{"id":342,"date":"2011-03-07T15:52:01","date_gmt":"2011-03-07T15:52:01","guid":{"rendered":"https:\/\/zelking.com\/2011\/03\/07\/lokalie-matzleinsdorf\/"},"modified":"2011-03-07T15:52:01","modified_gmt":"2011-03-07T15:52:01","slug":"lokalie-matzleinsdorf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/zelking.grafikweb.eu\/?p=342","title":{"rendered":"Lokalie Matzleinsdorf"},"content":{"rendered":"<div>&#160;<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">&#160;<\/div>\n<p> <span style=\"color: rgb(0, 0, 0);\"> <\/p>\n<div style=\"text-align: center;\"><strong><span style=\"font-size: 16px;\">Die Lokalie Matzleinsdorf <\/span><\/strong><\/div>\n<p> <\/span> <\/p>\n<div style=\"text-align: justify;\">&#160;<\/div>\n<p> <span style=\"color: rgb(0, 0, 0);\"> <\/p>\n<div style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14px;\"><br \/> <strong>Unter Lokalie wird eine von der Mutterkirche ganz oder teilweise verselbst\u00e4ndigte Filialkirche bezeichnet.<\/strong><\/p>\n<p> Die Kirche in Matzleinsdorf hat (vorerst) nie dem Stift (Stifte sind nur  Kl\u00f6ster der Chorherren und Benediktiner und ihrer Zweige \u2013  Zisterzienser, Pr\u00e4monstratenser \u2013 aus dem Mittelalter) Melk angeh\u00f6rt,  und Weiskern\u2019s irrige Angabe I. Teil, Seite 398 ist durch Verwechslung  entstanden! <\/p>\n<p> Matzleinsdorf, gew\u00f6hnlich Matzelsdorf genannt, ein Pfarrdorf von 54  H\u00e4usern und ein Gut mit einem herrschaftlichen Schloss, mit der  Herrschaft Zelking vereinigt, welcher die Orts- und Grundherrlichkeit  \u00fcber den Ort zustand, mit Ausnahme von sieben Untertanen, die zur Pfarre  Melk geh\u00f6rten, und von f\u00fcnf H\u00e4usern, wovon die kaiserl.-k\u00f6nigl.  Familienherrschaft und das vormals dem Kloster Mauerbach geh\u00f6rige  Kastenamt (Verwaltung von landesf\u00fcrstlichen Speichern) St. Leonhard am  Forst Grundherrschaften waren, ist eine halbe Stunde von Zelking, eine  Viertelstunde seitw\u00e4rts der Poststra\u00dfe von Melk nach Kemmelbach, in  einem sch\u00f6nen, fruchtbaren Tal am Melkflu\u00df gelegen. Mit dem, eine halbe  Stunde entfernten Dorf Ornding an der Poststra\u00dfe und mit der Stadt  P\u00f6chlarn wird es durch eine Stra\u00dfe von 1046 Klaftern (L\u00e4ngenma\u00df; 1 Kl.=  186 cm) L\u00e4nge und drei Klafter Breite in eine n\u00e4here und bequemere  Verbindung gebracht, welche auf Kosten der verstorbenen Frau  Gutsbesitzerin im Jahre 1839 hergestellt und der allgemeinen Ben\u00fctzung  er\u00f6ffnet wurde.<br \/> Der Name des Ortes kommt unverkennbar von dem ersten Gr\u00fcnder oder  Besitzer Macilo oder Macili her, welcher altdeutsche Mannesname noch in  Schriften des 12. Jahrhunderts nicht selten ist \u2013 wahrscheinlich von dem  selben Mazili, der zwischen 991 und 994 und noch 1115 (es kann hier nur  ein Nachkomme gemeint sein!) bei Verhandlungen unter dem Markgrafen  Leopold I. dem Erlauchten und Leopold III. dem Heiligen als Zeuge  gelesen wird. Wiener-Jahrb\u00fccher der Literatur XL. Band Anzeigeblatt,  Seite 6. Monum. boic. XXVIII. II., S. 87, hinsichtlich der Zeitangabe  (991<\/span><span style=\"color: rgb(0, 0, 0);\"><span style=\"font-size: 14px;\">\u2013<\/span><\/span><span style=\"font-size: 14px;\">994,  vielleicht 992) in Meiller\u2019s Regesten, S. 191. Urkundenbuch des Landes  ob der Enns II. Band, S. 150, wo der obige Mazili von dem Markgrafen  Leopold III. unter die \u201efideles nostri\u201c geh\u00f6rend angef\u00fchrt wird. Ein  Mazilie kommt um 1100, 1110 und um 1120 als Zeuge im Saalbuch der Abtei  G\u00f6ttweig vor, wohin vermutlich der n\u00e4mliche Mazilie mit seiner Gattin  Wirtinna (cum compare sua nomine Wirtinna) um 1110 vier Leibeigene zu  einem Dienste (Abgaben, die der Untertan von seinem Grund dem Grundherr  leistet) von 5 Pfennigen schenkte (Font. Rer. Austr. II. Abth. VIII.  Band S. 9, 24, 44). Er ist wahrscheinlich derselbe Maecilo (?) de Mur  (Mauer), welcher laut des alten Totenbuches der Kanonie  (Chorherrenstift) St. Andr\u00e4 an der Traisen, in deren geistliche  Verbr\u00fcderung er aufgenommen war (Frater noster), am 13. J\u00e4nner eines  unbekannten Jahres, aber noch vor 1204 gestorben ist (Archiv f. Kunde  \u00f6sterr. Geschichtsquellen XIX. Band II., S. 399).<br \/> Soviel ist erwiesen, dass der Ort bald nach dem Anfang des 12. Jhs.  bestand, da zwischen den Jahren 1112 und 1121 eine Tauschhandlung  zwischen den Bisch\u00f6fen Heinrich von Freising und Ulrich von Passau durch  die Schirmv\u00f6gte beider Hochstifte, n\u00e4mlich dem Markgrafen Otacher und  Adalbert, dem Sohn Leopolds des Heiligen, geschah, denn der Bischof zu  Passau hat dem zu Freising ein Gut, n\u00e4mlich zwei Huben (Hube = Bauerngut  bestimmter Gr\u00f6\u00dfe) im Ort Ardachari (Ardagger) einen Weingarten sammt  dem Zehent im Dorf Matzleinsdorf (in villa Mecelinisdorf) und eine Hube  zu Grie (eine ausgedehnte Gegend um den Markt Kottes) f\u00fcr das Dorf  Sewarn (Seebarn a. Wagram \u2013 bei Grafenw\u00f6rth) tauschweise \u00fcbergeben.&#160;&#160;&#160;&#160; <br \/> Archiv f\u00fcr Kunde \u00f6sterreichischer Geschichtsquellen IX. Band, Seite 254.  Das Hochstift Freising hatte bis 1848 Besitztum in der N\u00e4he, wie sich  bei den D\u00f6rfern Maierh\u00f6fen und Bergern zeigen wird.<br \/> Ebenso gewiss war seit den \u00e4ltesten Zeiten auch das Frauenstift auf dem  Nonnberg in Salzburg zu Matzleinsdorf beg\u00fctert; wie uns eine Urkunde,  gegeben zu Friesach in K\u00e4rnten den 9. Juni 1117, bezeugt, wodurch der  Erzbischof Konrad von Salzburg dem Markgrafen Ottokar von Steier die  Vogtei \u00fcber das genannte Kloster verleiht und zugleich alle Besitzungen  und Rechte best\u00e4tigt, namentlich in der Ostmark (in Oriente) zu Welmik  (Unterw\u00f6bling), Phlaetniz (Fladnitz), Maezilinstorf, Arnsdorf u.s.f.  Esterl\u2019s Chronik v. Nonnb. in Salzburg, S. 202. Hormayr\u2019s Archiv f\u00fcr  Historie u.s.w. Jahrgang 1827 Nr. 157, S. 852<\/span><span style=\"color: rgb(0, 0, 0);\"><span style=\"font-size: 14px;\">\u20138<\/span><\/span><span style=\"font-size: 14px;\">53. Koch-Sternfeld, Beitr. zur deutschen L\u00e4nder- u.s.w. Kunde II. Band, S. 852f und Filz, Zeitalter des heil. Rupert, S. 146<br \/> Diese Besitzungen zu Matzleinsdorf hat die \u00c4btissin Maria von Moringen 1615 an die Herrschaft Zelking verkauft. <br \/> In einem alten Protokoll des (ehemaligen) Herrschaftsarchivs zu  Matzleinsdorf findet sich ein Verzeichnis der durch Hanns Wilhelm von  Zelking gekauften und verkauften Realit\u00e4ten; darunter: \u201eItem (ebenso)  den 21. September A(nn)o 1615 von der \u00c4btissin am Nunnberg (Nonnberg) zu  Salzpurckh (Salzburg) die Mezlstorferisch Pfenning Traidt=Dienst und  Purckrechtg\u00fcllt erkaufft, welche mich, laut Kaufshandlung und Quittung  mit Kaufschilling (Betrag, um den etwas gekauft oder verkauft wurde),  Leykhauf und Verehrungen kost hat 3366 fl.\u201c<\/p>\n<p> Zwar findet sich, dass die bayrische Abtei Formbach um das Jahr 1230 von  Dither, einem Amtmann (Officialis) des Grafen Konrad von Wasserburg,  ein Gut seiner Eigenschaft (predium sue proprietatis) Mezelinesdorf  genannt, erhielt, welches j\u00e4hrlich einen Mut (Hohlma\u00df; um 1670 in O\u00d6 an  die 2300 Liter) Hafer zahlte und von Dither zu seinem und seiner  Gemahlin Irngardis Seelenheil auf dem Altar der heiligen Maria zur  Stiftskirche in Formbach vergabt war; allein ungeachtet, dass diese  Abtei auch in \u00d6sterreich unter der Enns ansehnliche Besitzungen erwarb,  zweifeln wir doch sehr, ob die angef\u00fchrte Notiz aus dem Saalbuch (Urbar,  Vorl\u00e4ufer des Grundbuches) auf Matzleinsdorf bei Melk zu beziehen sei,  sondern glauben, dass ein gleichnamiger Ort in der Riedmark (O\u00d6) gemeint  sei, wo auch die Herz\u00f6ge von \u00d6sterreich beg\u00fctert vorkommen. <br \/> Urkundenbuch d. Landes ob d. Enns I. Band S. 703, Num. 243. Rauch Rer.  Austr. Scriptor. Vol. II. p. (pagina = Seite) 47. Da aber voransteht:  \u201eHii sunt redditus denariorum (die Gelddienste) in Riedmarchia\u201c und  viele Ortschaften des Landes ob der Enns sowohl varausgehen als  nachfolgen, keine aber aus \u00d6sterreich unter der Enns, so kann nicht  Matzleinsdorf bei Melk gemeint sein<\/p>\n<p> Dass aber die \u00f6sterreichischen Landesf\u00fcrsten Zehente zu Matzleinsdorf  bei Melk und in der n\u00e4chsten Umgebung besa\u00dfen und wieder zu Lehen  verliehen, setzt nachstehende Daten au\u00dfer Zweifel, die wir nach der  Ordnung der Zeitfolge zusammenstellen.<br \/> 1385, des Mittichen (Mittwoch) am letzten Feiertag zu Pfingsten (24.  Mai), geben Weikard von Topel zu Karlstetten und sein Sohn Stephan, als  die Vorm\u00fcnder des minderj\u00e4hrigen Bernhard von Streitwiesen, ihre  Einwilligung, dass Johanna, des Hans von Streitwiesen Witwe, einen von  Katharina, der Witwe Alber\u2019s von Streitwiesen, gel\u00f6sten Satz (=  Preisfestsetzung, Hypothek), n\u00e4mlich einen von der Familie Streitwiesen  an sie gekommenen Zehent in der Melker Pfarre als einen Satz f\u00fcr  geliehene hundert Pfund Pfennige haben soll; und zwar: \u201eVon erst halben  Zehent gelegen datz Fraeningaw und in der Aw (Au) gegen Urvar \u00fcber  chlainen (Kleiner Zehent \u2013 bezog sich auf Futterpflanzen, Gew\u00fcrze und  Obst) und grozzen (Gro\u00dfer Zehent \u2013 der K\u00f6rnerzehent umfasste jede 10.  Garbe vom Getreide); und datz Mairhofen halben Zehent und in der Aw  chlainen und grozzen; und halben Zehent datz Matzlestorf chlainen und  grozzen; und auf dez (dessen) Khrayers Hof daselbst zway Tail Zehent  chlainen und grozzen, und der Lehen ist von dem Hachgeporn  (Hochgeborenen) F\u00fcrsten unserem gnaedigen Herrn Hertzog Albrechten ze  Oesterreich, und mit dez Hant ez (dessen Hand es) geschehen ist\u201c. Nach  ihrem Tod soll dieser Satz, wenn er nicht fr\u00fcher gel\u00f6st wird, an ihre  S\u00f6hne aus der ersten Ehe, Hanns und Alber von Volkenstorf, fallen.<br \/> Dieser Bernhard von Streitwiesen verm\u00e4hlte sich mit Katharina (Kathrei),  einer Tochter Heinrich IV. von Zelking, welcher er, mit Bewilligung des  Herzogs Wilhelm von \u00d6sterreich, ihre Morgengabe (am Hochzeitsmorgen vom  Br\u00e4utigam der Braut \u00fcbergebenes Gut zu deren wirtschaftlicher  Sicherstellung im Falle seines Todes) auf einen Viertelzehent zu  Lautschendorf (Leitzersdorf?) und Hetzendorf (Hetzmannsdorf?), alles um  Stockerau gelegen, und landesf\u00fcrstliches Lehen von der Herrschaft Ort  (Orth a. d. Donau?), anwies; wie der Herzog in einer Urkunde von 1404  bezeugte. <br \/> Kaltenegger Collect. Chartar. Vet. T. I. pagina 297 et seqq. und aus diesem in Reil\u2019s Donaul\u00e4ndchen usw., S. 418<\/span><span style=\"color: rgb(0, 0, 0);\"><span style=\"font-size: 14px;\">\u20134<\/span><\/span><span style=\"font-size: 14px;\">19.  Lichnowsky Gesch. d. Hauses Habsb. V. Thl. Regesten (kurze  Inhaltsangaben in einer Urkunde) Num. 664. \u2013 Urvar, das kleine Dorf  Urfahr an der Donau zwischen Ebersdorf und Weitenegg, Freiningau  gegen\u00fcber. Georg Chrayer fronte 1393 dem Abt Ludwig von Melk sein Dorf  L\u00e4mphersteten (Landfriedstetten?), welcher es von der Pf\u00e4ndung  losmachte; und 1394 wurde von der Hoftaiding (h\u00f6fische  Gerichtsversammlung bei der Gewohnheitsrechte festgestellt wurden) in  der Klagsache \u201ezwischen dem Chrayer zu Matzelstorff\u201c und dem Abt Ludwig  ein Aufschub bewilligt. Von einem anderen Hof daselbst lesen wir im  Hoffronbuch Fol. (fol., folio, folium = Blatt) 176, dass 1397 Hanns der  H\u00f6lczl der Helena, des Aichberger Witwe von Meczleinsdorf, ihren Hof zu  Meczleinsdorf, worauf sie sitzt, und wo er mehr auf ihre Habe kommen  mag, Erbgut und fahrendes (bewegliches) Gut, mit gerichtlichen Beschlage  belegen lie\u00df, von welcher Fron sie es aber frei machte. (k. k. geh.  Archiv.)<\/p>\n<p> Am 12. Juli 1412 erweist Herzog Albrecht V. der Johanna, weiland  (veraltet: einstmals, vormals) Bernhards des Streitwieser Tochter, die  Gnade, dass die ihrer Mutter Katharina, Heinrichs IV. von Zelking  Tochter, von dem genannten Streitwieser zur Morgengabe verschriebenen  Zehenten auf sie und ihre Erben, oder in deren Ermangelung auf den  obengenannten Heinrich von Zelking erblich fallen und als  landesf\u00fcrstliches Lehen besessen werden sollen. Diese Zehente waren: Der  halbe Zehent zu Maierh\u00f6fen, zu Bergern, zu Matzleinsdorf in der  Matzleinsdorfer Pfarre, zu Freiningau, und drei halbe Zehenten in der  Melker Pfarre. Sp\u00e4ter aber, 1430, 20. September, in Wien, gibt Herzog  Albrecht V. von \u00d6sterreich als Lehensherr seine Einwilligung, dass  Johanna von Streitwiesen, Konrads von Pottendorf Hausfrau und des vorher  genannten Bernhard von Streitwiesen Tochter \u2013 ihre lehenbaren Zehente  in Mairhofen (Maierh\u00f6fen), Pergarn (Bergern), in der Melker Pfarre, in  Meczleinstorf und Frenignaw (Freiningau) f\u00fcr den Fall ihres unbeerbten  Abganges (Tod) ihrem Gemahl vermachen d\u00fcrfe.<br \/> Notizblatt IX. Jahrgang 1859, S. 220. Lichnowsky Gesch. d. Haus. Habsb.  V. Theil, Regest (Inhaltsangabe einer Urkunde) Num. 2900; Vergl. Reil S.  420. Diese Johanna von Streitwiesen besa\u00df 1438 die Herrschaft  Mollenburg, war in zweiter Ehe mit Reinprecht von Ebersdorf verm\u00e4hlt,  starb vor diesem mit Hinterlassung zweier S\u00f6hne, des Christoph von  Pottendorf aus der ersten und des Georg von Ebersdorf aus der zweiten  Ehe und war schon um 1442 nicht mehr am Leben<\/p>\n<p> 1453, 20. April, zu Wien, belehnt K\u00f6nig Ladislaus von Ungarn und B\u00f6hmen  als Herzog von \u00d6sterreich den obersten K\u00e4mmerer (Leiter der  Rechnungskammer, heute Finanzreferent) in \u00d6sterreich Reinprecht von  Ebersdorf, als den \u00c4lteren und Lehentr\u00e4ger anstatt seiner, seines  Bruders Albrecht und ihrer Vettern Veit und Hanns, Gebr\u00fcder von  Ebersdorf, mit verschiedenen ererbten landesf\u00fcrstlichen Lehensst\u00fccken,  darunter: \u201eItem zway tail wein= und getreidezehent grosser und klainer,  zu veld und zu Dorff, zu Frenignaw, Pergarn und Mairhoven in Melchker=  und zu Metzleinsdorff in Metzleinstorffer Pharren gelegen. Chmel\u2019s  Materialien zur \u00f6sterr. Gesch. II. Bd., S. 51<br \/> 1455, 9. Mai, zu Wien, erteilt K\u00f6nig Ladislaus dem Albrecht von  Ebersdorf verschiedene landesf\u00fcrstliche Lehen, auch den halben Wein- und  Getreidezehent zu Meczleinstorf, Frenigaw, Pergarn und Mayhofen,  gekauft von seinem Bruder Reinprecht von Ebersdorf. <br \/> Notizblatt IV. Jahrg. 1851, S. 22.