ÖK 54, N 160 mm, O 115 mm

Auf diesem Geländerücken (Burgstall Althaus), befand sich einstmals die erste Wehranlage der Herren von Zelking
Deutlich kann man hier „Kerben“, also die ehemaligen Wallgräben, sehen
Der Burgstall erstreckt sich am (bewaldeten) Bergkamm nordöstlich vom Hochbauer (*).
Die Anlage besteht aus zwei Teilen – einem Kernwerk und einem Vorwerk – die gemeinsam von einem Wallbogen vom Hinterland abgeschnitten sind. Der Wall geht im NW in eine Hangstufe über, die bis zur Vorwerksspitze geführt haben dürfte, heute aber nur mehr eindeutig am Kernwerkshang verfolgbar ist. Der Kernwerksfelsen weist eine Höhe von 8 m auf. Das längliche ovale Plateau weist eine Länge (N-S) von 40 m und eine mittlere Breite von 12 m auf. An der S-Spitze, gegenüber dem Abschnittswall, ist am dortigen Felsplateau die Steinansammlung eines ehemaligen Turmes erkennbar. 11 m vor dem N-Ende verläuft quer über das Plateau ein 9 m langes Mauerfundament.
Der aus dem Fels gehauene Abschnittswall ist durch einen 3 m tiefen Graben vom Hinterland getrennt. Er weist in der Mitte ein 7×5 m großes Plateau auf (Brückenlager). Der Graben zwischen dem Wall und dem Kernwerk ist 5
Das lang gestreckte Vorwerksplateau liegt 2 m tiefer als das Plateau des Kernwerkes. Es ist nur wenige Meter breit aber 24 m lang. Unterhalb der Kernwerksspitze scheint ein verschliffener Wallbogen die Anlage zu begrenzen.
Am Fuße des (bewaldeten) Burgfelsens liegt der Hof „Althauer“ (Familie Peham), dessen Name darauf hinweist, dass hier die alte Burg der Zelkinger lag.
Bei der im Berghang auf der anderen Seite der Melk erkennbaren Burgruine Zelking sind keine romanischen Bauteile vorhanden.
Um 1120 nannte sich Reginbert, der Sohn Hartwigs von Hagenau, nach Zelking. Im weiteren Verlauf des 12. Jhdts. wurde Zelking landesfürstliches Lehen, die ehemals Hochfreien von Zelking wurden landesfürstliche Ministeriale.
Im 13. Jhdt. kam die Schallaburg an die Zelkinger sowie auch Schönegg, Freydegg, Weinberg und Wolfberg (?). Ab dieser Zeit hatten sie ihren Sitz auf der neuen Burg Zelking und der Burgstall (die ehem. Anlage) dürfte verlassen worden sein.
Scherben der Babenbergerzeit kommen sowohl am Kernwerksplateau als auch am Hang des Burgstalls zutage.
LITERATUR: Rudolf Büttner, II/2, S. 175f und S. 182; H. WEIGL, Historisches Ortsnamensbuch von NÖ., W S. 316; F. HUTTER, Melkfluß-Medjilica-Grenzfluß, Unsere Heimat 1964, S. 63 und 67
(*) Der zu höchst in der KG Zelking gelegene Bauernhof der Familie Reiter, trägt den Hofnamen „Hochbauer“.
In der „Franzosenzeit“ soll der erste, im Priestergrab bestattete, langjährige Pfarrer von Zelking, Josef Leutmötzer mit den Liturgischen Gefäßen hierher geflohen sein. Die 19.. verstorbene Fr. Hermine Handl, erzählte (mir), dass damals hier oben eine Art Holzfällerhütte gestanden sei und alles soll noch von Wald umgeben gewesen sein.
637. Vnhoch ex alia parte aque² 10 denarios (* U II 637–648, Seite 220).
637. ¹ Vielleicht Hochbauer, KG Zelking, OG Zelking-Matzleinsdorf, GB Melk. In der maria-theresianischen Fassion werden noch die Fluren Klein Höch, Große Höhe und Höchgstetten genannt. Beim Hochbauer liegt eine alte Wehranlage (Hutter, Melkfluß, Seite 67).
² Melk, rechter Nebenfluß der Donau.
(* ÖSTERREICHISCHE URBARE, III. Abteilung URBARE GEISTLICHER GRUNDHERRSCHAFTEN, I. BAND DIE MITTELALTERLICHEN STIFTSURBARE NIEDERÖSTERREICHS III. TEIL SEITENSTETTEN, Wien 1977)
(Althaus)


