(Mostviertel)
Signatur: 575
Datum: 30 I 1354
Herzog Albert von Österreich legt einen Streit zwischen dem Bischof von Passau und Heinrich von Zelking um die Mühle zu (in) Amstetten bei.


Detail der ehemaligen Mühle

Lageplan der ehemaligen Mühle
(Der Grundbuchauszug ist dem Kataster der damaligen Marktgemeinde Amstetten des Jahres 1873 entnommen)

Anbei die Fotos/Scanns über den Bereich der historischen Mühle – Mühle am Unterwörth,
oder auch als Breitmühle oder Kranzermühle bekannt.
Anfang 20. Jahrhundert kaufte das Areal die englische Firma Nohel und errichtete hier eine Stumpenfabrik,
die um die Zeit des 1. Weltkrieges vom Wiener Unternehmen ITA erworben wurde

Das gesamte Areal wurde 1972 abgebrochen und darauf entstand
schließlich das heute hier existierende CCA (CityCenter Amstetten)
an der Stelle des langgestreckten südlichen Gebäudeteils des CCA (vor dem Bahndamm)
Alle Fotos und Scanns wurden freundlicherweise von Herrn Josef Plaimer,
Stadtarchivar der Stadtgemeinde Amstetten zur Verfügung gestellt!
Das Wappen zeigt in einem von Silber auf Blau schrägrechts geteilten Schild den heiligen Korbinian mit einem Bären, der der Legende nach zur Strafe das Kleiderbündel des Heiligen tragen mußte, nachdem er dessen Maultier zerissen hatte. Der von Silber und Blau schrägrechts geteilte Schild ist das älteste Wappen der Herren von Zelking, die im 14. Jahrhundert neben ihrer Herrschaft Freidegg auch in Eurtasfeld einen adeligen Sitz besaßen. 1348 nennt sich Ludwig von Zelking, nachdem er seinen Anteil an Freidegg an Heinrich von Zelking abgetreten hatte, nach Euratsfeld.
Euratsfeld war ein Sitz adeliger Slawen. 1197 gibt es einen Hugo von Iratsvelde; später gehörte die kleine Burg dem reichen Adelsgeschlecht der Zelking, die auch Freidegg besaßen. Diese Burg bestand bis ca. 1500. Von ihr ist außer dem Namen ihres Vorwerkes „Hamet“ nichts mehr vorhanden (Hamet = vom altfranzösischen handede, aus der Kreuzzugszeit, bedeutet Schranken, Einfriedung eines Burgbereichs).
(Teilentnahmen aus: Die Gemeinden des Amstettner Raumes, 1988, Seite 47/48)
(Herausgeber: Markgemeinde Euratsfeld, 2008)
1322, Plumostertag (4. April, Palmsonntag), Eiratzfelden, gibt Marchand von Celkingen (Zelking) sein Erbteil von Vater und Mutter zu gleichen Teilen zum Erbe seines Bruders Mainhard (Seite 18).
(Kaltenegger, Collectio chartar. Vete., pag. 11).
1336 gelobt Ludwig von Zelking, in den Pfarren Ferschnitz und Eyratsvelden keine gesessenen Diener zu lassen (Seite 18).
(Topographie, II. pag. 733)
1351, achten Tag nach Prechentag (13. Jänner), verkaufen Niklas von der Reibnitz und seine Frau Elsbeth dem Heinrich von Zelking und dessen Frau Anna die von Marchart von Zelking und seiner Frau Margreth in der Teilung mit ihren neun Geschwistern geerbten Güter in dem Versnitztal, zu Hag vom Hof 3 Mut Marchfutter, zu Ugenperig (Oberumberg) eine Hofstätte, an dem Chaisensperig ein Lehen, das vom Bischof von Regensburg zu Lehen ist; zu Eratsveld einen halben Hof bei der Kirche und 8 Pfd. Geldes an Zehent und Lehengut, Wiese und Holz, um zusammen 150 Pfd. Wr. Pfennige (Seite 18).
(Kaltenegger, Collectio chartar. Veter., pag. 90).
