Burgställe und Wallanlagen

Burgställe und Wallanlagen


Burgstall Althaus
Zelking
(sehr gut erkennbarer Burgstall)
ÖK 54, N 160 mm, O 115 mm

 

Auf diesem Geländerücken (Burgstall Althaus), befand sich einstmals die erste Wehranlage der Herren von Zelking
Deutlich kann man hier
„Kerben“, also die ehemaligen Wallgräben, sehen

Der Burgstall erstreckt sich am (bewaldeten) Bergkamm nordöstlich vom Hochbauer (*).
Die Anlage besteht aus zwei Teilen – einem Kernwerk und einem Vorwerk – die gemeinsam von einem Wallbogen vom Hinterland abgeschnitten sind. Der Wall geht im NW in eine Hangstufe über, die bis zur Vorwerksspitze geführt haben dürfte, heute aber nur mehr eindeutig am Kernwerkshang verfolgbar ist. Der Kernwerksfelsen weist eine Höhe von 8 m auf. Das längliche ovale Plateau weist eine Länge (N-S) von 40 m und eine mittlere Breite von 12 m auf. An der S-Spitze, gegenüber dem Abschnittswall, ist am dortigen Felsplateau die Steinansammlung eines ehemaligen Turmes erkennbar. 11 m vor dem N-Ende verläuft quer über das Plateau ein 9 m langes Mauerfundament.
Der aus dem Fels gehauene Abschnittswall ist durch einen 3 m tiefen Graben vom Hinterland getrennt. Er weist in der Mitte ein 7×5 m großes Plateau auf (Brückenlager). Der Graben zwischen dem Wall und dem Kernwerk ist 56 m tief. Im weiteren Verlauf senkt sich der Abschnittswall am Kernwerkshang bis 8 m unter das Plateau und führt als Hangstufe, auf der heute ein Weg angelegt ist, bis zum Graben, der das Kernwerk vom Vorwerk trennt und vom Kernwerk gesehen 4 m tief ist.
Das lang gestreckte Vorwerksplateau liegt 2 m tiefer als das Plateau des Kernwerkes. Es ist nur wenige Meter breit aber 24 m lang. Unterhalb der Kernwerksspitze scheint ein verschliffener Wallbogen die Anlage zu begrenzen.
Am Fuße des (bewaldeten) Burgfelsens liegt der Hof „Althauer“ (Familie Peham), dessen Name darauf hinweist, dass hier die alte Burg der Zelkinger lag.
Bei der im Berghang auf der anderen Seite der Melk erkennbaren Burgruine Zelking sind keine romanischen Bauteile vorhanden.
Um 1120 nannte sich Reginbert, der Sohn Hartwigs von Hagenau, nach Zelking. Im weiteren Verlauf des 12. Jhdts. wurde Zelking landesfürstliches Lehen, die ehemals Hochfreien von Zelking wurden landesfürstliche Ministeriale.
Im 13. Jhdt. kam die Schallaburg an die Zelkinger sowie auch Schönegg, Freydegg, Weinberg und Wolfberg (?). Ab dieser Zeit hatten sie ihren Sitz auf der neuen Burg Zelking und der Burgstall (die ehem. Anlage) dürfte verlassen worden sein.
Scherben der Babenbergerzeit kommen sowohl am Kernwerksplateau als auch am Hang des Burgstalls zutage.
LITERATUR: Rudolf Büttner, II/2, S. 175f und S. 182; H. WEIGL, Historisches Ortsnamensbuch von NÖ., W S. 316; F. HUTTER, Melkfluß-Medjilica-Grenzfluß, Unsere Heimat 1964, S. 63 und 67
(*) Der zu höchst in der KG Zelking gelegene Bauernhof der Familie Reiter, trägt den Hofnamen „Hochbauer“.

In der „Franzosenzeit“ soll der erste, im Priestergrab bestattete, langjährige Pfarrer von Zelking, Josef Leutmötzer mit den Liturgischen Gefäßen hierher geflohen sein. Die 19.. verstorbene Fr. Hermine Handl, erzählte (mir), dass damals hier oben eine Art Holzfällerhütte gestanden sei und alles soll noch von Wald umgeben gewesen sein.

637. Vnhoch ex alia parte aque² 10 denarios (* U II 637–648, Seite 220).
637.  ¹ Vielleicht Hochbauer, KG Zelking, OG Zelking-Matzleinsdorf, GB Melk. In der maria-theresianischen Fassion werden noch die Fluren Klein Höch, Große Höhe und Höchgstetten genannt. Beim Hochbauer liegt eine alte Wehranlage  (Hutter, Melkfluß, Seite 67).
² Melk, rechter Nebenfluß der Donau.
(* ÖSTERREICHISCHE URBARE, III. Abteilung URBARE GEISTLICHER GRUNDHERRSCHAFTEN, I. BAND DIE MITTELALTERLICHEN STIFTSURBARE NIEDERÖSTERREICHS III. TEIL SEITENSTETTEN, Wien 1977)



Hochbauer
(Althaus)
 
 
Geschichte
 
Dieser Sitz ist durch Schriftquellen nicht belegt. Der Name „Althaus“ weist auf ein ehemalig vorhandenes „Neues Haus“, somit wird hier ein Vorgängerbau der Burg Zelking vermutet (Pöchhacker, Schwammenhöfer). Genannte v. Zelking aus der Familie der Hagenauer sind ab etwa 1120 nachweisbar. (M.K., G.R.)
Entnommen aus: BURGEN Mostviertel 2007, S. 408/409

