Vor dem Bau der jetzigen Asphaltstraße nach Anzenberg, gingen die Gläubigen von Anzenberg, wenn sie die heilige Messe in der Zelkinger Pfarrkirche besuchen wollten, einen „Abschneider“, wo sich etwa 200 m westlich des derzeitigen Tipplkreuzes eben dieses Kreuz am Kirchenweg befunden hatte.
Am Wegesrand dieses „Abschneiders“, stand schon um die Jahrhundertwende (Ende 1800/Anfang 1900) ein Holzkreuz.
Neben einer großen Pappel befand sich ein Holzkreuz, welches beim Hochwasser 1959 weggeschwemmt wurde.
Die auf dem Kreuz befindliche, fast Lebensgroße Christusfigur (auf Blech gemalt) hielt dem Lauf der Zeit nicht stand und verrostete. So wurde von der Familie Tippl, der auf dem derzeitigen Tipplkreuz befindliche Christus daran angebracht (laut persönlichem Gespräch mit der Familie Tippl).

Kopie nach einer Fotografie der Familie Tippl von einer 1931 gemachten Aufnahme Kreuz am Kirchenweg
(durch Neubau ersetzt)
Der Frau des damaligen Besitzers des „Gredinghofes“ (Hofname, der bis heute für dieses Anwesens in der Rotte Arb gebräuchlich ist), wurde seitens der französischen Soldaten Gewalt angetan, und als ihr Gatte seiner Frau zu Hilfe kommen wollte, von einem erschossen.

Somit bestand vermutlich seither dieses Kleindenkmal zur Erinnerung an das Ereignis.
Alle Angaben freundlicherweise seitens Herrn Gerhard Bürg/Arb

Block der Republik Tschad mit dem Herzog von Reichstadt, Vater Napoleon I. und Mutter Marie-Luise

Napoleon: Ritt über den großen St. Bernhard (Internet) …
… und seine Unterschrift
Block mit Abbild Erzherzog Karl, dessen Truppen (unter seiner Führung) schlugen zum ersten Male die Truppen Napoleons –
der Nimbus des „unbesiegbaren Korsen“ war damit gebrochen!
„Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Österreichischen Post AG“
Die verlorene Schlacht von Waterloo (18. Juni 1815) war die Wende des „unbesiegbaren Korsen“, der mit einer Tochter Maria Theresias und Franz Stephan von Lothringen (Marie-Luise) in seiner zweiten Ehe verheiratet war. Der gemeinsame Sohn aus dieser Ehe war der Herzog von Reichstadt.
Das Aussehen und der tatsächliche Name dieses Flurdenkmales konnte nicht mehr eruiert werden!

Vielleicht noch bis zum, oder kurz nach dem Ersten Weltkrieg bogen Wallfahrer aus dem Raum St. Leonhard (usw.) kommend in Mannersdorf von der Straße ab, und kamen hier an dieser Stelle, des ehem. Flurdenkmals „Wallfahrerkapelle“ vorbei.
Nach dem etwas steileren Anstieg, sahen die Wallfahrer zum ersten Mal die Wallfahrtsstätte Maria Taferl (*).

(Ersttag 16. Mai 2010), entstanden nach einem Aquarellausschnitt
Das Aquarell wurde1988 vom ehemaligen „malenden Fährmann“ Franz Knapp gemalt
Rechts der nicht frankaturgültige Schwarzdruck
„Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Österreichischen Post AG“
Beim Nachhauseweg (nach der absolvierten Fußwallfahrt) wurde vor dem Abstieg an diesem Platz noch einmal zurückgeblickt auf den Wallfahrtsort, bevor man beim Abstieg Maria Taferl für ein Jahr lang aus den Augen verlor.
In einer älteren Broschüre „Führer durch den Nibelungengau“ (um 1935), ist auf Seite 18 dieses Flurdenkmal, aber unter Ornding (!) abgebildet. Da es genau der heutigen Kreuzstöcklkapelle entspricht (der Straßenrand, der Waldsaum, das Gitter, die Stufen sind mit dem heutigen Flurdenkmal identisch), kann es nur eine Verwechslung sein.
Herrliche und lohnende Ausflüge sind von Ornding aus über Matzleinsdorf nach Zelking im Melktale und auch auf den Hiesberg möglich – so laut Beschreibung (Teilentnahme).

