Burgställe und Wallanlagen

Die Zelking im Viertel unter dem Manhartsberg (Weinviertel)



Hauptbeitrag über Sierndorf in: Sierndorf und die Herren von Zelking

Deinzendorf

KG/Marktgemeinde Zellerndorf/Bezirk Hollabrunn

Die Katastralgemeinde Deinzendorf liegt zwischen Zellerndorf und Dietmannsdorf zu beiden Seiten der Pulkau und umfasst 5,57 km².
1291 ist Ludwig (*) von Zelking Besitzer von 2 Lehen in Teuntzendorf, die er dem Stift Altenburg überantwortet (FRA II/21 60).
(* Es dürfte
hier Ludwig III. gemeint sein, erwähnt 12871323!)
(Entnommen aus: Vergangenheit und Gegenwart
Der Bezirk Hollabrunn und seine Gemeinden, 1993, Seite 945)

1291 I 08
Ludwig von Zelking gibt dem Stifte Altenburg zwei Lehen zu Teinzendorf.
8. Jänner 1291, Wien
Überlieferung(en):
Original: Stiftsarchiv Altenburg (http://www.stift-altenburg.at)
Beglaubigung: 1 Siegel (halb zerbrochen).
Beschreibstoff: Pergament
Originaldatierung: sant Erharts tage (8. Jänner)
Sprache: Deutsch

Ich Ludweich von Celkinge tun chunt allen den, di nu lembtich sint vnd hernach chomftich sint, di den gegenburtigen priue ansehent oder lesent, daz ich mit verdahtem mut mein selbes vnt mit meiner housvroun vron Offmein guntste, vnt ouch meiner sun Heinreichs, Marcharts vnd Ludweigs, vnd aller vnser gerben gutem willen, han gegeben zwai lehen ze Tevntzendorf, di vnser aigen gewesen sint, dem gotshous ze Altenburch mit allem vnserm rehte, vnd haben daz getan, du wir daz wol getun mahten, vnt wellen des selben aigens des vor bnanten gotshousse sherm sein, als landes reht ist, vnd haben des vnser trewe gegeben, ich, mein hovsvrowe vnd meinev chinde, di vor bnant sint. Vnd daz di rede vuerbaz stet sei vnt vntzebrochen, des gib ich disen prive ze rehter vrchunde, versigelt mit meinen jnsigel. Des sint gezeuge her Rapot, her Erchenpreht, her Haidenreich, di purkcrauen von Gorse, Hadmar von Sunberch, Sefrid von Plenich, Alber, Vlreich vnd Wernhart di Strevnne von Swartzenowe, vnd ander vrume levt gnuch. Daz ist geschehen vnd ist der priue gegeben vber tousent iar, zwai hundert iar, in dem ainen vnt nevncigistem iar nach Christes gepurt, datz Wienne, an sant Erharts tage.
Vorlagen für den Volltext: BURGER, Urkunden Altenburg (= FRA II/21, 1865) Seite 60 und für das Regest: BURGER, Urkunden Altenburg (= FRA II/21, 1865) Seite 60, Nr. 57.

Ursprünglich Burg der Zelkinger aus dem 13. Jahrhundert, eine einstöckige Anlage um einen rechtwinkeligen Hof. 1670 wurde das Schloß in seiner heutigen Gestalt aufgebaut.
Entnommen aus: Gerhard Stenzel – Von Schloß zu Schloß in Österreich (1976), Seite 168


Deinzendorf
Abbildung der Burganlage von Georg Matthaeus Vischer Topographia Austriae inferoris 1672
(
© Archiv Verlag, Reprint 2004)


Ludwig von Zelking gibt dem Stift Altenburg zwei Lehen zu Teinzendorf (Internet).

(*) 1122 Deginzingdorf, entweder vom Personennamen Deginzin oder vom mittelhochdeutschen Wort tahe = Lehm.
Im Mittelalter waren hier die Johanniter von Mailberg begütert, ebenso die Herren von Zelking, von denen Ludwig von Zelking und Albert von Lahaendorf  2½ Lehen und 4 Hofstätten an Altenburg geben.
Gegen Ende des 13. Jahrhundert hatten Ludwig von Zelking und ein Albert von Lahsendorf Renten in Tevnzendorf; ebenso der Malteserorden (der Meister des Hauses zu Mayrberg = Mailberg) nicht nur großen Besitz, sondern war auch mit dem Gerichte betraut
(* Entnommen aus einem Schreibmaschinenmanuskript, 19.., Seite 8/9)

Hainburg an der Donau
Stadtgemeinde/Bezirk Bruck an der Leitha/NÖ


  Hainburg an der Donau

11. Capitel.


Vor und nach der Eroberung der Stadt durch die Türken 1529.