 
Lage/Baubeschreibung


Die namenlose Burganlage ist aus einem felsigen Geländesporn gearbeitet, der 700 m südsüdwestl. der Pfarrkirche von Zelking den linken Talhang des Melk-Flusses bildet. Der markant sichtbare, dicht bewaldete Sporn springt knapp unterhalb des „Hochbauern“ aus dem nordöstl. Gegen den Ort abfallenden Wiesenrücken. Der namengebende „Hochbauer“, ein Einzelhof, ist auf der ÖK50/Blatt 54 verzeichnet. Der vom Hof überhöhte, SW-NW-orientierte Sporn ist an der Bergseite ebenen Weges erreichbar, bildet jedoch talwärts zunehmend Steilhänge aus. Die vielfach bei hochmittelalterlichen Burgen auftretende Spornanlage kommt hier in besonders ausgeprägter Weise zur Anwendung. Der ausgedehnte Bauplatz führte zur Errichtung einer wohl frühen, doch bemerkenswerten Burganlage, deren Geländesubstruktionen über ein Areal von über 150 m Länge und bis zu 50 m Breite zu verfolgen sind. Eine instruktive Planskizze von Pöchhacker lässt sowohl Größe als auch Struktur der Anlage erkennen. Da sie zumeist aus dem anstehenden Felsen gearbeitet sind, ist der Begriff „Hausberg“ im eigentlichen Sinn hier nicht mehr zutreffend. Den Zugang vermittelt ein schmaler Felsgrad, der unterhalb des Hochbauern beginnt und am ersten, aus dem Fels geschlagenen Halsgraben endet. Knapp davor sind Geländeaufbereitungen sichtbar, sodass bereits in diesem Bereich mit einer Bebauung gerechnet werden kann. Der Graben zieht in Bogenform zuletzt gegen N und mündet hier in eine ehem. die gesamte Anlage an der NW-Flanke begleitende Wallstufe. Der relativ tief ausgebaute Graben sicherte zunächst ein kleines Vorwerk mit ca. 5 x 7 m Plateau-Größe. Der Burgseitige Teil dieses Plateaus erscheint gering erhöht, mglw. ein Hinweis für eine ehem. zugangssichernde Bebauung. Aus dem Vorwerk entwickelt sich ein kräftiger Wallbogen, der parallel zum 1. Graben Gegen N läuft und hier innerhalb der Wallstufe endet. Zum eigentlichen Kernwerk ist das Vorwerk durch den 56 m tiefen, sichtlich aus dem zutage tretenden Fels gearbeiteten 2. Halsgraben abgeriegelt, der ebenso in die nordwestl. Wallstufe mündet. Als Kernwerk ist das nun folgende, rund 40 m lange und bis zu 12 m breite Plateau zu sehen, das sich gegenüber der Wallstufe um 8 m erhöht. Die Stirnseiten des Plateaus laufen in spitzer Form aus, wodurch es die Form eines langgezogenen Dreiecks besitzt. Eine erhöhte Felskuppe an der SW-Spitze war mglw. der Standort eines turmartigen(?) Gebäudes. Nahe der nordöstl. Spitze beschreibt Schwammenhöfer Fundamentreste einer quer zur Hauptachse laufenden Mauer, wohl eine durch den Plan Pöchhackers vermittelte Situation, der heute nur schwer zu folgen ist, da das gesamte Plateau örtlich starke Steinansammlungen wahrscheinlich natürlichen Ursprungs zeigt. Ein dritter, tlw. Senkrecht aus dem Fels gearbeiteter Graben trennt ein 24 m langes, nur wenige Meter breites, talseitiges Vorwerk von der Kernzone der Burg ab. Der NO-Fuß dieses Plateaus wird von einer schwachen Hangstufe umgeben, mglw. die Fortsetzung der bis zum dritten Graben verfolgbaren Wallstufe. Am südöstl. Steilabfall zur Melk waren entsprechende Annäherungshindernisse nicht nötig. Schwammenhöfer berichtet von Keramikfunden des Hochmittelalters, die am Kernwerk und an den Hängen festgestellt werden konnten und die mglw. in das 11. Jh. zurückreichen. Keramikfragmente und Metallfunde aus der Sammlung Kreitner umfassen allerdings nur das 12. und die 1. H. d. 13. Jhs. Am siedlungsseitigen Fuß des Sporns liegt der Hof „Althauser“, dessen Name sich mglw. von einem Vorgänger der jüngeren Burg Zelking ableitet, die sich ca. 1,2 km nordöstl. am gegenüberliegenden Talhang befindet.

Bauernhof der Familie Peham („Althauser“) am 26. Februar 2011


Ob der Name „Althaus“ tatsächlich berechtigt, bzw. ob die Anlage beim Hochbauer der nicht vor 1200 errichteten Burg Zelking anzusprechen ist, könnte nur durch entsprechende Untersuchungen geklärt werden. Eine in bedingter Weise als „Vorgängerbau“ ansprechbare Anlage in Form einer bronzezeitlichen Kleinbefestigung wurde am südl. des Hochbauern situierten Hügel entdeckt, div. Funde belegen eine vorausgehende jungsteinzeitliche Besiedlung dieses Platzes (G.R., T.K.).
Entnommen aus: BURGEN Mostviertel 2007, S. 409


Hochbauer
Erkennbare Reste einer Kleinbefestigung


Die anlässlich der Aufnahme der Bodendenkmale entdeckte bronzezeitliche Höhensiedlung, deren ehemalige Befestigung noch an den Wallresten erkennbar ist, liegt unmittelbar südlich oberhalb des Hochbauerhofes (Familie Reiter), auf einem natürlichen Hügel.



Plan von der bronzezeitlichen Höhensiedlung
 
Die Höhe des Hügels liegt bei 6 m; sein Plateau weist eine Länge von 110 m und eine breite von rund 36 m auf.
Die NW- und die NO-Seite des Hügels waren nach Art der bronzezeitlichen Befestigungen abgeböscht (vgl. Weinviertel, Weidendorf/Buhuberg). An den anderen Seiten weist der Hügel natürliche Steilhänge auf.
Die Abböschung ist noch an der W-Ecke und an der NO-Seite gut erkennbar.
Die nordostseitige Böschungskrone weist eine sanfte Erhöhung auf.
Im Bereich der W-Ecke zeigt sich entlang des Böschungfußes eine schmale Terrassenstufe, die wahrscheinlich den Rest einer ursprünglich rund um den Hügel verlaufenden Palisade darstellt.
An der NO-Seite weitet sich die Terrasse zu einer 1012 m breiten Fläche aus. Die Terrassenstufe verläuft etwa 4 m unterhalb des Hügelplateaus.
An der W- und an der S-Ecke verbreitert sich die Palisadenstufe bastionsartig.
An der NW-Seite des Hügels wurde die Böschung schon im Mittelalter verackert.
Auf der Siedlungsfläche am Hügelplateau und in dem von der Siedlung abgeackerten Erdmaterial finden sich gleichmäßig verstreut bronzezeitliche Scherben. Die Scherbenstreuung am Plateau zeigt eine gleichmäßige aber nicht sonderlich dichte Besiedlung.