Plan von der bronzezeitlichen Höhensiedlung
An der W- und an der S-Ecke verbreitert sich die Palisadenstufe bastionsartig.
An der NW-Seite des Hügels wurde die Böschung schon im Mittelalter verackert.
Auf der Siedlungsfläche am Hügelplateau und in dem von der Siedlung abgeackerten Erdmaterial finden sich gleichmäßig verstreut bronzezeitliche Scherben. Die Scherbenstreuung am Plateau zeigt eine gleichmäßige aber nicht sonderlich dichte Besiedlung.

Die ehemalige Prähistorische Wallanlage beim „Hochbauern“ (2000)
Beim Grundaushub für das Stallgebäude wurde vom Ferdinand Reiter Senior vor einiger Zeit eine kleine bronzezeitliche Henkelschale gefunden, die jedoch in den Mist gelangte. Der Autor konnte noch Fragmente des Gefäßes sicherstellen. Möglicherweise war hier vom Besitzer ein Grab angeschnitten worden.
Der Hügel war schon in der späten Jungsteinzeit besiedelt; aus dieser Zeit liegen ein Steinbeil und eine Steinklinge vom Hügel vor.

Lageplan der Wehranlage auf dem Müllnerkogel von Herbert A. Pöchhacker und K. Wolfram
Der am Westausgang vom Ortsteil Mösel befindliche Hügel wird Müllnerkogel genannt. Nach der Entlaubung und bei Schnee ist eine ehemalige Hausberganlage gut sichtbar im Gelände zu erkennen, in deren Nähe sich auch ein ehemaliger prähistorischer Siedlungsbereich befand.

Der Pfeil bezeichnet den ehemaligen prähistorischen Siedlungsbereich zwischen dem Müllnerkogel und der B 215 (Bereich „Große Höhe“)
Die gut erhaltene Anlage ist dreiteilig, wobei das Kernwerk und die Wirtschaftsplattform, die von einer mittelalterlichen Burg stammen, von einem Wallring umgeben waren. Das Plateau dürfte zu einer größeren Befestigung gehört haben, die schon in prähistorischer Zeit sich am Müllnerkogel befunden haben könnte. Urkundliche Erwähnungen, die sich auf eine mittelalterliche Burganlage beziehen könnten, sind nicht bekannt. 1386/98 wird die Anlage schon als Burgstall (öde) bezeichnet. In der unmittelbaren Nähe bestand eine slawische Siedlung, die eine Benützung des Müllnerkogels als frühe karolingische Befestigung möglich macht.
Entnommen aus: BURGEN Mostviertel 2007, S. 407

