{"id":411,"date":"2011-03-08T17:14:08","date_gmt":"2011-03-08T17:14:08","guid":{"rendered":"https:\/\/zelking.com\/2011\/03\/08\/diverse-gebaeudebeschreibungen\/"},"modified":"2011-03-08T17:14:08","modified_gmt":"2011-03-08T17:14:08","slug":"diverse-gebaeudebeschreibungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/zelking.grafikweb.eu\/?p=411","title":{"rendered":"Eingepfarrte Ortschaften"},"content":{"rendered":"<div style=\"text-align: justify;\">\n<div style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: rgb(0, 0, 0);\"> <\/p>\n<div style=\"text-align: justify;\"> &#160;<\/div>\n<p> <\/span><\/div>\n<\/p><\/div>\n<p> <span style=\"color: rgb(0, 0, 0);\"> <\/p>\n<div style=\"text-align: center;\"><span style=\"font-size: 20px;\"><strong> Eingepfarrte Ortschaften<\/strong><\/span><\/div>\n<p> <\/span>  <span style=\"color: rgb(0, 0, 0);\"> <\/p>\n<div style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14px;\"><\/p>\n<p> <\/span><\/div>\n<p> <\/span>  <span style=\"color: rgb(0, 0, 0);\"> <\/p>\n<div style=\"text-align: center;\"><span style=\"font-size: 18px;\"><strong>Bergern<\/strong><\/span><span style=\"font-size: 14px;\"><strong><br \/> <\/strong><\/span><\/div>\n<p> <\/span> <\/p>\n<p> <span style=\"color: rgb(0, 0, 0);\"> <\/p>\n<div style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14px;\">Gew\u00f6hnlich  Berging genannt, ebenso wie Maierh\u00f6fen zwischen der Poststra\u00dfe und der  Donau gelegen, ein Dorf von elf H\u00e4usern und ehemals ein Amt der dem  Bistum Freising geh\u00f6rigen Herrschaft Ulmerfeld (oder eigentlich des  B\u00fcrgerspitals zu Ulmerfeld), welche \u00fcber dasselbe und \u00fcber Maierh\u00f6fen  die Ort- und Grundherrlichkeit ungeteilt besa\u00df, kommt in Urkunden der  \u00f6sterreichischen Landesf\u00fcrsten \u2013 Albrechts V. von 1430 und seines Sohnes  Ladislaus von 1453 \u2013 zugleich mit Maierh\u00f6fen als der Ort Pergarn,  beides in der Melker Pfarre&#160; gelegen, vor, wie uns die Ortsgeschichte  von Matzleinsdorf berichtete. Das Gasthaus (Nr. 4) soll einst eine  herrschaftliche Taferne gewesen sein, daher man dem selben noch vor  einigen Jahren einen mit der Infel bedeckten Wappenschild von Eisenblech  sah, auf welchem das Wappen eines F\u00fcrstbischofs von Freising gemalt  war, sp\u00e4ter aber an dessen Stelle das Bild der \u201eMutter Gottes von Maria  Taferl\u201c kam \u2013 zur komischen Verwunderung eines wandernden Dilettanten in  der Heraldik, der sich den Kopf dar\u00fcber zerbrach, welches Bistum oder  welche Abtei wohl ein solches Wappen gef\u00fchrt habe!<br \/> Eine sehr kleine, gemauerte Kapelle mit einem Bilde der heiligsten Dreifaltigkeit enth\u00e4lt nichts Bemerkensertes.<br \/> In dem \u201eLiber praediorum\u201c oder Urbar und Dienstbuch der  bisch\u00f6flichen-freisingischen Tafelg\u00fcter, im Jahre 1316 im Auftrag des  Bischofs Konrad III. verfa\u00dft, erscheint ein Amt Pergarn, aus zwei  D\u00f6rfern bestehend, und zwar werden in dem ersten zwei, in vier Teile  geteilte H\u00f6fe, im zweiten sechs und ein halbes Lehen und eine Hofst\u00e4tte,  dann wieder zu Oberpergarn (in Superiori Pergarn) ein halbes und ein  ganzes Lehen, durch den Bischof Konrad (1315 oder 1316) \u201evon dem  Luhseneker\u201c gekauft, und eine Hofst\u00e4tte als dienstbar angef\u00fchrt. Wenn  unter diesen zwei D\u00f6rfern nicht vielleicht Unter- und Oberbergern unweit  G\u00f6ttweig und Mautern zu verstehen sind, weil unmittelbar voraus die  Besitzungen und Renten zu Hollenburg und in der Wachau angegeben werden,  so w\u00e4re anzunehmen, dass das n\u00e4chst Bergern gelegene D\u00f6rfchen  Maierh\u00f6fen (weil vermutlich erst unl\u00e4ngst als solches entstanden) hier  gleichfalls mit dem Namen Pergarn bezeichnet werde, und in diesem Falle  als das untere Bergern, das zweite aber, ausdr\u00fccklich das obere genannt,  als das heutige Dorf Bergern zu gelten habe. Da wir uns hier\u00fcber kein  bestimmtes Urteil anma\u00dfen wollen, legen wir, zu genauerer Pr\u00fcfung und  sicherer Entscheidung des streitigen Gegenstandes, die betreffende  Stelle aus dem erw\u00e4hnten Urbar zuletzt unter den Urkunden (X.) vor. Eine  Plantaidung von Pergarn und Maierhofen s. in Grimms Weisth\u00fcmer III. 685  im Auszuge.<br \/> Im Bauerkrieg von 1597 tat sich, wie ein gleichzeitiger Bericht erz\u00e4hlt,  Georg Haiden zu Bergern \u201eals der rebellischen Bauern selbst  aufgeworfener Hauptmann\u201c durch seine rohe Gewaltt\u00e4tigkeit gegen  gutgesinnte Untertanen oder von ihm sonst angefeindete Nachbarn hervor;  wie er denn z.B. am 22. Februar zur Nachtzeit mit anderen seines  Gelichters ein Haus zu Freiningau \u00fcberfiel, T\u00fcren und den Ofen  zerschlug, den Hausbesitzer, dessen Weib und Kinder mi\u00dfhandelte, ihre  ganze Habe seinen Raubgenossen preisgab, und sich anschickte, mit zweien  seiner eigenen Nachbarn ebenso arg zu verfahren.