Die ehemalige Prähistorische Wallanlage beim „Hochbauern“ (2000)

Beim Grundaushub für das Stallgebäude wurde vom Ferdinand Reiter Senior vor einiger Zeit eine kleine bronzezeitliche Henkelschale  gefunden, die jedoch in den Mist gelangte. Der Autor konnte noch Fragmente des Gefäßes sicherstellen. Möglicherweise war hier vom Besitzer  ein Grab angeschnitten worden.
Der Hügel war schon in der späten Jungsteinzeit besiedelt; aus dieser Zeit liegen ein Steinbeil und eine Steinklinge vom Hügel vor.

Herrmann Schwammenhöfer/Wien



Der Müllnerkogel

Lageplan der Wehranlage auf dem Müllnerkogel von Herbert A. Pöchhacker und K. Wolfram

Geschichte

Der am Westausgang vom Ortsteil Mösel befindliche Hügel wird Müllnerkogel genannt. Nach der Entlaubung und bei Schnee ist eine ehemalige Hausberganlage gut sichtbar im Gelände zu erkennen, in deren Nähe sich auch ein ehemaliger prähistorischer Siedlungsbereich befand.



Der Pfeil bezeichnet den ehemaligen prähistorischen Siedlungsbereich zwischen dem Müllnerkogel und der B 215 (Bereich „Große Höhe“)

Die gut erhaltene Anlage ist dreiteilig, wobei das Kernwerk und die Wirtschaftsplattform, die von einer mittelalterlichen Burg stammen, von einem Wallring umgeben waren. Das Plateau dürfte zu einer größeren Befestigung gehört haben, die schon in prähistorischer Zeit sich am Müllnerkogel befunden haben könnte. Urkundliche Erwähnungen, die sich auf eine mittelalterliche Burganlage beziehen könnten, sind nicht bekannt. 1386/98 wird die Anlage schon als Burgstall (öde) bezeichnet. In der unmittelbaren Nähe bestand eine slawische Siedlung, die eine Benützung des Müllnerkogels als frühe karolingische Befestigung möglich macht.

Literatur: F. Hutter, Melkfluß-Medjilica-Grenzfluß, Unsere Heimat 1964;
Plank/Steinhauser, Colomezza, Jahrbuch für Landeskunde 1970/71 und 1973/74; Rudolf Büttner, II/2 1973; H. P. Schad’n 1953

Zu dieser Anlage sind keine historischen Daten vorhanden, eine namentliche Zuweisung kann somit nicht erfolgen. 1386/98 wird sie als „Purkchstal“ genannt (Schwammenhöfer), ein Hinweis auf die schon länger zurückliegende Verödung. (G.R.)
Entnommen aus: BURGEN Mostviertel 2007, S. 407

 

Der Pfeil bezeichnet die ehemalige Wehranlage am Müllnerkogel
Noch gut erkennbar sind die ehemaligen Wallgräben, die diese einfache Wehranlage einstmals umgaben

Lage/Baubeschreibung



Der so genannte
Müllnerkogel“ mit den Erdsubstruktionen der ausgedehnten Burganlage liegt 950 m südl. der Kirche Matzleinsdorf, der etwa NNO-SSW-verlaufende Geländesporn bildet den linken Talhang, zugleich einen Umlaufberg des Melk-Flusses. Die Lage der Burgstelle ist anhand der Höhenschichtlinien auf der ÖK50/Blatt 54 gut nachvollziehbar. Der Sporn entwickelt sich aus einer südwestl. der Rotte Mösel situierten beackerten Hochfläche. Von dieser Seite erfolgt heute wie wohl auch urspr. der Zugang, der hier ebenen Weges möglich war, während der Sporn im weiteren Verlauf gegen S zunehmend vom Umland isolierende Steilhänge ausbildet. Durch den partiell dichten Baumbewuchs ist ein Überblick über die Anlage, die eine überdurchschnittliche Flächenentwicklung zeigt, nur bedingt zu gewinnen. Pöchhackers Lageskizze kann hier hilfreich herangezogen werden, die daraus ablesbare Gesamtausdehnung der Befestigungsanlagen beträgt rund 170 x 65 m. Die Anlage ist im Wesentlichen in 3 Abschnitte gegliedert. Der erste Halsgraben, der das Vorwerk der Burg schützte, könnte nach Schwammenhöfer ein Überrest der prähistorischen Besiedelung im Bereich des Müllnerkogels gewesen sein. Dieser bereits etwas verflachte Graben durchschneidet mit einer Länge von 24 m den Sporn, ist 6 m breit, jedoch nur noch 2 m tief. Eine dammartige Unterbrechung spricht Schwammenhöfer als „Steinunterbau der mittelalterlichen Zufahrt“ an. Der erste Abschnitt wird von dem 35 m langen und 15 m breiten Vorwerk gebildet. Burgseitig besitzt es eine schwache Erhöhung, die vielleicht eine ehem. Bebauung andeutet, die Flanken werden von einer nur noch schwach ausgebildeten Wallstufe begleitet. Der zweite Abschnitt wird von einem 34 m hohen, quer zur Hauptachse orientierten Plateau gebildet, die 15 x 24 m große Fläche könnte wirtschaftlich genutzt worden sein. Durch einen 89 m breiten, 23 m tiefen Graben ist der dritte Abschnitt, das Kernwerk, abgeriegelt. Dessen Plateau erreicht 54 m Länge und 21 m Breite, verschmälert sich gegen S jedoch zunehmend. Im nordwestl. Bereich ist eine größere Eintiefung unbekannter Herkunft zu beobachten, lose Steinanhäufungen bzw. Schutthügel stammen mglw. von einer ehem. Massivbebauung. Wirtschafts- und Kernwerksbereich werden von einer gemeinsamen Wallstufe umgeben, die sich aus dem zweiten Halsgraben bildet und streckenweise Reste des ehem. Randwalles zeigt. An der S-Spitze der Anlage formt der Wall ein kleines, gering erhöhtes Plateau aus, mglw. die Basis eines Bauwerkes. Etwas entfernt im NW liegt die Flur „Burgstall“. Die unmittelbar nordnordwestl. benachbarten „Burgstalläcker“ waren nach entsprechenden Keramikfunden schon in der Hallstattzeit besiedelt. Scherben der Urnenfelder- und Hallstattzeit sind darüber hinaus am gesamten Müllnerkogel verstreut. Nach Schwammenhöfer belegen Funde des 9./10. Jhs. auch eine frühmittelalterliche Siedlungstätigkeit auf der benachbarten „Großen Höhe“ sowie auf dem Müllnerkogel selbst. Ob dieser eine zugehörige Befestigung trug, bleibt jedoch unbekannt. Funde aus dem 11. Jh. sind nach Schwammenhöfer in verschwindend geringer Zahl vorhanden. Jüngere Funde des 13./14. Jhs. stammen hingegen aus der Sammlung Kreitner. Die Sitzfunktion ist deshalb wohl nicht anzuzweifeln, auch wenn die Anlage bislang noch keiner Adelsfamilie zuzuweisen ist. (G.R., T.K.)

