{"id":703,"date":"2013-01-09T09:51:39","date_gmt":"2013-01-09T09:51:39","guid":{"rendered":"https:\/\/zelking.com\/2013\/01\/09\/die-zelking-im-viertel-unter-dem-wienerwald-insustrieviertel\/"},"modified":"2013-01-09T09:51:39","modified_gmt":"2013-01-09T09:51:39","slug":"die-zelking-im-viertel-unter-dem-wienerwald-insustrieviertel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/zelking.grafikweb.eu\/?p=703","title":{"rendered":"Die  Zelking im Viertel unter dem Wienerwald (Industrieviertel)"},"content":{"rendered":"<div style=\"text-align: center;\">\n<p> <span style=\"font-size: 20px;\"><span style=\"color: #000000;\"><strong><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"color: #000000;\"><strong><span style=\"color: #0000ff;\">Bezirk Baden<\/span><\/strong><\/span><\/span><\/strong><\/span><\/span><\/p>\n<p> <span style=\"color: #000000;\"><strong><span style=\"font-size: 16px;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-size: 18px;\"><\/span><\/span><\/span> Baden bei Wien<br \/> <\/span><\/strong><span style=\"font-size: 16px;\">Stadtgemeinde\/Bezirk Baden\/Nieder\u00f6sterreich<\/span><br \/> <\/span><\/div>\n<div style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-size: 16px;\"><\/span><\/span><\/div>\n<div style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-size: 16px;\"><\/span><\/span><\/div>\n<div style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-size: 16px;\"><strong>Von Erbstreitigkeiten und Kriegen<\/strong><\/span><br \/> <span style=\"font-size: 14px;\"> <\/span><strong>Leesdorf als Spielball h\u00f6herer Gewalten<br \/> (15. Jahrhundert)<\/strong><br \/> <span style=\"font-size: 14px;\"> <\/span><\/span><\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\"> <span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-size: 14px;\">&nbsp;<br \/> (**) Wenn man in politisch f\u00fchrender Stellung t\u00e4tig sein wollte, kostete das auch im Mittelalter viel Geld, und so st\u00f6hnten die Wallseer, die mit den Habsburgern ins Land gekommen waren, nach einigen Generationen unter einer erdr\u00fcckenden Schuldenlast. Um sich wenigstens teilweise davon zu befreien, verkauften sie 1380 Burg und Herrschaft Leesdorf an Stefan von Zelking, der hier schon seit einigen Jahren systematisch G\u00fclten erworben hatte (DOBLINGER, 381. \u2013 N\u00d6LA, Privaturkunde Nr. 928 von 1376 XI 1 und Nr. 970 von 1378 VIII 6. \u2013 Die Meldung, dass C\u00e4cilia von Zelking bereits 1374 Inhaberin von Leesdorf gewesen sei [Ignaz KEIBLINGER, Geschichte des Benediktinerstiftes Melk, Band II\/1, Wien 1859, Seite 449], ist nicht nachvollziehbar). Aber schon zwei Jahre sp\u00e4ter, am 26. Dezember 1382, starb der neue Herrschaftsinhaber (Sein Grabstein in Heiligenkreuz ist bis heute erhalten,&nbsp; vergleich Hermann WATZL, \u00dcber Pitanzen und Reichnisse f\u00fcr den Konvent des Klosters Heiligenkreuz 1431. In: Analecta Cisterciensia 34, 1978, Seite 40\u2013147, hier Seite 135), und seiner offenbar kinderlos gebliebenen Witwe C\u00e4cilia fiel ein reiches Erbe zu, auf das sich ihrerseits zahlreiche prospektive Erben Hoffnungen machten. Hinter den Kulissen d\u00fcrfte das Gerangel bald losgegangen sein, seit 1391 sind zahlreiche Konflikte dokumentiert.