&#160; <\/p>\n<p> <\/span><\/div>\n<p> <\/span> <br \/> <span style=\"color: rgb(0, 0, 0);\"> <\/p>\n<div style=\"text-align: center;\"><span style=\"font-size: 18px;\"><strong>Maierh\u00f6fen<\/strong><\/span><span style=\"font-size: 14px;\"><strong><br \/> <\/strong><\/span><\/div>\n<p> <\/p>\n<div style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: rgb(0, 0, 0);\"><span style=\"color: rgb(0, 0, 0);\"><span style=\"font-size: 14px;\">Ein  D\u00f6rfchen von vier H\u00e4usern in geringer Entfernung von Bergern n\u00e4chst  Freiningau, in neueren Schriften und im gemeinen Sprachgebrauche  gew\u00f6hnlich Maierh\u00f6fen, obwohl die \u00e4lteren Urkunden Maierhofen schreiben,  bei Weiskern (I. 400) irrig Mayershofen, verdankt sicher, auch der  Tradition zufolge, Ursprung und Namen der ersten Ansiedlung, einem  Meierhof, dessen reicher Besitzer seinen ahnsehnlichen Grundbesitz unter  seinen S\u00f6hnen teilte, die nun, jeder auf dem ihm zugefallenen Anteil,  sich nahe bei einander niederlie\u00dfen und durch die von ihnen gebauten  H\u00e4user dem Ort sein Dasein gaben.<br \/> <\/span><\/span><\/span><\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: rgb(0, 0, 0);\"><span style=\"color: rgb(0, 0, 0);\"><span style=\"font-size: 14px;\"> Mit dieser alten \u00dcberlieferung scheint auch das Freisingischer Urbar vom  Jahre 1316 \u00fcbereinstimmen. (Urkunden, Num. X). Die Bemerkung von  Koch-Sternfeld (Salzburg und Berchtesgaden II. Bd. S. 371), dass der  Ortsnamen \u201eMayerhofen\u201c durchaus sehr alte, ansehnliche Wohnsitze  anzeigen (von mar, mahr, major, Maier, Hofverwalter), findet wenigstens  auf die dreisig Ortschaften, welche in \u00d6sterreich unter der Enns den  Namen Maierhofen (Maierh\u00f6fen) f\u00fchren, keine Anwendung, indem ihre  H\u00e4userzahl (von 2 bis 27) meistens sehr klein ist und ihr Bestehen nicht  in eine sehr alte Zeit hinauf nachgewiesen werden kann.<br \/> \u00dcbrigens kommt Marchouen schon im Melker Urbar von 1314 vor.<br \/> Eine wahre Zierde desselben und der freundlichen Gegend ist die  Filialkirche zum heiligen Nikolaus, jetzt beinahe eine Viertelstunde von  der Donau entfernt, noch im letzten Viertel des siebenzehnten  Jahrhunderts auf einer Anh\u00f6he n\u00e4chst dem Ufer derselben gelegen, und  wahrscheinlich deshalb dem Patron der Schiffenden geweiht. Im  pfarrlichen Archiv zu Matzleinsdorf sind zwei Gedenkb\u00fccher sowohl \u00fcber  die Kirche zu Matzleinsdorf als \u00fcber die zu Maierh\u00f6fen \u2013 das \u00e4ltere, nur  von 1694 bis 1698 reichend, von dem Stiftsprior und Pfarrer zu Melk  Colomann Scherb verfa\u00dft, das andere im Jahre 1741 von einem seiner  Nachfolger in beiden \u00c4mtern, Vitalis Waldm\u00fcller, angefangen und von  anderen fortgesetzt. Das Erste gibt sehr geringe historische Ausbeute,  umso brauchbarer ist das Zweite. Der Verfasser desselben schreibt S.  10\u201311, \u201eda\u00df vor beil\u00e4ufig 50 Jahren die Donau und Rinnsal (sic) ganz  nahe an das Gestad geflossen, wo in der H\u00f6he das Kirchlein stehet;&#160; \u2013  welche Zeit also mit der oben angegebenen ann\u00e4hernd zusammentrifft.  Merkw\u00fcrdig ist die zu Alkofen im Hausruckkreis ober der Enns bekannte  Sage, das ganze Donautal daselbst sei vor Zeiten ein gro\u00dfer See gewesen,  welchem ein im Schloss Ottensheim lebendes wohlt\u00e4tiges Fr\u00e4ulein durch  Abgrabung eines Berges einen Abflu\u00df verschaffte.<br \/> Auch in Aschach, etwas weiter aufw\u00e4rts, soll die Donau einst ein weit  gr\u00f6\u00dferes Bett gehabt haben und beim Schloss Stauf vorbeigeflossen sein.  Vor Zeiten flo\u00df die Donau hart an Arbing (im unteren M\u00fchlkreise)  vor\u00fcber, und es ist noch nicht lange her, dass man in den H\u00e4usern die  eisernen Ringe sah, woran die \u201eZillen\u201c angeh\u00e4ngt wurden. Jetzt ist  Arbing eine gute Stunde vom Ufer entfernt. (XVII. Lief. D. Beitr. Zur  Gesch. d. Landes ob d. Enns, im XXII. Bericht \u00fcber d. Museum  Francisco-Carolinum, Linz 1862, S. 34). <br \/> Wie von den meisten Kirchen und Kapellen \u00d6sterreichs, ist auch der erste  Urheber und die Zeit des ersten Baues von diesem Gotteshause im Strome  der Vergessenheit untergegangen, und kein gr\u00fcndlicher Forscher wird dem  Verfasser des Gedenkbuches vom Jahre 1741 beistimmen, welcher es  \u201eglaubw\u00fcrdig\u201c fand, \u201eda\u00df es eben den Stifter habe, welche die  Mutterkirche zu Melk gehabt hat, weilen es unter einstens auch einen  Patronum ecclesiae erkennen (sic), n\u00e4mlich das Hochstift Passau, welche  eben beide Anno 1693 den 11. Juni durch ordentliche canonische  Transaction zu dem Closter M\u00f6lk \u00fcbergegangen und diesem plenissimo jure  incorporirt seind.