Entnommen aus: BURGEN Mostviertel 2007, S. 407/408




Wildenstein
 
 

 
(Hofstetten, KG Mannersdorf)
Niederösterreich
 
 

Grundriss der ehem. Wehranlage
 
 
1281, 26. April, Wildenstein, vermachte Bernhard von Häusel zu Wildenstein dem Kloster Melk ein Lehen zu Pigardbach (Pittersbach bei Gansbach) und ein halbes Lehen zu Ermut (Arnreith bei Gerolding) mit 1 Pfd. Pf. Dienst und behielt die Vogtei und das Recht des Umtausches um andere gleichwertige Güter seinen Söhnen Otto und Marquard vor (* Seite 464).
Keiblinger, Melk, I., Seite 365
Bei den Dörfern Hofstetten und Mannersdorf erheben sich über einem Wiesental zwei durch tiefen Einschnitt getrennte, waldige Hügel mit den ausgedehnten Grundmauern des Schlosses und Maierhofes Wildenstein daselbst eine tiefe Zisterne und im Tale Spuren eines aufgelassenen Teiches (* Seite 464).
Über das Geschlecht von Wildenstein vgl. Fontes, LV., Seite 737

1346 werden Friedrich und Otto Häusler auf Wildenstein genannt (* Seite 565).
Geschichtliche Beilagen, XI., Seite 255

1375 brachte Elisabeth, geborene Häusler, die Herrschaften Wildenstein ihrem Gemahle Rüdiger dem Jungen von Starhemberg zu (* Seite 568).

Staatsarchiv in Wien, Kodex Weiß, Nr. 48, Blatt 73
Wurmbrand, Collectanea, Seite 219.

1388 front (pfändet) Ott der Wildungsmaurer Marchart dem Hewsler seinen Teil der halben Feste Wildenstain und alles Habe, das nun die Streitweserin gelassen hat (* Seite 568).


1456 übernahm die Herrschaft Wildenstein nach dem Tode des Reinprecht III. von Wallsee, sein Sohn Wolfgang (* Seite 576).
Hoheneck, Genealogie der Stände Oberösterreichs, III., Seite 825
(*) Geschichtliche Beilagen zum St. Pöltner Diözesanblatt, Band 17/2001

1487, im Oktober, schickte König Matthias von Ungarn ein Heer herauf und ließ „Wildenstein, ain öd Schloß, bawen“ und benützte es als Stützpunkt (* Seite 576).



Ungarische Briefmarke mit dem Bildnis Matthias Corvinus („der Rabe“)
(* 23. Februar 1443 in Cluj-Napoca/Siebenbürgen, † 6. April 1490 in Wien)

Kaltenbaeck, Oesterr. Zeitschrift f. Geschichts- und Staatskunde, 1836, Seite 144; Keiblinger, Melk, I., Seite 681; Blätter für Landeskunde, 1876, Seite 1


Wildenstein (ÖK 54, N 179 mm, O 151 mm)
 
 
Etwa 500 m nordwestlich des Weilers Hofstetten liegt eine bewaldete Erhebung, die im N und O von einem Bächlein umflossen wird.

 

Querschnitt des Geländes der ehemaligen Anlage

Auf dieser Erhebung lag einst die Burg Wildenstein, von der noch beachtliche Erdwerke vorhanden sind. Das Gesamtausmaß der Erhebung liegt bei 90 x 120 m; seine Höhe beträgt 5
10 m.
Die Anlage ist dreigeteilt: Im W liegt das Kernwerk, im S die Wirtschaftsplattform und im SW das Vorwerk.
Am max. 10 m hohen Kernwerkshügel sind Mauerreste der Burg und ein Brunnenschacht zu erkennbar.
 

Sabrina vor dem Brunnenschacht
Der Hügel ist durch einen bis 8 m tiefen und an der Sohle 5 m breiten Graben vom Wirtschaftsteil getrennt. Zwischen dem Kernwerk und dem Vorwerk verläuft ein 30 m langer und 34 m hoher Wall, der im W bei einem 5 m hohen Turmhügel endet.
Das Plateau des Burghügels misst 22 x 30 m. An der NO-Ecke des Hügels hinterließ ein Steinbruch seine Spuren.
Das Wirtschaftsplateau erhebt sich 4-5 m hoch und weißt Trapezform auf. Die Seitenlängen betragen im N 27 m, im O 22 m und im S 36 m. An den beiden Süd-Ecken springen Bastionen vor (Ø etwa 7 m). Im nördlichen Teil des Wirtschaftsplateaus befindet sich eine Zisternengrube.
Die ehemalige Umfassungsmauer des Plateaus ist noch in Resten verfolgbar.

 

Mauerrest (im Gegensatz zur Ruine Zelking, befinden sich hier nur mehr spärliche Reste an Mauerwerk)


Das Vorwerk ist ein längliches Plateau, das sich westlich des Wirtschaftsbereiches und südlich des Walles auf eine Länge von über 30 m erstreckt. Die Breite liegt bei 8
12 m.
Gegen S sind noch Reste eines 2 m tiefen Grabens erkennbar.
Die Größe der Burg und die Form der Anlage weisen auf das 13. Jhdt. Wildenstein wird 1281 erstmals urkundlich erwähnt und dürfte bis in das 15. Jhdt. existiert haben. 1486/87 wird berichtet, daß Matthias Corvinus „Wildenstein, ein öd Schloß“ wieder instand setzen ließ.


Waffen (unter anderem Lanzenspitze aus der Zeit Matthias Corvinus)
von der Ruine Wildenstein
(Aufgenommen im Heimatmuseum Pöchlarn)
 

Die Anlage dürfte aber unbewohnt geblieben sein. Eine bei der Ruine gefundene Sturmhaube (Schaller) und Lanzenspitzen werden im Museum Pöchlarn verwahrt.