<br \/> 1455, 14. Mai, zu Wien, gibt K\u00f6nig Ladislaus dem Albrecht von Ebersdorf  die von seinem Bruder Reinprecht (dem \u00c4ltesten dieses Geschlechts) zu  seinem Gunsten aufgesandten (r\u00fcckgestellt Lehen) St\u00fccke f\u00fcr sich und als  den Lehenstr\u00e4ger dieses seines Bruders Reinprecht und ihrer Vettern  Veit und Hanns, Gebr\u00fcder von Ebersdorf, und des Konrad von Ebersdorf,  des Sohnes Albrechts; unter diesen Lehen sind wieder zwei Teile Wein-  und Getreidezehent gro\u00dfer und kleiner zu Feld und zu Dorf, zu Frenigaw,  Pergarn und Mayrhoven in Melker- und zu Metzleinsdorf in Metzleinsdorfer  Pfarre gelegen. <br \/> Fontes rer. Austr. II. Abth. II. Band S. 77. Die Herren von Ebersdorf  waren in dieser Umgebung jenseits der Donau mit den Herrschaften  Beckstall (P\u00f6ggstall), Mollenberg (Mollenburg) und Leiben beg\u00fctert<br \/> Das Schloss zu Matzleinsdorf, gew\u00f6hnlich der Edelhof genannt, ist von  neuerer, einfacher Bauart und daher von dem Topographen Weiskern  hinsichtlich der Entstehungszeit unrichtig beschrieben (wird als \u201eein  altes Schloss\u201c angef\u00fchrt), ist das Stammhaus einer ritterlichen Familie,  aus welcher Herr Otto von Mezlinstorf in einer zu Melk, den 3. J\u00e4nner  1276 von Otto, Elsbeth und Petrissa, den Kindern des verstorbenen Ludwig  von Zelking, ausgestellten Urkunde &#8211; die Lehensg\u00fcter zu Ochsenstruch  (Ochsenstrauch in der Pfarre Martinsberg, jenseits der Donau) betreffen \u2013  angef\u00fchrt wird. Ritter Otto von Meczleinstorf oder Mezlinstorf wird  auch in zwei Urkunden Friedrichs von Hauseck, beide den 12. Februar 1287  in Petzenkirchen \u00fcber eine Schenkung und \u00fcber eine fromme Stiftung nach  Melk gefertigt; unter den Zeugen gelesen, ebenso ist Ritter Otto von  Mezeleinsdorf mit seinem Sohn Otto von Summereck Zeuge in Waidhofen an  der Ybbs, den 24. November 1283 in einer Urkunde des Bischofs Emicho von  Freising \u00fcber einen Vergleich zwischen diesem und Frau Alheid von  Reinsberg \u00fcber ein Gut zu Haberfeld, welcher durch einen Schiedsspruch  des Friedrich von Hauseck geschlossen wurde. Herr Chunrad von  Metzlinstorf und Seifried der Schenk als Zeugen besiegeln neben den  Schiedsrichtern Meinhard von Reute, Berthold von Altenlengbach, Heinrich  von Baumgarten (n\u00e4chst Ollersbach) und Seifried von Hagenau, den  Spruchbrief \u00fcber die Beilegung eines Streites zwischen Rudolph von  Wirsinch und der Abtei Seitenstetten \u00fcber die Vogtei zu Lanzendorf (bei  B\u00f6eimkirchen) vom 20. Oktober 1299. Meichelbeck Histor. Freising&#160; T. II.  P. II. p. 108. Kopialbuch (Urkundenabschriften in Buchform) im Archiv  zu Seitenstetten. Nicht zum obigen Rittergeschlechte Georg von  Mezleinstorff und seine Hausfrau Katharina, welche 1349 dem Herzog  Albrecht II. von \u00d6sterreich ihren von ihm zu Lehen gehabten Hof auf dem  Kaiserberg zwischen Purgstall (a. d. Erlauf) und Pholsau in der Pfarre  St. Leonhard (heute Pfoisau \u2013 Gemeinde Oberndorf!) zur Stiftung in  Gaming verkauften; ferner Konrad der Metzendorfer 1375, Hanns oder Jans  der Matzendorfer 1380 und 1386 als Zeugen vorkommend; Nicolaus  Metzendorfer 1388 regulierter Chorherr zu St. P\u00f6lten, gestorben 12. Juni  1418; Peter der Metzendorfer, welcher 1407, J\u00f6rig M\u00e4tzendorfer und sein  Sohn der Edle Michel der M\u00e4tzendorfer, welche 1469, lebten. (Steyerer  Commentar pro hist. Alberti II. Addit. Col. 60. Duellii Excerpt. P. 144  u. 216; Kaltenegger mss. T. I. p. 234, 304, 391, 501). Alle diese haben  von dem Dorf Matzendorf bei St. Georgen am Ybbsfeld den Namen, auf  welcher Umgebung sich die angef\u00fchrten Urkunden beziehen. Eher lie\u00dfe sich  in jenem Heinricus de Metzinstorf das \u00e4lteste, bisher aufgefundene  Glied der Matzleinsdorfer bei Melk anerkennen, welcher im Saalbuch der  Abtei Neustift zu Freising bei der Entscheidung&#160; eines Streites \u00fcber  einen Weingarten zu Ebersdorf an der Donau (von Bergern in schr\u00e4ger  Richtung gegen\u00fcber) schon 1237 als Zeuge gelesen wird, weil auch  Heinrich und Albrecht von Zelking, aber als V\u00f6gte der Freisingischen  Besitzungen in dortiger Gegend, und der benachbarte Rudiger von Liden  (Leiben), zugleich vorkommen (Monum. Boic. IX. 562). Da aber auch aus  entfernteren&#160; Gegenden Zeugen&#160; zugegen waren, so war der genannte  Heinrich wohl im Dorf Matzendorf in der N\u00e4he von Amstetten zu Hause. \u2013  von der Vorstadt Matzleinsdorf zu Wien schrieb sich um das Jahr 1136  Otto de Mazilinestorf, Zeuge im Saalbuch (Urbar, Vorl\u00e4ufer des  Grundbuches) von Klosterneuburg; dann der B\u00fcrger zu Wien, Ulrich von  Metzleinsdorf oder der Metzleinsdorfer, welcher 1446 und 1452 als  Ratsherr, 1463 und 1464 als B\u00fcrgermeister, 1474 als Verweser (Verwalter)  des B\u00fcrgermeisteramtes und 1475 unter den \u201eGenannten\u201c&#160; der Stadt Wien  erscheint; (Fontes rer. Austr. II. Abth. IV. Bd. Num. 480, S. 104;  Kollar&#160; Analect. Vindob. T. II. col. 1264, 1380; Hormayr\u2019s Wien I.  Jahrg. IV. Bd. 1. u. 2. Heft, S. 11 in d. Tabelle, V. Bd. 2. u. 3. Heft,  S. CCXXI; Fischer Notit. Urbis Vindob. Supplem. I. p. 159. Eine Notiz  von ihm bei Lichnowsky V. Thl. Regest. Num. 3772).<br \/> Eberhart von M\u00e4tzleinstorf ist Zeuge in einer zu Melk am 1. Mai 1312  gegebenen Urkunde Konrads von Kirchberg wegen der \u00dcbergabe eines  Dienstes (Abgaben, Zinse) von einem Grundst\u00fcck zu Ochut (Ockert bei  Ruprechtshofen) 1313, 21. Dezember zu Melk in einem Kaufbrief der  Margareth, des Otto von Bielach (Pielach) Hausfrau, \u00fcber eine Peunt  (eingezeuntes, bereits kultiviertes Grundst\u00fcck) zu P\u00f6verding, und  nochmals zu Melk am 25. Mai 1315, als die Br\u00fcder Friedrich und Heinrich  Fleische\u00df eine Badstube (eine Art Sauna und Bad) zu Wei\u00dfenkirchen in der  Wachau an das Stift Melk verkauften.<br \/> Am 25. November 1348 erscheint Urschalch von Meczleinstorf, welcher  nebst Rueger dem Tanpeck und Alber dem H\u00f6fer, Burggrafen zu Schollach,  Redner, Teidinger und mitsiegelnder Zeuge war, da Jorig von  Schrattenbruck, seine Hausfrau Kathrei und seine S\u00f6hne Renbart und  Ulrich f\u00fcr empfangene 38 Pfund Wiener Pfennige auf das Lehen zu  Schrattenbruck und auf alle anderen von der Abtei Melk gehabten  Lehensg\u00fcter Verzicht taten. Am 1. September 1350 finden wir den  Urschalich und Jorig seinen Bruder von Metzlestorff als mitsiegelnde  Zeugen, da Stephan des Haug Rugendorfer Sohn, seinen Hof zu Melk Jannsen  dem M\u00fclwanger verkaufte; zu Melk den 15. April 1357 den Gorig von  Mezleinstorff mit andern einen Zeugnisbrief in Betreff der Stiftspfarren  von Melk fertigend; und am 17. M\u00e4rz 1354 beurkunden Heinrich, Friedrich  und Otto Br\u00fcder die Gaubitz, dass der Streit zwischen ihnen und dem  Stift Melk \u00fcber ein an dasselbe verkauftes Grundst\u00fcck, die Kreuzpeunt  genannt, welche zu ihrem Hof zu Grabenegg (bei Ruprechtshofen) geh\u00f6rt  hat, durch den Ausspruch Urschalich\u2019s zu Meczleinsdorf, Ortolfs des  Schmidbeck, Ottos des Wolfenreuter und Wolfharts des Rugendorfer zu  Melk, zu des Stiftes Gunsten entschieden worden sei, welche mit Ausnahme  des Rugendorfer, als Spruchm\u00e4nner oder Schiedsleute die Urkunde  mitsiegeln. Das Siegel Urschalks an der Urkunde von 1349 (die Urkunde  von 1350 ist nur in einem Transumt (beglaubigte Abschrift einer Urkunde)  oder Vidimus (Best\u00e4tigung, ein Dokument gesehen und als richtig  befunden zu haben) von 1457 vorhanden und an jener von 1354 abgefallen)  enth\u00e4lt einen Schild mit einem Werkzeug, einem Winkelhacken oder  Winkelma\u00df \u00e4hnlich und die Umschrift: + S. VRSCHALCI DE MECLEINSTORF. Auf  Hueber\u2019s Siegelkupfern Tab. XVI. Num. 14<br \/> Nicht blos die \u00c4hnlichkeit dieses Wappens mit dem der Familie Loer,  sondern auch eine Urkunde des Stiftes St. P\u00f6lten und zwei Stellen des  alten Melker Lehenbuches (Verzeichnis der Lehen) beweisen, dass  Urschalk, obwohl von seiner Besitzung zu Matzleinsdorf den Namen  f\u00fchrend, nicht mehr zur \u00e4ltesten Familie der Ritter von Matzleinsdorf,  sondern zu einem j\u00fcngeren hier beg\u00fcterten Geschlecht geh\u00f6rte.<br \/> Am 3. M\u00e4rz 1325 zu St. P\u00f6lten, gibt Gundacher der Laer von  Mentzleinstorf mit gutem Willen seiner S\u00f6hne Urschalch, Jorg, Heinrich  und Petrein zu einem ewigen Seelger\u00e4t (Stiftungsmesse) f\u00fcr ihn selbst,  seiner Hausfrauen Adelheid und Sophie und alle seine Vordern (Ahnen) den  Chorherren zu St. P\u00f6lten auf ihre Oblai (Gabe an geistlichen  Stiftungen) 6 Schilling Wiener Pfennige Geld in dem Stalbach auf einem  halben Hof, die er um 10 Pfund Pfennige und um ein halbes Pfund Pfennige  zu Leihkauf von dem Viedorfer gekauft hat, und zwar, weil er selbst  kein eigenes Siegel hat, mit den Siegel seines Herrn (Lehensherrn)  Ottens von Zelking (Otto III.?). Kopialbuch von St. P\u00f6lten im k. k.  Archiv.<br \/> Am 24. Juni 1412 hat Urschalich Loer, Mautner (Zolleinnehmer) zu  Emmersdorf, vom Abt Johann von Melk zu Lehen (Entlohnung f\u00fcr  Gefolgschaft und Heerfahrt mit Besitz durch den K\u00f6nig, Landesf\u00fcrsten  oder gro\u00dfe Grundherren) empfangen f\u00fcnf Weing\u00e4rten zu Sitzental (bei  Loosdorf) gelegen, davon er das Burgrecht (Grundleihe nach st\u00e4dtischen  Recht \u2013 ohne pers\u00f6nliches Abh\u00e4ngigkeitsverh\u00e4ltnis) dient in das Amt  gegen Neuhofen. \u201eItem Senex Urschalich Loer von Mezleinstorff\u201c hat zu  Burgrecht empfangen den Hof zu Reysech und dient in das Amt (Neuhofen a.  d. Ybbs).\u201c<br \/> Laut einer Aufzeichnung in dem selben Lehenregister (Verzeichnis, Liste  von Lehen) haben fr\u00fcher schon Niclas, Gottfried, Ulrich, Heinrich und  Hanns die Sebecken und ihre Vettern, und Dietrich der Sebeck vom  Gotteshaus Melk ein Lehen zu Geroltsdorf (Gerersdorf bei St. P\u00f6lten), zu  T\u00fcrnhofen (Ober- oder Unterthurnhofen bei H\u00fcrm) Ein Pfunds Gelds (=  Geldbetrag), und zu Mezleinstorff f\u00fcnf Schilling Gelds empfangen,  worunter aber Matzersdorf bei Gerersdorf zu verstehen ist. Die n\u00e4mliche  Bemerkung gilt von folgender Notiz: 1546 geben Abt Leopold zu G\u00f6ttweig  und sein Konvent (Versammlung der stimmberechtigten Angeh\u00f6rigen eines  Klosters) dem Stift Melk tauschweise eine Hofstatt (durchnittlich 10  Joch) oder ein \u00dcberl\u00e4nd (Grundst\u00fcck, das rechtlich zu keinem bestimmten  Haus oder Hof geh\u00f6rt) zu Mauer gegen ein Lehen zu M\u00e4tzleinstorf. &#8211; Karl  Haiden zu Achau und Guntramsdorf, als Vormund des Ehrenreich Marschalch  zu Reichenau, wird 1549 von Hanns Herrn von Lichtenstein zu Nikolsburg,  Reichenstein und Wilfersdorf mit dem halben Haus (Burg) zu Redling  (Reidling?), mit zwei H\u00f6fen zu M\u00e4tzleinstorf und noch anderen G\u00fctern  belehnt. (Wi\u00dfgrill IV. Bd. S. 63). Etwa Matzelsdorf bei Neulengbach? \u2013  Am 22. November 1465 stellt Wolfgang Hohenfurter, welchem sein gn\u00e4diger  Herr, Reinprecht von Wallsee, sein Urbar und Amt Meczleinstorf um 400  Pfund Pfennige verkauft hat, einen Revers (schriftliche Erkl\u00e4rung) aus,  dasselbe innerhalb zehn Jahren wieder nach Erlag der Kaufsumme \u2013 acht  Tage vor oder ebensoviel nach Lichtmess jedes Jahres \u2013 zur\u00fcckzugeben  (Notizenblatt II. Jahrg. 1852 S. 339). Freiherr von Hoheneck nennt (III.  Thl. S. 825f) unter den G\u00fctern, welche bei der im Jahre 1456  geschehenen Erbteilung dem Reinprecht IV. von Wallsee (einem Sohn des  obigen Reinprecht III.) zufielen, das Amt Watzlsdorf (bei Neidling?).  Wir k\u00f6nnen nicht bestimmen, welcher Ort unter diesem Meczleinstorf&#160;  gemeint sei; die wenigen Untertanen der Herrschaft St. Leonhard zu  Matzleinsdorf bei Melk keineswegs. <br \/> Aus der Familie der Loer, welche von dem Rittergeschlecht Lach oder von  Lah, auch die Laher genannt, verschieden ist (von diesem handelt  Wi\u00dfgrill V. Bd. S. 350\u2013351. Sie f\u00fchrten ein von den Obigen ganz  verschiedenes Wappen), lehren uns die Urkunden des Stiftsarchivs zu Melk  1419 den Hanns Loer, Richter zu Emmersdorf kennen, welcher 1422 in vier  Urkunden zu Melk gegeben, blos unter dem Namen Hanns der Loer, 1426  aber und 1429 als Schaffer (Verwalter eines Stiftes oder  Stiftsmeierhofes) des gedachten Stiftes gelesen wird; ferner 1434 den  Edlen Peter Laer als Siegler einer Urfehde (Schwur, sich nicht an den  Richtern und Ankl\u00e4gern zu r\u00e4chen) Bernhard\u2019s des Forsters im Pr\u00fcel  (Gro\u00dfpriel?) an den Abt Christian von Melk. Peter Loer scheint 1440 als  Pfleger zu Schallaburg auf. Ein \u00e4lterer Peter Locher (\u00fcber dem o ein e  und \u00fcber dem e ein a!) war um das Jahr 1400 von den Herren von Maissau  mit einem Hof zu Gaindorf (bei Ravelsbach) belehnt (Notizblatt VII. 1857  S. 320)<br \/> Ihre Siegel zeigen best\u00e4ndig im Schild einen bekleideten, b\u00e4rtigen Mann  in halber Figur, das Haupt mit einer niedrigen M\u00fctze bedeckt; wovon  beiderseits schmale B\u00e4nder (oder H\u00f6rner?) abstehen; an der linken  Schulter lehnt das schon beschriebene Werkzeug, dessen \u00fcber die Brust  herabh\u00e4ngender Teil aber viel l\u00e4nger ist als der andere; so dass es mit  der Axt eines Holzhauers \u00c4hnlichkeit hat. Dieselbe m\u00e4nnliche Figur  erscheint auch auf dem geschlossenen Stechhelm auf &#8211; offenbar ein  vermehrtes oder verbessertes Wappen &#8211; w\u00e4hrend im Ulschalks Schilde das  uns unbekannte Werkzeug allein vorkommt.<br \/> Peter Loer, vielleicht ein Sohn Urschalks, scheint das Amt eines  Pflegers zu Schallaburg, welches er 1440 verwaltete, aufgegeben, sich  auf seinem Hof zu Matzleinsdorf zur\u00fcckgezogen zu haben und noch vor 1457  ohne m\u00e4nnliche Erben gestorben zu sein; denn am 16. Februar 1457  verkauften Hedwig, Michels des Paltram Hausfrau und Barbara, Erhard\u2019s  des Mennter Hausfrau, beide \u201ePeters des L\u00e4er, weiland gesessen zu  Matzleinsdorf seligen Kinder,\u201c ihren Hof (ein Bauerngut) zu Reyssech in  der Pfarre Haunoldstein dem Stift Melk um eine unbenannte Geldsumme, und  siegelten den Kaufbrief mit den Siegeln ihrer Gatten, mit deren Gunst,  Willen und Wissen der Kauf geschah.<br \/> Zu eben der Zeit als die Familie Loer hier ans\u00e4\u00dfig war, besa\u00df auch Herr  Hanns von Zelking einen \u201eHof zu M\u00f6rtzleinsdorf,\u201c welchen und was er da  besa\u00df, hatte er im Testament vom 18. Juni 1363 seiner Gemahlin  Katharina, des Herrn Hanns von Winden Tochter, vermacht. Er lebte aber  noch 1394, und seine Witwe verm\u00e4hlte sich 1409 mit Herrn Georg von  Pottendorf. Hoheneck\u2019s Geneal. III. S. 852 Von den ferneren Eigent\u00fcmern  dieses Zelkingischen Hofes, wenn es nicht vielleicht der Wasserhof ist,  von dem noch die Rede sein wird, haben wir keine Nachrichten gefunden.