(*) Wilhelm von Zelking, der den Kaiser Max (Maximilian I. von Habsburg, genannt der letzte Ritter, geboren am 22. März 1459 in Wiener Neustadt; verstorben am 12. Januar 1519 in Wels, Oberösterreich) auf seinen vielen Zügen begleitet hatte, erhielt vom Kaiser aus Wels am 28. August 1514 einen Brief, womit ihm der Kaiser das Schloß und die Stadt Hainburg samt Zugehör pflegeweise für sein ganzes Leben lang mit 650 fl. (Gulden) und einem Dreiling (Hohlmaß: 1358,136 Liter) Wein jährlicher Burghut (Entlohnung für den Burgverwalter oder Pfleger; ein Pfleger war ein Herrschaftsverwalter und oberster juridischer Herrschaftsbeamter) aus den Einkünften von Hainburg verschrieb. Sollte Wilhelm von Zelking in Hainburg nicht so viel einnehmen, so wird ihm der Rest von der Maut von Schwechat ausbezahlt. Zelking hatte dem Kaiser 1000 fl. dargeliehen, welche ihm auch von den Einkünften von Hainburg sichergestellt wurden. 200 fl. Provision, die er bis dahin jährlich erhalten hatte, sollten aufgehoben sein.
Am selben Tage sagte der Kaiser dem Wilhelm von Zelking zu, daß ihm alle seine Auslagen, die er für die Verbesserung der Herrschaft Hainburg (durch Ankäufe oder Anlage von Teichen) oder in Kriegszeiten zum Schutze dieser Herrschaft machen würde, ersetzt werden, und daß er nicht früher die Herrschaft abtreten dürfe, bevor nicht das geschehen sei (O. W. am angegebenen Ort, Seite 110).
Wilhelm von Zelking erhielt vom Kaiser Max manche Begünstigungen; so bekam er die Lehen, die durch den Tod des Paul Huntzheimer heimgefallen waren; auch durfte er die Wälder des Landesfürsten für seinen Hausbedarf benützen.
Am 20. October 1517 bestimmte der Kaiser (in Baden), daß die Steuern, welche die Brüder Wilhelm und Wolfgang von Zelking und die Erben des Hanns von Chunring schuldig geblieben waren, zur Herstellung der Befestigungen am Schlosse Hainburg verwendet werden sollten. In Wien verschrieb der Kaiser am 26. October 1517 dem Wilhelm von Zelking für die 650 fl. Burghut in Hainburg die Maut von Prellenkirchen um jährliche 450 fl.; den Rest von 200 fl. sollte er von der Maut von Schwechat erhalten. Daraus läßt sich wohl schließen, daß die Einkünfte in Hainburg bereits abgenommen hatten, so daß sie nicht mehr so viel abwarfen, als Zelking jährlich zu fordern hatte (Das Gleiche kann man schließen aus einer anderen Aufzeichnung vom selben Tage, nach welcher Zelking die Maut und das Ungeld zu Hainburg sowie auch die Maut zu Prellenkirchen um 450 fl. überlassen worden seien. O. W. am angegebenen Ort, Seite 112).
Wilhelm von Zelking kaufte um 1500 fl. die Veste Pottenburg (zwischen Wolfsthal und Berg) mit der Bedingung eines ewigen Wiederkaufes und verpflichtete sich am 16. December 1517 diese Summe an dem Schlosse Hainburg zu verbauen. Zelking genoß also die Erlegung dieses Kaufschillings, wie bei Entrichtung seiner Steuern die größten Begünstigungen und Erleichterungen. Dem kaiserlichen Büchsen= und Baumeister Wenzel Rosenheimer wurde 1588 eine jährliche Pension von 66 fl. auf das Einkommen der Maut von Hainburg zugewiesen. Wilhelm von Zelking erhob Vorstellungen und W. Rosenheimer erhielt seine Pension aus einer anderen Quelle und hatte nur seine Wohnung im Schlosse von Hainburg, die er aber auch nur bis 1524 inne hatte, da in diesem Jahre ein kaiserlicher Befehl an die Bürger von Hainburg kam, dem Wenzel Rosenheimer eine Wohnung in der Stadt anzuweisen (O. W. am angegebenen Ort, Seite 112).
Als 1519 Kaiser Max gestorben war, da bestätigte sein Enkel Ferdinand die Freiheiten der Stadt Hainburg noch auf der Reise zu Rottenmann am 3. September 1519.
Wilhelm von Zelking wurde von Erzherzog Ferdinand gerade so begünstigt, wie vom Kaiser Max. So erhielt er am 22. März 1522 den Befehl, er möge die vom Verkaufe der Veste Pottenburg herrührenden 1500 fl. dazu verwenden, das Schloß in Hainburg auszubessern (trotzdem seit dem Jahre 1514 die beträchtliche Summe von 1500 fl. hiefür angewiesen worden war, – sie war aber einfach hiezu nicht verwendet worden!), hätte er kein vorräthiges Geld, so möge er es auf den Pfandschilling schlagen! Am 22. August 1522 erhielt Wilhelm von Zelking trotzdem anstandslos eine Bestätigung jener Verschreibungen über die Stadt und Schloß Hainburg, welche ihm Kaiser Max 1514 und 1517 gegeben hatte (Was im Großen gefehlt wurde, suchte man im Kleinen gutzumachen. So kam an den Richter und Rath von Hainburg ein am27. Januar 1527 erlassener Befehl, „man solle das Veldhaus (Zelt), welches sich seiner Zeit Kaiser Max, als er gegen die Ungarn Krieg machen machen wollte, bauen ließ und welches nun in der Gewalt eines sicheren Snekh sei, nehmen und verwahren“. O. W. am angegebenen Ort, Seite 113).