 


Sturmhaube (Schaller aus der Ruine)
 
Literatur: G. Binder, Burgen und Schlösser NÖ Band I, 1925, S. 138; F. Hutter, Melkfluß-Medjilica-Grenzfluß, Unsere Heimat 1964, S. 66; W. Häusler, Melk und der Dunkelsteinerwald 1970, S. 80; Rudolf Büttner, II/2, S. 185f.; H. Weigl, Histor. Ortsnamenbuch v. NÖ. W S. 316; Der Bezirk Melk II 1994, S. 125/126; Ortsplan Zelking-Matzleinsdorf 2003; Sagenhaftes Melktal 2004, S. 33.
 

Geschichte

 
1281 stiftet der Ministeriale Bernhard Häusler zu Wildenstein ein Seelgerät zu Melk.

Seine Söhne Otto und Marquard die Häusler von Wildenstein sind bereits ab 1277 bezeugt, Marquard bis 1302, Otto unternahm 1305 einen Romzug  und lebte noch bis 1316.
Seine Witwe widmet 1322 den Häuslhof in Klein-Schollach für ihr Begräbnis nach Melk, wo einer ihrer Verwandten, Konrad Häusler, als Abt gewirkt hatte.

1348 wird vom „Häuslerguet zu Wildenstain“ gesprochen. Für Wildenstein fehlen ab 1350 jedoch urkundliche Nachrichten.

Um 1456 sind die Hrn. V. Wallsee Grundherren.
 

Die auch anderorts  reich begüterte Ritterfamilie  ist bis 1477 quellenmäßig nachzuweisen. 
 

Laut einer Melker Chronik jedoch lässt König Matthias Corvinus 1486/87 Wildenstein, „ein öd Schloss bawen“, also wiedererrichten.


1500/10 wird vom „öden Schloss“ Wildenstein berichtetet.

1591 erscheint nur noch das Amt Wildenstein. Der Burgstall gehört heute zum Grundbesitz der Fam. Wieseneder, Hofstetten. (M.K., G.R.)
Entnommen aus: BURGEN Mostviertel 2007, S. 404/405
 
 

Lage/Baubeschreibung

 
 
Die Burganlage liegt 2,5 km südwestl. Von Zelking bzw. 750 m westl. der Ortskapelle von Mannersdorf am sanft gegen die Rotte Hofstetten  fallenden linken Talhang der Melk. Die Anlage benutzt hier einen  niedrigen natürlichen Hügel, der 300 m nordwestl. von Hofstetten  aus dem beackerten Umland ragt und heute durch dichte Bewaldung gekennzeichnet ist. Durch den Bewuchs sind Größe, Mächtigkeit und Ausprägung der Erdsubstruktionen  erst bei einer näheren Geländebegehung in  vollem Umfang zu erkennen.  Die Burg gehört wohl zu den beeindruckendsten und typologisch bemerkenswertesten  Wehranlagen des Bezirks. Die überraschend komplexe Gestalt der Erdwerke  ist durch den Vermessungsplan von Pöchhacker dokumentiert, dieser zeigt die Ausdehnung  der Geländeaufbereitungen, die über eine Fläche von rund 100 x 120 m zu verfolgen sind. Zentrum der Burganlage ist das bergwärts im N situierte, etwa kegelstumpfförmige Kernwerk. Das massige Erdwerk ist bis zu 10 m hoch, der Basis-Durchmesser beträgt 6070 m. Auf dem Plateau sind Schutthügel, Futtermauern und sogar aufgehende Mauern einer offensichtlich mehrteiligen und mehrphasigen  Massivbebauung erhalten. Die über weite Strecken rekonstruierbaren, mehrfach polygonal abgewinkelten Beringfronten umschlossen eine Fläche von durchschnittlich 40 x 30 m, orientiert W-O. An der NO-Ecke, wo das Kernwerk durch einen bereits aufgelassenen Steinbruch beschädigt ist, sind aufgehende Mauerreste einer sichtlich mehrphasigen Gebäudesituation erhalten, die den polygonalen Verlauf des Berings folgt.

Das beschädigte Mauerwerk der NO-Ecke


Die Schuttansammlungen lassen generell wohl eine allseitige, randständige Bebauung vermuten, Aufschlüsse zur Funktion der Gebäude sind heute jedoch nicht mehr zu gewinnen. Im NW ist der noch etwa 7 m tiefe, im oberen Bereich Ausgemauerte, aus dem Feld geschlagene Schacht eines Brunnens erhalten. Südwestl. bis südöstl. umzieht ein bogenförmiger angelegter, ca. 80 m langer Graben das Kernwerk. Er ist bis zu 8 m tief, die Sohlbreite beträgt 5 m. Dem Bogen des Grabens folgt die Form der südl. angeschlossenen Vorwerke. Im SW ist dem Graben ein starker, ca. 50 m langer Wallbogen vorgelagert, der sich westl. deutlich verbreitert und einen „Turmhügel“ ausbildet. Am östl. Ende ist dem Wall ein gegen SO vortretendes, durchschnittlich 40 x 30 m großes trapezförmiges Plateau angeschlossen. Dieses 4
5 m hohe Erdwerk trug den ehem. Meierhof der Burg, geringe Reste einer Massivbebauung laufen relativ geradlinig angelegt über eine Fläche von durchschnittlich 30 x 30 m. Die S- und vor allem die O-Ecke dieses Plateaus erscheinen bastionsförmig ausgebaut, im Zentrum ist eine starke Eintiefung zu beobachten, vielleicht der Rest einer Zisterne oder eines Kellers. Die Gliederung der Burganlage lässt eine Erschließung der beträchtlich höher liegenden Kernburg über eine aufwändige Brückenkonstruktion vom Meierhofareal aus erwarten. Das starke feldseitige Vortreten des Wirtschafts- bzw. Meierhofplateaus führte zu einer entsprechenden Störung an der S-Seite der Anlage, diese Lücke wurde durch die Anlage eines weiteren Vorwerks geschlossen. Dieses 40 m lange und 812 m breite Plateau war allseits durch 23 m tiefe Gräben isoliert, mit seiner Form reagiert es auch auf den „Turmhügel“ am westl. Ende des Wallbogens. Pöchhackers Plan lässt eine weitere Wallsicherung im S des Vorwerks erschließen, darüber hinaus die gesamte W-Seite und auch das Kernwerk umziehende Grabenanlagen. Nördl. der Burg fließt ein kleines Bachgerinne, nordwestl. Weist das „Teichfeld“ auf eine ehem. Teichanlage, die zwar noch bedingt erkennbar ist, deren Damm jedoch abgetragen und tlw. Zur Verfüllung der örtlichen Grabenanlagen verwendet wurde. Die bereits verstürzten Mauerschalen des Berings sind über die Mauertechnik  nur eingeschränkt zu datieren, eine Zeitstellung vom späten 13. Jh. – der Zeit der ersten urk. Erwähnung – bis zum 14. Jh. ist möglich. Die Gebäudereste im NO sind durch die stärker ausgezwickelten Strukturen dem 14. Jh. zuzuweisen. Nach einem Fundbericht von Bors, der die Anlage als „Hausberg mit angeschlossenem Meierhof“ anspricht, endete die Sitzfunktion der Burg im frühen Mittelalter. Nach der Verödung dürfte der angeschlossene Meierhof bis in das späte Mittelalter ihre wirtschaftliche Funktion weitergeführt haben. Die Keramik- und Metallfunde (darunter Fragmente von Ofenkacheln, z. T. von figural verzierten Blattkacheln, sowie von Werkzeugen) aus dem Bereich des Meierhofs datieren zwischen dem 14. und dem späten 15. Jh. was die Vermutungen hinsichtlich der Nutzungsdauer bestätigt. Als 1591 das Amt Wildenstein genannt wird, war wohl auch der Meierhof verödet. Ein bei der Burg aufgefundener Schaller, eine in der Spätgotik verbreitete Helmform, und weitere Kleinfunde werden im Pöchlarner Museum verwahrt, Teile der Burg sind noch heute mit Keramikscherben übersät. (G.R.)
Entnommen aus: BURGEN Mostviertel 2007, S. 405/406