<br \/> Stephan von Zelking hatte seinen Vettern Erhard und Wilhelm von Zelking  f\u00fcr den Fall, dass er ohne S\u00f6hne oder diese ohne m\u00e4nnliche Erben  sterben, den halben Teil an der Feste Zelking mit ihrer Zugeh\u00f6rung  (Zubeh\u00f6r), die G\u00fcter und das Holz (Wald) in dem Gutenbach, das Drittel  Wein- und Getreidezehent zu Freiningau, Maierh\u00f6fen, Bergern und  Matzleinsdorf vermacht, und Herzog Albrecht V. von \u00d6sterreich best\u00e4tigte  am 7. September diese Verf\u00fcgung (Anordnung). Notizblatt IX. Jahrg. 1859  S. 281<\/span><span style=\"font-size: 14px;\"><span style=\"color: rgb(0, 0, 0);\">\u2013<\/span><\/span><span style=\"font-size: 14px;\">282<br \/> Der Edelhof kam entweder durch Kauf von des Peter Loer weiblichen Erben  oder noch bei dessen Lebzeiten an den Ritter Wolfgang Khienberger zu  M\u00e4tzleinstorf dem \u00c4lteren, welcher mit dem Ritter Niklas Pielacher bei  einem Vergleich des Georg Grabner mit Jakob Lempeckh von Lempach 1449  als Zeuge gelesen wird, noch 1487 lebte, und zuerst mit Margarethe von  Neuhaus, dann mit Magdalena Reikherin (nicht Reuterin) von Wocking  verm\u00e4hlt war, die ihm die Kinder Sigismund, Johann und Anna gebar. Der  Sohn seines Bruders Johann, Wolfgang Khienberger zu Enzersdorf und  Matzelsdorf der J\u00fcngere hatte wegen einiger Grundst\u00fccke und Grundholden  (dem Grundherrn verpflichtende Untertanen) eine Streitsache mit Florian  Auer von Abstorf, welche 1504 durch einen Vergleich beigelegt wurde. Von  seiner Gemahlin Ottilia Pergerin am Perg zu Viehofen bekam er zwei  S\u00f6hne und drei T\u00f6chter, deren Mutter als Witwe noch 1537 gelebt hat.  Wi\u00dfgrill\u2019s Schaupl. V. Thl. S. 128<\/span><span style=\"color: rgb(0, 0, 0);\"><span style=\"font-size: 14px;\">\u20131<\/span><\/span><span style=\"font-size: 14px;\">29; Hoheneck III. 511, wo unrichtig \u201eWolf Khienberger zu Mengerstorf\u201c statt Matzleinsdorf steht.<br \/> Auch bei dieser Familie blieb der Edelsitz zu Matzleinsdorf nicht lange;  schon 1528 finden wir ihn in den H\u00e4nden eines mit den Loern  verschw\u00e4gerten Geschlechtes, n\u00e4mlich des Edlen Herrn Johann Paltram,  welcher als Kl\u00e4ger gegen den hiesigen Pfarrer auftrat (wie die  Geschichte der Kirche und Pfarre zeigen wird), und am 2. M\u00e4rz 1529 sein  Holz (Wald) am Hirschberg (Hiesberg), das von seinem seligen Vetter  Peter Gaubitsch erblich an ihm gekommen war, sammt den Wildbann  (Jagdrecht) darauf dem Stift Melk um 34 Pfund Pfennige \u00f6sterreichischer  W\u00e4hrung verkaufte. Mitsiegelnder Zeuge war der Edle Vest (feste =  ordentliche, t\u00fcchtige) Georg Potschaller, sein lieber Freund. Leutolt  Paltram und seine Hausfrau Peters (Petrissa) verkaufen 1360 eine  Hofstatt (kleine b\u00e4uerliche Besitzeinheit) zu Mergenstetten in der  Pfarre Purgstall Chunrad dem Scheuerbeckchen (Smitmer Cod. Dipl. austr.  T. II. n. 311). Leupolt der Paltram ist mitsiegelnder Zeuge, da Hanns  der H\u00e4usler von Purgstall 1393 seine M\u00fchle zu T\u00fcrsendorf (Diesendorf?)  in der Pfarre St. Leonhard Stephan dem Schachner verkauft (Urkundenbuch  v. Gaming). Heinrich Paltram ist als Schwager Ulrichs von Erendorf  (Arndorf bei Neukirchen am Ostrang) mitsiegelnder Zeuge in dessen  Kaufbrief von 1401 \u00fcber den Hof zu Oberhagenau (Oberhohenau in der  Pfarre Neukirchen) an den Kustos (W\u00e4chter, Kirchendiener, Messner, auch  Verwalter) der Stiftskirche zu Melk. Stephan Paltram war zwischen 1407  und 1409 Stiftsprior (Abtstellvertreter) zu Melk, ein Hanns Paltram  Zeuge in einer Urfehde des B\u00fcrgers zu Melk Seifried Ziegler an dem Abt  Niclas von 1422, Andreas Paltram wird 1431 als Kaplan des St.  Dorotheen-Altars in der Pfarrkirche zu Haag gelesen; der Edle Hanns  Paltam (der vorige oder ein j\u00fcngerer), Pfleger zu Weichselbach, 1450 und  1451 als Mitsiegler und Zeuge in drei Kaufbriefen, die Pfarre St.  Leonhard am Forst und die Fr\u00fchmessstiftung zu Melk betreffend. Michel  Paltram, 1457 Gemahl der Hedwig, der Tochter des Peter Loer zu  Matzleinsdorf, ist schon fr\u00fcher genannt worden. Das Siegel des Hanns vom  Jahre 1401 zeigt im Schild ein mit der Basis aufw\u00e4rts gestelltes  Dreieck oder einen Dreiangel, dessen Winkel sich in kleine, ausw\u00e4rts mit  einer Lilie besetzte Kugeln endigen (Stiftsarchiv zu Melk Scrin.  (Scrinium \u2013 Schrein, Schrank f\u00fcr Urkunden und dergleichen) 60, Fasc. 5).  Im Siegel Michels von 1457 erscheint der Dreiangel mit den Lilien ohne  Kugeln; auf dem Schilde ein geschlossener Stechhelm, worauf zwei  B\u00fcffelh\u00f6rner, zwischen denen der Dreiangel schwebt, zu sehen sind  (Ebend. Scrin. 58, Fasc. 6). Der Edle Ulrich Paumgartner zu Espam kaufte  von seiner Stieftochter Margaretha, gebornen Paltramin, Michael des  Grafen, Hauptmannes zu Nikolsburg Hausfrau, den Sitz Gr\u00fcnau im Lande ob  der Enns mit dessen Zugeh\u00f6rungen, wie er von ihrem seligen Vater Hanns  Paltram an sie gekommen und ihrer Mutter Dorothea Aglerin, jetzt des  genannten Paumgartner Gemahlin, um ihre weiblichen Spr\u00fcch  (Erbteilsanspr\u00fcche) verschrieben gewesen ist; am 22. December 1468.  Diesen Satz zu Gr\u00fcnau empfing der K\u00e4ufer am 10. April 1469 von Wigeleus  von Volkenstorf zu Lehen mit der Bewilligung, seine Hausfrau Dorothea,  des seligen Michael des Agler Tochter, \u201emit ihrem Verm\u00e4cht(nis)\u201c darauf  zu versichern (Keiblinger\u2019s Gesch. d. Stiftes Melk I. Bd., S. 468-469;  Hippolytus. Theol. Monatsschrift d. Di\u00f6zese St. P\u00f6lten II. Jahrg. II.  Heft S. 50; Hoheneck III. 490<\/span><span style=\"color: rgb(0, 0, 0);\"><span style=\"font-size: 14px;\">\u2013<\/span><\/span><span style=\"font-size: 14px;\">491; Wi\u00dfgrill I. 47; Vergleiche den Artikel Weichselbach S. 272<\/span><span style=\"color: rgb(0, 0, 0);\"><span style=\"font-size: 14px;\">\u2013<\/span><\/span><span style=\"font-size: 14px;\">273).<br \/> Laut des nieder\u00f6sterreichischen st\u00e4ndischen G\u00fcltenbuches (von der  Landschaft \u2013 Gesamtheit der Landst\u00e4nde- gef\u00fchrte Verzeichnisse der  G\u00fcltsummen \u2013 Zinsertr\u00e4ge einer Grundherrschaft &#8211; der Grundherrschaften  bzw. ihrer Besitzer)war 1542 Besitzer dieses Freihofes Christoph Straub  zu M\u00e4tzlstorff, als \u201eder R\u00f6misch Kaiserlichen Majest\u00e4t Hauptmann\u201c mit  Fr\u00e4ulein Margaretha, des Wolf von Gr\u00fcnthal und dessen erster Gemahlin  Anna Herrin von Enenkel Tochter, verm\u00e4hlt, welche 1537 geboren, 1568  gestorben ist. <br \/> Hoheneck I. 204 u. 211; Wi\u00dfgrill III., 418<\/span><span style=\"font-size: 14px;\"><span style=\"color: rgb(0, 0, 0);\">\u2013<\/span><\/span><span style=\"font-size: 14px;\">419;  Notizenblatt IV. Jahrgang 1854 S. 325, wo \u00fcberall, statt M\u00e4tzelstorf \u2013  \u201eSch\u00e4tzelstorf\u201c steht, weil die Nachfolger ihre Quellen ohne Pr\u00fcfung  ben\u00fctzten.<br \/> Er verlie\u00df den Milit\u00e4rstand und trat in die Dienste der Abtei Melk, als  deren Hauptmann oder Oberbeamter er 1547, 1549 und 1550 gelesen wird,  wie denn Mitglieder seiner adeligen Familie fr\u00fcher und sp\u00e4ter als  Besitzer b\u00fcrgerlicher H\u00e4user im Markte Melk vorkommen. Gerichtsprotokoll  im Marktarchiv zu Melk. In einer unverl\u00e4\u00dflichen Aufzeichnung von  Philibert Hueber (Monasterii nostri Capitanei) kommen Christoph  Amstettner circa an(no) 1549, Christoph Straub 1550 vor, welche Angabe  durch Obiges berichtigt wird. \u2013 Hanns Straub war 1515 Stadtrichter zu  Ybbs, Balthasar Straub 1526 und 1527, dann 1530 und 1531 Marktrichter,  1549 Mautner zu Melk. Ein Johann Straub, B\u00fcrger und Kirchenmeister bei  St. Stephan zu Wien, starb 1540, und sein Grabmahl ist an dieser Kirche  noch vorhanden, wie auch der Grabstein des Raimund Straub, Mitglied des  inneren Rates, gestorben 1572. Ein anderer Hanns Straub wird 1558 von  Christoph von Concin und dessen Gemahlin Anna Salome wegen einer Schuld  von 500 Gulden bei der nieder\u00f6sterreichischen Regierung belangt, dagegen  er aber seinerseits andere Anspr\u00fcche bei dem Landmarschallgericht  erhob, worauf der Rechtshandel durch einen Vergleich beendet wurde  (Espig Chronik von Ips S. 19 u. 45; Hueber Collectan. Memorandor.  Monast. Mellic. Mss. P. 161; Ogesser\u2019s Beschreibung d. St.  Stephans-Kirche S. 316; Hormayr\u2019s Wien II. Jahrg. I. Bd., 1. Heft S. 62,  2. Heft S. 59; Wi\u00dfgrill II. 147). Karl Straub wird in einer Urkunde die  Wiedererbannung (Wiederaufbau nach Brand oder sonstiger Zerst\u00f6rung) des  Rathauses zu Melk betreffend, vom 8. M\u00e4rz 1575, als Besitzer eines  Hauses neben demselben gelesen (Stiftsarchiv Scrin. 49. Fasc. 7. Lit.  b.). Anna, des Edlen Ehrenfesten Karl Straub, Ratsb\u00fcrgers zu Melk Witwe,  wird am 16. M\u00e4rz 1576 bei dem Grundbuch des Stiftes Melk an Nutzen und  Gew\u00e4hr (Rechtsformel bei Kaufvertr\u00e4gen, die dem neuen Eigent\u00fcmer die  Benutzung und die Rechte an seiner Liegenschaft zusichert) geschrieben  mit der Behausung und Hofmark zu Melk in der Langzeile Grabenshalb,  zwischen dem Rathaus und Gregor Eckel, und mit einem Garten hinter  demselben, welche sie um 1550 Gulden von der nachgelassenen Kinder  (ihres seligen Gemahls) Erben und Gerhaben (Vorm\u00fcnder) erkauft hat. Sie  verheiratete sich wieder, und schon am 2. April 1576 erscheint Stephan  Fuchs als \u201ejetzt ihr ehelicher Hauswirth.\u201c (Grund- und Gew\u00e4hrbuch \u00fcber  Melk vom J. 1550 Fol. 142). Eines Bathasar Straub geschieht noch 1585  unter den Gl\u00e4ubigern der Abtei Melk Erw\u00e4hnung; des Johann Straub,  kaiserlichen Hauptmannes bei dem Regimente des Generals L\u00f6bl in einer  Urkunde des Archivs zu Klein-Mariazell (Stiftsarchiv zu Melk Scrin. 3.  Fasc. 5; Keiblinger\u2019s Diplomatar. Mariecell. Ms.). Ein Matth\u00e4us Straub  lebte 1683 als Hausbesitzer und B\u00fcrger zu Melk (Schramb p. 944).<br \/> Seine Anstellung zu Melk hinderte ihn nicht, zugleich die Verwaltung  seines Hofes in Matzleinsdorf zu besorgen, wie es einer seiner  Nachfolger, Anton Capeller, gleichfalls tat. Er lebte noch 1576, wie die  kirchliche Geschichte von Matzleinsdorf berichten wird.<br \/> Um das Jahr 1559 hat \u201eGeorg Strauw von Macztorff zu Khrembs\u201c gelebt,  ohne den Edelhof zu Matzleinsdorf selbst besessen zu haben, von welchem  er also nur den Titel annahm. Sein Wappen mit der Devise: \u201eVerdrau Got  nit verzag, Gl\u00fcckh kh\u00fcmbt alle Tag\u201c ist im Binder\u2019schen Hause zu Krems  auf einem sehr merkw\u00fcrdigen Deckengem\u00e4lde, mit vielen anderen Wappen,  allegorische Figuren u.s.w. zu sehen. Chmel\u2019s \u00f6sterr.  Geschichtsforrscher I. Bd. S. 528 mit der genauen Beschreibung des  Wappens, wie dieses auch auf einer Urkunde des Karl Straub, gegeben zu  Melk 22. Febr. 1568, im Stiftsarchiv daselbst erscheint: Ein gespaltener  Schild, rechts Silber mit einem rotem Strau\u00df, links viermal von Gold  und schwarz quer gestreift. Aus dem offenen, gekr\u00f6nten, vor sich  schauenden Helm steigt ein dopellter offener Flug, die rechte H\u00e4lfte  Silber mit einem roten Querbalken, die linke wie das linke Feld im  Schilde; die Helmdecke rechts roh und Silber, links schwarz und Gold.<br \/> Raimund, der Sohn des Christoph Straub und der Margarethe von Gr\u00fcntal,  1576 Ratsherr zu Wien, 1579 in den neuen Ritterstand unter der Enns  aufgenommen, besa\u00df das Schloss und die Herrschaft Th\u00fcrnthal im Kreis  (Viertel) unter dem Manhartsberg, wie auch die benachbarte Feste und das  Gut Obersebarn bei Grafenwerd (Seebarn am Wagram, nahe Grafenw\u00f6rth),  und unterzeichnete zu Horn am 3. Oktober 1608 die Konf\u00f6derationsurkunde  der evangelischen St\u00e4nde \u00d6sterreichs. Von seiner Gemahlin Katharina  Stubmer hatte er zwei S\u00f6hne; seiner Schwester Margaretha, Witwe des  Johann Moser zu Petzleinsdorf (P\u00f6tzleinsdorf?) und Winkelberg, wurde  1601 von ihren zwei S\u00f6hnen Georg Ehrenreich und Hanns Gottfried Moser  das Gut Winkelberg \u00fcbergeben. Notizenblatt IV. 1854 S. 325, 390\u2013391;  Archiv f. Kunde \u00f6sterr. Geschichtsquell. IX. Bd. S. 240, zu vergleichen  mit Schweickhardt, V. U. M. B. VI. Bd. S. 133 u. VII. Bd. S. 105. Nach  Schriften der Pfarre Grafenw\u00f6rth besa\u00df schon 1580 Raimund Straub das Gut  Obersebarn.&#160;&#160; <br \/> Der Edelsitz in Matzleinsdorf war indessen, wahrscheinlich kaufsweise an  \u201eUrban Herrstorffer zu Matzelstorf\u201c \u00fcbergegangen, mit welchem Titel  dieser schon 1585 genannt wird, und zwar als Gl\u00e4ubiger des Stiftes Melk  mit einer Forderung von 4000 Gulden zu acht von Hundert, noch aus der  Zeit des Kaisers Ferdinand I. (gestorben 1564) herr\u00fchrend. <br \/> Die Familie Herstorfer hat ihren Namen nicht von H\u00f6rsdorf bei Mank,  sondern von H\u00f6rsdorf in der Pfarre Zeilern V. O. W. W. Abt Rudolph zu  Seitenstetten kaufte 1330 von seinem Herrn von Herstorf einige G\u00fcter  (Wendenthal\u2019s Gesch. d. \u00f6sterr. Klerisei (Geistlichkeit) VIII. Bd. S.  258). Leonhard Herstorfer wird 1365, Niklas von Herstorf 1378 in  Urkunden als Zeuge gelesen (Kaltenegger Collect. chart. T. I. p. 668 und  T. II. p. 213). Hanns Herstorfer, b\u00fcrgerlicher Bau- und  Steinmetzmeister zu Wien, kommt 1637 vor (Hormayr\u2019s Wien I. Jahrg. V.  Bd., 2. u. 3. Heft S. CCL).<br \/> Er beschlo\u00df sein Leben am 1. November 1597, liegt in der Pfarrkirche zu  Zelking begraben (seine Grabinschrift werden wir bei der Beschreibung  der Pfarrkirche in Zelking in der Geschichte der Umgebung von Melk  mitteilen), war Protestant, und von seiner Tochter Regina gibt ein altes  Sterbeprotokoll der Pfarre Maria Laach am Jauerling die Nachricht:  \u201e1620 den 6. Juli ist begraben Wordten die Edle und Ehrnthugentreiche  Junckhfraw Regina, Ein geborne Herrstorfferin, Weyland des Edlen und  Gestrengen Herrn Urban Herrstorffer zu M\u00e4tzlstorf, und Frauen Sophia,  gebonen Poppin, bayder Seeligen Hindterla\u00dfne Eheleibliche Tochter,  welche in Gott seliglich verschiden Ihres Aldters bei 30 Jahren.\u201c \u2013 Sie  wurde in der (damals lutherischen) Pfarrkirche zu Laach beigesetzt, wo  aber kein Leichenstein (Grabplatte) von ihr zu finden ist. Regina wohnte  nach ihrer \u00c4ltern Tod zu Loiztendorf (mit dem Edelsitz Leuzenhof oder  Loiztenhof unweit Maria Laach gelegen) wahrscheinlich bei ihren  Verwandten. \u00dcber diesen Ort und seine Besitzer s. Reil\u2019s Donaul\u00e4ndchen  usw. S. 251-252. Aus den oben angegebenen Notizen und aus dem Folgendem  berichtigt sich von selbst der Irrtum Schweickhardt\u2019s (V. O. W. W. XI.  Bd. S. 150) in der Reihe der Besitzer: \u201e1542 Christoph Straub, 1610  Urban H\u00f6rstorfer und Anton Capeller als die Straubischen Erben.