<\/p>\n<p> <\/span><\/span><\/div>\n<div style=\"text-align: center;\"> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-700\" alt=\"\" src=\"https:\/\/zelking.grafikweb.eu\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/leesdorf%202.jpg\" height=\"412\" width=\"275\" \/>&nbsp; <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-701\" alt=\"\" src=\"https:\/\/zelking.grafikweb.eu\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/leesorf%205.jpg\" height=\"413\" width=\"275\" \/><br \/> <span style=\"font-size: 14px;\"><span style=\"color: #000000;\">Der ehemalige Wehrturm (Schloss Leesdorf <\/span><\/span><span style=\"font-size: 14px;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-size: 14px;\">\u2013 <\/span><\/span>Innenhof) und rechts mit Teilansichten von Innenmauern<\/span><\/span><br \/> <span style=\"color: #000000;\"> <\/span><\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\"> <span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-size: 14px;\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;<br \/> &nbsp; &nbsp; *) C\u00e4cilia hatte von ihrem ersten Mann Ulrich von Pergau 1000 Pfund Morgengabe erhalten, die, da die Ehe kinderlos geblieben war, nach ihrem Tod an dessen Erben Ulrich von Eberstorff und Hans von Sunnberkch fallen sollten. Als Sicherstellung verpf\u00e4ndete ihnen C\u00e4cilia am 27. Oktober 1391 Burg und Herrschaft Leesdorf (N\u00d6LA, Privaturkunde Nr. 1267 [1391 X 27]. \u2013 Neben dem klaren Wortlaut dieser und der in der Folge zitierten Urkunden bleibt kein Platz f\u00fcr die [in einem Wallseer Inventar \u00fcberlieferte] Behauptung, dass Reinprecht II. von Wallsee ca. 1390 seinem Bruder Friedrich V. die Feste abgekauft habe, die ihm Herzog Albrecht dann 1398 als Leibgedinge verliehen habe&nbsp; [DOBLINGER, 330]. Die Meldung des Inventars w\u00e4re nochmals auf ihren tats\u00e4chlichen Inhalt und Umfang zu untersuchen).<\/p>\n<p> <strong>Feste<\/strong> \u2013 Burg<br \/> <strong>Leibgedinge<\/strong> \u2013 Verpflichtung, Naturalleistungen wie Wohnung, Nahrungsmittel, Hege und Pflege gegen\u00fcber einer Person bis zu deren Ableben zu erbringen<br \/> <strong>Morgengabe<\/strong> \u2013 eine in Bezug auf die Ehe vorgenommene Zuwendung von Geld oder G\u00fctern des Br\u00e4utigams an die Braut<br \/> <strong>N\u00d6LA<\/strong> \u2013 Nieder\u00f6sterreichisches Landesarchiv<br \/> <strong>Pitanzen<\/strong> \u2013 Aufbesserungen der kl\u00f6sterlichen Nahrung aus einer Stiftung<\/p>\n<p> &nbsp;<br \/> &nbsp;&nbsp;&nbsp; *) Katharina von Hanau (eine geborene von Sachsengang) verzichtete zu Gunsten ihres Vetters Hans Sunnberger auf ihre k\u00fcnftigen Anteile an Leesdorf. Die diesbez\u00fcgliche Urkunde wurde anscheinend erst 1394 ausgestellt, doch muss die Abmachung fr\u00fcher getroffen worden sein, weil sich der Sunnberger seine Erbanspr\u00fcche&nbsp; bereits 1392 abl\u00f6sen lie\u00df.<br \/> &nbsp;<br \/> <strong>Vetter<\/strong> \u2013 Cousin oder Onkel<\/p>\n<p> &nbsp;<br \/> &nbsp;&nbsp;&nbsp; *) Am 7. August 1392 verkauften Hans von Sunnberkch und seine Schwester Ofmei, Witwe Leopolds des Trawner, die Anwartschaft auf ihre H\u00e4lfte des Erbes um 100 Pfund an Hans von Eberstorff, Obersten K\u00e4mmerer in \u00d6sterreich, und seinen Bruder Alber von Eberstorff. Gesiegelt wurde die Urkunde wegen ihrer Wichtigkeit von Ulrich von Eberstorff, Oheim der Aussteller und Anw\u00e4rter auf die andere Erbh\u00e4lfte, und von Vinanz von Sunnberkch, Vetter der Aussteller.<\/p>\n<p> &nbsp;&nbsp;&nbsp; *) Offensichtlich f\u00fchlten sich dadurch andere Zweige der Familie benachteiligt, denn 1395 lie\u00df Ulrich von Pergau d.J. Feste und Herrschaft Leesdorf pf\u00e4nden. Neben C\u00e4cilia besa\u00dfen auch andere Zelkinger Hoheitsrechte in Leesdorf; diese lie\u00df, ebenfalls 1395, Ulrich der Seebeck, damals Inhaber der Herrschaft Baden, beschlagnahmen.<\/p>\n<p> <strong>d.J.<\/strong> \u2013 der J\u00fcngere<\/p>\n<p> 1398 f\u00fchlte C\u00e4cilia ihr Ende nahen und stiftete einen Jahrtag in (Klein-)Mariazell, 1399 war sie bereits verstorben (Alois GEHART, Ein Archiv-Inventar des Klosters Kleinmariazell aus dem 18. Jahrhundert. In: Jahrbuch f\u00fcr Landeskunde von Nieder\u00f6sterreich, Jahrgang 50\u201351\/1984\u20131985, Seite 135\u2013180, Nr. 81. \u2013 N\u00d6LA, Privaturkunde Nr. 1489 = 1399 Juli 2).