(Führer durch den Nibelungengau, Seite 18)
(mit Maria-Verkündigungsbild)
Wie schon beim „alten“ Bildstöckl beschrieben, soll Pfarrer Joseph Leutmötzer (* 1753, † 1845) vor den Franzosen hierher geflohen sein, weil alles noch von Wald umgeben war!
Die Bewohnerin, dieses zuhöchst von Zelking gelegene Bauernhaus, vulgo „Hochbauer“ benannt, Frau Hermine Reiter († 15. Dezember 2010), wußte nicht wann und warum hier einstmals ein Bildstock (oder ähnliches) errichtet wurde.
Von den jeweiligen Besitzern wurde das Bildstöckl immer erneuert und die Bilder von Zeit zu Zeit ausgetauscht.
Seit 1989 bis 1999 bestand das „neuere“ Bildstöckl welches (vom Autor) mit einer „wetterfesten“ Optik versehen wurde.

(Schutzengelmotiv)
Heute führt eine schmale Asphaltstraße zu dem am höchst gelegenen Bauernhaus von Zelking. Von hier aus, kann man auf das Gelände der ehemaligen Quarzwerke, Teile vom Ort Zelking und bei guter Fernsicht das Stift Melk und in das Donautal sehen; ja sogar weit in das Waldviertel einen Blick hinein werfen!
Die 2003 verstorbene Frau Hermine Handl erzählte (mir), dass in der „Franzosenzeit“, Hw. Pf. Joseph Leutmötzer (der erste Priester im Priestergrab welcher an der Choraußenseite der Pfarrkirche Zelking bestattet wurde!), mit dem kostbaren Ziborium usw. hierher geflüchtet sein soll. Zu dieser Zeit sei noch alles mit Wald umgeben gewesen und es soll sich nur eine Holzfällerhütte anstelle des Bauernhauses hier oben befunden haben.

In einer nach 1965 gemachten Aufnahme (Diapositiv), sieht man im „Alten“ Bildstöckl noch ein Bildnis Hl. Familie.

ZELKING
(Mit Inschrifttafel der Gefallenen aus dem Ersten Weltkrieg)

Das Kriegerdenkmal mit der Namenstafel der Gefallenen vom Ersten Weltkrieg (Fotokopie zur Verfügung gestellt)
Betreffs einer Neusegnung gibt es (auch) keine Aufzeichnung.
(alter Standort)
Das Kriegerdenkmal (ca. 1950). Eine Versetzung wegen der Straßenverbreiterung erfolgte um 1985
An dieser Stelle (und Teilbereiche vom ehemaligen Pfarrhof) befindet sich die neu errichtete Volksschule, daher musste das Kriegerdenkmal versetzt werden. In wenigen Tagen war alles demontiert. Es wurden die einzelnen Außensteine gekennzeichnet und außerdem ein Plan erstellt, damit man beim Friedhofsparkplatz ohne viel Mühe eine Wiedererrichtung ereichen konnte.

(Von links nach rechts) Gemeindefahne (der blaue Teil ist zu dunkel!), Fahne von NÖ, Trauerfahne und Fahne vom ÖKB

Weihnachtliche Beleuchtung 2009
Ausgelöst wurde der Erste Weltkrieg durch das am 28. Juni 1914 tödlich verlaufende Attentat auf den Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand und seiner Gattin Sophie Gräfin Chotek, Herzogin von Hohenberg in Sarajewo (Serbien).

„Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Österreichischen Post AG“
(vor der Renovierung 2002)
2002 merkte man am Holzkreuz, dass die Witterung auch hier schon leichte Spuren hinterließ, obwohl seit der Aufstellung „erst“ 16 Jahre in das Land gezogen sind.
Ein alter Zeitungsartikel vom ehemaligen NÖN-Melk Mitarbeiter Alois Haunlieb aus Zelking erinnert an die Errichtung.
Das „Rote Kreuz“ (zwischen Lindenbäumen befindlich)

Ob dieses ehemalige Flurdenkmal (nach Zelking in Richtung Matzleinsdorf, an der B 215 befindlich) mit Blutgerichtsbarkeit etwas zu tun hatte oder nicht, konnte bis dato nicht eruiert werden. Da es in der Nähe einen Flurnamen „zur Roten Schule“ gibt (ist es eventuell ein verschriebenes „Rote Scholle“?), könnte es einen ehemaligen Zusammenhang mit einem blutigen Ereignis gegeben haben!
Seit wann und warum sich hier ein Holzkreuz befand, konnte nicht ermittelt werden.
Franz Riesenhuber aus Matzleinsdorf berichtete von Kämpfen zwischen Franzosen und Einheimischen in unmittelbarer Nähe.
Waren die Holzkreuze früher rot angemalt?
Herr Leo Holub von der Singgemeinschaft in Wien, besserte einstmals das schadhafte Holz aus.
Im Winter 1985/86 stürzte das Holzkreuz bei einem Sturm um, da das Holz durch die Erdberührung morsch geworden war.

(mit Abdeckrahmen)
(Untere Gassen – abgekommen)
Der Aufstellungsgrund war die Verhinderung eines ansonsten letal verlaufenden Verkehrsunfalls vom 2. Juli 1999 abends.
Heiliger Schutzengel mein, laß mich dir empfohlen sein;
in allen Nöten steh mir bei und halte mich von Sünden frei.
Bei Tag und Nacht, ich bitte dich, Beschütze und bewahre mich.
An Engel haben Menschen schon in vorchristlicher Zeit geglaubt. Sie sind so etwas wie ein Urphänomen kultureller Symbolik. Sie galten als Boten einer höheren Macht, als Mittler zwischen der sichtbaren und unsichtbaren Welt, als Wesen zwischen Materie und Geist.
Als die Spanier 1781 eine Mission in Kalifornien gründeten, gaben sie ihr den Namen Los Angeles (El Pueblo de la Reyna de Los Angeles). Wenn heute von dieser Metropole, der flächenmäßig und ihrer Einwohnerzahl nach drittgrößten Stadt der Vereinigten Staaten, die Rede ist, macht sich in der Regel niemand bewußt, dass sie nach den Schutzengeln benannt ist – ja es erscheine den meisten von uns sogar unvorstellbar, diesen mythischen Wesen auch nur eine Straße zu weihen. In London gibt es z.B. eine Angel Road, Angel Street und einen Angel Place! Als der vermutlich älteste Wallfahrtsort des christlichen Abendlandes galt die Grotte am Monte Sant’Angelo (Italien) auf der Halbinsel Gargano. Einem Hirten soll der Erzengel Michael erschienen sein und auch einen Fußabdruck hinterlassen haben.
Noch heute lehrt die katholische Kirche, dass jeder Mensch einen Schutzengel hat – und eben diesem Engel ist es auch ein Fest geweiht, welches am 2. Oktober mit einer besonderen Liturgie begangen wird; das Schutzengelfest.
Bekanntlich findet sich das Engelmotiv in allen Kulturen wieder, und zwar bereits in vorchristlicher Zeit.

Nahaufnahme des jetzt unter einem Wetterschutz befindliche Erinnerungsbild
(ohne Wetterschutz)
Als Bildbaum wurde die Pappel mit der darunter befindlicher Bank erwählt.
Auch andere glauben, die „Wiederkehr der Engel“ finde nicht trotzt Rationalisierung und durch „Entchristlichung“ statt, sondern gerade ihretwegen.
1983 schrieb der ziemlich unsentimentale deutsche Schriftsteller Ernst Jünger, Philosoph, Offizier und Insektenkundler: „Immer stärker wird gefühlt, dass die reine Macht und der Genuß der Technik nicht befriedigen. Was früher Engel waren und was Engel gaben, wird vermißt.“