Als in der unglücklichen Schlacht bei Mohacs am 29. August 1526 König Ludwig von Ungarn sein Leben verlor, da floh die Königinwitwe Maria nach Preßburg; Erzherzog Ferdinand aber traf Anstalten seine Rechte auf die ungarische Krone geltend zu machen. Er kam am 15. October mit seiner Gemahlin Anna  nach Hainburg, wo er mit ungarischen Würdenträgern durch zwei Tage Berathungen hielt (Aus dem Itinerar Ferdinand I., 1521–1564. Von Anton von Gevay, Wien, 1843). Auch seine Schwester die Königin Marie von Ungarn, war nach Hainburg gekommen. Als kurze Zeit danach Zapolya, der sich zum Gegenkönig aufgeworfen hatte, um die Hand der Königin Maria anhielt, da ließ ihm diese sagen: sie sei die Schwester jenes Ferdinand, welcher jüngst in Hainburg schwur, er wolle für das Königreich Ungarn leben oder sterben. – Zu diesen Berathungen in Hainburg waren der Bischof Szalahazy von Vesprim und Thurzo, der Oberst=Reichsschatzmeister, zugezogen worden. Das Resultat dieser Berathungen wurde am 18. October durch den Domdechant von Laibach, Gregor Kreuzer, und Erasmus von Dornberg nach Preßburg an den Palatin Stephan Barthorv, den Bischof Brodaritsch von Sirmien und ungarischen Kanzler, den Bischof von Agram Simon Erdödy und die Abgesandten Croatiens und Slavoniens geschickt. Am 19. October kehrte Ferdinand wieder nach Wien zurück, weil er am 23. October die böhmischen Stände empfing, welche ihn als ihren König anerkannten. Am 7. November war Ferdinand bereits wieder in Hainburg, wo er auch ein kleines Heer ansammelte, um sich Oedenburgs zu versichern. Sein Gegner Zapolya ließ sich in Stuhlweißenburg am 10. November zum Könige wählen. Die Königin=Witwe Marie hielt sich damals in Kitsee auf, von wo aus sie mit den Vertrauensmännern Ferdinands, welche in Hainburg weilten, im regen Verkehre stand (Inzwischen hatte am 12. November der Erlauer Bischof Vardai dem Wojwoden Zapolya die Krone aufgesetzt, die dann Peter Perenyi als Kronhüter in Verwahrung nahm. Krones am angegebenen Ort II, Seite 184). Zu diesen Vertrauten gehörte auch Wilhelm von Zelking.
Die Verhandlungen, welche zwischen Ferdinand und Zapolya geführt wurden, blieben ohne Erfolg, weshalb Ersterer Ende Juni 1527 in und bei Hainburg seine Truppen zusammenzog. 8000 Mann Fußvolk lagen um Hainburg, 3000 Mann Reiterei um Deutsch=Altenburg, Zuerst wurde Theben in der Mitte des Juli eingenommen. Preßburg wurde zur Uebergabe  aufgefordert. Ferdinand reiste zu seinen Truppen und kam am 31. Juli nach Fischamend und Prellenkirchen und am 1. August nach Kitsee. Dort empfing er bei einem alten Thurme (Beim sogenannten Heidenthurme, der noch heute steht und wahrscheinlich ein Rest des untergegangenen Ortes Lebern ist. Man vermuthet, daß seine Grundfesten römischen Ursprungs sind. An seiner Nordseite sieht man noch Spuren eines späteren Anbaues – wahrscheinlich einer Kirche – , auch deuten Ueberreste  darauf hin, daß er einst, so wie manche Kirchthürme, mit einem achteckigen Steinhelm versehen war), eine ungarische Abgesandtschaft, die ihm schon entgegeneilte. Sein weiterer Marsch konnte durch nichts mehr aufgehalten werden, so daß er am 20. August in Ofen eintraf. Am 3. November ließ er sich in Stuhlweißenburg im Beisein der beiden Königinnen Anna und Maria krönen (Die letzte Krönung, welche in Stuhlweißenburg stattfand. O. W. am angegeben Ort, Seite 115). Da König Ferdinand den größten Theil von Ungarn auf seine Seite brachte, so faßte Zapolya den unheilvollen Entschluß, die Türken zu Hilfe zu rufen, was er Ende December auch that. Schon früher hatte man in Wien diese Gefahr gefürchtet und hatte auch bei Zeiten daran gedacht, Hainburg mit dem Nöthigsten zu versehen, denn im Monate October 1526 wurde ein Befehl gegeben, dem Wilhelm von Zelking Waffen und Munition zur Vertheidigung des Schlosse von Hainburg zu senden: ein anderer Befehl aus demselben Monate ordnete an, daß von Wien bis Preßburg längs der Donau ein Weg wegen des Transportes der Kriegsmunition an (zu) den Schiffen anzulegen sei. Man überstürzte sich nicht, den zweiten Befehl auszuführen, obwohl in demselben sogar bestimmt war, daß jeder Arbeiter täglich 4 kr. (Kreuzer) erhalten sollte, denn am 3. Juni 1527 mußte der Auftrag, diesen Weg anzulegen, wiederholt werden. 