Der Pfeil bezeichnet die ehemalige Wehranlage am Müllnerkogel
Noch gut erkennbar sind die ehemaligen Wallgräben, die diese einfache Wehranlage einstmals umgaben
Der so genannte „Müllnerkogel“ mit den Erdsubstruktionen der ausgedehnten Burganlage liegt 950 m südl. der Kirche Matzleinsdorf, der etwa NNO-SSW-verlaufende Geländesporn bildet den linken Talhang, zugleich einen Umlaufberg des Melk-Flusses. Die Lage der Burgstelle ist anhand der Höhenschichtlinien auf der ÖK50/Blatt 54 gut nachvollziehbar. Der Sporn entwickelt sich aus einer südwestl. der Rotte Mösel situierten beackerten Hochfläche. Von dieser Seite erfolgt heute wie wohl auch urspr. der Zugang, der hier ebenen Weges möglich war, während der Sporn im weiteren Verlauf gegen S zunehmend vom Umland isolierende Steilhänge ausbildet. Durch den partiell dichten Baumbewuchs ist ein Überblick über die Anlage, die eine überdurchschnittliche Flächenentwicklung zeigt, nur bedingt zu gewinnen. Pöchhackers Lageskizze kann hier hilfreich herangezogen werden, die daraus ablesbare Gesamtausdehnung der Befestigungsanlagen beträgt rund 170 x 65 m. Die Anlage ist im Wesentlichen in 3 Abschnitte gegliedert. Der erste Halsgraben, der das Vorwerk der Burg schützte, könnte nach Schwammenhöfer ein Überrest der prähistorischen Besiedelung im Bereich des Müllnerkogels gewesen sein. Dieser bereits etwas verflachte Graben durchschneidet mit einer Länge von 24 m den Sporn, ist 6 m breit, jedoch nur noch 2 m tief. Eine dammartige Unterbrechung spricht Schwammenhöfer als „Steinunterbau der mittelalterlichen Zufahrt“ an. Der erste Abschnitt wird von dem 35 m langen und 15 m breiten Vorwerk gebildet. Burgseitig besitzt es eine schwache Erhöhung, die vielleicht eine ehem. Bebauung andeutet, die Flanken werden von einer nur noch schwach ausgebildeten Wallstufe begleitet. Der zweite Abschnitt wird von einem 3–4 m hohen, quer zur Hauptachse orientierten Plateau gebildet, die 15 x 24 m große Fläche könnte wirtschaftlich genutzt worden sein. Durch einen 8–9 m breiten, 2–3 m tiefen Graben ist der dritte Abschnitt, das Kernwerk, abgeriegelt. Dessen Plateau erreicht 54 m Länge und 21 m Breite, verschmälert sich gegen S jedoch zunehmend. Im nordwestl. Bereich ist eine größere Eintiefung unbekannter Herkunft zu beobachten, lose Steinanhäufungen bzw. Schutthügel stammen mglw. von einer ehem. Massivbebauung. Wirtschafts- und Kernwerksbereich werden von einer gemeinsamen Wallstufe umgeben, die sich aus dem zweiten Halsgraben bildet und streckenweise Reste des ehem. Randwalles zeigt. An der S-Spitze der Anlage formt der Wall ein kleines, gering erhöhtes Plateau aus, mglw. die Basis eines Bauwerkes. Etwas entfernt im NW liegt die Flur „Burgstall“. Die unmittelbar nordnordwestl. benachbarten „Burgstalläcker“ waren nach entsprechenden Keramikfunden schon in der Hallstattzeit besiedelt. Scherben der Urnenfelder- und Hallstattzeit sind darüber hinaus am gesamten Müllnerkogel verstreut. Nach Schwammenhöfer belegen Funde des 9./10. Jhs. auch eine frühmittelalterliche Siedlungstätigkeit auf der benachbarten „Großen Höhe“ sowie auf dem Müllnerkogel selbst. Ob dieser eine zugehörige Befestigung trug, bleibt jedoch unbekannt. Funde aus dem 11. Jh. sind nach Schwammenhöfer in verschwindend geringer Zahl vorhanden. Jüngere Funde des 13./14. Jhs. stammen hingegen aus der Sammlung Kreitner. Die Sitzfunktion ist deshalb wohl nicht anzuzweifeln, auch wenn die Anlage bislang noch keiner Adelsfamilie zuzuweisen ist. (G.R., T.K.)

Grundriss der ehem. Wehranlage
Keiblinger, Melk, I., Seite 365
Bei den Dörfern Hofstetten und Mannersdorf erheben sich über einem Wiesental zwei durch tiefen Einschnitt getrennte, waldige Hügel mit den ausgedehnten Grundmauern des Schlosses und Maierhofes Wildenstein daselbst eine tiefe Zisterne und im Tale Spuren eines aufgelassenen Teiches (* Seite 464).
Über das Geschlecht von Wildenstein vgl. Fontes, LV., Seite 737
1346 werden Friedrich und Otto Häusler auf Wildenstein genannt (* Seite 565).
Geschichtliche Beilagen, XI., Seite 255
1375 brachte Elisabeth, geborene Häusler, die Herrschaften Wildenstein ihrem Gemahle Rüdiger dem Jungen von Starhemberg zu (* Seite 568).
Staatsarchiv in Wien, Kodex Weiß, Nr. 48, Blatt 73
Wurmbrand, Collectanea, Seite 219.
1388 front (pfändet) Ott der Wildungsmaurer Marchart dem Hewsler seinen Teil der halben Feste Wildenstain und alles Habe, das nun die Streitweserin gelassen hat (* Seite 568).
1456 übernahm die Herrschaft Wildenstein nach dem Tode des Reinprecht III. von Wallsee, sein Sohn Wolfgang (* Seite 576).
(*) Geschichtliche Beilagen zum St. Pöltner Diözesanblatt, Band 17/2001