sowie der Orden Pour le Mérite (aus dem Internet)
Ernst Jünger * 29. März 1895 Heidelberg, † 17. Februar 1998 Riedlingen. Der „malende Fährmann“ Franz Knapp († 11. Februar 2007), zeichnete am 6. Februar 1997 Ernst Jünger, als dieser mehr als 100 Jahre alt war! Schon als Schüler ist Ernst Jünger zur Fremdenlegion ausgerissen. In der Flandernschlacht erhielt er als Stoßtruppführer den „Pour le Mérite“, schilderte dann exakt das Kampferlebnis, sah Formen der modernen totalitären Mächte voraus und galt als wandlungsreicher Vertreter und Überwinder eines „heroischen Nihilismus
“.

HIESBERG
(ungarisch: Máriapócs – alter Standort)
Auf der am 27. Jänner 2003 gefällten „Bildbuche“ (morscher Stammbereich) hing unter anderem auch eine Kopie der Gnadenmutter aus dem ungarischen Wallfahrtsort Máriapócs (man kann beide Varianten schreiben oder benennen).

Links das schon verblasste Marienbild (auf der Postkarte farbilich ersichtlich)
„Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Österreichischen Post AG“
Der morsche Stammbereich der ehem. „Bildbuche“ und der „Bildbaum“ in voller Größe
Dieses Marienbild wurde vor Jahrzehnten vom ehemaligen Pfarrer aus St. Leonhard am Forst, Herrn KR Anton Hammer (der gerne mit seinen Wanderfreunden zu dem ehemaligen „Wahrzeichen“ ging), anstelle des alten Bildes angebracht. Der aus Kupfer bestehende Rahmen stammt von Herrn Ferdinand Schink (Spenglermeister aus St. Leonhard am Forst).
Kurzbeschreibung in der Marterlchronik von St. Leonhard am Forst, Autor SR Franz Handl.

(alter Standort)
Der ehemalige „Hiesbergkenner“ Anton Bauernfried aus Weichselbach erzählte einstmals (nachzulesen in der Marterlchronik von St. Leonhard am Forst, 1990, Seite 40, Autor SR Franz Handl), dass die Errichtung dieses Bildes schon um 1750 erfolgt sein soll, nachdem ein verirrter Pilzsammler der dem Erschöpfungstod schon nahe war, wie durch ein Wunder gerettet wurde.
Holzfäller dürften ihn, in dem damals sicher dichteren Hiesberggebiet hier oben gefunden haben.

Johann Grubner, Josef Gruber und Anton Reiter

MATZLEINSDORF
Wenn nicht früher, so vermutlich spätestens bei der Melkflussregulierung abgekommen.
Ein hölzernes rotes Kreuz neben einigen Bäumen, am rechten Ufer der Melk in der Nähe des Dorfes, bezeichnete die Stätte, wo im September 1772 eine ledige Kindesmörderin mit dem Schwert hingerichtet wurde, den Rumpf man aber zwischen den gemauerten Pfeilern (*) des Hochgerichtes von Zelking (auf der Anhöhe östlich von Großpriel) begrub, den Kopf aber auf einer Stange in der Mitte des Galgens aufsteckte, wie es die Kriminaljustiz jener Zeit noch verlangte!
Teilentnahme aus: Geschichte des Benedictiner=Stiftes Melk von Ignaz Franz Keiblinger Wien 1869, II. Band, Seite 306.

Der letzte Pfeilerrest von der ehemaligen Hinrichtungsstätte
(*) Einstmals bestand diese Hinrichtungsstätte aus drei Pfeilern (welche mittels zweier Querbalken verbunden waren um eventuell mehrere Delinquenten hintereinander hinrichten zu können), wovon nur mehr einer in nicht mehr voller Höhe bestehend, vorhanden ist.
Bei roten Kreuzen war ursprünglich nicht die Farbe gemeint, sondern das alte rout, ein Synonym für Recht. So sind die „roten Kreuze“ wahrscheinlich Denkmale ehemaliger Rechtssprechungs- und Richtstätten. Entnommen aus: 950 Jahre Asperhofen (1987), Seite 105 – Autor Josef Lepsinger.