1527 ordnete König Ferdinand die Leistung von Robott an, damit die eingefallenen Mauern, der Thurm und der Schloßgraben wieder hergestellt würden. Wilhelm von Zelking aber wurde ermächtigt, von der Landsteuer, die er schuldig geblieben war, 343 Pfund, 5  Schillinge und 2 Pfennige am Schlosse zu verbauen, trotzdem schon so oft und nicht geringe Summen angewiesen worden waren, die Veste auszubessern, was aber niemals ernstlich geschehen war (O. W. am angegebenen Ort, Seite 115).
Am 9. März 1528 erhielt der niederösterreichische Forstmeister eine Instruktion über das Hegen des Wildes in den kaiserlichen Forsten, zu denen auch die Auen und Wälder der Herrschaft Hainburg, wie von Petronell gehörten.
Das Jahr 1529 brachte auch über Hainburg ein großes Mißgeschick. Soliman war mit seinen Schaaren am 21. September vor Preßburg eingetroffen, welches ihm aber seine Thore nicht öffnete. Da er am 27. September vor Wien anlangte, so dürfte er am 23. Oder 24. September bei Preßburg über die Donau gegangen sein und Hainburg, dessen Befestigungen durch Wilhelm von Zelking’s Schuld große Schäden aufwiesen, ohne Mühe eingenommen haben. Im September gingen 600 türkische Tschaikisten über die Donau und zerstörten Steinabrunn (Nach Hubert Thoma a Leodic. Verließen 600 Mann Fußvolk aus Schrecken vor der großen Türkenmacht Hainburg und flüchteten nach Korneuburg. Auch Rottenstein zerstörten 1529 die Türken). Da dieser Landstrich bis zum Rückzuge der Türken im October im Besitze der letzteren blieb, so hatte er durch Erpressungen und Grausamkeiten von Seite dieser unmenschlichen Feinde viel auszustehen. Nach dem Notizenblatte der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften (1858, Seite 311. Im Herbste 1530 war starke Einquartierung in Hainburg, weil die Truppen nach Ofen zogen. Im Pfarrhofe lag Jacob von Panau mit seinem Kriegsvolke; Pfarrgedenkbuch, Folio 447) hatten die Städte Bruck (an der Leitha), Hainburg und Laa (an der Thaya) auch durch böhmische und mährische Landsknechte großen Schaden erlitten.
Nach dem Kriege ging man daran, die Verwüstungen, die er angerichtet, so viel als möglich gutzumachen. So erhielt die Kriegscommission von Prag aus am 7. Februar 1530 den Befehl, eine Rotte Knechte (Vielleicht waren diese aus Böhmen oder Mähren und hat durch deren Uebergriffe Hainburg auch Schaden gelitten).in das Schloss Hainburg zu legen und vom Feldzahlmeister den Sold für dieselben zu verlangen. Um das Land in Vertheidigungszustand gegen die Türken zu setzen, hatte die Regierung den vierten Theil aller geistlichen Güter eingezogen und verkaufen lassen. Am 2. März 1530 wies sie die Commissarien, die mit diesem Geschäft betraut waren, von Prag aus an, von dem Erlöse aus diesen Gütern 400 fl. für den Bau des Schlosses Hainburg zu verwenden. Die Kammer in Oesterreich wurde angewiesen, das Schloß Hainburg mit Geschützen  zu versehen und mit Wilhelm von Zelking Abrechnung zu pflegen über die Summen, die er für den Bau und die Burghut ausgegeben hatte. Die für Hainburg verlangten Geschütze waren aber in Wien nicht vorräthig. Die Maut von Schwechat trug in Folge des Türkeneinfalles nichts ein, weshalb Wilhelm von Zelking mit seinen Ansprüchen an die Stadt Zwettl gewiesen wurde. Seine Provision wurde ihm von 100 auf 300 fl. erhöht, trotz der schweren Zeiten, in denen man auch bei den Söhnen des Kaisers zu sparen begann und anderen Hauptleuten ihre Bezüge vermindert wurden. Wilhelm von Zelking wurde nur aufgefordert, „in Anbetracht der bösen Zeiten, selbst in Hainburg zu residieren“. Er hatte damals (1532) als Obersthofmeister der Königin=Witwe Maria von Ungarn nach Augsburg und Regensburg begleitet, wo ihr Bruder Ferdinand weilte. Seine Stelle als Pfleger von Hainburg vertrat während seiner Abwesenheit Georg Walterskirchen (O. W. am angegebenen Ort, Seit 117 und „Die Walterskirchen zu Wolfsthal“, Haag, 1892, Seite 40), (Seite 51–58).