&#8220; Denn der h\u00e4ufig vorkommende Umstand, dass Mutter-  und Filialkirche demselben Patronat unterstanden, berechtigt nicht zu  dem Schluss, dass sie auch den n\u00e4mlichen Urheber gehabt haben. Viel  sicherer ist eine Spur, auf welche uns die \u00c4u\u00dferung des Hauptmannes der  Freisingischen Herrschaft Ulmerfeld, Joachim Freymann von Randegg, vom  Jahre 1694 f\u00fchrt, dass \u201evon den Ulmerfeldischen Unterthanen das  Gotteshaus erbaut worden\u201c sei, die entweder in Schriften seines Archivs  oder in einer seither verschollenen Tradition gegr\u00fcndet sein m\u00f6chte. Die  Relation (Beziehung, Verh\u00e4ltnis) vom 16. Juni 1694 \u00fcber die Aufnahme  der Kirchenrechnungen (im Gedenkbuch von 1694) erw\u00e4hnt n\u00e4mlich, dass  damals von den ausgeliehenen Kirchenkapitalien f\u00fcr einen Gulden alle  ausw\u00e4rtigen Untertanen drei Kreuzer Interesse, die Ulmerfeldischen  hingegen nur zwei Kreuzer gaben, von welcher Beg\u00fcnstigung der genannte  Beamte den oben angef\u00fchrten Grund geltend machte.<br \/> Hierin best\u00e4rkt uns die Meinung Waldm\u00fcller\u2019s selbst in Betreff der  Vogtei \u00fcber diese Kirche: \u201eDas Vogteirecht scheint an die Hochstiftlich  Freisingische Herrschaft Ulmerfeld gefallen zu sein, weil dieselbe&#160;  Grundherrn des Kirchleins ist, die herumliegenden Nachbarn zu Maierhofen  und Bergern dahin unterth\u00e4nig sind, und dann etwa diese Leute von ihren  Grundst\u00fccklein der Kapelle etwas beigetragen haben, mit Consens ihrer  Herrschaft, mithin sich diese das jus advocatiae vorbehalten haben wird,  da auch sonst von derlei Ursachen das Vogtrecht zu erwachsen pflegt.\u201c  Im Gedenkbuch von 1741 wird noch bemerkt, es erinnere sich niemand, \u201eda\u00df  bei dieser St. Nicolai=Kirche eine Wasser= oder Schiffssammlung  geschehen sei;\u201c denn in einem solchen Fall k\u00f6nnte vielleicht die Kirche  aus den gesammelten Beitr\u00e4gen der Vor\u00fcberschiffenden gebaut worden sein.<br \/> Wir glauben uns also von der Wahrheit nicht zu verirren, wenn wir die  Entstehung der Kirche vorz\u00fcglich dem frommen, eintr\u00e4chtigen Sinne der  Bewohner von Bergern und Maierh\u00f6fen und ihrer n\u00e4chsten Nachbarn  zuschreiben, denen vielleicht ein wohlhabender Landmann durch einen  bedeutenden Beitrag mit f\u00f6rderndem Beispiel voranging. Es ist auch nicht  unwahrscheinlich, dass wenn nicht schon im dreizehnten&#160; oder  vierzehnten Jahrhundert (wie das Gedenkbuch von 1741 aus der Bauart der  urspr\u00fcnglichen Kirche abnehmen zu d\u00fcrfen meinte) (\u00fcber die Bauart der  Kirche, wie sie bis 1724 bestand, sagt das j\u00fcngere Gedenkbuch, dass die  Dachung des Turmes ganz von Stein, der Altar des heiligen Nokolaus  \u201emehrerntheils geschnitzt\u201c (wahrscheinlich ein Fl\u00fcgelaltar) und das  Kirchlein \u201enach alter gothischer Art gestaltet\u201c war. Wir bemerken, dass  in dem bei Bergern angef\u00fchrten Urbar von 1316 einer Kirche in dem  unteren Bergern erw\u00e4hnt wird \u2013 siehe Num. X. unter den Urkunden), wohl  nicht lange vor dem Jahre 1470 dieses Kirchengeb\u00e4ude seinen Anfang  genommen habe.<br \/> Die einzige alte Urkunde, die von dieser Kirche auf die Nachwelt  gekommen ist, liefert zugleich einen Beweis von dem t\u00e4tigen Eifer, womit  die Bewohner dieser beiden D\u00f6rfchen es sich angelegen sein lie\u00dfen, der  geweihten St\u00e4tte ihrer gemeinschaftlichen Andacht wohlt\u00e4tige Freude zu  erwerben. Es war im Jahre 1470, als sich die bescheidenen M\u00e4nner  (discreti viri) Stephan Hayden, Michael Grulle und Wolfgang Brenner  entweder selbst auf den Weg nach Rom machten (der Name Hayden ist uns im  Verlauf der Geschichte schon vorgekommen. Diese Familie wird zu Bergern  und zu Freiningau ans\u00e4\u00dfig gelesen. Von einem Taman Grull haben wir bei  der Pfarre Melk gesprochen. Eine gleichzeitige Aufzeichnung auf der  Au\u00dfenseite des Abla\u00dfbriefes nennt uns die drei M\u00e4nner, welche den selben  erwirkten (impetrari fecerunt), aus welchem Ausdruck nicht notwendig  ihre pers\u00f6nliche Verwendung zu Rom folgt; denn bei dem damals so  h\u00e4ufigen Verkehr mit dem p\u00e4pstlichen Stuhl fehlt es nirgends an  reisenden Geistlichen, Notaren usw., die sich mit der Besorgung fremder  Gesch\u00e4fte aller Art am r\u00f6mischen Hof befa\u00dften), oder einen  Bevollm\u00e4chtigten dazu ausersahen, um f\u00fcr die Kapelle zu Maierh\u00f6fen  Abl\u00e4sse zu erlangen. Sie fanden hierzu zwei Kardin\u00e4le geneigt, den  Kardin-Priester Richard von der Kirche des heiligen Eusebius und den  Kardinal-Diakon Johann, des Titels von der heiligen Lucia in Septa  Solis, welche am 15. April 1470 allen, die am Tage des heiligen  Nikolaus, an den Freitagen nach Lichtmess und nach Ostern, am St.  