4cht<\/span><span style=\"color: rgb(0, 0, 0);\">\u201c<\/span><span style=\"color: rgb(0, 0, 0);\">  sahen. Der Besitz der Herrschaft Zelking war n\u00e4mlich damals noch  streitig zwischen dem Marchese degli Obizzi und dem Grafen Johann  Joachim vom Sinzendorf; daher nahmen auch zwei Pfleger an der Verwaltung  Theil: Andrea\u00df Roy\u00df f\u00fcr dem Marchese, der zu Leiben wohnende Johann  Augustin Waloraun f\u00fcr den Grafen. Der Titel des Marchese ist: Ferdinand  Marchese degli Obizzi, kais.-k\u00f6n. K\u00e4mmerer, Hofkriegsrath,  General=Feldwachtmeister, Stadtguardi=Oberstlieutnant zu Wien, Besitzer  der Herrschaft Zelking. Man stie\u00df sich vorz\u00fcglich daran, dass diese nur  eine Filiale genannt wurde (obwohl sie im Tauschvertrage selbst nicht  anders hei\u00dft), und bei dieser Gelegenheit kam \u00fcberhaupt die Klage zur  Sprache, dass der Gottesdienst zu so unbestimmten Zeiten, bisweilen am  dritten, manchmal erst am vierten Sonntag gehalten werde; und dass die  Matzleinsdorfer, weil sie einen eigene Taufstein und Friedhof haben,  auch dort getauft und begraben zu werden verlangten (* Keiblinger, Band  II, S.&#160;315\/316).<\/p>\n<p> <br type=\"_moz\" \/> <\/span><\/span><\/div>\n<div><span style=\"font-size: 14px;\"><span style=\"color: rgb(0, 0, 0);\"> <\/span><\/span><\/div>\n<div style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: rgb(0, 0, 0);\"> <\/span><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.zelking.grafikweb.eu\/images\/stories\/kirchenfuehrer\/b67.jpg\" alt=\"\" style=\"width: 184px; height: 197px;\" \/>&#160;<\/div>\n<div style=\"text-align: center;\"><span style=\"font-size: 14px;\"><span style=\"color: rgb(0, 0, 0);\">Die Pfarrkirche <span style=\"color: rgb(0, 0, 0);\">in d<\/span>er<span style=\"color: rgb(0, 0, 0);\"> <\/span>\u201eAbendglut\u201c<\/span><\/span><\/div>\n<p> <\/span> <br \/> <span style=\"font-size: 10pt;\"> <\/p>\n<div><span style=\"font-size: 14px;\"><span style=\"color: rgb(0, 0, 0);\"><br \/> <\/span><\/span><\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14px;\"><span style=\"color: rgb(0, 0, 0);\">Von  den Denkzeichen menschlichen Elends wenden wir uns zum Haus des Segens,  zur Kirche, deren Patron der heilige Bartholom\u00e4us ist. Sie ist auf  einer Anh\u00f6he neben dem Pfarrhof und Schulhaus, zu Ende des Dorfes  gelegen, hat eine L\u00e4nge von 9\u00bd und eine Breite von 3\u00bd Wiener Klaftern  und besteht aus dem mit einem gedr\u00fcckten Gew\u00f6lbe versehenen Chor  (Presbyterium) und dem ungew\u00f6lbten Schiff, an welchem der zum \u00fcbrigen  Geb\u00e4ude unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig starke Turm sich erhebt. Mit Ausnahme diese  Turmes und einer Blende (Nische) an der Stelle des vermauerten hohen  Fensters hinter dem Hochaltar, die aber durch das Altarbild bedeckt ist,  zeigen sich keine \u00dcberbleibsel der alten Kirche mehr, sondern ihr  gegenw\u00e4rtiger Bau tr\u00e4gt das Gepr\u00e4ge der Zeit, der er seine g\u00e4nzliche  Erneuerung verdankt. Diese geschah unter dem Abt Berthold <span style=\"color: rgb(0, 0, 0);\">Dietmayr<\/span>  durch die Bem\u00fchungen des Stiftspriors und Pfarrers zu Melk, Vitalis  Waldm\u00fcller, von 1735 bis 1736, der auch ein Gedenkbuch der Kirche 1741  zu schreiben begann (ein \u00e4lteres enth\u00e4lt nur die Jahre 1694 bis 1698),  und kostete 789 Gulden, welche Auslage das Stift gegen teilweiser  Abzahlung