12. Capitel.

Allseitige Geldverlegenheiten.

Die Stadt Hainburg hatte schon viel seit ihrer Eroberung durch König Mathias Corvinus im Jahre 1482 gelitten und litt noch mehr durch die Türken im Jahre 1529. Trotzdem raffte sich die Stadt so weit auf, daß sie im Jahre 1530 Munition für Kriegszwecke liefern konnte, wofür sie 1533 eine Obligation über 225 fl. erhielt. 1532 verwendete die Stadt 200 fl. zur Ausbesserung ihrer Mauern.
Die Finanzen des Hauptmannes von Haimburg, Wilhelm von Zelking, befanden sich in keiner guten Lage, obwohl er im Jahre 1532 die unter Kaiser Max eingezogenen Güter des Pudmer zu St. Pölten und des Paul Hunzheimer, erhalten hatte. Er bat daher im Februar 1538 die Regierung, ihm Hainburg für sein Leben lang zu verschreiben und ihm auch die 100 fl. Provision zu lassen, weil er bei 4500 fl. in Hainburg verbaut und in Kriegszeiten ausgegeben, auch seinerzeit dem Kaiser Max 1000 fl. geliehen habe, die auf Hainburg angewiesen sein. Durch den Türkeneinfall und andere Unfälle sei er so in Schulden gekommen, daß er seinem Vetter, der ihm 4500 fl. geliehen, Hainburg mit allem Einkommen für drei Jahre überlassen habe. Seine Bitte wurde bewilligt.
1541 war Wilhelm von Zelking gestorben und wie er 1538 gebeten hatte, kam die Pfandschaft von Hainburg an seinen ältesten Sohn Georg Wilhelm.
Die Hainburger mochten mit dem Wechsel (Georg Wilhelms?) in der Person des Pfandschaftsinhabers nicht zufrieden gewesen sein, denn 1545 mußte ihnen von der Regierung eigens aufgetragen werden, daß sie aufgewendet werden müßten. Paul Wilhelm von Zelking erhielt daher die Erlaubniß, diese Summe zu verbauen und zum Pfandschilling schlagen zu dürfen.
Paul Wilhelm von Zelking hatte aber schon am 28. April 1554 die Herrschaft und das Schloß Hainburg Elias Rottwitz übergeben, nachdem der letztere dem Erben des Reinprecht von Ebersdorf die Pfandsumme von 4031 fl. ausbezahlt hatte. Am 2. Juli 1555 mußte wieder ein Befehl an die Hainburger erlassen werden, das Ungeld an Wilhelm von Zelking zu entrichten (Die Nachricht, daß 1554 nach Reinprecht von Ebersdorfs Tod Hieronymus Beck von Leopoldsdorf das Schloß Hainburg als Pfand für eine dem Kaiser dargeliehene Geldsumme erhielt, wie Schweickhardt – V. U. W. W. II, Seite 148, Wisgrill ¬[Schauplatz III, Seite 116 und A. v. Perger am angegebenen Ort, Seite 121] erwähnen, ist eine unrichtige).
Paul Wilhelm von Zelking weilte am Kaiserhofe, nachdem er Hainburg an Elias Rottwitz verpachtet hatte und erhielt im Jahre 1564 2000 fl. Gnadengeld mit der Erlaubniß, dasselbe zur anderen Summe des Pfandschillings für Hainburg hinzuschlagen. Rottwitz zahlte diese Summe am 24. Juni 1565 aus und hatte daher nun 6031 fl. auf der Herrschaft Hainburg lasten.
Da die Regierung Eichenstämme zur Befestigung von Komorn brauchte, so beauftragte sie den Elias von Rottwitz am 6. October 1565 mit Wolf von Puchheim zu Göllersdorf, Ludwig von Schönkirchen, Paul Wilhelm von Zelking als Pfandinhaber von Hainburg, Christoph Walterskircher (Besitzer von Hundsheim) und Georg Walterskircher’s Erben zu Wolfsthal, sowie mit dem Richter und Rath von Hainburg zu unterhandeln, die benöthigten Eichenstämme ohne Entgeld zu liefern. Gleiche Befehle erhielten auch die genannten.
Gegen Ende  des Jahres 1567 starb Paul Wilhelm von Zelking. Elias von Rottwitz hoffte nun die Pfandschaft von Hainburg für seine Person zu bekommen und wandte sich auch deshalb an den Kaiser, den er um Verleihung derselben bat, nachdem er ohnehin schon durch zwanzig Jahre Pfleger im Schlosse Hainburg gewesen. Er bat daher, ihm Niemand vorzuziehen als die Familie Zelking. Trotzdem erhielt nun Rottwitz, obwohl er treu und verlässlich war, die Pfandschaft nicht, sondern am 24, Februar 1568 erfloß der kaiserliche Befehl dem Hofkammerrathe Wilhelm Gienger, Schloß, Stadt und Herrschaft Hainburg zu übergeben, welche er von den Erben Paul Wilhelm von Zelkings ablöste. Rottwitz aber starb am 1. März 1568 plötzlich (Vergleich O. W. am angegebenen Ort, Seite 131).
Die Commissäre, welche zur Uebergabe der Herrschaft Hainburg an den Kammerrath Wilhelm Gienger abgeordnet waren, hatten genauere Vorschriften als ihre Vorgänger bei ähnlichen Anlässen erhalten. Sie sollten 1. ein altes, bei der niederösterreichischen Kammer vorhandenes Urbar benützen, da früher in Hainburg keines in Gebrauch war, 2. den Bauzustand des Schlosses untersuchen, 3. alle Wälder abgehen, 4. sich bei dem letzten Inhaber Rottwitz erkundigen, da mit etlichen Anrainern „Span und Irrung sein soll“
Rottwitz war bereits am 1. März 1568 gestorben; da er aber 8228 fl., 3 Schilling und 3½ Pfennige Pfandschilling auf der Herrschaft Hainburg liegen hatte, so verursachte sein Tod einige Schwierigkeiten bei der Uebergabe der Herrschaft an Gienger.
Am 8 März sollte die Uebergabe stattfinden. Es kam aber weder die Witwe des Paul Wilhelm von Zelking noch die Witwe des Elias von Rottwitz, um die Pfandschillings= und andere Urkunden den Commissären zu übergeben, weshalb sich diese an den Kaiser wandten, er möge an den beiden Witwen Befehle wegen der Herausgabe der Urkunden erlassen.
Gienger erlegte den Pfandschilling, wodurch wieder eine Summe Geldes in Umlauf kam, was ein Grund gewesen sein mochte, die Pfandschaft ihm und nicht Rottwitz zu überlassen.
Gienger erhielt am 26. August 1568 auch die Mauth und das Ungeld zu Hainburg wie auch die Mauth zu Prellenkirchen, wie sie Zelking besessen hatte.
Die Witwe des verstorbenen Paul Wilhelm von Zelking, Sophia von Punigkhaw, eine geborene Gräfin von St. Georgen und Pösing, legte im November 1568 eine Erklärung vor, daß sie sich nicht im Besitze der von ihr verlangten Pfandverschreibungen über Hainburg befinde, sondern daß dieselbige in den Händen der Witwe des Elias von Rottwitz sein müßten. (Seite 58–64)