Ungarische Briefmarke mit dem Bildnis Matthias Corvinus („der Rabe“)
(* 23. Februar 1443 in Cluj-Napoca/Siebenbürgen, † 6. April 1490 in Wien)

Querschnitt des Geländes der ehemaligen Anlage
Auf dieser Erhebung lag einst die Burg Wildenstein, von der noch beachtliche Erdwerke vorhanden sind. Das Gesamtausmaß der Erhebung liegt bei 90 x 120 m; seine Höhe beträgt 5–10 m.
Die Anlage ist dreigeteilt: Im W liegt das Kernwerk, im S die Wirtschaftsplattform und im SW das Vorwerk.
Am max. 10 m hohen Kernwerkshügel sind Mauerreste der Burg und ein Brunnenschacht zu erkennbar.

Das Plateau des Burghügels misst 22 x 30 m. An der NO-Ecke des Hügels hinterließ ein Steinbruch seine Spuren.
Das Wirtschaftsplateau erhebt sich 4-5 m hoch und weißt Trapezform auf. Die Seitenlängen betragen im N 27 m, im O 22 m und im S 36 m. An den beiden Süd-Ecken springen Bastionen vor (Ø etwa 7 m). Im nördlichen Teil des Wirtschaftsplateaus befindet sich eine Zisternengrube.
Die ehemalige Umfassungsmauer des Plateaus ist noch in Resten verfolgbar.

Mauerrest (im Gegensatz zur Ruine Zelking, befinden sich hier nur mehr spärliche Reste an Mauerwerk)
Das Vorwerk ist ein längliches Plateau, das sich westlich des Wirtschaftsbereiches und südlich des Walles auf eine Länge von über 30 m erstreckt. Die Breite liegt bei 8–12 m.
Gegen S sind noch Reste eines 2 m tiefen Grabens erkennbar.
Die Größe der Burg und die Form der Anlage weisen auf das 13. Jhdt. Wildenstein wird 1281 erstmals urkundlich erwähnt und dürfte bis in das 15. Jhdt. existiert haben. 1486/87 wird berichtet, daß Matthias Corvinus „Wildenstein, ein öd Schloß“ wieder instand setzen ließ.

Waffen (unter anderem Lanzenspitze aus der Zeit Matthias Corvinus)
(Aufgenommen im Heimatmuseum Pöchlarn)
Die Anlage dürfte aber unbewohnt geblieben sein. Eine bei der Ruine gefundene Sturmhaube (Schaller) und Lanzenspitzen werden im Museum Pöchlarn verwahrt.

Sturmhaube (Schaller aus der Ruine)
1348 wird vom „Häuslerguet zu Wildenstain“ gesprochen. Für Wildenstein fehlen ab 1350 jedoch urkundliche Nachrichten.
Die auch anderorts reich begüterte Ritterfamilie ist bis 1477 quellenmäßig nachzuweisen.
Laut einer Melker Chronik jedoch lässt König Matthias Corvinus 1486/87 Wildenstein, „ein öd Schloss bawen“, also wiedererrichten.
1500/10 wird vom „öden Schloss“ Wildenstein berichtetet.
1591 erscheint nur noch das Amt Wildenstein. Der Burgstall gehört heute zum Grundbesitz der Fam. Wieseneder, Hofstetten. (M.K., G.R.)
Entnommen aus: BURGEN Mostviertel 2007, S. 404/405