\u201c<br \/> Nach dem Tode des Urban Herrstorffer scheint der Edle und Gestrenge Herr  Jorig von Wopping den Edelhof besessen zu haben; wenigstens starb er  den 26. Februar 1606 im Hofe zu Matzelstorf und wurde in der Kirche zu  Zelking begraben. Die Woppinger aus Bayern sind von sehr hohem Alter.  Ein N. Woppinger, Dienstmann des Bistums Augsburg, soll schon 1026  gelebt und seinem Bischof Bruno, dem Bruder des Kaisers Heinrich II.  gegen den Herzog Welf getreue Dienste geleistet, Otto W. als Feldherr  des ungl\u00fccklichen Kaisers Heinrich IV. dessen Kr\u00f6nung zu Rom beigewohnt  haben. Lutwinus de Woppingen um 1150, Ezzel und Heinrich um 1160,  letzterer auch um 1170 kommen im Saalbuche der bayrischen Abtei Aspach  vor. Konrad W. zog mit Kaiser Friedrich I. nach Syrien, einer seiner  S\u00f6hne, Namens Heinrich, mit Kaiser Heinrich VI. nach Rom, wo er starb.  Jakob kaufte 1405 das Schloss Karpfheim und starb 1432; Lucas verkaufte  das Stammgut Wopping und lie\u00df sich in \u00d6sterreich nieder. Sein Sohn Georg  von W. zu M\u00fchlfeld und Baumgarten ist wahrscheinlich derselbe Jorg,  welcher den Edelhof zu Matzleinsdorf bewohnte und in Zelking seine  Ruhest\u00e4tte fand, wenn diese nicht vielmehr ein \u00e4lterer Georg, des  j\u00fcngeren Vatersbruder, war. Der j\u00fcngere Georg hatte von drei Frauen \u2013  Anna von Paumgarten, Maria Inprucker und N. Selnauer von Nauzing \u2013  mehrere Kinder (Bucellini Germania stammatograph. P. I. p. 259. P. IV.  p. 315\u2013316; Monum. Boic. Vol. V. p. 109, 113, 128; Hoheneck II. 835\u2013839;  Gauhen\u2019s Adels=Lexicon I. Thl. Sp. 2943). Sebastian Woppinger von  Wopping, 1558 Hofmeister des der Abtei Zwettl geh\u00f6rigen Wirtschaftshofes  zu Rafings (V. O. M. B.), starb 1569, worauf seine Witwe Margaretha,  geborene von Lampoding, mit dem Abt Laurenz Streit bekam wegen der  Abtretung dieses Hofes, welchen Abt Jakob (gestorben 1560) auf ihre und  ihres Gemahls Lebenszeit ihr als Leibgeding&#160; (untert\u00e4niges Gut, dass ihr  der Grundherrn auf Lebenszeit) verliehen hatte (Link Annal, Zwetl. T.  II. p. 446, 469\u2013470).<br \/> Der Vorzug, welchen beide dieser Kirche vor der ihres Wohnortes gaben,  ist sehr wahrscheinlich daraus zu erkl\u00e4ren, weil in Zelking noch  protestantischer Gottesdienst gehalten wurde, w\u00e4hrend die Kirche zu  Matzleinsdorf eine Filiale der katholischen Pfarrkirche zu Melk war.<br \/> Schneller Wechsel der Besitzer war forthin das Schicksal dieses Gutes.  So finden wir in den Schriften des (ehemaligen) herrschaftlichen Archivs  daselbst, dass am 24. September 1607 Ludwig Herr von Starhemberg gegen  den Grafen Johann Wilhelm von Hardegg wegen des Kaufschillings (Betrag,  um den etwas gekauft oder verkauft wurde) auf M\u00e4tzelstorf die  gerichtliche Spanung, und am 5. Mai 1608 Paul Krau\u00df gegen die Erben des  Urban Herrstorffer wegen schuldiger 140 Gulden 5 Schilling und 14  Pfennigen die gerichtliche Exekution auf das Gut Matzeldtorf samt aller  Zugeh\u00f6rungen auf das Gut Matzelstorf desselben erwirkte, als dessen  Eigent\u00fcmer, vermutlich durch Kauf von Herrstorffer\u2019s Erben oder  Gl\u00e4ubigern, oder von dem Grafen von Hardeck (Hardegg) sp\u00e4ter der  Stiftsbeamte zu Melk Anton Capeller von M\u00e4tzeldtorf und seine Gemahlin  Ursula gelesen werden. Anton Capeller, welcher 1599 bis 1605 als  K\u00e4mmerer (Leiter der rechnungskammer, heute Finanzreferent) und  Kellermeister, 1606 und bis 1620 als Hauptmann des Stiftes Melk  erscheint, und wegen dieses seines Amtes und weil er Katholik war, den  evangelischen St\u00e4nden&#160; von Ober\u00f6sterreich ein Gegenstand der Erbitterung  war, deren schwere Rache er w\u00e4hrend der Belagerung von Melk 1619  besonders dadurch empfinden mu\u00dfte, dass sie seinen Edelhof zu  Matzleinsdorf pl\u00fcnderten und verheerten und ihn, seinem eigenen Ausdruck  nach, an den Bettelstab setzten, scheint in seinem Hof daselbst eine  Kapelle erbaut zu haben, welche am 9. Juli 1614 durch den Passauer  Weihbischof Andreas, Episcopus Symbaliensis, geweiht wurde, wenn anders  die undeutliche Stelle in den Aufzeichnungen des Johann Zeller, Priors  (Stellvertreter des Abtes) in Melk, woraus wir diese Nachricht  entlehnen, von einer Kapelle zu Matzleinsdorf zu verstehen ist. Es hei\u00dft  n\u00e4mlich dort zum Jahre 1614: \u201eOctavo Septembris altare S. Jacobi (in  der Stiftskirche zu Melk) consecratum fuit. Nono eiusdem Dominus  Capeller suam Capellam, ex qua originem sui stemmatis videtur  desumsisse, curavit per eundem Reverendissimum Dominum Suffraganeum (den  Obengenannten) consecrari.\u201c (Stiftsarchiv Scrin. (Scrinium = Schrein,  Schrank f\u00fcr Urkunden und dergleichen) 89). Die Worte: \u201eex qua \u2013  desumsisse\u201c k\u00f6nnen doch kaum etwas anderes bedeuten, als dass Capeller  den Edelsitz zu M. gleichsam als den von ihm gegr\u00fcndeten Stammsitz  seiner Familie betrachtet wissen wollte? Die Kirche zu Matzleinsdorf  kann wohl nicht gemeint sein, weil diese \u00fcberall in den Schriften eine  Kirche oder Pfarrkirche genannt wird und als Filialkirche von Melk nicht  unter dem Besitzer des Edelhofes, sondern unter dem Dechant und Pfarrer  zu Melk stand. Dass diese Kapelle im Edelhof wenigstens schon 1646  existierte, wird aus dem Verlauf dieses Artikels ersichtlich werden.<br \/> Sp\u00e4ter kauften er und seine Gemahlin Ursula um 500 Gulden von der  Marktgemeinde zu Melk ein Haus am Kornmarkt daselbst, welches sie aber  wieder f\u00fcr ein anderes, ebenda gelegenes, an den B\u00fcrger zu Melk, Anton  Rudroff und dessen Hausfrau Sophia vertauschten, wor\u00fcber die  Aufschreibung an die Gew\u00e4hr (zugesichertes Recht) hinsichtlich beider  H\u00e4user an einem Tag, am 3. April 1626, vor sich ging. Mit dem letzteren  Haus, am oberen Tor, wurde den 30. Juni 1632 der Drechslermeister Hanns  Trutsch und seine Gattin Maria an die Gew\u00e4hr gebracht nachdem sie es von  Ursula, der Witwe des Anton Capeller, um 400 Gulden gekauft hatten.  Gew\u00e4hrbuch \u00fcber den Markt Melk u.s.w. Fol. 166 und 184. Ursula mu\u00df die  zweite Gemahlin des Anton Capeller gewesen sein; denn die angef\u00fchrten  Aufzeichnungen berichten zum n\u00e4mlichen Jahre 1614: \u201eHoc quoque mense  (Juli) uxor Domini Capitanei Capelleri in ambitu (im Kreuzgang)  monasterii sepulta fuit.\u201c (Nach den Notaten des nachmaligen Abtes Rainer  in von ihm gebrauchten matematischen Schulschriften \u2013 in der Bibliothek  zu Melk \u2013 geschah dieses Begr\u00e4bnis den ersten Juli). Auch diese erste  mu\u00df Ursula gehei\u00dfen haben; da schon am 26. April 1601 Abt Caspar einen  Weingarten zu Krems dem Anton Capeller, dessen Hausfrau Ursula und  beider S\u00f6hne Adolph zu Leibgedinge gab. \u2013 Im Kreuzgang des Stiftes lagen  auch zwei Kinder der genannten Ehegatten, Sara, gestorben 1599, und  Johann Ehrenreich, gestorben 1604, begraben, wie der vorhanden gewesene  Grabstein derselben bezeugte. Eine seiner zwei Frauen, wahrscheinlich  die zweite, war eine Tochter des am 29. December 1619 zu Melk gestorben  Michael Rampelshofer (Stiftsarchiv zu Melk, Scrin. 83, Fasc.3).<br \/> Den Edelsitz zu Matzleinsdorf erbte nach des Vaters Tod der Sohn Adolph  Benedict Capeller, der ihn urkundlich schon 1630 besa\u00df und gegen welchen  am 15. Januar 1632 Johann Aschinger wegen einer Schuldforderung von  2733 Gulden 2 Schilling und 20 Pfennigen auf das Gut Matzleinsdorf und  das Amt Mergerstetten die gerichtliche Exekution verh\u00e4ngen lie\u00df, welche  am 3. Februar 1633 wegen schuldiger 3367 Gulden 6 Schilling 20 Pfennigen  auf Aschinger\u2019s Ansuchen wiederholt wurde. Aus der Familie Capeller,  welche sich von ihrer gehabten Besitzung zu schreiben fortfuhr, kommt in  Privatbriefen Adam Julius 1697 mit dem Titel \u201eAdam Julius Capeller zu  M\u00e4tzlstorff und Eyzendorf,\u201c 1702 als Eigent\u00fcmer eines Freihofes oder  gro\u00dfen Wirtschaftshofes zu Eitzendorf, einem Dorf bei Obritzberg in der  Gegend von St. P\u00f6lten, vor. Das Wappen der Capeller, welche \u00fcbrigens mit  dem ber\u00fchmten, schon 1406 oder 1407 (nicht 1408) mit Erhard II.  erloschenen Herren von Capell nicht verwechselt werden d\u00fcrfen, ist auf  einem, jetzt der Pfarrkirche zu Gainfarn geh\u00f6rigen, metallenen Kruzifix  (plastische oder gemalte Darstellung Christi am Kreuz) mit der  Jahreszahl 1599 als ein durch eine eingeschobene, aufw\u00e4rts gerichtete  Spitze in drei Felder geteilter Schild dargestellt, dessen erstes  (rechtes) einen sechseckigen Stern, das dritte (links) einen mit den  H\u00f6rnern einw\u00e4rts gestellten Halbmond, das mittlere eine Kapelle mit  einem T\u00fcrmchen auf dem Dach enth\u00e4lt, welche sich auf einem dreifachen  H\u00fcgel erhebt. Auf dem geschlossenen, ungekr\u00f6nten Helm ein offener  Adlerflug. Nach der Abbildung im gro\u00dfen N\u00fcrnbergischen Wappenbuch (III.  Thl. S. 60) ist im ersten und dritten blauen Feld ein Stern, im roten  Mittelfeld eine runde, turmf\u00f6rmige Kapelle, diese auch auf dem offenen,  gekr\u00f6nten Helm zwischen zwei B\u00fcffelh\u00f6rnern. Anton Capeller f\u00fchrte sp\u00e4ter  ein etwas verschiedenes Wappen, wie sein Siegel auf Briefen von 1619  und 1620 im Stiftsarchiv zu Melk (Scrin. 83 u. 84) beweist: Ein  gespaltener Schild; in der rechten H\u00e4lfte die drei beschriebenen Felder,  in der linken, ebenfalls gespaltenen H\u00e4lfte ein durch beide Felder  gezogener Sparren, welcher wieder schr\u00e4g geteilt ist. Auf dem offenen,  gekr\u00f6nten Turnierhelm die zwei Adlerfl\u00fcgel, zwischen denen ein Stern  schwebt. Die Tinkturen (heraldische Farben) sind weder hier noch auf dem  Kruzifx ausgedr\u00fcckt.<br \/> Derselbe Johann Aschinger brachte, wahrscheinlich in Folge dieses von  ihm ergriffenen Rechtsmittels, noch 1633 das Gut Matzleinsdorf an sich,  starb aber nach wenigen Jahren &#8211; ein Johann Aschinger kommt 1605 als  Stadtrichter zu St. P\u00f6lten vor (Maderna Hist. Sandhippol. P. II. p.  380), worauf seine Witwe Ursula, geborne Rampelshofer, sich mit  Christoph Ernst Neumohn (oder Neumann) von Altenberg verm\u00e4hlte und ihm  den Edelsitz Matzleinsdorf zubrachte, auf welchem aber am 13. Juli 1638  die Stadt St. P\u00f6lten, im Namen ihrer Pupillin (Waise) Barbara Elisabeth  Aschinger, der Tochter aus erster Ehe, wegen einer Erbteilsforderung von  6000 Gulden die gerichtliche Sperrung erlangte. Noch vor dem Tod der  genannten Frau, welcher den 31. J\u00e4nner 1646 erfolgte, finden wir laut  einer Urkunde der Pfarre Melk 1643 den kais.-k\u00f6nigl. Oberstleutnant  Johann von Teuschwahl als Besitzer des Edelhofes zu Matzleinsdorf, und  aus schriftlichen Mitteilungen der Familie Manner erfahren wir, dass das  vorgenannte Fr\u00e4ulein Barbara Elisabeth Aschinger, Besitzerin des  Edelhofes, am 6. August 1646 in der Schlosskapelle zu Matzleinsdorf, mit  dem zu St. P\u00f6lten 1620 gebornen Andreas Manner getraut wurde. Nach  Schweickhardt w\u00e4re Andreas Manner 1652 (unrichtig; denn im st\u00e4ndischen  G\u00fcltenbuche steht 1647) und zwar durch Kauf Besitzer des Edelhofes  geworden; nach Schriften in der Registratur zu Melk hingegen durch  Heirat schon 1646. Dass die Trauung durch den Dechant zu Melk, Andreas  Kaltenegger, vorgenommen worden sei, wie die Familiennachrichten  angeben, ist jedenfalls ein Irrtum, weil Kaltenegger\u2019s Vorg\u00e4nger Laurenz  Buel erst den 11. Juni 1647 gestorben ist, l\u00e4\u00dft sich leicht daraus  erkl\u00e4ren, dass Kaltenegger ohne Nennung des kopulierenden (eine Trauung  vornehmenden) Priesters den Trauungsschein erst sp\u00e4ter ausstellte. \u2013 Es  findet sich wohl im (ehem.) Archiv zu Matzleinsdorf das Stammbuch des  Edlen Junkers Hanns Schreuckher zu Etzenberg (verm\u00e4hlt mit Benigna  gebornen von Rorbach \u2013 beide protestantischer Religion), welches mit  1617 beginnt und im Auszug in Hormayrs Taschenbuch, Jahrgang 1844,  abgedruckt erschien; allein ohne das Schreuckher hier beg\u00fctert war.  Welcher Zufall dieses Buch hierher brachte, ist nicht bekannt.<br \/> Manner lie\u00df der verstorbenen Schwiegermutter einen, mit den Wappen der  Manner, Aschinger und Rampelshofer gezierten Grabstein auf ihre  Ruhest\u00e4tte in der Kirche zu Matzleinsdorf legen, wo sonderbarer Weise  ihres zweiten Gemahls weder in der Grabschrift Meldung geschieht, noch  sein Wappen vorkommt, wie die Beschreibung der Kirche zeigen wird. <br \/> Aus der Familie Manner, deren altadeliges Herkommen durch kaiserliche  Diplome von 1530 und 1565 erwiesen ist, und welche im vorigen  Jahrhundert in den Reichsritterstand erhoben wurden, verlie\u00df Willibald  zu Anfang des siebenzehnten Jahrhunderts Norddeutschland, woher er (aus  Westfalen) abstammte, lie\u00df sich zuerst in der Oberpfalz, dann in  \u00d6sterreich nieder, und wurde um 1618 Syndicus (angestellter Jurist) der  Stadt St. P\u00f6lten. \u201eEin treuer Anh\u00e4nger seines Glaubens und Kaisers,  bewahrte er diesem in jener sturmbewegten Zeit die wegen ihrer Lage an  der gro\u00dfen Reichsstra\u00dfe wichtige, stark befestigte Stadt St. P\u00f6lten, und  nahm den t\u00e4tigsten Anteil an der im Jahre 1619 von dort und Krems aus,  durch den Obersten Saint Hilaire mit 500 Dampierre\u2019schen K\u00fcrassieren  gl\u00fccklich vollbrachten Befreiung des Kaisers Ferdinand II. aus den  H\u00e4nden der aufr\u00fchrerischen \u00f6sterr. St\u00e4nde, welche ihn in seiner Hofburg  zu Wien bedr\u00e4ngten.\u201c <br \/> Zur Belohnung seiner Dienste best\u00e4tigte ihm der Kaiser im Jahre 1627 den  Reichsadel mit Ausdehnung auf die \u00f6sterreichischen Erbland und verlieh  ihm zum Wappen, statt des fr\u00fcher gef\u00fchrten ungeharnischten Mann im rotem  Feld, die linke Hand in die H\u00fcfte spreizend, in der rechten eine  Partisane (Helebarde) haltend. Sp\u00e4ter am kaiserlichen Hof lebend, erwarb  er sich besonders bei der Religionsreformation neue Verdienste, welche  Ferdinand II. 1636 mit dem Incolat (Heimatrecht) f\u00fcr \u00d6sterreich ober und  unter der Enns und mit der Verbesserung des Wappens belohnte, so dass  dem geharnischten Mann im Herzschild noch zwei goldene L\u00f6wen im  schwarzen und ein silberner, linksgezogener Schr\u00e4gbalken im roten Feld  beigef\u00fcgt wurden. Leupold\u2019s Adels=Archiv d. \u00f6sterr. Monarchie I. Theils  III. Bd. S. 482; Oesterreichische National=Encyklop\u00e4die III. Bd. S.  550\u2013551.<br \/> Willibald Manner starb als des F\u00fcrstbischofs von Regensburg Rat und  Lehenprobst in \u00d6sterreich und Pfleger, dann Bestand- und Pfandinhaber  der Herrschaft P\u00f6chlarn, in P\u00f6chlarn den 2. Juni 1640 und ist in der  Stadtpfarrkirche daselbst begraben, wo auch sein und seiner Gemahlin  Sabina Sohn, Franz Johann ruht. Statt Willibald steht auf dem  Leichenstein durch ein Versehen \u201eWinibaldt.