33. Capitel.

Die beiden Schloßkapellen.

In der alten Bergveste war auch eine Kapelle, 1248 dem hl. Märtyrer Pankraz geweiht, von der noch heute in den Ruinen Spuren vorhanden sind. Diese reichlich bestiftete Kapelle wurde später dem hl. Georg geweiht.

Das Schloßkapellenbeneficium hatte also der Landesfürst zu vergeben. Zu dieser Kapelle waren um 1529 gestiftet: von Ungeld und Maut jährlich 15 Pfund Pfennige; Wilhelm von Zelking gab hiezu 1529 6 Pfund Pfennige, die aber bis zum Visitationsjahre 1544 nicht gereicht wurden, ferner Unterthanen zu Paasdorf, nämlich 7 Holden und eine Brandstätte; sie trugen jährlich 9 Pfund Pfennige, dann das Holz zur Hausnotdurft, Zehent und Bergrecht.
Georg von Waltherskirchen und Wilhelm von Zelking gingen endlich gar daran den Beneficiaten Georg Preuner abzusetzen. Er beklagte sich bei der Regierung, und der „Kanzler und die Regenten n.=ö. Lande“ (der niederösterreichischen Länder) gaben auf diese Klage folgenden  ‚Abschied’: Dieweil befunden wird, daß diesem Priester das Beneficium von der Kaiserl. Majestät verliehen, so hab der Herrn Zelking Pfleger nicht gebühret, vielbemelten Priester das Einkhumben des Benefici ohne der Kaiserl. Majestät Vorwissen zu entsetzen. Demnach sey gedachter von Zelking oder sein Pfleger demselben Priester, das Einkhumben und Zins von den Kirchenholden, Zehent, Pergrecht und Holz, wie das zu gemelten Beneficio gestift, ohne Entgeld folgen, und wiederum in Posession desselben Einkhumben zu lassen zu schuldig, davon soll er nun hinführan den Gottesdienst Inhalt des Stiftbrieb ohne Abgang ausrichten und vollziehen, dann als erwelter Priester in seinen Schriften meldet daß er den Gottesdienst Inhalt des Stiftbrief nach allem alten Brauch, auch auf sein eigen unterhalten Zehen Quatember, wie sich gebühret, verrichtet hab. Ferner darauf geschehe, was sich gebühret. Actum Wienn 5. November 1533.

(Unterzeichnet von)
Bischof zu Laibach,
Niclas Rabenhaupt,
N.=Oe. (Niederösterreichischer) Kanzler.
(und)
Lucas Graßwein.
T. v. Auersperg.
Registrator Hans Thomann.
(Niederösterreichisches Statthalterei=Archiv)
(Seite 207–209)

?. Capitel.

(„Titel“).