Markustag und am Tag der Kirchenweihe diese Kapelle besuchen, oder die  zur Bestreitung ihrer Bed\u00fcrfnisse und f\u00fcr ihre Zierde etwas beitragen  w\u00fcrden, einen Abla\u00df von hundert Tagen verliehen. Die Kardin\u00e4le Richardus  titulo sancti Eusebij presbyter und Johannes titulo sancte Licie in  Septa Solis diaconus geben diesen Abla\u00df: \u201ecupientes, ut Capella sancti  Nicolai in Marhouen filialis parrochialis ecclesie sancti Stephani in  Milk Patauiensis diocesis congruis frequentetur honoribus et a Christi  fidelibus iugiter veneretur, ac in suis structuris et edificijs debite  reparetur, libris, Calicibus, luminarebusque decoretur, conseruetur,  augmentetur et manuteneatur\u201c usw. allen Besuchern an den oben genannten  Tagen und allen die ad reparacionem, conseruacionem, augmentacionem&#160;  premissorium und anderen zum Gottesdienste notwendiger Zierde beitragen.  Nur f\u00fcr Anf\u00e4nger in der Kirchensprache des Mittelalters ist die  Bemerkung nicht \u00fcberfl\u00fcssig, dass die Ausdr\u00fccke: \u201ereparetur\u201c und  \u201eadreparacionem\u201c ja nicht etwa so auszulegen seien, als w\u00e4re die Kirche  damals schon in ihrem Geb\u00e4ude schadhaft und der \u201eReparatur\u201c  hochbed\u00fcrftig gewesen, also ihr Alter viel h\u00f6her hinauf zu setzen; denn  die gedachten Ausdr\u00fccke sind nichts weiter als die gew\u00f6hnlichen  Kanzleiformeln, auf die nur dann eine besondere R\u00fccksicht zu nehmen ist,  wenn deutliche Stellen im Abla\u00dfbrief selbst, die Vergleichung mit  andern Urkunden oder bekannte baugeschichtliche Notizen es fordern. \u2013 In  Kapseln von Eisenblech befinden sich die Siegel der beiden Kardin\u00e4le.  Jenes des Richard, sehr besch\u00e4digt, zeigt den Ritter St. Georg zu Fu\u00df,  den Drachen bek\u00e4mpfend. Die Umschrift ist weggebrochen bis auf die  Worte: diaconus. constanc. Der mit&#160; dem Kardinalshut bedeckte  Wappenschild hat f\u00fcnf, durch Querstriche getrennte Reihen von R\u00f6slein  (drei Reihen mit je vier, die vierte Reihe mit drei, die unterste mit  einem). Auch auf der Au\u00dfenseite des Briefes steht: \u201eConctan. \u2013 Scte  licie.\u201c Vermutlich ist Constances oder Coutance, Stadt mit einem Bistum  in der Normandie, zu&#160; verstehen. Das zweite Siegel, in Duellii Excerpt.  P. 211, Tab. 38, Num. 558 zu finden, hat die Bildnisse der Gottesmutter,  St. Johanns des T\u00e4ufers und St. Hieronymus, dessen Haupt aber in  unserem Siegel den Kardinalshut tr\u00e4gt. Das Wappen zu den F\u00fc\u00dfen hat bei  uns sechs, durch Querlinien von einander verschiedene Reihen von  R\u00f6slein, und zwar so gestellt: 6, 5, 4, 3, 2, 1. Umschrift: S: io: SCTE  LVCIE: IN SEPTA SOLIS DIACONI: CARDINALIS: VENETI. Duelli la Strata,  allein sowohl in der Urkunde als im Siegel steht deutlich Septa. <br \/> Der festliche Tag, an welchem der Kapelle die kirchliche Weihe zu Teil  wurde und wer sie ihr gab, ist hier ebenso unbekannt als von  Matzleinsdorf; wir d\u00fcrfen jedoch unbedenklich den Tag Mari\u00e4 Heimsuchung  (2. Juli) daf\u00fchr annehmen, weil an diesem noch vor hundert Jahren  feierlicher Gottesdienst gehalten wurde, wobei um den Abla\u00df zu gewinnen,  eine Prozession aus der Pfarre Melk erschien.<br \/> Indessen war aber die Kirche so bauf\u00e4llig geworden, dass ihr der  Einsturz drohte; Abt Berthold unternahm es daher sie g\u00e4nzlich  herzustellen. Gerne gab der F\u00fcrstbischof von Freising Johann Franz  Eckherr, Freiherr von K\u00e4pfing und Lichteneck, als Vogtherr (dd. Freising  2. Januar 1723) seine Einwilligung unter der Bedingung, dass der Bau  nicht zu kostspielig gef\u00fchrt werde.<br \/> Hierauf wurde das alte Kirchlein in den Jahren 1723 und 1724 mit einem  Kostenaufwand&#160; von mehr als dreitausend Gulden vom Grunde auf erneuert,  erweitert, mit zwei Sakristeien zu beiden Seiten des Hochaltars  versehen, an die Stelle des Steinturmes an der Westseite ein neuer  gebaut, und das Geb\u00e4ude von Au\u00dfen und Innen sch\u00f6ner und ansehnlicher  hergestellt. Dadurch verschwand die altert\u00fcmliche Gestalt der Kirche,  nur der Chor (Presbyterium) mit seinen vier einfachen Strebepfeilern von  Au\u00dfen und das vermauerte hohe Fenster hinter dem Altar bewahren noch  das Andenken des urspr\u00fcnglichen Baues. Dieses Fenster bildet jetzt eine  vom Altarbild bedeckte Nische im Spitzbogen, worin die Licht\u00f6ffnung oben  in der bekannten Kleeblattform&#160; abgeschlossen ist, die in dieser  Umgebung nicht selten vorkommt.