Die Schuttansammlungen lassen generell wohl eine allseitige, randständige Bebauung vermuten, Aufschlüsse zur Funktion der Gebäude sind heute jedoch nicht mehr zu gewinnen. Im NW ist der noch etwa 7 m tiefe, im oberen Bereich Ausgemauerte, aus dem Feld geschlagene Schacht eines Brunnens erhalten. Südwestl. bis südöstl. umzieht ein bogenförmiger angelegter, ca. 80 m langer Graben das Kernwerk. Er ist bis zu 8 m tief, die Sohlbreite beträgt 5 m. Dem Bogen des Grabens folgt die Form der südl. angeschlossenen Vorwerke. Im SW ist dem Graben ein starker, ca. 50 m langer Wallbogen vorgelagert, der sich westl. deutlich verbreitert und einen „Turmhügel“ ausbildet. Am östl. Ende ist dem Wall ein gegen SO vortretendes, durchschnittlich 40 x 30 m großes trapezförmiges Plateau angeschlossen. Dieses 4–5 m hohe Erdwerk trug den ehem. Meierhof der Burg, geringe Reste einer Massivbebauung laufen relativ geradlinig angelegt über eine Fläche von durchschnittlich 30 x 30 m. Die S- und vor allem die O-Ecke dieses Plateaus erscheinen bastionsförmig ausgebaut, im Zentrum ist eine starke Eintiefung zu beobachten, vielleicht der Rest einer Zisterne oder eines Kellers. Die Gliederung der Burganlage lässt eine Erschließung der beträchtlich höher liegenden Kernburg über eine aufwändige Brückenkonstruktion vom Meierhofareal aus erwarten. Das starke feldseitige Vortreten des Wirtschafts- bzw. Meierhofplateaus führte zu einer entsprechenden Störung an der S-Seite der Anlage, diese Lücke wurde durch die Anlage eines weiteren Vorwerks geschlossen. Dieses 40 m lange und 8–12 m breite Plateau war allseits durch 2–3 m tiefe Gräben isoliert, mit seiner Form reagiert es auch auf den „Turmhügel“ am westl. Ende des Wallbogens. Pöchhackers Plan lässt eine weitere Wallsicherung im S des Vorwerks erschließen, darüber hinaus die gesamte W-Seite und auch das Kernwerk umziehende Grabenanlagen. Nördl. der Burg fließt ein kleines Bachgerinne, nordwestl. Weist das „Teichfeld“ auf eine ehem. Teichanlage, die zwar noch bedingt erkennbar ist, deren Damm jedoch abgetragen und tlw. Zur Verfüllung der örtlichen Grabenanlagen verwendet wurde. Die bereits verstürzten Mauerschalen des Berings sind über die Mauertechnik nur eingeschränkt zu datieren, eine Zeitstellung vom späten 13. Jh. – der Zeit der ersten urk. Erwähnung – bis zum 14. Jh. ist möglich. Die Gebäudereste im NO sind durch die stärker ausgezwickelten Strukturen dem 14. Jh. zuzuweisen. Nach einem Fundbericht von Bors, der die Anlage als „Hausberg mit angeschlossenem Meierhof“ anspricht, endete die Sitzfunktion der Burg im frühen Mittelalter. Nach der Verödung dürfte der angeschlossene Meierhof bis in das späte Mittelalter ihre wirtschaftliche Funktion weitergeführt haben. Die Keramik- und Metallfunde (darunter Fragmente von Ofenkacheln, z. T. von figural verzierten Blattkacheln, sowie von Werkzeugen) aus dem Bereich des Meierhofs datieren zwischen dem 14. und dem späten 15. Jh. was die Vermutungen hinsichtlich der Nutzungsdauer bestätigt. Als 1591 das Amt Wildenstein genannt wird, war wohl auch der Meierhof verödet. Ein bei der Burg aufgefundener Schaller, eine in der Spätgotik verbreitete Helmform, und weitere Kleinfunde werden im Pöchlarner Museum verwahrt, Teile der Burg sind noch heute mit Keramikscherben übersät. (G.R.)

Die Wildenstein
(Ausschnitt aus dem Druck: Schloß Zelckhing 1672)