Im Jahre 1544 gab der Stadtrath dem Herrschaftsbesitzer Georg Wilhelm von Zelking die Erlaubniß, weil der Wein so theuer war, in seinem (dem Hundsheimerhof) Hofe ein Bräuhaus zu errichten und für seinen Hausgebrauch Bier zu brauen, nur durfte er solches in Hainburg nicht verkaufen, sondern nur außer der Stadt, offenbar, weil die Stadt selbst ein Bräuhaus hatte. (Seite 518)

(* Teilentnahmen aus: Geschichte der landesfürstlichen Stadt Hainburg, verfaßt von Pfarrer Joseph Maurer. Wien, 1894. Im Selbstverlag des Verfassers)

Hainburg
(nach Donin 1931)

(**) Seit 1491 werden wieder Ausbesserungen an der Burg gemeldet, die aber nicht sehr umfangreich gewesen sein dürften, weil am 4. August 1501 das Schloß Hainburg als baufällig bezeichnet wird. Die Herren von Zelking, denen seit 1514 vom Kaiser das Schloß und die Stadt Hainburg pflegweise übergeben worden war, verstanden es, von anscheinend kleinen Ausbesserungen im Jahre 1514 abgesehen, die zur Wiederherstellung angewiesenen Summen nicht für Hainburg zu verwenden (Blatt für Landeskunde XXII, 1888, Seite 112). Sonst hätte nicht 1525 in Voraussicht der Türkenangriffe neuerlich Befehl ergehen müssen, die eingefallenen Mauern, den Turm und Schloßgraben wieder herzustellen. Damals scheint wirklich von den Zelkingern etwas für die Burg geschehen zu sein, weil 1530 die Kammer in Österreich angewiesen wird, die Ausgaben zu dem Bau am Schloß mit Wilhelm von Zelking abzurechnen. Leider ist es nicht möglich, mit Sicherheit Verbesserungen an der Burg aus dieser Zeit festzustellen, Sie waren wohl nicht sehr umfangreich, da 1553 schon wieder Verhandlungen wegen Reparierung des Schlosses (am angegebenen Ort, Seite 29) überliefert sind. Der langsame Verfall des Schlosses wird dadurch begreiflich, daß seit 1547 die Zelkinger das Schloß nicht mehr bewohnt haben dürften. Für die gesteigerten Anforderungen an Wohnlichkeit, ja prunkvoller Lebenskultur, welche der Adel in der Renaissancezeit an seine Schlösser stellte, waren mittelalterliche Burgen nur durch großzügige Umgestaltungen brauchbar zu machen. Hiezu fehlten aber den Zelkingern, die ja nicht Eigentümer, sondern bloß Pfleger des Schlosses waren, der Anreiz. Sie verließen daher das für ihre Wohnbedürfnisse ungeeignete Schloß, welches damit noch mehr dem Verfalle preisgegeben war, ähnlich wie es Plesser für die Bergfeste Dürnstein so anschaulich darlegte (Alois Plesser, Die Bergfeste Dürnstein und die Ursachen ihrer Verödung. Monatsblatt für Landeskunde neue Folge I, 1928, Seite195).
Eine Besserung trat erst ein, als die Zelkinger um 1547 Herrschaft und Schloß an Elias von Rottwitz weiter gegeben hatten (Elias von Rottwitz nennt sich 1547 bereits „Pfleger auf dem Schlosse Hainburg und Verwalter des Landgerichts daselbst“. Die offizielle Übergabe konnte erst laut Verschreibung vom 28 IV. 1554 erfolgen, als Paul Wilhelm von Zelking die Herrschaft von den Erben seines Vetters Reinprechts von Ebersdorf, der für kurze Zeit (seit 1551) die Herrschaft pfandweise hatte, wieder erhielt. Trotzdem dürfte die Übergabe an Rottwitz nur eine Art Weiterverpachtung gewesen sein). (Seite 17)

Renaissancehäuser, Erker, Fenster, Portale

Leider besitzt Hainburg kein bedeutsames Denkmal, welches den allmählichen Übergang von der späten Gotik zur Renaissance und das Ringen der neuen fremden Einflüsse mit der örtlichen Überlieferung uns so klar machen würde, wie dies die Trutzfiguren am Wiener Tor für den Übergang von der Romanik zur Gotik tun. Das alte Bräuhaus in der Ungarstraße 26, das mit seinem turmähnlichen Vorbau den Blick auf sich zieht, möge ein wenig auch unvollkommenes Beispiel dafür sein. Es war der ehemalige Hundsheimerhof, in welchem Georg Wilhelm von Zelking im Jahre 1544 ein Bräuhaus errichtete (Hofkammerarchiv Faszikel H 5b. Im Jahre 1569 war strittig ob der Hof zur Herrschaft Hainburg oder zur Stadt oder zur Herrschaft Altenburg gehört. Blatt für Landeskunde XXII, 1888, Seite 392). (Seite 59)