\u201c Eine Besch\u00e4digung des  anderen Steines verhindert zu erkennen, ob 1643 oder 1645 als das  Todesjahr des Franz Johann zu lesen sei. Noch ist anzuf\u00fchren, dass dem  Andreas Manner am 29. Juli 1648 der Sohn Wolfgang Adam geboren wurde,  welcher in der Schlosskapelle zu Matzleinsdorf von dem Dechant zu Melk,  Andreas Kaltenegger, getauft, den 7. November 1660 (??) in der  Auerspergischen Schlosskapelle zu St. Leonhard am Forst mit Eva von  Weinbach verm\u00e4hlt wurde (Familiennachrichten). Er diente im kaiserlichen  Kriegsheer, machte unter Montecuccoli\u2019s Oberbefehl die Feldz\u00fcge in  Frankreich mit und starb 1713. <br \/> Andreas, Willibalds \u00e4lterer Sohn, besa\u00df, wie bereits gesagt wurde, das  Gut Matzleinsdorf und starb 1654, worauf seine Witwe sich in zweiter Ehe  mit Wolf Christoph von Perzl verm\u00e4hlte und das Gut Matzleinsdorf ein  j\u00fcngerer Willibald Manner an sich brachte, welcher 1642 das Amt Knocking  in der Pfarre Gro\u00dfpechlarn (Stadt P\u00f6chlarn) als ein Lehen vom Bistum  Regensburg innehatte, am 18. November 1664 als K\u00e4ufer eines Grundst\u00fcckes  im Briefprotokoll der Herrschaft P\u00f6chlarn (von 1663 bis 1667, Seite 18)  gelesen wird, und von 1672 bis 1682 sehr oft das Gut Matzleinsdorf mit  gerichtlicher Spanung und Exekution belegt sah. Laut Schriften im  (ehem.) Archiv zu Matzleinsdorf scheint das Gut nach des Andreas Tode  nicht unmittelbar an Willibald Manner gekommen zu sein; denn es findet  sich, dass am 10. Juli 1656 Frau Ursula Rauscherin wider Herrn Stephan  Aydtenvich\u2019s (sic) Erben wegen 958 fl. 30 kr. auf Matzleinsdorf  exequierte (eine Schuld eintreiben lassen), welcher also zwischen  Andreas und Willibald Manner einzuschalten w\u00e4re (die Notiz, Knocking  betreffend, ist aus Schweickhardt O. W. W. XII. Bd. S. 45). So  exequierten (exequieren, veraltet: eintreiben einer Schuld) gegen ihn:  1672 sein Bruder Johann Wolf Manner wegen 1926 fl.; ferner 1673 der  andere Bruder Hippolytus Manner wegen 1066 fl. 14 kr.; Frau Anna Regina&#160;  von Pandt 1676 wegen 5000 fl. und 1678 wegen der n\u00e4mlichen Schuld; 1676  und 1677 die Gerhaben der Pupillen seines Schwagers Johann Heinrich  Buel auf Senftenegg und Edelbach wegen dreier einzelner Schuldposten von  100 fl., 250 fl. und 750 fl.; endlich 1682 Georg Wilhelm Edler Herr von  Walterskirchen wegen eines zur Tilgung von Schulden ihm vorgestreckten  Darlehens von 8000 Gulden. Allein Walterskirchen selbst befand sich bald  in \u00e4hnlichen Verlegenheiten, da ihn 1689 Seifried Leonhard Freiherr von  Steger&#160; wegen 900 fl. exequierte, Franz Jakob Voglmayr an diesen  exequierten Ansatz eine Inhibition (ein Verbot) wegen geleisteter  Kaution von 900 fl. vormerken lie\u00df, und die Erben des Apothekers Franz  Kaufmann wegen 215 fl. und der Apotheker Melchior Zorn wegen 64 fl. 16  kr. Den Schuldner auf Matzleinsdorf exequierten, zuletzt 1690 Maria  Katharina von Henikhin, geborene Freiin von Walterskirchen, wegen 2000  fl. Heiratsgut und 12000 fl. \u201eanwartendem Gut, Interesse und Unkosten,  auf die \u00dcberma\u00df der bei Herrn Hans Wilhelm von Walterskirchen zu fordern  habenden 13000 fl.\u201c u.s.w. <br \/> Schon 1686 erscheint in Schriften der Melker Registratur Georg Wilhelm  Edler Herr von Walterskirchen durch gerichtliche Exekution im Besitz  dieses Gutes, welches dessen Tochter Maria Katharina, der Gemahlin des  kais. k\u00f6nigl. Rittmeisters Wolgang Andreas Sigmund von Khiernberg, die  aber im Februar 1692 noch als Freiin von Henekhin Witwe gelesen wird,  auf die n\u00e4mliche Weise 1693 \u00fcbergeben wurde, in deren Namen ihr Gemahl,  der genannte Rittmeister, dasselbe zu Wien am 13. Juli 1693 um 7000  rheinische Gulden dem Grafen Johann Joachim von Sinzendorf verkaufte. Im  Wappen f\u00fchrte Khiernberg eine mit einer Krone bedeckten, gespaltenen  Schild, in dessen Felde rechts ein Einhorn, im Felde links einen  spitzigen Berg oder Felsen.<br \/> Obwohl die Verk\u00e4uferin diesen Vertrag zu Matzleinsdorf am 16. Juli 1693  ratifiziert (best\u00e4tigt) hatte, konnte der Graf doch erst nach ihrem,  zwischen den 19. Mai und 1. Juli 1694 erfolgten Tod zum wirklichen  Besitz des Gutes gelangen (der Gebotsbrief des Landmarschalls Grafen von  Traun an Herrn von Khiernberger und die Erben seiner Gemahlin, das Gut  binnen 14 Tagen dem K\u00e4ufer zu \u00fcbergeben, ist vom 28. August 1694. Es ist  also ganz unrichtig wenn Schweickhardt S. 140 schreibt, das Gut  Matzleinsdorf sei 1652 von dem Grafen Andr\u00e4 Hanns Joachim von Sinzendorf  mit der Herrschaft Zelking vereinigt worden. Gewi\u00df ist ferner, dass die  Frau Gr\u00e4fin Maria Franziska von Harrach sie schon 1800 wirklich besa\u00df),  zu welchem er am 3. M\u00e4rz 1695 das Drittel von der Landsteuer oder  dopellten G\u00fclte um 63 Gulden 3 Schill. 15 Pfenn. von den  nieder\u00f6sterreichischen St\u00e4nden kaufte. Seit dieser Zeit ist es mit&#160; der  Herrschaft Zelking vereinigt geblieben und von der Familie Sinzendorf  zuerst um das Jahr 1800 an die Gr\u00e4fin Maria Franziska von Harrach,  geborne Gr\u00e4fin von Kinsky, des Grafen Oktavian von Sinzendorf Witwe,  welche 1802 damit an die G\u00fclte geschrieben wurde, dann 1820 an ihren  Gemahl Karl Leonhard Grafen von Harrach, und 1831 an seine Witwe, Frau  Gr\u00e4fin Ludmilla Harrach zu Rohrau, geborne Gr\u00e4fin von Meraviglia,  Sternkreuzdame, gestorben den 24. Februar 1860, hierauf an ihre Erben  gekommen. Mehr \u00fcber die neuen Besitzer von 1694 angefangen, im Artikel  Zelking in der Geschichte der Umgebungen von Melk, da Schweickhardt  hier\u00fcber ungenau und unvollst\u00e4ndig ist. Im Jahre 1739 wurde das Gut  Matzleinsdorf dem Stift Melk zu kaufen angeboten, die Sache zerschlug  sich aber.<br \/> Das gegenw\u00e4rtige Schloss, nach der Angabe des pfarrlichen Gedenkbuches  im Jahre 1750 als Herrschaftswohnung neu gebaut, hatte eine, 1788 in  Folge der kirchlichen Anordnungen Joseph II. als ganz entbehrlich  erkl\u00e4rte, und daher entweihte sehr kleine, an den Speisesaal stossende  Kapelle zu Ehren des heiligen Johann von Nepomuk, welche zwar 1800  wieder benediziert und mit der bisch\u00f6flichen Erlaubnis zur Feier der  heiligen Messe versehen wurde, aber seit 1840 nicht mehr besteht. Das  Altarblatt von einem unbekannten Maler wurde der Pfarrkirche zu Zelking,  alle \u00fcbrigen Einrichtungen teils eben dorthin, teils der Kirche zu  Erlauf \u00fcbergeben.<br \/> Neben dem Schloss steht das ehemalige Amtshaus, ein \u00e4lteres Geb\u00e4ude, bis  1848 zu Wohnungen f\u00fcr die Beamten, zur Kanzlei, zum Archiv und zu  Arresten ben\u00fctzt.<br \/> Im Anschlag (Steueraufteilung bzw. Steuervorschreibung oder Preis des  Gutes, der einer Geb\u00fchrenbemessung zu Grunde liegt) oder in der  Sch\u00e4tzung des adeligen Sitzes zu Matzleinsdorf vom 21. J\u00e4nner 1692  (Gesammtwert 7119 Gulden 2 Schill. 12 Pfen.) wird angegeben, dass von  demselben \u201edrei Teile freies Eigen, der vierte aber Lehen sein soll.\u201c Es  findet sich noch ein Lehensrevers von 1755, ausgestellt von Franz  Wenzel Grafen von Sinzendorf f\u00fcr sich und seine Br\u00fcder Philipp und  Anton, welchen Friedrich Christian Graf von Sinzendorf und Pottendorf  die vorhin von den Herren von Zelking zu Lehen r\u00fchrenden St\u00fccke und  G\u00fclten: \u201eden vierten Teil an Hof und Sitz zu M\u00e4tzelstorf, die Au am  Hohenwart bei Freiningau (welche aber schon damals nicht mehr  wissentlich war und nicht mehr fructificirt =&#160; nutzbringend \u2013 angelegt  wurde) und den halben Teil an dem Holz im Hirschberg (Hiesberg) bei dem  Priel\u201c zu Lehen verliehen hat. Aus einer zwischen der Herrschaft Zelking  und dem Stift Melk 1709 gepflogenen Verhandlung ergibt sich, dass vor  langen Jahren ein Inhaber des Edelsitzes Matzleinsdorf ein Joch \u00c4cker  und zwei Joch Wiesen \u201ein Einem Rain,\u201c freies Eigen, und zwei Joch ihm  zugeh\u00f6rige, aber dem Grundbuche Sichtenberg dienstbare \u00c4cker zum Spital  und zum Gotteshaus Melk mit der Bedingung geschafft und gemacht habe,  dass diese Grundst\u00fccke dem Spital und dem Gotteshaus zwar in Ewigkeit  eigent\u00fcmlich verbleiben, aber bei dem Edelsitz Matzleinsdorf je und  allezeit um einen Jahresbestand von f\u00fcnf Gulden gelassem werden sollen  (Landgerichtsprotokoll d. Hersch. Zelking u.s.w. von 1674 angefangen,  Fol. 58, vergl. Fol. 62-65). Au\u00dferdem ist \u00fcber diesen Gegenstand nichts  bekannt; man wei\u00df nicht einmal, ob unter dem Spital die Stiftsinfirmarie  oder das Spital im Markt, und unter dem Gotteshaus das Stift oder die  Pfarrkirche zu verstehen sei.<br \/> Im Dorf Matzleinsdorf befindet sich ein zum Edelhof untert\u00e4niges  Ganzlehen (Bauernhof zwischen 40-70 Joch Grund) von seiner Lage am  Melkfluss oder von seinem ersten Erbauer der Wasserhof, auch der Hof am  Wasser genannt.<br \/> Am 26. April 1480 haben Katharina, des Wolfgang auf dem Wasser zu  M\u00e4zlstorf Hausfrau, J\u00f6rgens P\u00f6rzner und seiner Hausfrau Margareth  Tochter, und zwei Enkelinnen des P\u00f6rzner dem Stift Melk verschiedene  Grundst\u00fccke bei P\u00f6verding, Lehen desselben, um eine unbenannte Summe  Geldes verkauft. Wi\u00dfgrill (II. Bd. S. 427), welcher aus den  Handschriften des Freiherrn von Enenkel von diesem Kaufbriefe Erw\u00e4hnung  macht, nennt obigen Wolfgang irrig Waser, da er nicht zum adeligen  Geschlechte der Herren von Wasen (de Cespite) oder der Waser geh\u00f6rte.  Ein Peter Wazzer (Wasser) ist Zeuge, da Herweig der Holzer und seine  Hausfrau Margareth 1349 von Heinrich La\u00dfberger ein Gut im Tal bei der  Pielach kauften (Wi\u00dfgrill IV. 434). Des Stephan auf dem Wasser zu  Spielberg erw\u00e4hnen die Br\u00fcder Georg und Hieronymus M\u00fcllwanger 1487 in  einem Kaufbrief an das Stift Melk. Auch in der Pfarre Ruprechtshofen  kommt im alten Melker Lehenregister \u201eein Hof genannt auf dem Wasser\u201c  vor, auf welchem zwischen 1382 und 1387 Wolfgang Stainberger und 1412  Hanns Stainberger mit zwei Teilen von den \u00c4bten zu Melk belehnt war.<br \/> Von der Geschichte des Dorfes Matzleinsdorf haben wir nur wenig zu  berichten. Laut einer alten Aufzeichnung hatte es im Jahre 1594 nur 29  H\u00e4user (Bergern zehn, Maierh\u00f6fen vier \u2013 beides jetzt hierher  eingepfarrt) Schramb Chron. Mellic. P. 695; und aller Wahrscheinlichkeit  nach gingen die Streifz\u00fcge der T\u00fcrken im Jahre 1683, hier ebenso wenig  als in der Pfarre Zelking, ohne Verheerung und Blutvergie\u00dfen vor\u00fcber;  wenn anders jene zwei menschlichen Gerippe und einzelne Gebeine, die vor  mehr als zwanzig Jahren bei einem Umbau am Haus Nr. 15 und an der  Gartenmauer bei dem Haus Nr. 14 gefunden wurden, aus jener schrecklichen  Zeit herr\u00fchren. Von Feuersbr\u00fcnsten wurde der Ort im vorigen Jahrhundert  \u00f6fter heimgesucht, und zwar 1710, am 9. November 1719, am 25. Juli  1733, am 19. Februar 1750, am 25. Mai 1773, wovon die drei letzten, bei  denen auch der Edelhof abbrannte, die bedeutendsten waren (1773 binnen  einer halben Stunde ergriff die verheerende Flamme 26 H\u00e4user). Die  Feuersbr\u00fcnste zu unserer Zeit \u2013 1834, 1845, 1850 1851 und 1864 blieben  jedesmal auf eine kleine Zahl von Geb\u00e4uden beschr\u00e4nkt. <br \/> Au\u00dferhalb Matzleinsdorf, an der Stra\u00dfe nach Ornding enth\u00e4lt eine sehr  kleine gemauerte Stra\u00dfenkapelle, das Orndinger=Kreuz genannt, ein Bild \u2013  Maria mit dem Leichnam Jesu und die heiligen Benedikt und Scholastika \u2013  1840 von Theodor Petter aus Wien gemalt.<br \/> Ein h\u00f6lzernes rotes Kreuz neben einigen B\u00e4umen, am rechten Ufer der Melk  in der N\u00e4he des Dorfes, bezeichnet die St\u00e4tte, wo im September 1772  eine ledige Kindesm\u00f6rderin mit dem Schwert hingerichtet wurde, deren  Rumpf man zwischen den zwei gemauerten Pfeilern des Hochgerichtes von  Zelking (auf der Anh\u00f6he \u00f6stlich von Gro\u00dfpriel) begrub, den Kopf aber auf  einer Stange in der Mitte des Galgens aufsteckte, wie es die  Kriminaljustiz jener Zeit noch verlangte! Wenn man von jedem dieser in  \u00d6sterreich so h\u00e4ufigen Kreuze und S\u00e4ulen an den Stra\u00dfen und Wegen und in  der N\u00e4he der Ortschaften die Entstehungsgeschichte w\u00fc\u00dften \u2013 meistens  sind sie die stummen Zeugen von Stellen, wo ein besonderer Ungl\u00fccksfall,  eine Mordtat, ein Sturz vom Pferd oder Wagen, u. dgl. sich ereignete,  oder von wunderbarer Rettung aus gro\u00dfen Gefahren \u2013 so w\u00fcrde sie allein  eine \u201e\u00f6sterreichische Trauerb\u00fchne,\u201c ein reichhaltiges Magazin f\u00fcr  moderne Schauergeschichten er\u00f6ffnen. Auch die sogenannten Pests\u00e4ulen  oder Pestkreuze (1679, 1713) geh\u00f6ren hierher. Monumente im Freien, zum  Andenken an freudenvolle Begebenheiten, z.B. an die Eroberung von Raab  im Jahre 1598, sind als seltene Ausnahmen zu betrachten.<\/p>\n<p> Von den Denkzeichen menschlichen Elends wenden wir uns zum Haus des  Segens, zur Kirche, deren Patron der heilige Bartholom\u00e4us ist. Sie ist  auf einer Anh\u00f6he neben dem Pfarrhof und Schulhaus, zu Ende des Dorfes  gelegen, hat eine L\u00e4nge von 9\u00bd und eine, Breite von 3\u00bd Wiener Klaftern  (1 Klafter = 1,896 m) und besteht aus dem mit einem gedr\u00fcckten Gew\u00f6lbe  versehenen Chor (Presbyterium) und dem ungew\u00f6lbten Schiff, an welchem  der zum \u00fcbrigen Geb\u00e4ude unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfige starke Turm sich erhebt. Mit  Ausnahme diese Turmes und einer Blende (Nische) an der Stelle des  vermauerten hohen Fensters hinter dem Hochaltar, die aber durch das  Altarbild bedeckt ist, zeigen sich keine \u00dcberbleibsel der alten Kirche  mehr, sondern ihr gegenw\u00e4rtiger Bau tr\u00e4gt das Gepr\u00e4ge der Zeit, der er  seine g\u00e4nzliche Erneuerung verdankt. Diese geschah unter dem Abt  Berthold durch die Bem\u00fchungen des Stiftspriors und Pfarrers zu Melk  Vitalis Waldm\u00fcller, von 1735 bis 1736, der auch ein Gedenkbuch der  Kirche 1741 zu schreiben begann (ein \u00e4lteres enth\u00e4lt nur die Jahre 1694  bis 1698), und kostete 789 Gulden, welche Auslage das Stift gegen  teilweiser Abzahlung aus den Eink\u00fcnften der Kirche bestritt. Bei dieser  Restaurierung wurde eine T\u00fcre mit einer Vorhalle (vorher war sie neben  dem Turm), ein Aufgang zur Kanzel und ein Oratorium f\u00fcr die Herrschaft  angebracht, eine Sakristei (statt der alten im Turm) gebaut, die  Vergr\u00f6\u00dferung der Fenster vorgenommen, ein neuer Hochaltar errichtet, und  alles \u00dcbrige im Innern und \u00c4u\u00dferen der Kirche erneuert, auch der Turm  mit neuer Dachung versehen, Das Altarbild mu\u00df bald Schaden gelitten  haben oder unpassend befunden worden sein, weil schon 1745 ein anderes  aufgestellt wurde, nach dem Entwurf des Paul Troger von seinem Sch\u00fcler  Joseph Grebmner oder Kremer ausgef\u00fchrt, wof\u00fcr dieser nicht mehr als 20  Gulden erhielt. Allein auch dieses Gem\u00e4lde blieb nur bis 1792, da der  gegenw\u00e4rtige Hochaltar mit den Statuen der Apostel Petrus und Paulus  errichtet wurde, dessen Bild Bartholom\u00e4us Altomonte, der Sohn des  ber\u00fchmten Martin Altomonte (eigentlich Hohenberg), malte (den Namen des  Malers in \u201eMontealto\u201c verdreht nannte ein Zettel hinter dem Bild in der  Mauernische, die Aufstellung des neuen Altars berichtend). Im Jahre 1765  folgte der neue Seitenaltar mit der Statue der unbefleckten Empf\u00e4ngnis  Mariens, 1767 die Kanzel, 1788 die Orgel, 1766 wurde der neue Aufgang in  das Oratorium gebaut, 1841 die ganze Kirche im Inneren erneuert.