<br \/> &nbsp;<br \/> <strong>Jahrtag<\/strong> \u2013 F\u00fcr einen bestimmten Tag gestiftete Seelenmesse<\/p>\n<p> (Entnommen aus: Gro\u00dfe Herren, kleine Leute. Das alte Leesdorf 1114\u20131800, Seite 45\/46. Katalogbl\u00e4tter des Rollettmuseums Baden, Nr. 84, 2011. Rudolf Maurer (Leiter des Rollettmuseums und Archivar des Stadtarchivs der Stadt Baden.)<\/p>\n<p> <\/span><\/span><\/div>\n<div style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #ff0000;\"><span style=\"font-size: 14px;\"><strong>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;-<\/strong><\/span><\/span><\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\"> <span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-size: 14px;\">1367 hatten die \u201edomini de Zelking\u201c (= Herren von Zelking) drei Weing\u00e4rten am Badnerberg in Baden, sie hie\u00dfen Grundweingarten, Piberl und Zlabat (Quelle: Bergbuch Gaming 1367 \u2013 liegt auf der \u00d6sterreichischen Nationalbibliothek auf).<\/p>\n<p> 1371 gab es eine Erbteilung der Br\u00fcder Alber, Otto und Ulrich von Zelking mit ihrem Vater Heinrich von Zelking, wobei unter anderem vereinbart wurde, dass die Weing\u00e4rten in Baden und Gumpoldskirchen nun Otto allein geh\u00f6ren sollen (Quelle: St. P\u00f6lten, Nieder\u00f6sterreichisches Landesarchiv, Privaturkunde Nr. 5356).<\/p>\n<p> &nbsp;<\/p>\n<p> <\/span><\/span><\/div>\n<div style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-size: 16px;\"><strong>Hauptplatz 12: Vom \u201eZelkingerhof\u201c zum \u201eGoldenen Hirschen<\/strong><\/span>\u201c<\/span><\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p> <span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-size: 14px;\">Nach dem ersten T\u00fcrkenkrieg richteten die Herren von Zelking im Hause Hauptplatz 12 eine Gastst\u00e4tte ein. Da\u00df es ein sehr vornehmes Etablissement war, k\u00f6nnen wir den Ungeldverzeichnissen entnehmen (das Ungeld war eine Art Getr\u00e4nkesteuer): W\u00e4hrend alle anderen Schankbetriebe Badens einfach einige Eimer Wein zu versteuern hatten, waren es im Haus der Herren von Zelking grunds\u00e4tzlich 2 lagl Muscateller (HKA, Nieder\u00f6sterreichische Herrschaftsakten B 1 A, 129r, 142r, 166r), also ein besonders guter Wein, der nur in sehr kleinen Einheiten gelagert und ausgeschenkt wurde.<\/p>\n<p> Zwischen 1549 und 1562 \u00fcbernahm die Stadt Baden die Pacht dieses Gasthauses, das nun gemainer stat gasthaus oder, 1580 erstmals urkundlich erw\u00e4hnt, zum gulden hirschen genannt wurde (Seite 25).<\/p>\n<p> 1533 des von Zelckhing Haus (Nachbarsnennung von Nr. 13)<\/p>\n<p> 1549 des von Zelking Haus (HKA, Nieder\u00f6sterreichische Herrschaftsakten B 1 A, 129r, 142r 166r), ca. 1550 st\u00e4dtisches Gasthaus (Seite 71).<\/p>\n<p> (Entnommen aus: Rote Rose, Goldener Hirsch. Die Volksbank-H\u00e4user am Hauptplatz der Stadt Baden. Autor Dr. Rudolf Maurer. Katalogbl\u00e4tter des Rollettmuseums Baden, Nr. 59, 2006)<br \/> &nbsp;<br \/> <strong>HKA<\/strong> \u2013 Hofkammerarchiv&nbsp; Wien<br \/> <strong>lag<\/strong><strong>l <\/strong>\u2013&nbsp; F\u00e4sschen <\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-size: 14px;\"><span style=\"font-size: 14px;\">(kleines Fass)<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p> <span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-size: 14px;\"> &nbsp;<br \/> <\/span><\/span><\/div>\n<div style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000000;\"><strong><span style=\"font-size: 16px;\">Leesdorf<\/span><\/strong><br \/> <span style=\"font-size: 