Das Renaissanceportal im Hundsheimerhofe

Das prächtigste Renaissanceportal Hainburgs ist das bereits erwähnte, 1792 in den Hof des alten Bräuhauses (einst Hundsheimerhof), Ungarstraße 26) übertragene Portal von 1554.
Unter anderem wird betreffs der Portalbeschreibung folgend geschrieben: Er (Elias von Rottwitz) nennt sich 1547 Pfleger auf dem Schlosse Hainburg und Verwalter des Landgerichts daselbst, da ihm die Familie Zelking, wie bereits erwähnt, die Pfandschaft an Hainburg verpachtet hatte. Er starb am 1. März 1568 in Ungarisch-Altenburg, dessen Hauptmann 1566 er war, eines plötzlichen Todes, als trotz 20jähriger treuer Verwaltung des Schlosses nach Paul Wilhelms von Zelkings Tode die Herrschaft wenige Tage vorher nicht ihm, sondern Wilhelm Gienger überantwortet wurde (O. W. Blatt für Landeskunde, 1888, Seite 131).
Das schmucke Portal läßt vermuten, daß es, bevor das Ehepaar Persch es an die jetzige Stelle brachte, den Eingang zu dem prächtigen Renaissancehaus bildete, das sich Elias von Rottwitz erbaut hatte. Wo stand nun dieses Haus? Auf der Burg wohl kaum, denn dort hatten die Zelkinger schon nicht mehr gewohnt. Auch wäre es dem Anton Persch und seiner Frau wohl kaum gestattet worden und wohl auch zu umständlich gewesen, das Portal von der Burg herunterzuschaffen. Vielleicht stand das Portal am Hundsheimerhofe selbst, zum Beispiel an der Straßenfront und wurde von den Persch 1792 nur in den inneren Hof versetzt. Denn Rottwitz hatte von den Zelkingern auch den Hundsheimerhof übernommen, der damals schon zum Bräuhaus umgestaltet war. Dagegen spricht aber gerade die Umwandlung des Hundsheimerhofes in ein Bräuhaus. Denn im Hundsheimerhofe, der, in der Stadt gelegen, doch zur Burg gehörte, hatten ja wahrscheinlich die Zelkinger gewohnt. Und bald nach der Errichtung des Bräuhauses (1544) gibt die Familie Zelking den bleibenden Aufenthalt in Hainburg auf (Blatt für Landeskunde XXII, 1888, Seite 125),  weil ihr die Wohnung in dem zu einem Bräuhause gewordenen Hundsheimerhofe anscheinend nicht behagte, Rottwitz, der viel mehr Interesse für Hainburg aufbrachte als die Zelkinger, beschloß daher im selben Jahre, als ihm die Herrschaft übergeben war (1554), nicht nur die urkundlich beglaubigte Wiederherstellung der Burg, sondern vielleicht im Zuge dieser Herstellungsarbeiten wie das Portal von 1554, zu beweisen scheint, den Bau eines Herrenhauses (Seite 61–63).

(** Entnommen aus: Richard Kurt Donin. Die Kunstdenkmäler der Stadt Hainburg, Wien 1931)
Freundlicherweise von Herrn Karl Walek (Hainburg) zur Verfügung gestellt!

 

Sierndorf 
Marktgemeinde/Bezirk Korneuburg/NÖ

Wappen von Sierndorf
Wappen der Marktgemeinde Sierndorf


(*) Die
Herrschaftsleut von Sierndorf

Die heutige Pfarrkirche von Sierndorf ist ein Teil vom Schloß Sierndorf, sie war einmal die Schloßkirche. Die Herrschaft hatte also die Kirche im Haus; aus den Gemächern brachte sie ein Gang in das Oratorium über den Hochaltar. Dort war sie dem sakralen Geschehen am nächsten, dort konnte sie auch auf die Untertanen herabblicken. Und sogar wenn die Herrschaft nicht anwesend war, war sie trotzdem da! An der Brüstung des Oratoriums hatte der Erbauer der Schlosskirche von sich und seiner Frau lebensgroße Porträtbüsten anbringen lassen: Wilhelm von Zelking (1480–1541), seit 1511 mit Margarete aus dem bayrischen Geschlecht der Sandizell verheiratet.
Dies ungemein lebensvollen Porträts sind mit der Jahreszahl 1516 bezeichnet. Die Eheleute zeigen sich in ihrem Festtagsgewand und mit reichem Schmuck (sogar Blattgold hatte der Künstler für die gefärbelten Steinbüsten verwendet). Beide haben Rosenkränze in den Händen sie nehmen am Gottesdienst teil. Aber die Augen sind in die Ferne gerichtet.
Nachdem Wilhelm von Zelking als Hauptmann an einem der Kriege Kaisers Maximilian I. teilgenommen hatte, war er dann nur noch am Neubau von Schloß Sierndorf interessiert.
(Auch in der Predella des Hochaltars ist ein Bild des Herrschaftspaares zu sehen
aber in konventioneller Art eingebaut in eine Anbetung der Heiligen Drei Könige. Links Herr Wilhelm mit zwei Söhnen, rechts Frau Margarete mit drei Töchtern.)
Eine ältere Frau, die in der Kirche wieder Ordnung machte
(nach einem Gottesdienst), flüsterte uns zu: „Gelt, sie schauen wirklich so aus, als ob sie noch leben täten … unsere Herrschaftsleut‘!
(Teilentnahme aus: Karl Lukan, Das Weinviertel
buch, 2. Auflage 1992, Seite 24/25)