<br \/> Der Turm bewahrt eine besondere Merkw\u00fcrdigkeit, n\u00e4mlich eine vierhundert  Jahre alte Glocke (von 1466), bei drei Zentner schwer, deren oberen  Rand die Inschrift hat: In * den * ern * sant * bartholome * und *&#160;  Macia (Maria) * ist * gossen * di * glockn * ihs (IHS) * 1866&#160; (die Zahl  8 ist ein \u201ehalber\u201c, kopfstehender 8er, daher mu\u00df er als \u201e4\u201c gelesen  werden!) \u2013 zugleich ein Beweis, dass die Kirche seither bei so vielen  Feuersbr\u00fcnsten, die den Ort trafen, verschont blieb.<br \/> Eine zweite, wahrscheinlich ebenso alte Glocke, nach der Angabe des  Gedenkbuches bei 1\u00bc Zentner schwer, mit der Aufschrift: \u201eLucas Marcus  Mataeus Joannes etc.\u201c wurde 1788 und nochmal 1825 umgegossen und wiegt  jetzt bei 3 Zentner. Die gro\u00dfe Glocke, 840 Pfund schwer, von 1782, und  die Sterbeglocke, ein Geschenk des Kirchenvaters und M\u00fcllermeisters  Ferdinand Schilcher (der sich \u00fcberhaupt als einen vorz\u00fcglichen Wohlt\u00e4ter  der Kirche erwies), von 1795 haben nichts Merkw\u00fcrdiges. Am 23. Juni  1846 schlug bei einem heftigen Gewitter der Blitz in die h\u00f6lzerne Kuppel  des Turmes ein, die er zerri\u00df, und von da in das Schiff der Kirche, wo  er bedeutenden Schaden anrichtete, ohne jedoch zu z\u00fcnden oder Uhr und  Glocken zu ber\u00fchren. Die Kirche wurde im selben Jahr wieder hergestellt,  und der Turm mit einer ansehnlicheren Kuppel von Kupfer geziert, die  Kosten, mit Inbegriff der gleichzeitig notwendigen Ausbesserungen,  betrugen \u00fcber 4000 Gulden Conventionsm\u00fcnze (2 Gulden = 1 Taler; g\u00fcltig  laut Patent vom 12. 1. 1754<\/span><span style=\"font-size: 14px;\"><span style=\"color: rgb(0, 0, 0);\">\u2013<\/span><\/span><span style=\"font-size: 14px;\">1858).<br \/> Eine Gruft ist in der Kirche nicht vorhanden, aber im Presbyterium sind  drei Leichen beerdigt, deren Grabst\u00e4tten mit gro\u00dfen Steinplatten bedeckt  sind.<br \/> Ganz vorne ist auf einem wei\u00dfen&#160; Marmor die Inschrift eingehauen: <br \/> <\/span><\/div>\n<p> <\/span> <\/p>\n<div style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: rgb(0, 0, 0);\"><span style=\"font-size: 14px;\"><br \/> Wer ich jetzt bin auch du wirst werden<br \/> weil wir herkomen von der Erden<br \/> gedenckh daran gib dich darein<br \/> aein mal mu\u00df es gestorben sein.<br \/> Allhierunder Ruhet Gott seeliglich weilant<br \/> des Edlen und Gestreng Herrn Johann Asching (sic)<br \/> der R\u00f6m. Kay. May. Dienner und Hern auf Matzel<br \/> storf seel. hinderlasene Ehefraw Ursula ein gebor<br \/> ne Rampl\u00dfHofferin welche den Letzten January<br \/> (sic) 646 Jar. au\u00df disen Zergenglichen und Myselich<br \/> en Leben ohne allen Zweifl in die Ewige freudt und<br \/> Seeligkeit ist abgefordert worden. Zu ehren<br \/> Hat Herr Andreas Manner auf Matzlstorff<br \/> Barbara Elisabetha sein Ehefraw geborne Asch<br \/> ingerin dieser seine in Gott Ruheten Fraw<br \/> Schwiger und Ihrer Fraw Mutter den Stain<br \/> auf dises ihr Ruepellein machen und Legen La<br \/> sen der Gott der Almechtig und allen Christ<br \/> glaubigen die ewige Ruhe und eine Froliche<br \/> auferstehung Verleihen wolle&#160;&#160; Amen.<\/span><\/span><\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">&#160;<\/div>\n<p> <span style=\"color: rgb(0, 0, 0);\"> <\/p>\n<div style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14px;\"><br \/> Darunter drei Wappen: Mitten Manner, rechts (dem Beschauer links)  Aschinger, links Rampelshofer. Der Schild des ersten Wappens ist schon  in der Geschichte des Edelhofes beschrieben; auf dem Schild sind zwei  offene, gekr\u00f6nte Turnierhelme, auf jedem derselben ein geschlossener  Flug, wovon der zur Rechten mit dem L\u00f6wen, der zur Linken mit dem  geharnischten Mann belegt ist. Das Wappen der Aschinger zeigt im ersten  und vierten Feld des Schildes ein links sehendes Einhorn, im zweiten und  dritten einen mit einem Fische (\u00c4sche) belegten Querbalken; auf dem  offenen; gekr\u00f6nten Helm ein wachsendes Einhorn zwischen zwei  Adlerfl\u00fcgeln. Die Rampelshofer f\u00fchren im ersten und vierten Feld des  Schildes eine G\u00e4mse, im zweiten und dritten zwei schr\u00e4grechts gezogene  Balken; auf dem offenen gekr\u00f6nten Helm die G\u00e4mse zwischen zwei  B\u00fcffelh\u00f6rnern. <br \/> Diese hellgraue Marmorplatte befindet sich jetzt zum Turmaufgang rechts an der Mauer angebracht!<\/p>\n<p> <\/span><\/div>\n<p> <\/span> <\/p>\n<div style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: rgb(0, 0, 0);\"><span style=\"font-size: 14px;\">N\u00e4chst diesem Leichenstein liegt ein r\u00f6tlicher Marmor mit der Aufschrift:<\/p>\n<p> Allhier<br \/> Liget&#160;&#160; gegraben der<br \/> Edl Gestrenge Herr<br \/> Antonius Joseph<br \/> Fiechtl<br \/> gewester Rendschreiber<br \/> der Herrschaft Zelcking<br \/> welcher durch<br \/> einem pferd<br \/> fahl unweit Matzlstorff<br \/> in 32gsten&#160; Jahr seines al-<br \/> ers da\u00df zeitliche&#160; gesegnet<br \/> den 21. September<br \/> ANNO<br \/> 1736<\/p>\n<p> Oben genannte Marmorplatte liegt im Bodenbereich vor dem Volksaltar<br \/> <\/span><\/span><\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">&#160;<\/div>\n<p> <span style=\"color: rgb(0, 0, 0);\"> <\/p>\n<div style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14px;\"><br \/> Der dritte, etwas kleinere, graue Stein, ohne Aufschrift, Jahreszahl und  Wappen, bezeichnet wahrscheinlich das Grab der Antonia Mitterbacher,  Gemahlin des Joseph Cajetan Mitterbacher, Verwalter zu Zelking und  Matzleinsdorf, gestorben den 11. Februar 1773, von der es gewi\u00df ist,  dass sie in der Kirche begraben wurde (bei der Renovierung vermutlich in  Unkenntnis eine Grabplatte zu sein wurde dieser Stein entfernt! \u2013  ebenso ^).<br \/> (^) Bei dem Frauenaltar liegt eine Kehlheimerplatte von der Gr\u00f6\u00dfe der  gew\u00f6hnlichen Pflastersteine, worauf ein sogenanntes Kleeblattkreuz  eingemeiselt ist. Nach der Angabe des Gedenkbuches soll an dieser Stelle  ein Priester beerdigt worden sein; wahrscheinlich ein Schlosskaplan,  dergleichen mehrere sich zeitweise hier aufhielten. Die Pfarrprotokolle  zu Melk seit 1656 geben keine Auskunft.<br \/> Auf dem Gottesacker neben der Kirche sind in der kapellenf\u00f6rmigen  Nische, welche ein Kruzifix und die Statuen der Mutter Gottes und des  Evangelisten Johannes enth\u00e4lt, die Leichensteine von drei hiesigen  Seelsorgern mit folgenden Inschriften:<\/p>\n<p> + R. P. ANDREAS RAGOTZY, Silesius e Gosch\u00fctz, natus 28. Febr. 1770,  Professus Mellic. 1795, Sacerdos 1797, huius loci Parochus ab anno 1820,  quo munere fideliter functus, laboram lassus vita cesset 14. Martii  1827. Cuius anima requiescat in pace!<\/p>\n<p> + R. P. BERNHARDUS PAPIER, Bohemus e Welleschin, natus 26. Nov. 1768,  Professus Mellic. 1792, Presbyter 1793, strenuus in hac vinea Domini  operarius ab anno 1827, ad mercedem aeternam vocatus est 2. Sept. 1829.  Lux pepertua luceat ei!<\/p>\n<p> + R. P. CHRISTIANUS BOGENGRUBER, Styrae in Austria natus 28. Dec. 1801.  Mellicii Professus 1826, Sacerdos 1827, gregem hanc a mense Augusti 1850  rexit pastor bonus, 10. Junii 1856 defunctus, magnum suis desiderium  reliquiens. Pie JESU, dona ei requiem!<\/p>\n<p> Ein Granitblock an der s\u00fcdlichen Mauer des Friedhofes, in Gestalt einer  Pyramide, deren abgestumpfte Spitze ein einfaches Kreuz tr\u00e4gt (einstmals  trug), verdient als ein r\u00fchrender Beweis von edler Gesinnung, die sich  auch in den unteren Volksklassen kundgibt, bemerkt zu werden. Die  Aufschrift sagt (aus):<\/p>\n<p> <\/span><\/div>\n<p> <\/span> <\/p>\n<div style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: rgb(0, 0, 0);\"><span style=\"font-size: 14px;\">Johann Schima<br \/> aus B\u00f6hmen, 27 Jahre alt<br \/> Steinmetz bei der Westbahn<br \/> Wurde am 20. M\u00e4rz 1857 am<br \/> Hirschberg von diesen Stein<br \/> Erschlagen.<\/p>\n<p> <\/span>RUHE SEINER ASCHE<br \/> &#160;<\/span><\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">&#160;<\/div>\n<p> <span style=\"color: rgb(0, 0, 0);\"> <\/p>\n<div style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14px;\">Seine biederen Kameraden gestalteten ihn zu einem christlichen Denkmal um.<br \/> Sie selbst haben n\u00e4mlich in ihren Feierstunden (in ihrer Freizeit) den  Stein, der dem armen Arbeiter sein junges Leben raubte, zum Grabmahl  geformt und die Inschrift eingehauen!<\/p>\n<p> Zur \u00e4ltesten Geschichte der Kirche und Pfarre sind nur sehr d\u00fcrftige  Nachrichten auf uns gekommen. Wer dieses Gotteshaus gebaut hat, ob die  Herren von Zelking oder ein frommer Besitzer des Edelhofes in Verbindung  mit Wohlt\u00e4tern aus der Gemeinde, ebenso wann der erste Stein in den  Grund gesenkt wurde, dar\u00fcber gibt nicht einmal eine Sage, geschweige  denn eine schriftliche Urkunde eine auch blos Vermutungen bekr\u00e4ftigende  Auskunft. Nur soviel wei\u00df man, dass ein Stiftungsbrief \u00fcber einen  Jahrtag zur Pfarre Matzleinsdorf vom Jahre 1350 abschriftlich vorhanden  war, worin \u201eHerr Simon, zu denselben Zeiten Pfarrherr zu Matzelsdorf\u201c  ausdr\u00fccklich vorkommt. Diese wichtige Urkunde ist aber in Verlust  geraten und keine Hoffnung zum Wiederauffinden derselben \u00fcbrig. In einer  \u201eSpecification, was f\u00fcr briefliche Instrumenta zur Kirch zu Zelking  usw. geh\u00f6rig\u201c, vom Jahre 1639 im (ehemaligen) herrschaftlichen Archiv zu  Matzleinsdorf hei\u00dft es: \u201eNum. 14. mehr ein Stiftsbrief=Abschrift zur  Kirchen Mazlstorff de A(nn)o. 1350, hievor signirt No. 19.\u201c \u2013 In der von  der Herrschaft Zelking zu Matzleinsdorf an das Kreisamt des Viertels  ober dem Wienerwald zu St. P\u00f6lten und von diesem an die nieder\u00f6sterr.  Landesregierung abgegebenen Ausf\u00fcllungen der Allerh\u00f6chst  vorgeschriebenen \u201eDirectiv=Reguln=Tabell, nach welchen sich bei dem  vorhabenden Pfarreinteilungsgesch\u00e4ft zu Matzleinsdorf und Erlauf zu  richten ist,\u201c beantwortet dd. (de dato, lat., veraltet: vom Tag der  Ausstellung an) Matzleinsdorf 28. Oktober 1782, wird zu Nr. 4 als  Beilage D der obige Stiftsbrief oder vielmehr die Abschrift deselben  angef\u00fchrt; auch in fr\u00fcheren Schriften \u00fcber die mehrmals verlangte  Anstellung eines Seelsorgers, doch nur im Allgemeinen und ohne n\u00e4here  Angaben, darauf hingewiesen. Nach den von dem Herrn Abt Wilhelm Eder  selbst zu Wien eingehohlten sorgf\u00e4ltigen Erkundigungen ist bei der  betreffenden Beh\u00f6rde wohl noch die Tabelle vorfindig, deren Beilagen  aber (also auch die fraglichen) leider kassiert wurden, auch im (ehem.)  Herrschaftsarchiv keine Abschrift.<br \/> Wenn die alte Behauptung der Herrschaft Zelking, dass die Herren von  Zelking die Pfarre Matzleinsdorf wie die Pfarre Zelking dotiert  (ausgestattet) haben, auf sichere Urkunden begr\u00fcndet war, so d\u00fcrften  eben die genannten Herren wohl auch die Erbauer der Kirche gewesen sein,  wenigstens haben die Besitzer der Herrschaft Zelking bis in das vorige  Jahrhundert die Erbvogtei dar\u00fcber ausge\u00fcbt.<br \/> Ein \u201eExtractus Matriculae Officialatus Passaviensis de anno 1429 Folio  38\u201c, gibt an: \u201eMezleinstorff, III. P. (Pfund Pfennige, als geistliche  Steuer an den Bischof, wof\u00fcr eine sp\u00e4tere Abschrift III, Floren. setzt).  Patronus Plebanus in Melck.\u201c Ferner kommt in einem alten Verzeichniss  aus dem f\u00fcnfzehnten Jahrhundert: \u201eAll (alte) Phar (Pfarre) in  Oesterreich under der Enns,\u201c in einem Codex der kaiserlichen Pfarre  Metzleinsdorf vor; desgleichen in einer 1476 gemachten Abschrift eines  solchen Verzeichnisses im Archiv des Schottenstiftes zu Wien, und zwar  mit dem Zusatz, dass der Pfarrer zu Melk der Patron der Pfarre  Matzleinsdorf sei. (Ehem.) Herrschaftliches Archiv zu Matzleinsdorf.  Notaten aus den Handschriften der Hofbibliothek, dem Verfasser dieser  Geschichte mitgeteilt von Joh. V. Frast. \u2013 Klein\u2019s Gesch. d. Christenth.  in Oesterr. u. Steiermark III. Bd. S. 279. Dass in einer Urkunde des  Herzogs Albrecht V. vom 21. Juli 1412, eine der Johanna von Streitwiesen  bewilligte Lehensgnade betreffend der \u201eMeczleinstorfer=Pfarre\u201c Meldung  geschieht, wurde schon in der Geschichte des Ortes erw\u00e4hnt. <br \/> Aus dem sehr reichhaltigen Archiv der aufgehobenen Kartause (Kloster der  Kart\u00e4user) Gaming kennen wir bisher die \u00e4lteste Urkunde, welche uns  nach dem Pfarrer Simon den Namen eines Pfarrers von Matzleinsdorf und  einen von ihm geschlossenen Kaufvertrag kundgibt. Es verkauft n\u00e4mlich zu  Wien am St. Jorigenabend (23. April) 1368 Johann, Pfarrer zu  Metzleinstorf, nach dem Rate des Lehensherrn seiner Kirche, Herrn  Chunrats, Pfarrer zu Melk, und mit seines Bergmeisters Hand, Ottens von  Teben zu Grinzing, Bergmeister (\u00fcberpr\u00fcfte das Berggericht =  grundherrschaftliches Gericht in Angelegenheiten von Weing\u00e4rten) der  geistlichen Herren zu Gaming, einen Weingarten an dem Schenkenberg (zu  Grinzing), welchen Herr Stephan, einstmals Pfarrer zu Melk, zu der  vorher genannten Kirche \u201edurch seiner Seele Heil willen\u201c geschafft  (vermacht) hat, um dritthalb und zwanzig (22\u00bd) Pfund Wiener Pfennige dem  Wisenten (Wisento) von Frueling, B\u00fcrger zu Wien, und fertigt den  Kaufbrief mit seinem und dem Siegel des ehegenannten Lehenherrn und des  obersten Bergmeisters Gottfried, Priors zu Gaming. Smitmer Codex  diplomaticus austriacus Tom. II. Num. 399, im k. k. geh. Archiv.