Die Wildenstein
(Ausschnitt aus dem Druck: Schloß Zelckhing 1672)

 
 
In der Nähe von Zelking – keine nähere Ortsangabe – lag die Burg WILDENSTEIN, von der noch eine Mauer stehen soll. 1286 Otto und Marchart von W. 1486 als ödes Schloß bezeichnet, jedoch von (unter!) Matthias Corvinus neu aufgebaut.
(Bl. f. LK. 1879, S. 290; P. Ludwig Koller, M. Bl. A. V. 1911, S. 32.)
HR Ing. Dr. Georg Binder (1925), Die Niederösterreichischen Burgen und Schlösser I. Teil, S. 138
 
 
Drei Seiten der Miniaturanlage Wildenstein …
 
 … und der Innenhof mit einem kleinen Gebäudeanbau, geschaffen vom ehemaligen Besitzer des Weingarthofs,
Herrn Engelbert Gattringer, vermutlich um 1960
 
 
Anzenberg
KG Mannersdorf
 
Lageplan von H. Pöchhacker


Sehr gut erkennbare Wallbefestigung (ÖK 54, N 197 mm, O 137 mm)
Das etwa 40 m über der Melk liegende Hochplateau des Anzenberges wird etwa in seiner Hälfte von einem mächtigen Wallstufenbogen durchschnitten.
Diese bronzezeitliche Anlage wurde zufällig im Rahmen der Aufnahme der Bodendenkmale festgestellt.
Der rund 300 m lange Wall erreicht eine Höhe von 6 m und verläuft in einem Bogen vom N-Hang des Berges zum S-Hang. Am N-Abbruch des Plateaus ist der Rest eines ehemals dem Wallstufenfuß Vorgelagerten Grabens erkennbar, der den Berghang abwärts noch gut verfolgbar ist.
Gegen S erscheint eine am Wallfuß liegende Geländestufe.
Der S-Teil des Walles liegt über einem natürlichen Taleinschnitt, der bis zur Melk hinunterführt.
Im Bereich der Bauernhöfe von Anzenberg entspringen mehrere Quellen, deren Wasser durch den Taleinschnitt zur Melk fließt. Es war dies auch die Wasserversorgung der Bronzezeitsiedlung. Der vom Wall geschützte Siedlungsbereich hat eine ovale Form mit einem Dm. von 250 x 180 m und fällt gegen S gleichmäßig einige Meter ab.
Die Anlage zeigt den während der Bronzezeit üblichen Befestigungstypus, der im Wesentlichen durch Abgraben einer Geländestufe gebildet wurde. Die Stufe war ursprünglich nahezu senkrecht abgeböscht worden. Vor der Böschung verlief ein Graben. Das dabei gewonnene Erdmaterial dürfte auch bereits zur Aufschüttung eines niedrigen Walles auf der Stufenkrone gedient haben. Von diesem Wall sind heute durch die Beackerung nur mehr Spuren vorhanden. Nur im N-Teil ist die Wallaufschüttung auch an der Innenseite erkennbar.
Im NW, N und O fällt das Siedlungsgelände natürlich steil ins Tal ab. Es ist jedoch auch an diesen Seiten eine deutliche Plateaurandkante zu verfolgen, die auf eine Abböschung der Außenseite zurückzuführen ist und die möglicherweise eine Palisade trug.
Auch zeigt die gleichmäßige Verteilung der Keramik eine weitgehende Ausnützung der Fläche (auf).
Auf den Beginn der Besiedlung verweist ein spätneolithisches Steinbeil.
Die Masse der Keramik von der Siedlungsfläche ist der frühen bis mittleren Bronzezeit sowie vor allem auch der Urnenfelderzeit zuzuordnen. Hallstattzeitlich ist ein Bronzetüllenhammer vom Anzenberg sowie Keramik mit Graphitbröckchen. Der Tüllenhammer ist im Museum in Melk.
Die Anlage wurde später auch von den Kelten benützt. Scherben der Latenezeit weisen auf einige Höfe innerhalb der bronzezeitlichen Befestigung (hin).
Möglicherweise diente die Anlage noch in den Ungarkriegen als Fluchtburg.
Karolingerzeitliche Keramik wurde von Kustos des Museums Melk Anton Harrer am Anzenberg aufgelesen.
Vermessen durch H. A. Pöchhacker am 3. II. 1990 und Hermann Schwammenhöfer.
LITERATUR: F. HUTTER, Unsere Heimat 1964, S. 66        


Um 1120 werden Heinrich und Otto von Ancinberg in einer Freisinger Urkunde genannt.

Geschichtliche Beilagen zum St. Pöltner Diözesanblatt, Band 17/2001, S. 563; Hormayr, Die Bayern im Morgenlande, München 1832, S. 48 

 
GB zum St. Pöltner Diözesanblatt, Band 17/2001, S. 564; Hueber, Austria ex archivis Mellic. Illustrata, S. 14.