16px;\"> <\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-size: 16px;\"> <\/span><\/span><\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/div>\n<div style=\"text-align: center;\"> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-702\" alt=\"\" src=\"https:\/\/zelking.grafikweb.eu\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/leesdorf%201.jpg\" width=\"500\" height=\"333\" \/><br \/> <span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-size: 14px;\">Schloss Leesdorf<\/span><\/span><\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p> <span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-size: 14px;\">(*) 1376 kauften Herr Stefan (III.) von Zelking und seine Frau C\u00e4cilia einen Acker in Leesdorf, der nach heutigen Begriffen gegen\u00fcber von Melkergasse 27 lag (Quelle: St. P\u00f6lten, Nieder\u00f6sterreichisches Landesarchiv, Privaturkunde Nr. 928).<\/p>\n<p> (*) 1378 kauften die beiden eine Wiese genannt \u201eder Gottesacker\u201c in Leesdorf, die gleich neben dem Acker von 1376 lag (Quelle: St. P\u00f6lten, Nieder\u00f6sterreichisches Landesarchiv, Privaturkunde Nr. 970).<\/p>\n<p> (* Beide Daten wurden von Dr. Rudolf Maurer per Mail am 23. November 2012 in dankenswerter Weise \u00fcbermittelt!)<\/p>\n<p> <\/span><\/span><\/div>\n<div style=\"text-align: center;\"> <span style=\"color: #ff0000;\"><span style=\"font-size: 14px;\"><strong>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;<\/strong><\/span><\/span> <\/p>\n<div style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/div>\n<\/p><\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\"> <span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-size: 14px;\">Die \u201eZelkinghinweise\u201c der Jahre 1335 und 1384 wurden seitens Dr. Maurer ebenfalls per Mail am 23. November 2012 dankenswerter Weise mitgeteilt!<\/p>\n<p> Im Sommer 1335 stellten Jans der Turs von Rauheneck, Otto (IV.) von Zelking und Reinprecht der Turs (von Lichtenfels) den Herz\u00f6gen \u201e18 Helme (= ger\u00fcstete Krieger) und 9 Sch\u00fctzen\u201c f\u00fcr einen Feldzug gegen Bayern (Quelle: Wien, Haus-, Hof- und Staatsarchiv, AUR 1335 VIII 24).<\/p>\n<p> 1384 war Stefan von Zelking Hofmeister der Beatrix von N\u00fcrnberg, Herzogin zu \u00d6sterreich (Quelle: F\u00fcrstlich Liechtenstein\u2019sches Archiv, Urkunden von 1384 VII 16 und 1385 X 12).<\/p>\n<p> <strong>Gottesacke<\/strong>r \u2013 fr\u00fchere Bezeichnung eines Friedhofs<br \/> <strong>Turs<\/strong> \u2013 Riese (seit 1200 Familienname der Besitzer von Rauheneck und Rauhenstein bei Baden)<\/p>\n<p> <\/span><\/span><\/div>\n<div style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-size: 16px;\"><strong>&nbsp;<br \/> Grundhof und Grundm\u00fchle<\/strong><\/span><\/span><\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p> <span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-size: 14px;\">(*) Wie eben erl\u00e4utert (Seite 7), ist der in alten Leesdorfer Urkunden genannte Grundhof mit der sp\u00e4teren Grundm\u00fchle (Melkergasse 27) gleichzusetzen. Aller Wahrscheinlichkeit nach handelte es sich um das Verwaltungszentrum der babenbergischen Herrschaft (Unter-)Leesdorf. Der Name bezieht sich wohl auf die Lage in der Talsenke des sp\u00e4teren M\u00fchlbachs, auch wenn dieser Gel\u00e4ndeeinschnitt nur sehr geringf\u00fcgig war (\u00c4hnlich bezeichnen z.B. die Flurnamen \u201eGrund\u201c, \u201eGrundweingarten\u201c und \u201eGrundtal\u201c eine wenig bedeutende Talsenke des Badnerberges, vergleich MAURER., Badnerberg, Seite 56).