&#160; <br \/> Eine sp\u00e4tere Urkunde hat sich durch den besonderen Zufall bis auf unsere  Tage erhalten, dass die Gemahlin des Johann Augustin Walpraun, welcher  noch 1705 Pfleger oder Verwalter zu Zelking und Matzleinsdorf war, dem  Stiftsk\u00e4mmerer Maurus Heindl zu Melk dieselbe zur besseren Aufbewahrung  daselbst aush\u00e4ndigte.<br \/> Es ist diese Urkunde der Stiftungsrevers (bzw. Stiftungsbrief), gegeben  1411 am Mittichen nach Ruprechtstag (29. M\u00e4rz), wodurch Leupold, Pfarrer  zu Meczleinstorff, erkl\u00e4rt, dass ihm der Edle Herr, Herr Stephan von  Zelking, sein rechter Erbvogt der benannten Pfarrkirche, und die ganze  Gemeinde daselbst zwei Weing\u00e4rten zu Matzleinsdorf eingeantwortet und  \u00fcbergeben haben, wovon einer gelegen ist zu P\u00f6chlarn am Berg, der andere  zu Krummnu\u00dfbaum, jeder Ein Viertel (Fl\u00e4chenma\u00df bei Weing\u00e4rten = \u00bc  Joch), und jeder mit j\u00e4hrlich drei Pfennigen in den Pfleghof (Amtshaus  des Bischof von Regensburg) zu P\u00f6chlarn dienstbar. Diese zwei Weing\u00e4rten  hat der Ehrsame Herr Peter, gewesener Pfarrer des Gotteshauses zu  Matzleinsdorf seliger, als sein rechtes erkauftes Erbe und eigenhaftes  v\u00e4terliches Erbgut hinterlassen und zu einem ewigen Jahrtage zur Kirche  zu Matzleinsdorf vermacht. Der Pfarrer Leopold verpflichtet sich also,  j\u00e4hrlich am n\u00e4chsten Sonntage nach Kreuerfindung (Sonntag nach dem 3.  Mai, dem fr\u00fcheren Fest der Kreuzauffindung) diesen Jahrtag (f\u00fcr einen  bestimmten Tag gestiftete Seelenmesse) zu begehen, und zwar des Nachts  (am Vorabend) mit einer gesungenen Vigil (die; lat., \u201eNachtwache\u201c- in  der kath. Kirche Vorbereitungsfeier am Tag vor bestimmten Festen), des  Morgens mit einem gesungenen Seelenamt (Requiem), mit einem gesungenen  Amt von Unserer Lieben Frau ihrer Schiedung und mit zwei gesprochenen  (stillen) Messen darunter, wof\u00fcr er den Priestern Essen und Trinken und  jedem einen gro\u00dfen Pfennig geben soll. An der Urkunde hingen die Siegel  des Pfarrers Leopold und der Zeugen. Diese waren die Edlen Hanns der  Gotsberger und Hanns der Mannsreutter.<br \/> Die Siegel der Zeugen sind verloren, von dem des Pfarrers nur ein  kleines Bruchst\u00fcck \u00fcbrig, mit einigen Buchstaben der Umschrift. \u2013 Einer  der gestifteten Weing\u00e4rten kommt im Urbar und Dienstbuch \u00fcber  Kleinpechlarn (Klein-P\u00f6chlarn) vom Jahre 1590 Fol. 112 b vor: \u201ePfarrer  zu M\u00e4tzelsdorf von einem Weingarten am Perg 3 dl.\u201c Ebenso im j\u00fcngeren  Urbar und Dienstbuch \u00fcber Kleinpechlarn von 1640 Num. 6, Fol. 105 b.  Damals wurde noch die Renovationsgeb\u00fchr daf\u00fcr bezahlt. Sp\u00e4ter rissen die  Fluten der Donau den Weingarten hinweg, und auch von dem zweiten (zu  Krummnu\u00dfbaum) ist nichts mehr zu finden. \u2013 Das Amt von U. L. Frau  Schiedung ist ein sogenanntes \u201eLobamt\u201c, soll hei\u00dfen Gel\u00fcbdeamt, Missa  votiva de Assumtione Beatae Mariae Virginis, dergleichen auf dem Lande  in \u00d6sterreich nach Seelen\u00e4mtern gehalten zu werden pflegen.<br \/> Laut eines alten Protokolls des Passauer Konsistoriums zu Wien, jetzt im  Archiv des f\u00fcrsterzbisch\u00f6flichen Konsistoriums daselbst, von 1526-1536  (Num. 2. Fol. 33) erschienen am 6. Mai 1528 vor dem gedachten  Konsistorium auf die Beschwerde des Edlen Herrn Johannes Paltram  (Besitzer des Edelhofes zu Matzleinsdorf) \u201eDominus Stephanus Haiden,  plebanus in M\u00e4tzleinsdorf.\u201c Der Gegenstand der Klage war, dass der  Pfarrer keinen Kaplan halte und nach Inhalt der Stiftung die Messen  vernachl\u00e4ssige, daher soll er auf des Kl\u00e4gers Begehren zu beiden  Verbindlichkeiten verhalten werden, sonst wolle Paltram die f\u00fcr die  Messen gewidmeten Grundst\u00fccke zum eigenen Gebrauch verwenden. Dagegen  f\u00fchrte der Geklagte an: Es h\u00e4tten auch seine Vorfahren keinen Kaplan  gehalten und w\u00e4re seit Menschengedenken keiner da gewesen, da kaum der  Pfarrer seinen Unterhalt habe. Der Offizial des Konsistoriums trug ihm  also auf: \u201eut singulis ebdomadis diebus tres perficerent Missas usque ad  festum Corporis Christi\u201c (die Erlaubnis der drei t\u00e4glichen Messen zeigt  uns schon einen \u00e4u\u00dferst f\u00fchlbaren Mangel an Priestern!), in der  Hoffnung, es w\u00fcrden inzwischen die Herren Reformatoren (das sind die  bisch\u00f6flichen und landesf\u00fcrstlichen Kommissare zur Untersuchung aller  geistlichen Pfr\u00fcnden, Kl\u00f6ster und Stiftungen) dorthin kommen, denen der  Pfarrer seine D\u00fcrftigkeit vorstellen sollten, Dieser stellte zu seinem  Prokurator oder Bevollm\u00e4chtigten in dieser Sache den Lizentiaten beider  Rechte, Herrn Erhard Hueber auf.<br \/> Der weitere Verlauf ist zwar nicht bekannt, doch war das fernere  Bestehen der Pfarre selbst so sehr gef\u00e4hrdet, dass alle etwa ergangenen  Erl\u00e4sse der geistlichen und weltlichen Obrigkeit nicht mehr vermochten  ihren nahen Untergang zu verhindern, und vermutlich ist der arme Stephan  Haiden der Letzte gewesen, der mit seinem Tod in Not und Kummer die  Reihe der alten Pfarrer von Matzleinsdorf beschlo\u00df. Denn das  Originalvisitationsbuch vom Jahr 1544 (Tomek I. Fol. 162) zeigt uns die  Pfarre schon ohne Seelsorger und der Pfarre Melk einverleibt, welcher  Zustand bis 1784 dauerte. <br \/> \u201ePharr M\u00f6tzlestorf. Der Pharr M\u00f6lckh incorporirt. Ertr\u00e4gt j\u00e4hrlich vii  (7) Pfund Pfennig, Drey Weing\u00e4rten, Achtzehen (18) Jeuch Ackher, Funf  Tagwerch Wismadt. Dem vorigen Pharrer nach seinem Absterben ist durch  den Phleger zu Zelckhing sein Guet genumben worden, der Ursachen man  khainen mer zuwegen bringen mag.\u201c \u2013 \u00dcber das Kirchenverm\u00f6gen unter der  Verwaltung der Kirchenpr\u00f6bste oder Zehentleute berichte es: \u201eZechleut zu  Metzlestorf. Zwey Jeuch Ackher, darunter will Phleger zu Ullmerfelldt  umb die versessenen Dienst einen einziehen und khainen Vertrag annemben.  Ain Viertl Weingarten zu Pechlarn. Item Ain Khue geh\u00f6rt zu der  Khirchen, begert der Phleger auch.\u201c Der Pfleger zu Ulmerfeld \u2013 einer  Herrschaft des Bistums Freising \u2013 wohin das Amt Bergern geh\u00f6rte, zu  welchem diese \u00c4cker dienstbar waren. Ob die Kuh von diesem oder vom  Pfleger zu Zelking begehrt wurde, ist aus dem Zusammenhang nicht ganz  klar auszunehmen, der Sache nach einerlei! Von dem Weingarten zu  Krummnu\u00dfbaum ist schon keine Rede mehr.<br \/> Dieser kl\u00e4gliche Befund der Dinge l\u00e4\u00dft uns einen Blick in das heillose  Verfahren tun, welches sich die Herrschaften und in deren Namen ihre  Beamten, offenbar oder im Geheimen der lutherischen Lehre zugetan, gegen  das beinahe schutzlose Kirchengut erlaubten, und wie frech sie den  Verordnungen, Abmahnungen und Drohungen der Landesf\u00fcrsten Trotz boten.  Das lockende Beispiel ri\u00df auch katholische Gutsherren und Pfarrpatrone  mit fort; denn selbst unter diesen sind manche von gleicher, so leicht  Gewinn bringenden Verschuldung nicht frei zu sprechen. Nach Art der  R\u00e4uber, nahm man unter den nichtigsten Vorw\u00e4nden, deren Ungrund man  selbst nur allzu gut kannte, was vom Kirchengut zur Vermehrung der  Eigenen Renten passend, brauchbar und gelegen schien, und legte, zum  Hohn noch Heuchelei gesellend, das Eingehen der Stiftungen der  Saumseligkeit und Launigkeit des noch so sehr unterdr\u00fcckten und  beraubten Klerus zur Last; ja es ist in der Tat zu wundern, dass noch so  viel davon, als heute \u00fcbrig ist, den St\u00fcrmen der Reformationszeit  entging!<br \/> Die kanonische Vereinigung der Pfarre Matzleinsdorf mit der Mutterpfarre  Melk geschah selbstverst\u00e4ndlich durch das Ordinariat von Passau;  Schriftliches ist hier\u00fcber nicht bekannt. Ob aber nicht auch schon im  vierzehnten Jahrhundert die Pfarre Matzleinsdorf eine Zeitlang wieder  von Melk aus versehen wurde, l\u00e4\u00dft sich bei dem g\u00e4nzlichen Mangel  leitender urkundlicher Zeugnisse nicht mehr entscheiden; denn dass die  in der Geschichte des Edelsitzes angef\u00fchrte Urkunde Weikards und  Stephans von Topel (vom Jahre 1385) Zehenten zu Freiningau, Bergern,  Maierh\u00f6fen und Matzleinsdorf \u201ein der Melker=Pfarre\u201c gelegen nennt, ist  allein zu einem solchen Urteil nicht hinreichend, vielmehr als ein  Versehen des Schreibers anzunehmen, der entweder mit den kirchlichen  Verh\u00e4ltnissen der so nahe bei Melk gelegenen Ortschaften nicht recht  bekannt war oder eine genauere Angabe f\u00fcr unn\u00f6tig hielt.<br \/> Wie schon das erw\u00e4hnte Konsistorialprotokoll in seiner Vortsetzung  berichtet, erschien der am 12. November 1574 als Pfarrer zu Melk und  Matzleinsdorf best\u00e4tigte Dechant&#160; Michael Span am 15. September vor dem  Konsistorium im Passauerhof zu Wien mit der Anzeige: Nachdem er auf die  ihm vom Bischof Urban verliehenen Pfarre Melk \u201esammt dem dazu geh\u00f6rigen  Filial Metzleinsdorf\u201c investiert worden war, haben sich doch der Edle  und fest (ordentliche, t\u00fcchtige) Christoph Straub vor kurzer Zeit die  Kirche zu Matzleinsdorf versperren und die Schl\u00fcssel dazu von den  Zechleuten mit Gewalt zu sich zu nehmen unterstanden, also dass der  heilige Gottesdienst und die Predigt etliche Mal hat auf dem Freithof  (Friedhof) vor der Kirchent\u00fcr verrichtet werden mu\u00dfte, mit F\u00fcrgeben, er  sei \u00fcber solcher Filiale Lehensherr und der Wohlgeborene Herr von  Stahremberg Vogtherr; der Bischof und sein Offizial habe allda nichts zu  schaffen; Herr von Stahremberg habe die Rechnung schon \u00fcber 100 Jahre  gepflogen.\u201c \u2013 Was weiter geschah, liegt nicht vor; augenscheinlich haben  sich aber der Dechant oder der Schriftf\u00fchrer im Namen geirrt; denn  niemals sind die Herren von Stahremberg, wohl aber die von Zelking  Vogtherren der Kirche und der Pfarre Matzleinsdorf gewesen.<br \/> Die Dechante und Pfarrer zu Melk schrieben sich forthin \u201ePfarrer zu Melk  und zu Matzleinsdorf,\u201c wie z.B. Parzer, Pr\u00e4torius, Dobler, Kaltenegger,  Schwindt, Hoffmann und noch Pilsel, der Letzte aus ihnen, und lie\u00dfen  die Filialpfarre durch ihre Kooperatoren versehen, an jedem dritten  Sonntage und mehreren Feiertagen in der Kirche zu Matzleinsdorf den  Gottesdienst abhalten, zeitweise auch Taufen hier vornehmen und  Verstorbene des Ortes im hiesigen Freithofe begraben. Der ohnehin  bauf\u00e4llige Pfarrhof fiel in Tr\u00fcmmer, wovon die letzten Reste im Jahre  1785 weggeschafft wurden, um den neuen Pfarrhaus Platz zu machen. In der  Leiten unter dem Garten, welcher zum Hause Nr. 8 geh\u00f6rt, wenige  Schritte vom sogenannten Hochgassel (Hochg\u00e4\u00dfchen) entfernt, sieht man  noch eine, mit einem sehr gro\u00dfen Stein bedeckte Vertiefung, wo einst ein  Brunnen gewesen sein soll, den man von alten Zeiten her den  \u201ePfaffenbrunn\u201c nannte.<br \/> Die geringen, noch vor der Begierde nach fremden Gute geretteten Renten  der Pfarre wurden gleichfalls der Pfarre Melk zugewiesen und von den  dortigen Pfarrern ohne Wiederrede genossen.<br \/> Neue Streitigkeiten entstanden, nachdem das Stift Melk durch den mit dem  Hochstift Passau geschlossenen Tauschvertrag vom 11. Juni 1693 zum  Besitz der Pfarre Melk mit deren Filialen Matzleinsdorf und Maierh\u00f6fen  gelangt war, wodurch zugleich die Lehenschaft oder das Patronat \u00fcber die  eingegangene Pfarre Matzleinsdorf, welches der Pfarrer zu Melk ausge\u00fcbt  hatte, an die Abtei Melk \u00fcberging.<br \/> In seiner lebhaften Freude \u00fcber die nach langen Bem\u00fchungen so gl\u00fccklich  zu Stande gebrachte Pfarrauswechselungskonvention hatte der Abt Gregor  angeordnet, dass dieses Ereignis am Jahrtag desselben durch ein Hochamt  in der Pfarrkirche zu Melk gefeiert werden sollte. Als dieses zum  erstenmal zu geschehen hatte, lud er alle Pfarrkinder durch Verk\u00fcndigung  von der Kanzel und durch ein an die Kirchent\u00fcren zu Melk, Matzleinsdorf  und Maierh\u00f6fen angeheftetes Edikt vom 6. Juni 1674 dazu ein. Dieses  Edikt wurde zu Matzleinsdorf unbedachtsamer Weise weggenommen, in das  Schloss Zelking gebracht und von den beiden Pflegern an ihre  Herrschaften nach Wien geschickt, deren Ansehen sie durch dasselbe  \u201eh\u00f6chst geschm\u00e4lert, auch die uralte Pfarre Matzleinsdorf geschw\u00e4cht\u201c  sahen. Der Besitz der Herrschaft Zelking war n\u00e4mlich damals noch  strittig (umstritten, fraglich) zwischen dem Marchese degli Obizzi und  dem Grafen Johann Joachim vom Sinzendorf; daher nahmen auch zwei Pfleger  an der Verwaltung teil: Andrea\u00df Roy\u00df f\u00fcr den Marchese, der zu Leiben  wohnende Johann Augustin Waloraun f\u00fcr den Grafen. Der Titel des Marchese  ist: Ferdinand Marchese degli Obizzi, kais. k\u00f6n. K\u00e4mmerer,  Hofkriegsrath, General-Feldwachtmeister, Stadtguardi-Oberstlieutnant zu  Wien, Besitzer der Herrschaft Zelking.<br \/> Man stie\u00df sich vorz\u00fcglich daran, dass diese nur eine Filiale genannt  wurde (obwohl sie im Tauschvertrage selbst nicht anders hei\u00dft), und bei  dieser Gelegenheit kam \u00fcberhaupt die Klage zur Sprache, dass der  Gottesdienst zu so unbestimmten Zeiten, bisweilen am dritten, manchmal  erst am vierten Sonntag gehalten werde; und dass die Matzleinsdorfer,  weil sie einen eigene Taufstein und Friedhof haben, auch dort getauft  und begraben zu werden verlangten (es mu\u00df also manche Unordnung oder  Willk\u00fcr stattgefunden haben). Da der Marchese degli Obizzi zu Wien das  abgenommene Edikt unbefugter Weise lange Zeit zur\u00fcckbehielt und die  Versuche den Streit in G\u00fcte beizulegen vergeblich waren, f\u00fchrte der Abt  von Melk Beschwerde gegen ihn, welche von der nieder\u00f6sterreichischen  Landesregierung durch Entscheidung vom 7. Mai 1695 dahin verglichen  wurde, dass der Marchese in der Aus\u00fcbung seiner geistlichen Lehensrechte  bei der Filialkirche zu Matzleinsdorf nicht hinderlich und der  vorgegangene Akt dem Abt an seiner geistlichen Gerichtsbarkeit nicht  pr\u00e4judizierlich sein sollte. Wie aus den in dieser Streisache  gewechselten Schriften sich herausstellt, ging man damals schon mit dem  Gedanken um, dass der alte Pfarrhof neu gebaut und ein eigener Pfarrer  angestellt oder wenigstens der Gottesdienst alle Sonn- und Feiertage  gehalten werden sollte; und es klingt ganz sonderbar, wenn dabei einer  vertraulichen Mitteilung die \u00c4u\u00dferung entschl\u00fcpft: Sie s\u00e4hen es gerne,  \u201edamit ihre Untertanen, als B\u00e4cker, Fleischhauer etc., durch die  ankommenden Pfarrkinder, einigen Nutzen, wie auch die Hoftafern (Taverne  \u2013 Gastwirtschaft mit der Berechtigung zur Abhaltung von Hochzeiten und  Leichentrunk) einen besseren Verschlei\u00df und Zugang h\u00e4tte!