<br \/> Grabsteine, Inschriften oder Jahreszahlen waren nicht vorhanden, wie das  Gedenkbuch sorgf\u00e4ltigt vermerkt; eben auch weder Stiftungen oder  Jahrtage, noch ein eigener Freithof. Die Mauer vor dem Eingang wurde  erst 1774 gebaut.<br \/> Das Innere der neuen Kirche hatte Anfangs nur den im Jahre 1732 neu  errichteten Hochaltar nach des kunstreichen Franz Rosenstigel  Zeichnungen und Rissen, mit dem von Johann Georg Waibl zu Melk gemalten  Bild des heiligen Bischofs Nikolaus. Im Jahr 1741 wurde der eine  Seitenaltar zu Ehren Unserer Lieben Frau, der andere mit der Bilds\u00e4ule  des heiligen Abtes Leonhard 1749 aufgestellt. Da sich in nicht langer  Zeit die Notwendigkeit zeigte, den neuen, nur aus Holz aufgerichteten  Turm durch einen dauerhafteren zu ersetzen, lie\u00df Abt Urban II. einen  ganz gemauerten und mit Eisenblech gedeckten Turm bauen, wozu am 5. Mai  1783 eine von dem geschickten Uhrmacher zu Melk, Caspar Schardelm\u00fcllner,  verfertigte Turmuhr hinzukam. Die Baukosten von beinahe 2500 Gulden  (die Uhr nicht mitgerechnet) wurden aus dem Verm\u00f6gen der Kirche  bestritten.<br \/> Ungeachtet dieser gro\u00dfen Auslagen blieb derselben noch immer eine f\u00fcr  ihre Bed\u00fcfnisse weit ausreichendes Verm\u00f6gen an Kapitalien, welches aber  1784 bis 1787 bedeutend vermindert wurden, indem davon auf Verordnung  der nieder\u00f6sterreichischen Landesregierung eine Anzahl von \u00f6ffentlichen  Schuldurkunden im Gesamtbetrage von 6200 Gulden dem Stift Melk zu der  ihm aufgetragenen Erbauung von Kirchen, Pfarrh\u00f6fen und Schulen auf den  neu errichteten Pfarren derselben \u00fcbergeben werden mu\u00dfte.<\/p>\n<p> Nachdem inzwischen die D\u00f6rfer Maierh\u00f6fen und Bergern 1784 von der  Mutterkirche Melk getrennt und nach Matzleinsdorf eingepfarrt worden  waren, wurde durch Konsistorialentscheidung vom 7. Juni 1785 die  Abhaltung des Gottesdienstes in der Filialkirche zu Maierh\u00f6fen an den  bisher gew\u00f6hnlichen Tagen erlaubt und dem Pfarrer zu Matzleinsdorf  zust\u00e4ndig erkl\u00e4rt.<br \/> Dass die Franzosen am 7. Oder 8. November 1805 die Kirche erbrachen, den  silbernen Kelch, die Gef\u00e4sse zu den heiligen \u00d6len und alle  Kirchenw\u00e4sche raubten von den Paramenten die Gold= und Silberborten  abrissen und die in der Lade aufbewahrten \u201ealten Schriften\u201c (meist  Kirchenrechnungen) zerstreuten, war ein sehr geringer Verlust im  Vergleich mit dem Ungl\u00fcck, welches nach wenigen Jahren, dem fortbestand  des Gotteshauses die gr\u00f6\u00dfte Gefahr drohend hereinbrach.<br \/> Es war die schreckliche Feuersbrunst, die am 17. M\u00e4rz 1808 zu  Freiningau&#160; ausbrach, in Sturmeseile die beiden Nachbard\u00f6rfer ergriff,  alle drei binnen wenigen Stunden in Asche legte und ihren tieftrauernden  Bewohnern einen gerichtlich erwiesenen Schaden von 111024 Gulden  Bankozettel verursachte. Zwei M\u00e4nner, der eine zu Bergern, der andere zu  Maierh\u00f6fen gingen bei dieser Feuersbrunst zu Grunde. Sp\u00e4ter (7. April  1827) brannten zu Bergern wieder vier H\u00e4user ab. <br \/> Auch die Kirche erfuhr die Wahrheit, dass \u201edie Elemente hassen das  Gebilde der Menschenhand; denn trotz ihres festen Baues und obwohl das  Dach seit dem Jahre 1801 mit Ziegeln gedeckt war, konnte sie der  zerst\u00f6renden Flamme nicht wiederstehen, sondern wurde in eine Ruine  verwandelt: Die Decke des Schiffes samt dem alten Gew\u00f6lbe des  Presbyteriums, mit Ausnahme der zwei gew\u00f6lbten Sakristeien, st\u00fcrzte ein,  Alt\u00e4re Kanzel, Orgel, St\u00fchle, Bilder u.s.w. verbrannten, die hohe,  schlanke Blechkuppel des Turmes jener (1847 ebenfalls zu Grunde  gegangenen) der Pfarrkirche zu Melk \u00e4hnlich, st\u00fcrzte herab, beide  Glocken schmolzen, und bald waren nur die leeren geschw\u00e4rzten W\u00e4nde als  Grauen eregende Zeugen von der Verg\u00e4nglichkeit alles Irdischen \u00fcbrig,  au\u00dferdem die Zeitverh\u00e4ltnisse durchaus nicht von so ermunternder Art,  dass man ein erfreuliches Wiedererstehen der f\u00fcr unentberlich gehaltenen  Kirche aus ihrem Schutt hoffen durfte. <br \/> Weit entfernt, dass nach dem Verlauf der blutigen Kriegsjahre die  Aussichten sich freundlicher gestaltet h\u00e4tten, war sogar schon im  Antrag, das Presbyterium notd\u00fcrftig zu einem Betort f\u00fcr die beiden  D\u00f6rfer herzustellen und vom Kirchenverm\u00f6gen soviel als notwendig sein  w\u00fcrde, zur Vergr\u00f6\u00dferung der Kirche&#160; von Matzleinsdorf zu verwenden. Doch  im Rate der Vorsehung war es anders beschlossen!