<br \/> &nbsp;<br \/> 1378 verkaufte Konrad Micheli der Herrschaft Leesdorf eine Wiese, genant der Gotsakcher zu Lesdorf in der au an der m\u00fcl, die da heist die Grundm\u00fcl (N\u00d6LA, Privaturkunde Nr. 970 [1378 VIII 6]. \u2013 Die 12 Tagwerk gro\u00dfe Wiese genannt der <em>gotsakcher<\/em> ist bereits 1312 erw\u00e4hnt, sie lag am M\u00fchlbach und geh\u00f6rte damals zum Meierhof des Schlosses Leesdorf (Stiftsarchiv Melk, Urkunde von 1312 VI 29).<\/p>\n<p> Vor ihrem Tod hat C\u00e4cilie von Zelking, Inhaberin der Herrschaft Leesdorf, ihre Wiese zu Leesdorf vor dem Haus und hei\u00dft der <em>Gotsakcher <\/em>der Badner Priesterbruderschaft vermacht. Wie es damals \u00fcblich war, bekamen die Erben die M\u00f6glichkeit, die Stiftung zu einem g\u00fcnstigen Preis abzul\u00f6sen, und machten 1399 Gebrauch davon (N\u00d6LA, Privaturkunde Nr. 1489 [1399 VII 2]: Die Wiese wurde nun auf 11 Tagwerk gesch\u00e4tzt, der R\u00fcckkaufpreis betrug 25 Pfund).<\/p>\n<p> Hier haben wir die endg\u00fcltige Best\u00e4tigung: Mit \u201eHaus zu Leesdorf\u201c ist eindeutig der alte Grundhof gemeint! Im Bewusstsein der Bev\u00f6lkerung gab es zwei Anlagen, die die Bezeichnung \u201eHaus zu Leesdorf\u201c verdienten: Die Burg und den Grundhof! Und zumindest in der Bezeichnung waren&nbsp; sie beide gleichberechtigt!<\/p>\n<p> Obwohl es momentan nicht streng zum Thema geh\u00f6rt, sei hier kurz die Frage angerissen, warum die Wiese Gottesacker genannt wurde (urkundlich seit 1312). Mit diesem Ausdruck pflegte man Friedh\u00f6fe zu bezeichnen, die au\u00dferhalb des Ortsgebietes, eben zwischen den \u00c4ckern lagen (Vergleich Rudolf MAURER, \u201eDenen Allen Gott der Allmechtig ein fr\u00f6hliche Auferstehung verleihen wolle\u201c! Ein kleiner F\u00fchrer durch den Friedhof der Pfarre Baden St. Stephan = Katalogbl\u00e4tter des Rollettmuseums Baden, Nr. 73, 2008, Seite 5). Diese Lage trifft in unserem Fall zu, doch da es in Leesdorf nie einen formellen Friedhof gab, kann es sich nur entweder um einen Scherznamen, etwa f\u00fcr eine Wiese des Totengr\u00e4bers, handeln, oder es wurden bei Bodenarbeiten Gebeine eines alten Gr\u00e4ber- oder Schlachtfeldes gefunden, die zu der erkl\u00e4renden Benennung f\u00fchrten. F\u00fcr beide oder eventuelle andere Erkl\u00e4rungen&nbsp; gibt es nicht den geringsten Beleg (Seite 8\/9).<\/p>\n<p> (* Entnommen aus: Katalogbl\u00e4tter des Rollettmuseums Baden, Nr. 84. Rudolf Maurer. Gro\u00dfe Herren, kleine Leute. Das alte Leesdorf 1114\u20131800)<br \/> &nbsp;<\/p>\n<p> <\/span><\/span><\/div>\n<div style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-size: 16px;\"><strong>Die Grundholden der Orberger (*)<\/strong><\/span><\/span><br \/> <span style=\"font-size: 16px;\"><\/span><\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p> <span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-size: 14px;\">1417 verkauft Margarethe die Orbergerin ihr v\u00e4terliches Erbe an die Kartause Gaming. Es handelt sich um zwei Weing\u00e4rten am Badnerberg und eine G\u00fclte in Leesdorf, n\u00e4mlich den Grunddienst von vier H\u00e4usern (zwei davon hatten j\u00e4hrlich 60 Pfennige zu bezahlen, die anderen beiden nur 30): Trotz des geringen Umfangs dieser Herrschaft hatte Margarethe einen eigenen Wirtschafter daf\u00fcr angestellt, denn w\u00e4hrend drei der H\u00e4user als Hofst\u00e4tten bezeichnet werden, wird das vierte als Hof, da der winczurl genannt Hanns der Prunner auf siczt, beschrieben (HHStA, AUR 1417 12 \u2013 gesehen in Kopie im N\u00d6LA, Ordner Urkundenkopien 287).