1217 erscheint Otto von Antzenperge (Anzenberg bei Zelking) in einer Melker Urkunde.
 

Bei der Pfarrgründung durch Alber von Celking und seiner Hausfrau Minzla (von Volkersdorf) wurden 1346 auch Zehente auf Anzenberg und auf einer Hofstatt in Anzenberg als Abgeltung der Mutterpfarre Melk zur Verfügung gestellt.
GB zum St. Pöltner Diözesanblatt, Band 17/2001, S. 566

 
1348, 24. Juni stiften Alber von Celking und seine Frau Minzla drei Wochenmessen in der (neuen Pfarr)Kirche  aus den Zehent zu Anczenperg (Anzenberg) und 24 d Dienst von einer Hofstätte zu Anczenperg.
GB zum St. Pöltner Diözesanblatt, Band 17/2001; S. 567

1363 18. Juni, vermacht u.a. Hanns III. von Zelking seinen drei Brüdern (Stephan III., Ulrich IV. und Heinrich IV.) zwei Güter auf dem Anzenberg mit 12 ß (Schilling) Dienst, …
GB zum St. Pöltner Diözesanblatt, Band 17/2001, S. 567 

1439, Samstag nach dem Auffahrtstag (16. Mai), verkauft Hans der Krössling zum Dorf sein Gut am Anzenberg (bei Zelking) dem Sigmund Pielacher und kaufte dafür 1443 von dem Küenast das Amt Böhamberg. Er starb 1478 und wurde in der Klosterkirche zu Gleink begraben.
 
GB XV. Band 1977, S. 192; Wißgrill, Schauplatz, V., S. 84

 

Geschichte
 
1176/82 bezeugt „Hadamarus de Ancinberge“ eine Seelgerätsstiftung Heinrichs v. Murstetten an das Kloster Göttweig (FRA II/69, Nr. 385). 1180/90 ist „Egino de Hancinberc“ als Gefolgschaftsmitglied des Vogtes Friedrich v. Perg Zeuge einer Raitenhaslacher Tradition (Dumrath, Nr. 58).


1217 ist „Otto de Anzenperge“ in einer ldfl. Urkunde für das Kloster Melk nachweisbar (BUB II, Nr. 208). Der Sitz ist offenbar früh abgekommen. (M.K., G.R.)
Entnommen aus: BURGEN Mostviertel 2007, S. 402
 


Lage/Baubeschreibung
 
 
Das Dorf Anzenberg, worauf Weigl (HONB) und Pöchhacker die urk. Quellen beziehen, liegt ca. 3,3 km südwestlich von Zelking. Der Sitz bleibt heute verschollen. (G.R.)
Entnommen aus: BURGEN Mostviertel 2007, S. 402
 
 
Arb
KG Mannersdorf
E
hemalige Wehranlage „Türkenkogel“ in der Arb

 

Plan dieser ehem. Kleinbefestigung
 
 
Auf einem oberhalb einer sumpfigen Wiese westlich von Arb gelegenen talnahen Sporn erhebt sich im Zwiesel zweier von Höhenberg kommender Bäche das imposante dreiteilige Erdwerk einer Hausberganlage, des urkundlich ab 1120 genannten Sitzes Aliube. Die beiden natürlichen Bachgräben werden durch drei Quergräben miteinander verbunden und gliedern die Anlage in den sogenannten „Türkenkogel“ mit einer Höhe von 4 m am Ostende, auf den ein langes, leicht nach Westen ansteigendes Mittelwerk (90 x 25 m) folgt. Am Westende befindet sich der eigentliche Burghügel, der das Mittelwerk um 3 Meter überhöht. An diesen schließt noch ein Halsgraben an, der das gesamte Werk vom Hinterland abriegelt. 
Die Anlage gehört zum Typus der kleinen Adelsburgen, wie sie für Ministerialengeschlechter des hohen und späten Mittelalters charakteristisch sind. Die Urform der Hausberge (auch Turmhügelburgen genannt) bilden ein von Wall und Graben umgebener, künstlich aufgeworfener oder aus dem Gelände geschnittener Hügel, der die Gestalt eines Kegel- oder Pyramidenstumpfes besitzt. Dieser Hügel trägt das feste Haus, den Sitz des Edelmannes und seines Gesindes. Größere Anlagen weisen mehrere Wälle und Gräben um die Zentralfläche auf, die in die Befestigung  miteinbezogen sein konnten. Hausberganlagen besitzen einen zumeist nur geringen Fassungsraum, haben aber trotzdem in unruhigen Zeiten den Untertanen Schutz gewährt. Sie dienten ihrem Besitzer als gut geschützte Wohnung, sicherten die Herrschaft über Land und Leute und Repräsentierten Macht und soziale Stellung. Sie stellten damit wichtige historische Quellen für die Orts- und Besiedelungsgeschichte dar.
Die Hausberganlage von Arb gehört zu den eindruckvollsten Beispielen ihrer Art. Ihre unversehrte Erhaltung liegt wegen ihrer geschichtlichen und kulturellen Bedeutung in öffentlichem Interesse. 
Im Zusammenhang damit wird auch auf folgende Literatur/alte Ansichten/Pläne verwiesen: Ortsakten BDA (Schriftlicher Nachlass Herbert Anton Pöchhacker).
 
Hermann Schwammenhöfer (Wien), Fundberichte aus Österreich 23, 1984, 323.   

Das Bundesdenkmalamt teilte  im Sinne der §§ 37 und 45 Absatz 3 des Allgemeinen Verwaltungsverfahrensgesetzes 1991 mit, dass es beabsichtigt, die Hausberganlage Arb, Gemeinde Zelking-Matzleinsdorf, Gerichts- und Verwaltungsbezirk Melk, NÖ, Gdst.Nr. 291 (EZ 86), Gdst.Nr. 232 (EZ 89), KG Mannersdorf bei Zelking, Flur Fuchsgraben, wegen ihrer geschichtlichen und kulturellen Bedeutung gemäß §1 und §3 des Bundesgesetzes vom 25. 9. 1923, BGBl.Nr. 533/23 (Denkmalschutzgesetz), in der Fassung der Bundesgesetze BGBl.Nr. 92/1959, 167/1978 und 473/1990, wegen öffentlichen Interesses an ihrer Erhaltung unter Denkmalschutz zu stellen.
 