<\/p>\n<p> Allgemach bahnte sich der Gedanke Raum, dem hei\u00dfen, dringenden Wunsch  der guten kleinen Gemeinde wieder ein heilbringendes Haus Gottes in  ihrer Mitte zu haben, billig Rechnung zu tragen. Nach \u00dcberwindung  mancher Hindenisse fing man mit dem Notwendigsten an, die Mauern der  Kirche und des Turmes unter Dach zu bringen, und wieder sah man die  Nachbarn an der ihnen so teuren St\u00e4tte zum gemeinschaftlichen Gebet  versammelt, wozu die im Jahre 1831 angekaufte Glocke sie einlud; allein  der Tod hinderte den Abt Marian von Melk an der Ausf\u00fchrung des  begonnenen frommen Werkes.<br \/> Sie war seinem w\u00fcrdigen Nachfolger Wilhelm Eder vorbehalten, dessen  edlen T\u00e4tigkeit es zu danken ist, dass 1840 die Kirche mit einem neuen  Altar und dem Bild des heiligen Nikolaus von Johann Herrmann zu Wien  gemalt, mit einer sch\u00f6nen Kanzel, einem gro\u00dfen Kruzifix anstatt des  Seitenaltares, mit Kirchenst\u00fchlen, Sakristeik\u00e4sten, einem silbernen  Kelch, sp\u00e4ter (1853) mit einer Orgel, mit einer Monstranz und Lampe,  kurz mit allem zum feierlichen Gottesdienst erforderlichen Ger\u00e4ten auf  das freigebigste ausgestattet, auch das Dach neu hergestellt wurde. Er  selbst geno\u00df die Freude, die zu Gottes Ehre und zu christlicher Erbauung  dem Verfall entrissenen Kirche am 19. November 1840 zu benedizieren und  nach so vielj\u00e4hriger Unterbrechung gottesdienstliche Handlungen hier  wieder die heilige Messe zu lesen. Zu gr\u00f6\u00dferem Schutz vor der Gewalt der  Flammen wurde 1845 das Kirchenschiff mit einem Gew\u00f6lbe versehen, auch  das Presbyterium feuersicher gemacht, der Turm neu gedeckt usw., ja es  ist seitdem kein Jahr ohne zweckm\u00e4ssige Verbesserung oder Versch\u00f6nerung  vor\u00fcbergegangen.<br \/> Die verstorbene Frau Gr\u00e4fin Ludmilla von Harrach-Rohrau mit ihrer  verehrten Familie spendete nicht blo\u00df der Pfarrkirche zu Matzleinsdorf,  sondern auch dieser Filialkirche manche wertvolle Gabe zur Zierde  derselben; 1857 schenkte Philipp Pechhacker, Hausbesitzer zu Bergern,  eine Summe Geld, wovon mittels eines kleinen Beitrages aus dem baren  Verm\u00f6gen der Kirche zwei neue Glocken gekauft wurden, und 1860 wurde  eine Turmuhr aufgestellt.<br \/> So erscheint dieses freundliche Denkmal der Fr\u00f6mmigkeit und des  Gemeinsinnes, nachdem alle Spuren der gro\u00dfen Verw\u00fcstung verschwunden und  neuem, anst\u00e4ndigem Schmuck gewichen sind, in verj\u00fcngter, w\u00fcrdevoller  Gestalt, um noch in ferner Zukunft Freude, Trost, Segen \u00fcber die  Umgebung zu verbreiten. Im Gedenkbuch von 1741 wird \u201eein gar altes  Kreuz\u201c mit dem Bildniss des heiligen Nikolaus erw\u00e4hnt \u2013 an der Stra\u00dfe wo  sich der Weg scheidet \u2013 mit einem Steine, der vor Zeiten als  \u201eOpferstock\u201c diente, aber h\u00e4ufig beraubt und dann nicht mehr gebraucht  wurde. Es ist davon nichts weiter bekannt, als dass man 1740 bei der  Erweiterung des Weges einige \u201etodte K\u00f6rper und Menschengebeine\u201c ausgrub.  Vermutlich wurden einst mehrere zur Pestzeit Verstorbene hier in den  Scho\u00df der Erde gelegt. \u2013 Die Kirche besitzt au\u00dfer ihren Kapitalien  einige in Pacht gegebene Grundst\u00fccke. Ein Weingarten zu Emmersdorf an  der Donau, an der Steinwand gelegen, und j\u00e4hrlich mit 2 Pfennigen nach  Emmersdorf, und in den Hof zu Hain mit 1 Pfennig dienstbar, wurde 1759  wegen Abbaues dem M\u00fcller zu Weitenegg um 24 fl. verkauft. (Grundb\u00fcchel  der Kirche vom J. 1792). Wieder ein Beweis von der Abnahme des Weinbaues  in dieser Gegend, der in fr\u00fcherer Zeit viel h\u00e4ufiger betrieben wurde. \u2013  Eine kurze Nachricht \u00fcber diese Filialkirche, vom Verfasser der  Geschichte von Melk, steht in der theologischen Monatszeitschrift  Hippolytus II. Jahrg. Juli=Heft III. S. 239<\/span><span style=\"font-size: 14px;\"><span style=\"color: rgb(0, 0, 0);\">\u2013<\/span><\/span><span style=\"font-size: 14px;\">240.<\/p>\n<p> Entnommen aus: Geschichte des Benedictiner=Stiftes Melk in Nieder\u00f6sterreich, seiner Besitzungen und Umgebungen. <br \/> Ignaz Franz Keiblinger, II. Band. I. Abtheilung. Wien 1869, S. 321<\/span><span style=\"font-size: 14px;\"><span style=\"color: rgb(0, 0, 0);\">\u2013<\/span><\/span><span style=\"font-size: 14px;\">330. <br \/> Von Ludwig Pichler mit freundlicher Genehmigung seitens des  Di\u00f6zesanarchivs St. P\u00f6lten im J\u00e4nner 2005 kopiert und in der heutigen  Schreibweise \u2013 so es m\u00f6glich war, wiedergegeben. <br \/> <\/span><\/span><\/span><\/div>\n<p> <span style=\"color: rgb(0, 0, 0);\"><span style=\"color: rgb(0, 0, 0);\"><span style=\"font-size: 14px;\"> <\/p>\n<p> <\/span><\/span><\/span><\/span> <\/p>\n<div