<\/p>\n<p> Nach Ausweis der Gaminger Bergb\u00fccher hatten die beiden Weing\u00e4rten noch 1367 den domini de Zelking (Herren von Zelking) geh\u00f6rt (\u00d6NB, Bergbuch Gaming 1367, 11r, 13r). Wahrscheinlich war also Margarethe eine geb\u00fcrtige Zelkingerin und die vier H\u00e4user stammten aus der Herrschaft Leesdorf. W\u00e4hrend die Weing\u00e4rten noch Jahrhunderte lang im Besitz der Kartause blieben (Vergleich z.B. N\u00d6LA, Grundbuch Gaming H, 135v \u2013 de anno 1690), d\u00fcrfte die Grundobrigkeit \u00fcber die vier H\u00e4user gleich weiterverkauft worden sein, denn in den Gaminger Grundb\u00fcchern ist kein Leesdorfer Hausg\u00fcltenbesitz vermerkt. Da zahlreiche Leesdorfer H\u00e4user Grunddienste von 30 und 60 Pfennigen zu leisten hatten, lassen sich die vier Untertanen nicht mit Sicherheit identifizieren, aber wenn die 4 nebeneinander lagen (was, wie wir in anderen Beispielen gesehen haben, keineswegs selbstverst\u00e4ndlich ist), k\u00f6nnte es sein, dass sie, etwa in der Ungarnzeit, teilweise ver\u00f6deten und zu einem einzigen Anwesen zusammengelegt wurden, dem Haus G\u00f6schlgasse 5, das einen Grunddienst von 6 Schillingen, das sind 180 Pfennige und damit die Summe&nbsp; der vier fraglichen H\u00e4user, zu entrichten hatten.<\/p>\n<p> (*) Die alte Burg der Wallseer und Zelkinger wurde im 18.\/19. Jahrhundert besonders jedoch im 20. Jahrhundert unter Anleitung des Baumeisters von \u201eBurg\u201c Kreuzenstein bei Wien, Walcher von Moltheim, gr\u00fcndlich umgebaut.<\/p>\n<p> (* Entnommen aus: Gerhard Stenzel, Von Schlo\u00df zu Schlo\u00df in \u00d6sterreich, 1976, Seite 166)<\/p>\n<p> &nbsp;<br \/> Zu Ihren Fragen: Die Verbauung der drei Weing\u00e4rten ist im Badnerberg-Katalogblatt genau erl\u00e4utert. Die Zelkinger sind allerdings nicht erw\u00e4hnt \u2013 die Besitzer jedes einzelnen Weingartens anzugeben w\u00fcrde jedes Buch sprengen.<\/p>\n<p> Zus\u00e4tzliche Informationen habe ich keine \u2013 ich habe Ihnen alles geschrieben, was ich wei\u00df.<\/p>\n<p> Herzlich,<br \/> R. Maurer<\/span><\/span><\/div>\n<p> <\/p>\n<div style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">&nbsp;<\/span><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bezirk Baden Baden bei Wien Stadtgemeinde\/Bezirk Baden\/Nieder\u00f6sterreich Von Erbstreitigkeiten und Kriegen Leesdorf als Spielball h\u00f6herer Gewalten (15. Jahrhundert) &nbsp; (**) Wenn man in politisch f\u00fchrender Stellung t\u00e4tig sein wollte, kostete das auch im Mittelalter viel Geld, und so st\u00f6hnten die Wallseer, die mit den Habsburgern ins Land gekommen waren, nach einigen Generationen unter einer erdr\u00fcckenden [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":700,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[40],"tags":[],"class_list":["post-703","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-burgstaelle-und-wallanlagen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/zelking.grafikweb.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/703","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/zelking.grafikweb.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/zelking.grafikweb.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/zelking.grafikweb.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/zelking.grafikweb.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=703"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/zelking.grafikweb.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/703\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/zelking.grafikweb.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/700"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/zelking.grafikweb.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=703"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/zelking.grafikweb.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=703"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/zelking.grafikweb.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=703"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}