Herrn Engelbert Gattringer, vermutlich um 1960
KG Mannersdorf

Diese bronzezeitliche Anlage wurde zufällig im Rahmen der Aufnahme der Bodendenkmale festgestellt.
Der rund 300 m lange Wall erreicht eine Höhe von 6 m und verläuft in einem Bogen vom N-Hang des Berges zum S-Hang. Am N-Abbruch des Plateaus ist der Rest eines ehemals dem Wallstufenfuß Vorgelagerten Grabens erkennbar, der den Berghang abwärts noch gut verfolgbar ist.
Gegen S erscheint eine am Wallfuß liegende Geländestufe.
Der S-Teil des Walles liegt über einem natürlichen Taleinschnitt, der bis zur Melk hinunterführt.
Im Bereich der Bauernhöfe von Anzenberg entspringen mehrere Quellen, deren Wasser durch den Taleinschnitt zur Melk fließt. Es war dies auch die Wasserversorgung der Bronzezeitsiedlung. Der vom Wall geschützte Siedlungsbereich hat eine ovale Form mit einem Dm. von 250 x 180 m und fällt gegen S gleichmäßig einige Meter ab.
Die Anlage zeigt den während der Bronzezeit üblichen Befestigungstypus, der im Wesentlichen durch Abgraben einer Geländestufe gebildet wurde. Die Stufe war ursprünglich nahezu senkrecht abgeböscht worden. Vor der Böschung verlief ein Graben. Das dabei gewonnene Erdmaterial dürfte auch bereits zur Aufschüttung eines niedrigen Walles auf der Stufenkrone gedient haben. Von diesem Wall sind heute durch die Beackerung nur mehr Spuren vorhanden. Nur im N-Teil ist die Wallaufschüttung auch an der Innenseite erkennbar.
Die Masse der Keramik von der Siedlungsfläche ist der frühen bis mittleren Bronzezeit sowie vor allem auch der Urnenfelderzeit zuzuordnen. Hallstattzeitlich ist ein Bronzetüllenhammer vom Anzenberg sowie Keramik mit Graphitbröckchen. Der Tüllenhammer ist im Museum in Melk.
Die Anlage wurde später auch von den Kelten benützt. Scherben der Latenezeit weisen auf einige Höfe innerhalb der bronzezeitlichen Befestigung (hin).
Möglicherweise diente die Anlage noch in den Ungarkriegen als Fluchtburg.
Karolingerzeitliche Keramik wurde von Kustos des Museums Melk Anton Harrer am Anzenberg aufgelesen.
Vermessen durch H. A. Pöchhacker am 3. II. 1990 und Hermann Schwammenhöfer.
LITERATUR: F. HUTTER, Unsere Heimat 1964, S. 66
Um 1120 werden Heinrich und Otto von Ancinberg in einer Freisinger Urkunde genannt.
1217 ist „Otto de Anzenperge“ in einer ldfl. Urkunde für das Kloster Melk nachweisbar (BUB II, Nr. 208). Der Sitz ist offenbar früh abgekommen. (M.K., G.R.)
Entnommen aus: BURGEN Mostviertel 2007, S. 402
KG Mannersdorf
Ehemalige Wehranlage „Türkenkogel“ in der Arb

Plan dieser ehem. Kleinbefestigung
Aus älteren Berichten ist zu entnehmen, dass nahe der Rotte Anzenberg die abgekommene Burg Grub gesucht wurde – und wird. Nach der Bevölkerung lag diese nördl. von Anzenberg auf einem zur Melk abfallenden Steilhang. Hutter fand hier anlässlich einer Geländebegehung im Auswurfmaterial von Dachsbauten Keramikscherben, die jedoch als prähistorisch eingeordnet wurden. Büttner berichtet (unter Wildenstein) von einer am W-Hang des Melktals situierte „Burgwiese“, wobei er eine Verwechslung mit der Anlage Vornholz (KG Ritzengrub, OG St. Leonhard am Forst, s. d.) am rechten Ufer der Melk konkret ausschließt. In der flachen Senke westl. der Rotte Anzenberg liegen die „Grubhöfe“, Anzenberg Nr. 9 und 10. Sie liegen 3,6 km südwestl. von Zelking und sind auf der ÖK 50/Blatt 54 mit dem Namen „Grub“ ausgewiesen. Der vielfach auftretende Name Grub (eine Streusiedlung dieses Namens liegt nur 3 km südöstl. bei Zwerbach in der KG Rainberg, OG Ruprechtshofen) lässt jedoch Zweifel an der Lokalisierung der Burg Grub aufkommen. (G.R.)
(*) Im Bereiche der Ortschaft Anzenberg am linken Melkufer dürfte jene Burg GRUB gelegen gewesen sein, von der (Schober, Bl. f. LK. 1879, S. 264) berichtet, daß sie 17. Oktober 1485 von den Ungarn zerstört wurde (* HR Ing. Dr. Georg Binder, Die Niederösterreichischen Burgen und Schlösser I. Teil, 1925, S. 138).