aus den Eink\u00fcnften der Kirche bestritt. Bei dieser  Restaurierung wurde eine T\u00fcre mit einer Vorhalle (vorher war sie neben  dem Turm), ein Aufgang zur Kanzel und ein Oratorium f\u00fcr die Herrschaft  angebracht, eine Sakristei (statt der alten im Turm) gebaut, die  Vergr\u00f6\u00dferung der Fenster vorgenommen, ein neuer Hochaltar errichtet und  alles \u00dcbrige im Innern und \u00c4u\u00dferen der Kirche erneuert, auch der Turm  mit neuer Dachung versehen. Das Altarbild muss bald Schaden gelitten  haben oder unpassend befunden worden sein, weil schon 1745 ein anderes  aufgestellt wurde, nach dem Entwurf des Paul Troger von seinem Sch\u00fcler  Joseph Grebmner oder Kremer ausgef\u00fchrt, wof\u00fcr dieser nicht mehr als 20  Gulden erhielt. Allein auch dieses Gem\u00e4lde blieb nur bis 1792, da der  gegenw\u00e4rtige Hochaltar mit den Statuen der Apostel Petrus und Paulus  errichtet wurde, dessen Bild Bartholom\u00e4us Altomonte, der Sohn des  ber\u00fchmten Martin Altomonte (eigentlich Hohenberg), malte (den Namen des  Malers in <em>\u201eMontealto<\/em><\/span><span style=\"color: rgb(0, 0, 0);\"><em>\u201c<em> <\/em><\/em><\/span><span style=\"color: rgb(0, 0, 0);\">verdreht  nennt ein Zettel hinter dem Bilde in der Mauernische, die Aufstellung  des neuen Altars berichtend). Im Jahre 1765 folgte der neue Seitenaltar  mit der Statue der Unbefleckten Empf\u00e4ngnis Mariens, 1767 die Kanzel,  1788 die Orgel, 1766 wurde der neue Aufgang in das Oratorium gebaut,  1841 die ganze Kirche im Inneren erneuert.<\/span><\/span><\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14px;\"><span style=\"color: rgb(0, 0, 0);\">(*)  Die Verordnungen Joseph II. in den Kirchensachen gab dieser misslichen  Angelegenheit unverhofft eine g\u00fcnstige Wendung. Die befohlene Errichtung  neuer Pfarren und Lokalien hatte auch auf Matzleinsdorf Einfluss. Schon  am 6.&#160;M\u00e4rz 1782 erstattete die Herrschaft Zelking Bericht hier\u00fcber, die  Verhandlungen in Betreff der Lokalien Matzleindorf und Erlauf wurden  noch 1783 fortgesetzt, und da der Graf Philipp von Sinzendorf nicht blo\u00df  auf das ihm von der Regierung angebotene Patronatsrecht \u00fcber  Matzleinsdorf, sondern auch auf das Vogteirecht, welches best\u00e4ndig zu  Streitigkeiten Anlass gegeben hat, f\u00fcr immer Verzicht leistete, wurde  dem Stifte Melk 1783 das Patronat \u00fcber die neue Kuratie mit dem Auftrage  \u00fcbergeben, sie mit einem Stiftsgeistlichen zu besetzen und diesem seine  Sustentation zu geben, wie auch den Pfarrhof und das Schulhaus zu  bauen. So entstand aus der alten Pfarre die Lokalie Matzleinsdorf, die  mit gr\u00f6\u00dferen Rechten versehen eine neue Pfarre genannt werden sollte. Am  26.&#160;Januar 1784 wurde der erste eigene Seelsorger Edmund Koppler,  geboren zu Melk 1739, Kooperator zu Traiskirchen, der neuen  Pfarrgemeinde durch den Stiftsprior Damian Nusko vorgestellt und blieb  bis 1811 hier, war aber bei abnehmenden Kr\u00e4ften und geschw\u00e4chter  Gesundheit in das Stift zur\u00fcckgekehrt, wo er 1813 starb. Nebst dem  Pfarrort wurden die D\u00f6rfer Freiningau, Bergern und Maierh\u00f6fen, eine  halbe Stunde davon entfernt, der neuen Pfarre zugewiesen, Freiningau  jedoch auf die Weigerung dieser Gemeinde, sich hierher einpfarren zu  lassen, durch Kreisamt-Dekret vom 13.