style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: rgb(0, 0, 0);\"> <span style=\"font-size: 16px;\"> <\/span><\/span><span style=\"font-size: 16px;\"> <\/span><\/div>\n<p> <span style=\"font-size: 16px;\"> <\/p>\n<div style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: rgb(0, 0, 0);\"> <\/span><\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: rgb(0, 0, 0);\"> <\/p>\n<div style=\"text-align: center;\"><span style=\"font-size: 18px;\"><strong>Die Mertenkirche und die Herren von Matzleinsdorf<\/strong><\/span><span style=\"font-size: 16px;\"><strong><br \/> <\/strong><\/span><\/div>\n<p> <\/span><\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 18px;\"><span style=\"color: rgb(0, 0, 0);\"><strong><br \/> <\/strong><\/span><\/span><\/div>\n<p> <\/span> <\/p>\n<div style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: rgb(0, 0, 0);\"><span style=\"font-size: 16px;\"> <\/span> <\/span>  <span style=\"color: rgb(0, 0, 0);\"> <\/span><\/div>\n<p> <span style=\"color: rgb(0, 0, 0);\"> <\/p>\n<div style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14px;\"><br \/> Die Sankt Martiuskirche in Unternberg, im Volksmund allgemein die  Mertenkirche genannt, d\u00fcrfte schon im 10. Jahrhundert, und zwar als  Holzbau enstanden sein. Im Laufe des 12. Jahrhunderts wurde sie durch  einen Steinbau ersetzt. Diese neuere Kirche war im romanischen Stil  erbaut und hatte drei Alt\u00e4re.<\/p>\n<p> Das Patronat \u00fcber die Mertenkirche \u00fcbten um das Jahr 1400 die Herren von  Matzleinsdorf aus. Diese m\u00f6gen auch die Erbauer derselben gewesen sein.  Der Grabstein, der bis zum Jahr 1784 \u00fcber die Vertiefung vor dem  Hauptaltar des Kirchleins lag, d\u00fcrfte die irdischen \u00dcberreste des  Bauherrn zugedeckt haben. Er liegt jetzt vor der Hoft\u00fcr des Bauernhauses  Unterkoth, mi\u00dft 87:180 cm, ist aber derart ausgetreten, dass die  Inschrift gar nicht mehr, das Wappen nur teilweise zu erkennen ist. <br \/> \u00dcber meine Veranlassung wurde der Stein abgezeichnet und das Wappen sachgem\u00e4\u00df erg\u00e4nzt.<br \/> Infolge des Wallfahrtsverbots Kaiser Joseph II. verlor das Kirchlein  auch seine letzte Einnahmsquelle \u2013 die Opferkreuzer \u2013 und die damals  lebende Generation hatte kein Interesse f\u00fcr Baudenkm\u00e4ler. Da kein Fonds  (Geldvorrat \u2013 f\u00fcr bestimmte Zwecke) zur Erhaltung der Kirche vorhanden  war und sie auch in seelsorglicher Beziehung keinen Zweck erf\u00fcllte, weil  Gottesdienst nur in Pfarrkirchen gehalten werden durfte, verfiel die  Kirche der Sperrung; sie wurde ihres Charakters als Gotteshaus  entkleidet (= exekriert\/entweiht) und damit gleichsam f\u00fcr Vogelfrei  erkl\u00e4rt. <br \/> Das Steinmaterial aber wurde nach Purgstall gef\u00fchrt und zur Herstellung der Friedhofmauer verwendet.<br \/> Die Kirche war, wie aus den noch teilweise vorfindlichen Grundmauern zu  ersehen ist, bei einer Breite von ca. 12 m, in der Apsis (halbrunde oder  vieleckige Altarnische im Chor einer Kirche) 17 m lang.<br \/> Teilentnahme aus: Geschichte des Marktes Purgstall a. d. Erlauf von  Coelestin Schachinger, Benefiziat in Purgstall, Nieder-\u00d6sterreich 1913  (2. unver\u00e4nderte Auflage 1973) im Selbstverlag des Verfassers, S. 69\/70<\/p>\n<p> <\/span><\/div>\n<p> <\/span> <\/p>\n<div style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: rgb(0, 0, 0);\"><img decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"http:\/\/www.zelking.grafikweb.eu\/images\/stories\/grab m.jpg\" style=\"width: 149px; height: 295px;\" \/><\/span> <br \/> <span style=\"color: rgb(0, 0, 0);\"><span style=\"font-size: 14px;\">Die abgezeichnete Grabplatte aus der ehemaligen St. Martinskirche<\/p>\n<p> <\/span><\/span><\/div>\n<p> <span style=\"color: rgb(0, 0, 0);\"> <\/p>\n<div style=\"text-align: center;\"><span style=\"font-size: 16px;\"><strong>Sustentationen durch Kl\u00f6ster und Stifte<\/strong><\/span><\/div>\n<p> <\/span> <\/p>\n<div style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 14px;\"><\/p>\n<p> <span style=\"color: rgb(0, 0, 0);\">Im Zuge der josephinischen  Pfarregulierung setzte sich der Grundsatz durch, da\u00df man neue  Seelsorgestationen, die als Filialen einer Kloster- oder Stiftspfarre  anzusehen waren, dem betreffenden Kloster bzw. Stifte zuwies. Dem  Kloster wurde sodann nahegelegt, f\u00fcr die neuen Baulichkeiten  aufzukommen, das Kloster hatte aber auch \u2013 sofern es sich um M\u00e4nnerorden  handelte \u2013 einen Seelsorger auf diesem neuen Posten zu exponieren und  f\u00fcr seinen Lebensunterhalt zu sorgen. Doch nicht nur, wenn ein neuer  Seelsorgeort Filiale einer Stifts- oder Klosterpfarre war, galt diese  Regelung, sie galt auch, wenn die neuen Pfarr- oder Lokalienorte  \u201edenselben (Kl\u00f6stern) als Herrschaften dazugeh\u00f6ren\u201c (** Seite 188).