\u201c -. Nach dem  \u00e4lteren Gedenkbuch von Matzleinsdorf von 1694 bis 1698, dem Archiv im  Melkerhofe zu Wien, Scrin. 31. Fasc. 10, und dem (ehem.)  Herrschaftsarchiv zu Matzleinsdorf.<br \/> Nach Inhalt eines Schreibens aus Wien vom 27. September 1700 verlangte  Otto Ferdinand Graf von Hohenfeld, als Gerhab (Vormund) des  minderj\u00e4hrigen Grafen von Sinzendorf, Sohnes des verstorbenen Grafen  Johann Joachim von Sinzendorf, vom Dechant Pilsel dessen Erkl\u00e4rung, ob  es ihm beliebe, k\u00fcnftighin, bis der zugrunde gegangene Pfarrhof zur  bequemen Wohnung wieder zugerichtet werden mag, alle Sonn- und Feiertage  den Gottesdienst zu Matzleinsdorf zu halten oder halten zu lassen,  zumal er (der Graf) des Vorhabens sei, im Falle der Weigerung die Sache  an das Konsistorium gelangen zu lassen. Da nun die Antwort des Dechants  verneinend ausfiel, und sich auf die zu erfolgende Entscheidung des  Konsistoriums berief, \u00fcbergab der Graf am 23. Februar 1701 seine Anzeige  und Bitte dem Passauer Konsistorium zu Wien, mit dem Bemerken, dass er  schon vor graumer Zeit von den Matzleinsdorfern und andern zu dieser  Pfarre geh\u00f6rigen Orten und Untertanen, deren \u00fcber 560 an der Zahl seien,  um seine Mitwirkung zur Wiederholung der Pfarre und des Pfarrhofes  gebeten worden sei. Zugleich legte er einen Anschlag der pfarrlichen  Eink\u00fcnfte aus den pfarrlichen Zehentregistern der Herrschaft Zelking  vor, wonach er, die Mittelpreise der K\u00f6rnerfr\u00fcchte angenommen, ein  reines Ertr\u00e4gnis von 578 Gulden 46 Kreuzer auswies, welches sich bei den  jetzigen K\u00f6rnerpreisen sogar bis auf 870 fl. 13 kr. erh\u00f6hen lie\u00dfe. In  einem Zehentbuche des (ehem.) Herrschaftsarchives zu Matzleinsdorf von  1673 werden die Zehenten der Pfarre Melk und der Pfarre Matzleinsdorf  genau unterschieden und die zu Matzleinsdorf befindlichen  Pfarruntertanen ausdr\u00fccklich Pfarr- Matzleinsdorfer Untertanen genannt,  damit die noch \u00e4lteren Urbarien der Pfarre Melk \u00fcbereinstimmen. \u2013 Die  damaligen h\u00f6heren Preise waren: der Metzen Weizen 2 fl. 30 kr., Korn 2  fl., Wintergerste 1 fl. 30 kr., Hafer 1 fl.<br \/> Hier\u00fcber vom Konsistorium zur Berichterstattung aufgefordert, bewies der  Dechant, dass der Anschlag des Einkommens, wie es der Graf angegeben  habe, allzu hoch sei, indem, nach Abzug der vom Dechant nicht  anerkannten, als wirkliche Eink\u00fcnfte der Pfarre Matzleinsdorf nicht mehr  als 72 Gulden 43 Kreuzer blieben, welche ihm nicht hinl\u00e4nglich  schienen, alle Sonn- und Feiertage dort Gottesdienst zu halten. In  Ansehung der Untertanen behauptet der Dechant, dass nicht 19, sondern  nur 13 \u201euntert\u00e4nige aufrechte H\u00e4user\u201c zur Pfarre Matzleinsdorf geh\u00f6ren;  da zwei H\u00e4user in der Pfarre Wieselburg, auf der Oed genannt,  unmittelbar der Pfarre Melk untert\u00e4nig seien, die um den alten Pfarrhof  zu Matzleinsdorf gelegenen vier H\u00e4user aber keine eigenen Grundst\u00fccke  haben, usw. Es ist nicht zu leugnen, dass die so vielj\u00e4hrige Vereinigung  beider Pfarren gro\u00dfe Verwirrung in Hinsicht der Eink\u00fcnfte  hervorbrachte. Laut eines \u201eGrund-Urbar- und Dienstb\u00fcchels \u00fcber die  Pfarre M\u00f6lkh und M\u00e4tzlstorff\u201c von 1556 bis 1593 und eines andern von  1578 bis 1599 war der Pfarrer von Matzleinsdorf \u201eund sonst kein anderer\u201c  \u2013 Lehenherr und Grundherr von drei Holden im Amt Scheibs an dem Wald  bei der Gesnitz (Je\u00dfnitz?). \u00c4cker geh\u00f6rten zum Pfarrhof zwanzig (sic),  \u201edarunter die an dem Freithof an das Painweichdach (Beinhaus, Ossuarium)  stossen\u201c; Wiesen sechs. Ebenda hei\u00dft es: \u201eNota (Anmerkung). Ein jeder  Pfarrer zu Matzlstorff soll dem Pfarrherrn allhier zu M\u00f6lkh in den  Pfarrhof, als seinem Lehensherrn (Patron), damit er ihm curam animarum  gibt, zu Martini sieben Schillinge dienen.\u201c Es war auch ein Pfarrhofholz  (Wald) vorhanden, aus welchem die Herrschaft Peilstein dem Pfarrer  j\u00e4hrlich 10-12 Klafter Holz gab, usw.<br \/> \u00dcberdies (ausserdem) erkl\u00e4rte er, dass er als zur Pfarrkirche  Matzleinsdorf geh\u00f6rige Pfarrkinder keine anderen erkenne, als die,  welche das Recht im Freithofe daselbst begraben zu werden von jeher  gehabt haben. Die Gegenvorstellungen des Dechants wurden vom  Konsistorium gebilligt, und so lie\u00df man es fernerhin bei der alten  Einrichtung bewenden.<br \/> Sechundf\u00fcnfzig Jahre waren verflossen, da wurde im Jahre 1757 der l\u00e4ngst  gen\u00e4hrte Wunsch der Gemeinde neuerdings laut, welche ihre Herrschaft um  ihre Verwendung bat, dass entweder Matzleinsdorf mit allen zu dieser  Pfarre geh\u00f6rigen Untertanen, Zehenten, Grundst\u00fccken, Stol- und anderen  pfarrlichen Eink\u00fcnften zur Pfarre Zelking gegen Haltungs eines  Kooperators daselbst gewidmet, oder ein eigener Pfarrer zu Matzleinsdorf  angestellt, oder wenigstens alle Sonn- und Feiertage der ordentliche  Gottesdienst daselbst unentgeldlich von Melk aus gehalten werde; denn  seit einem Jahr (1756) wurde zwar auf Ansuchen der Gr\u00e4fin Witwe Josepha  von Sinzendorf an jedem Sonn- oder Feiertag hier Messe gelesen, wof\u00fcr  aber die Gr\u00e4fin das Stipendium, die Gemeinde den Wagen bezahlte. Das  Gesuch mu\u00dfte \u00fcberdies halbj\u00e4hrlich erneuert werden sollte es zu keiner  &#8222;Consequenz&#8220; f\u00fchren. Der Bericht des Thomas Joseph Obermillner,  Rentschreibers zu Zelking, \u00fcber diese Angelegenheit an seinen Grafen  Philipp von Sinzendorf sagt, es seien, nach der Aussage alter Leute, die  es von ihren Vor\u00e4ltern geh\u00f6rt haben, au\u00dfer dem Dorf Matzleinsdorf  selbst, die ganzen D\u00f6rfer Priel, Bergern, Maierh\u00f6fen und von Freiningau  die obere Seite gegen Maierh\u00f6fen, wie die Stra\u00dfe durch das Dorf geht,  zur Pfarre Matzleinsdorf, die untere Seite von Freiningau aber nach Melk  geh\u00f6rig. Der alte Taufstein wurde erst bei dem neuen Bau oder vielmehr  bei der Wiederherstellung der Kirche (1735-1736) \u201eaus gewissen Ursachen  als unn\u00f6thig befunden,\u201c wie das Gedenkbuch sich ausdr\u00fcckt, und daher  zerschlagen und hinweggenommen, weil man n\u00e4mlich jede unliebsame  Erinnerung an die alte Pfarre mit ihren nat\u00fcrlichen Folgerungen  m\u00f6glichst vertilgen wollte. In einem Vertrag vom 15. September 1739  zwischen dem Abt Adrian und dem Konvent zu Melk und der Josepha,  geborenen und verwitweten Gr\u00e4fin von Sinzendorf und Sigismund Rudolph  Grafen von Sinzendorf als Vorm\u00fcndern der Pupillen Wenzels Grafen von  Sinzendorf \u00fcber verschiedene herrschaftliche Gerechtsame (Anspr\u00fcche, die  durch Gesetze oder Herkommen begr\u00fcndet sind) wurde unter andern Punkten  eine Klage des Stiftes vom Jahr 1709 \u00fcber verweigerte Kirchenrechnung  als ganz abgetan erkl\u00e4rt und in Ansehung des Begr\u00e4bnisses ausgemacht,  dass die Verstorbenen des Dorfes Matzleinsdorf, der Neuhaus- oder  Gei\u00dfm\u00fchle und der zwei H\u00e4user im M\u00f6sel im Gottesacker zu Matzleinsdorf,  alle \u00fcbrigen Pfarrkinder aber zu Melk begraben werden sollten. \u2013 Im  Jahre 1760 waren wieder Streitigkeiten zwischen dem Stifte und der  Herrschaft Zelking wegen Aufnehmung der Kirchenrechnung, Verwaltung des  Kirchenverm\u00f6gens, Sperre der Kirchenlade, Ausleihung der  Kirchenkapitalien u. dgl.<br \/> Indessen hatte Joseph Mayer, Untertan der Herrschaft Zelking zu  Matzleinsdorf, im Testament vom 7. M\u00e4rz 1756, er\u00f6ffnet am 6. April 1761,  ein Kapital von 200 Gulden dazu bestimmt, dass die Zinsen desselben der  Gemeinde als ein Beitrag zu den von ihr zu bestreitenden Auslagen f\u00fcr  die Abhaltung des Gottesdienstes gewidmet sein sollten. W\u00fcrde diese  aufh\u00f6ren, so sollte jenes Kapital zur Stiftung von j\u00e4hrlich acht Messen  verwendet werden, was auch wirklich nach Errichtung der Lokalie mittels  Stiftungsbriefes vom 19. Dezember 1786 geschah. Diese gutgemeinte  Verf\u00fcgung Mayer\u2019s kam der Gemeinde um so besser zu statten, da sie seit  dem Tod der genannten Gr\u00e4fin die ganze Auslage allein zu tragen hatte.  Daher schon 1762 eine neue Bitte der Gemeinde an die fromme Kaiserin  Maria Theresia um einen eigenen Seelsorger mit Wiederholung der stets  geltend gemachten, schon bekannten Gr\u00fcnde! Graf Philipp von Sinzendorf,  Herr der Herrschaft Zelking und des Edelhofes zu Matzleinsdorf,  unterst\u00fctzte die von ihm selbst dazu angetriebenen Bittsteller auf das  nachdr\u00fccklichste und ging so weit, dass er sogar auf das kumulativ (sich  anh\u00e4ufend) mit dem Stifte Melk auszu\u00fcbende Patronatsrecht Anspruch  machte.<br \/> Da der Patron, Abt Thomas, dabei g\u00e4nzlich \u00fcbergangen worden war, erregte  diese unnachbarliche und leidenschaftliche Verfahren den Unwillen des  sonst edlen und sanftm\u00fctigen Pr\u00e4laten so sehr, dass, nachdem sowohl die  Gemeinde als der Graf durch Regierungsdekrete von 1762 und 1764 mit  ihrem Ansuchen abgewiesen worden, an jenen Tagen, an denen der alten  Ordnung gem\u00e4\u00df kein Gottesdienst war, kein Priester mehr nach  Matzleinsdorf geschickt wurde, bis die Gemeinde im Jahre 1771 reuevoll  wieder darum bat, und der neue Abt Urban im folgenden Jahre ihr Ansuchen  gew\u00e4hrte.<br \/> Endlich gaben die Verordnungen Joseph II. in Kirchensachen dieser  mi\u00dflichen Angelenheit unverhofft eine g\u00fcnstige Wendung. Die befohlene  Errichtung neuer Pfarren und Lokalien hatte auch auf Matzleinsdorf  Einflu\u00df. Schon am 6. M\u00e4rz 1782 erstattete die Herrschaft Zelking Bericht  hier\u00fcber (wir f\u00fcgen noch folgende vergleichende statische Notizen bei:  Laut Schriften im (ehem.) herrschaftlichen Archiv zu Matzleinsdorf  betrug im Jahre 1700 die Seelenzahl zu Matzleinsdorf 237, zu Freiningau  120, zu Bergern 64, zu Maierh\u00f6fen 24, zu Gro\u00dfpriel 61, zu Kollapriel 44,  zu Klauspriel 11, zusammen 561; im Jahre 1782 zusammen 523; jetzt  besteht die Bev\u00f6lkerung der Pfarre aus 471 Seelen, wovon auf  Matzleinsdorf 385, auf Bergern 63, auf Maier\u00f6fen 23 kommen), die  Verhandlungen in Betreff der Lokalien Matzleindorf und Erlauf wurden  noch 1783 fortgesetzt, und da der Graf Philipp von Sinzendorf nicht blo\u00df  auf das ihm von der Regierung angebotene Patronatsrecht \u00fcber  Matzleinsdorf, sondern auch auf das Vogteirecht, welches best\u00e4ndig zu  Streitigkeiten Anla\u00df gegeben hatte, f\u00fcr immer Verzicht leistete, wurde  dem Stift Melk 1783 das Patronat \u00fcber die neue Kuratie mit dem Auftrag  \u00fcbergeben, sie mit einem Stiftsgeistlichen zu besetzen und diesem seine  Sustentation zu geben, wie auch den Pfarrhof und das Schulhaus zu bauen.  So entstand aus der alten Pfarre die LoKalie Matzleinsdorf, die mit  gr\u00f6\u00dferem Recht eine neue Pfarre genannt werden sollte. Am 26. Januar  1784 wurde der erste eigene Seelsorger Edmund Koppler, geboren zu Melk  1739, Kooperator zu Traiskirchen, der neuen Pfarrgemeinde durch den  Stiftsprior Damian Nusko vorgestellt, und blieb bis 1811 hier, da er bei  abnehmenden Kr\u00e4ften und geschw\u00e4chter Gesundheit in das Stift  zur\u00fcckkehrte, wo er 1813 starb. Nebst dem Pfarrort wurden die D\u00f6rfer  Freiningau, Bergern und Maierh\u00f6fen, eine halbe Stunde davon entfernt,  der neuen Pfarre zugewiesen, Freiningau jedoch auf die Weigerung dieser  Gemeinde sich hieher einpfarren zu lassen, durch Kreisamtdekret vom 13.  J\u00e4nner 1784 bei der alten Pfarre Melk belassen.<br \/> Der Bau des neuen Pfarrhofes, am 19. April 1784 auf Kosten der Kirche  (mit einem Beitrag von der Filialkirche zu Maierh\u00f6fen) begonnen, wurde  1785 vollendet. Der Pfarrer hatte inzwischen im Herrenhaus oder Edelhof  gastliche Aufnahme gefunden. Bei dem feindlichen Einfall der Franzosen  im Jahre 1805 wurde der Pfarrhof gepl\u00fcndert und der Opferstock in der  Kirche erbrochen, sonst aber nichts aus derselben genommen; allein im  Jahre 1809 erlitt sie durch Pl\u00fcnderung und Verw\u00fcstung an Paramenten  (lat., Stoffgegenst\u00e4nde \u2013 Fahnen, Decken \u2013 f\u00fcr gottesdienstliche Zwecke)  und Ger\u00e4ten einen Schaden von 1470 Gulden Bankozetteln (unverzinsliche  Staatsanleihe).<br \/> Dem Edmund Koppler folgten die Stiftspriester von Melk: Florian Maynoli  1811, Adrian St\u00f6lzl 1812, Vincenz Huber 1814, Andreas Ragotzy 1820,  Bernhard Papier 1827, Gabriel Reinegger 1829, unter welchen die  pfarrlichen Wirtschaftsgeb\u00e4ude zu Stande kamen; Ignaz Franz Keiblinger  1843, Christian Bogengruber 1850, Beda Klaftinger 1855.<br \/> Der Wohltat einer Schule mu\u00dfte Matzleinsdorf Jahrhunderte lang  entbehren. Zur Besorgung des Kirchendienstes war ein Mesner bestellt \u2013  von Erteilung des Jugendunterrichtes keine Rede! Im Jahre 1779 war Graf  Philipp von Sinzendorf, \u00fcberzeugt von dem Nutzen \u201eallein sein  wohlth\u00e4tiger Vorschlag fand nicht den erw\u00fcnschten Anklang; und die  Ausf\u00fchrung verz\u00f6gerte sich bis zum Wiederaufleben der Pfarre, in Folge  dessen, den Allerh\u00f6chsten Vorschriften gem\u00e4\u00df, zu Ende des Jahres 1786  ein Schullehrer angestellt und 1787 das Schulhaus gebaut wurde. Eine  kurze Nachricht \u00fcber die Lokalie Matzleinsdorf gab der Verfasser der  Geschichte von Melk in der theol. Momatszeitschrift Hippolytus II.  Jahrgang, Juliheft III. 238<\/span><span style=\"color: rgb(0, 0, 0);\"><span style=\"font-size: 14px;\">\u2013<\/span><\/span><span style=\"font-size: 14px;\">240. <\/p>\n<p> Entnommen aus: Geschichte des Benedictiner=Stiftes Melk in  Nieder\u00f6sterreich, seiner Besitzungen und Umgebungen (von Ignaz Franz  Keiblinger, II. Band. I. Abtheilung), Wien 1869, S. 283<\/span><span style=\"color: rgb(0, 0, 0);\"><span style=\"font-size: 14px;\">\u2013<\/span><\/span><span style=\"font-size: 14px;\">321.<\/p>\n<p> Abgeschrieben von Ludwig Pichler mit freundlicher Genehmigung seitens des Di\u00f6zesanarchivs St. P\u00f6lten im J\u00e4nner 2005<\/p>\n<p> <\/span><\/div>\n<p> <\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#160; &#160; Die Lokalie Matzleinsdorf &#160; Unter Lokalie wird eine von der Mutterkirche ganz oder teilweise verselbst\u00e4ndigte Filialkirche bezeichnet. Die Kirche in Matzleinsdorf hat (vorerst) nie dem Stift (Stifte sind nur Kl\u00f6ster der Chorherren und Benediktiner und ihrer Zweige \u2013 Zisterzienser, Pr\u00e4monstratenser \u2013 aus dem Mittelalter) Melk angeh\u00f6rt, und Weiskern\u2019s irrige Angabe I. 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