&#160;Januar 1784 bei der alten Pfarre  Melk belassen. Die Wohltat einer Schule musste Matzleinsdorf  Jahrhunderte lang entbehren. Zur Besorgung des Kirchendienstes war ein  Mesner bestellt \u2013 von Erteilung des Jugendunterrichtes keine Rede! Im  Jahre 1779 war Graf Philipp von Sinzendorf, \u00fcberzeugt von dem Nutzen,  \u201eallein sein wohlt\u00e4tiger Vorschla<\/span><span style=\"color: rgb(0, 0, 0);\">g<\/span><span style=\"color: rgb(0, 0, 0);\">\u201c<\/span><span style=\"color: rgb(0, 0, 0);\">  fand nicht den erw\u00fcnschten Anklang; und die Ausf\u00fchrung verz\u00f6gerte sich  bis zum Wiederaufleben der Pfarre, infolgedessen, den Allerh\u00f6chsten  Vorschriften gem\u00e4\u00df, zu Ende des Jahres 1786 ein Schullehrer angestellt  und 1787 das Schulhaus gebaut wurde (* I. F. Keiblinger, Band II, Wien  1869, S.&#160;320\/321. Teilentnahmen S.&#160;283<\/span><\/span><span style=\"font-size: 14px;\"><span style=\"color: rgb(0, 0, 0);\">\u2013<\/span><\/span><span style=\"font-size: 14px;\"><span style=\"color: rgb(0, 0, 0);\">321; mit freundlicher Genehmigung DASP).<\/span><\/span><span style=\"font-size: 14px;\"><span style=\"color: rgb(0, 0, 0);\"><\/p>\n<p> In  Verwahrung: Schlichter neugotischer Schnitzaltar, bez. F. Schmalzl  1903, Statuen der hll. Petrus, Bartholom\u00e4us, Paulus, Benedikt und  Florian und hl. M\u00f6nch, detto auch St\u00e4nderkanzel, Orgel von Ignaz Gatto  d.&#160;J. und zwei Statuen (Maria mit Kind und Herz Jesu).<\/p>\n<p> <\/span><\/span><\/div>\n<p> <\/span> <\/p>\n<div style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14px;\"> <\/span><\/div>\n<div>\n<div style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14px;\"> <\/span><\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14px;\">  <\/span><span style=\"font-size: 10pt;\"> <\/span><\/div>\n<p> <span style=\"font-size: 10pt;\"> <\/span><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ignaz Franz Keiblingers Beschreibungen die Pfarrkirche Matzleinsdorf betreffend Zur \u00e4ltesten Geschichte der Kirche und Pfarre sind nur sehr d\u00fcrftige Nachrichten auf uns gekommen. Wer dieses Gotteshaus gebaut hat, ob die Herren von Zelking oder ein frommer Besitzer des Edelhofes in Verbindung mit Wohlt\u00e4tern aus der Gemeinde, ebenso wann der erste Stein in den Grund gesenkt [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[27],"tags":[],"class_list":["post-341","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-matzleinsdorf"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/zelking.grafikweb.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/341","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/zelking.grafikweb.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/zelking.grafikweb.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/zelking.grafikweb.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/zelking.grafikweb.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=341"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/zelking.grafikweb.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/341\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/zelking.grafikweb.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=341"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/zelking.grafikweb.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=341"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/zelking.grafikweb.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=341"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}