 

Geschichte

 
 
Im 12. Jh. erscheint „Wolfkerus de Aliub“ als Zeuge in einer Traditionsnotiz von St. Nikola zu Passau, sein Ansitz kann hier in Arb vermutet werden.
 

Der 1200 und 1209 genannte „Espin de Naeleub“ bzw. „Aeschwinus de Aeliube“ und seine Söhne Heinrich und Jubort  sind Gefolgsleute der Peilsteiner (UB St. Pölten I, Nr. 20).
 

1289 ist „Otto de Eleub“ in einer Melker Urkunde  Zeuge des regensburgischen Lehensträgers Friedrich v. Hausegg. Im 14. Jh. ist der Sitz verm. bereits  abgekommen. (M.K. G.R.)
Entnommen aus: BURGEN Mostviertel 2007, S. 403/404

 

Lage/Baubeschreibung
 

Die im Volksmund „Türkenkogel“ genannte Hausberganlage liegt  3,5 km  südwestl. von Zelking, rund  250 m  westl. der Rotte Arb im so g. „Fuchsgraben“. Die Geländesubstruktionen nutzen eine schmale Geländezunge, die in den Zwiesel zweier Bäche läuft, welche 1,8 km östl. in die Melk entwässern. Dazu liegt eine Planskizze Pöchhackers vor, die eine rund 200 m lange Anlage, orientiert NW-SO, erkennen  lässt. Der daraus erschließbare Zustand ist noch heute gültig.  Der Großteil verbirgt sich im bewaldeten Fuchsgraben, nur das als „Türkenkogel“ bezeichnete Erdwerk springt in die z.T. beackerte Bachniederung vor. Der Zusammenfluss der beiden Bäche am SO-Fuß des Hügels bildete einst eine versumpfte Senke, die noch heute als saure Wiese erhalten ist. Der urspr. wohl kegelstumpfförmige Hügel ist heute durch rezente Geländeveränderungen vor allem an der NO-Seite stark reduziert. Erhalten ist ein rund 6 m hohes und 24 m langes, an der Bergseite 12 m breites Erdwerk, das tlw. Mit Gras bewachsen, tlw. Von jungem Nadelgehölz und Buschwerk überwuchert ist. Der „Türkenkogel“ bildete aber nur das Vorwerk der Anlage. Ein 4 m tiefer Abschnittsgraben trennt ihn von den im Graben situierten teilen ab, die wohl das einstige Kernwerk bildeten. Der zunächst folgende Teil ist ein ca. 90 m langes, durchschnittlich 20 m breites, der Längsachse folgendes Plateau. Unmittelbar nordwestl. Folgt, nur durch einen stark verebneten Graben getrennt, ein ca. 15 x 16 m großes, etwas erhöhtes Plateau, das Schwammenhöfer als „Turmhügel“ anspricht. Gegen NW, von wo verm. der Zugang erfolgte, zeigt das Plateau eine schildwallartige Erhöhung. Vom unmittelbaren Vorgelände ist es durch einen noch 3 m tiefen Halsgraben getrennt, inwieweit das Vorgelände im Bereich des Zuganges einbezogen war, ist heute nicht mehr zu bestimmen. Die topographiebedingt axial angeordnete Anlage benötigte durch die tief eingeschnittenen Bäche keine Flankensichernden Befestigungen. Gegenüber den überhöhenden und nahe herangerückten Gegenhängen liegt das Burgareal erstaunlich tief, hier ist es aber durch die in den Fels geschnittenen Gerinne in natürlicher Form geschützt. Vor allem der nordöstl. Einschnitt überrascht durch senkrecht ausgespülte Felswände. Die Anlage ist bis auf die längere Zeit zurückliegenden Veränderungen am Vorwerk in einem relativ guten Erhaltungszustand.  Bis auf den durch Bewuchs unzugänglichen „Türkenkogel“ ist das Gelände nur mit Hochwald bestanden, ein entsprechender Überblick ist daher leicht zu gewinnen. Leider wurden die Erdwerke durch einen im südöstl. Graben beginnenden und die gesamte Anlage durchschneidenden Holzbringungsweg etwas beeinträchtigt. Funde, die in Form und Dauer der Nutzung weisen könnten, liegen bislang nicht vor. (G.R.)

Entnommen aus: BURGEN Mostviertel 2007, S. 403/404
 
 
 
 
Grub


Geschichte
 

Eine Burg Grub erhielt Sigmund Telizer 1479 von Kaiser Maximilian, sie wurde nach mehrwöchiger Belagerung am 17. Oktober 1485 durch die Ungarn unter Matthias Corvinus erobert. (M.K.) Entnommen aus: BURGEN Mostviertel 2007, S. 404

 
 

Lage/Baubeschreibung

 

Aus älteren Berichten ist zu entnehmen, dass nahe der Rotte Anzenberg die abgekommene Burg Grub gesucht wurde – und wird. Nach der Bevölkerung lag diese nördl. von Anzenberg auf einem zur Melk abfallenden Steilhang. Hutter fand hier anlässlich einer Geländebegehung im Auswurfmaterial von Dachsbauten Keramikscherben, die jedoch als prähistorisch eingeordnet wurden. Büttner berichtet (unter Wildenstein) von einer am W-Hang des Melktals situierte „Burgwiese“, wobei er eine Verwechslung mit der Anlage Vornholz (KG Ritzengrub, OG St. Leonhard am Forst, s. d.) am rechten Ufer der Melk konkret  ausschließt. In der flachen Senke westl. der Rotte Anzenberg liegen die „Grubhöfe“, Anzenberg Nr. 9 und 10. Sie liegen 3,6 km südwestl. von Zelking und sind auf der ÖK 50/Blatt 54 mit dem Namen „Grub“ ausgewiesen. Der vielfach auftretende Name Grub (eine Streusiedlung dieses Namens liegt nur 3 km südöstl. bei Zwerbach in der KG Rainberg, OG Ruprechtshofen) lässt jedoch Zweifel an der Lokalisierung der Burg Grub aufkommen. (G.R.)
Entnommen aus: BURGEN Mostviertel 2007, S. 404

(*) Im Bereiche der Ortschaft Anzenberg am linken Melkufer dürfte jene Burg GRUB gelegen gewesen sein, von der (Schober, Bl. f. LK. 1879, S. 264) berichtet, daß sie 17. Oktober 1485 von den Ungarn zerstört wurde
(* HR Ing. Dr. Georg Binder, Die Niederösterreichischen Burgen und Schlösser I. Teil, 1925, S. 138).