<\/p>\n<p> Keiblinger zitierte den Befehl des Kaisers (Joseph II.) aus dem Jahre  1783, demzufolge der Melker Stiftsabt Urban Hauer folgende neue Kuratie  zu errichten hatte: (u. a.) Matzleinsdorf (Ignaz Franz Keiblinger,  Geschichte des Benedictiner-Stiftes Melk in Nieder\u00f6sterreich 1 (Wien  1851) 1030f. \u2013 Vgl. hiezu \u00d6sterr. z. Z. Kaiser Josephs II.  (Ausstellungskatalog) Nr. 711).<br \/> Entnommen aus: (** Unsere Heimat Jahrgang 53, Heft 3, 1982), Seite 189<\/span><\/p>\n<p> <\/span><\/div>\n<p> <span style=\"color: rgb(0, 0, 0);\">  <\/span>  <span style=\"color: rgb(0, 0, 0);\"> <br \/> <\/span><span style=\"color: rgb(0, 0, 0);\"> <\/p>\n<div style=\"text-align: center;\"><strong><span style=\"font-size: 14px;\">Dein letzter Weg<\/span><\/strong><span style=\"font-size: 14px;\"><\/p>\n<p> Der weg in die unendlichkeit  \u2013<\/span><br \/> <span style=\"font-size: 14px;\"> er ist dir vorgegeben  \u2013<\/span><br \/> <span style=\"font-size: 14px;\"> da du ihn jetzt wohl gehen mu\u00dft  \u2013<\/span><br \/> <span style=\"font-size: 14px;\"> nimm abschied nun vom leben.<\/p>\n<p> Nur s\u00fcnde k\u00f6nnte hindern dich  \u2013<\/span><br \/> <span style=\"font-size: 14px;\"> den rechten weg zu finden  \u2013<\/span><br \/> <span style=\"font-size: 14px;\"> doch hast du stets mit gott gelebt  \u2013<\/span><br \/> <span style=\"font-size: 14px;\"> bist du wohl ohne s\u00fcnden.<\/p>\n<p> Dein leben es war manchmal hart  \u2013<\/span><br \/> <span style=\"font-size: 14px;\"> sehr oft nicht mehr zu biegen  \u2013<\/span><br \/> <span style=\"font-size: 14px;\"> mit gottes hilfe konntest du  \u2013<\/span><br \/> <span style=\"font-size: 14px;\"> doch immer wieder siegen.<\/p>\n<p> Doch nun ist es f\u00fcr dich vorbei  \u2013<\/span><br \/> <span style=\"font-size: 14px;\"> dein leben deine sorgen  \u2013<\/span><br \/> <span style=\"font-size: 14px;\"> in gottes scho\u00df da bist du nun  \u2013<\/span><\/div>\n<div style=\"text-align: center;\"><span style=\"font-size: 14px;\"> f\u00fcr alle zeit geborgen &#8230;<\/p>\n<p> Erdacht von Ulrich F. Prinz <br \/> (Matzleinsdorf)<\/p>\n<p> Blatt Nr. 125<br \/> 01<\/span><span style=\"font-size: 14px;\"><span style=\"color: rgb(0, 0, 0);\">\u2013<\/span><\/span><span style=\"font-size: 14px;\">08<\/span><span style=\"font-size: 14px;\"><span style=\"color: rgb(0, 0, 0);\">\u2013<\/span><\/span><span style=\"font-size: 14px;\">1985<br \/> <\/span><\/div>\n<p> <\/span><span style=\"color: rgb(0, 0, 0);\"> <\/p>\n<div style=\"text-align: center;\"><span style=\"font-size: 14px;\">(Entnommen aus einem kopierten Schreibmachinenmanuskript)<\/span><\/div>\n<p> <span style=\"font-size: 14px;\">  <\/span> <\/span><span style=\"color: rgb(0, 0, 0);\"> <\/p>\n<div style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: rgb(0, 0, 0);\"><\/p>\n<p> <\/span><\/div>\n<p> <\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#160; Eingepfarrte Ortschaften Bergern Gew\u00f6hnlich Berging genannt, ebenso wie Maierh\u00f6fen zwischen der Poststra\u00dfe und der Donau gelegen, ein Dorf von elf H\u00e4usern und ehemals ein Amt der dem Bistum Freising geh\u00f6rigen Herrschaft Ulmerfeld (oder eigentlich des B\u00fcrgerspitals zu Ulmerfeld), welche \u00fcber dasselbe und \u00fcber Maierh\u00f6fen die Ort- und Grundherrlichkeit ungeteilt besa\u00df, kommt in Urkunden der [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[42],"tags":[],"class_list":["post-411","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-eingepfarrte-ortschaften"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/zelking.grafikweb.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/411","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/zelking.grafikweb.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/zelking.grafikweb.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/zelking.grafikweb.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/zelking.grafikweb.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=411"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/zelking.grafikweb.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/411\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/zelking.grafikweb.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=411"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/zelking.grafikweb.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=411"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/zelking.grafikweb.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=411"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}