1388, Montag nach Reminiscere (24. Februar), front (pfändet) Otto von Zelking zu Vrowdekk (Freidegg) Gilig dem Anfelder seine Güter zu Eretzfeld, Freisinger Lehen, und um Amstetten, Passauer Lehen (Seite 19).
(Staatsarchiv Wien, Kodex weiß, Nr. 48, Bl. 34)
1407, St. Florian (4. Mai), verkaufen Lyonhard der Tyeminger von Marcherstorff und seine Frau Petrein dem Metzendorffer ihren Zehent auf der Hofstatt auf der Hayd in Eiratsfelder Pfarre, den sie von Herrn Heinrich von Zelking zu Lehen gehabt haben (Seite 19).
(Kaltenegger, Collectio chartar. Veter., pag. 390)
1441, Montag in der ersten Fastenwoche (6. März), verkauft Margareth die Scheckin von Wald, Witwe des Alexius Hofer am Hof, der Frau Beatrix von Zelking zu Fräudeck, Witwe des Heinrich von Puchheim, den freien Sitz am Hof mit zwei Bauernhöfen und ganzen Zehent darauf in Euratsfelder Pfarre (Seite 20).
(Wißgrill, Schauplatz, IV., pag. 353)
1441, Montag nach St. Gregor (13. März), Wien, belehnt Bischof Nikodem von Freysing mit dem von Margareth Scheckin, Witwe des Alexander Hofer, aufgesendeten Sitz und Hof am Hof samt zwei Bauernhöfen dabei und ganzen Zehent in Eiratsfelder Pfarre, Lehen von der Freysing´schen Herrschaft Udmerfeld, die Frau Beatrix, Witwe des Heinrich von Puchheim(Seite 20).
(Kaltenegger, Collectio chartar. Veter., pag. 447)
(Sinngemäß bedeutet dieser verschachtelte Text: Bischof Nikodem belehnt die Frau Beatrix)
Die Herren von Zelking besaßen ebenfalls größere Gebiete von Euratsfeld. Wahrscheinlich hatten die Herren von Zelking auch einen Amtssitz in Euratsfeld. Zwischen den Herren von Zelking und dem Bistum hatte es auch Streitigkeiten um Besitzrechte zu Euratsfeld gegeben. Am 16. Dezember 1335 entscheidet der Hofrichter Weichart von Topel in Wien einen Streit zwischen dem Bischof von Freising und den Herren von Zelking. Es ging dabei unter anderem auch um 3 Lehen zu Euratsfeld, die Albert von Zelking dem Bischof eigenmächtig weggenommen hatte. Auch verschiedene andere Urkunden der Zelkinger betreffen ihre Güter in Euratsfeld (Seite 25).
Gegen Ende des 14. Jahrhunderts treten die Herren von Wallsee an die Stelle der Herren von Zelking.
(Daten aus: Chronik der Marktgemeinde Euratsfeld 2008, freundlicherweise von Herrn OSR Ferdinand Viertlmayer/Euratsfeld zur Verfügung gestellt)
Rotte Hinterberg/Marktgemeinde Euratsfeld/Bezirk Amstetten/NÖ
Geschichte: Gutshof, erbaut vor 1385. Der Volkrahof benannt nach dem Familiennamen des Besitzers, Erhard der Volkra.
Besitzer: Beatrix von Zelking zu Freidegg, Witwe des Heinrich von Puchheim, Besitzer um 1441
(Entnommen aus: Euratsfeld. Chronik der Marktgemeinde. 2008, Seite HC 333)
Die Tochter Ottos von Zelking, Beatrix, ließ die Kirche umbauen und stiftete 1441 einen Hochaltar. In erster Ehe war sie mit Hans von Streun (Strein) zu Schwarzenau verheiratet.
Die Filialkirche, die Martinskirche in Innerochsenbach, war früher im Pfarrgebiet von Steinakirchen am Forst und kam 1775, wie auch andere Orte auf der rechten Seite des Ferschnitzbaches, zu Ferschnitz. Berühmt sind in dieser Kirche die beiden Chorfenster mit gotischen Malereien, die durch das Puechheimer und Zelkinger Wappen auf die Stifterin, Elisabeth von Zelking (verehelichte Puechheim), und somit auf eine Datierung in das erste Viertel des 15. Jahrhunderts hinweisen.
(Teilentnahmen aus: Die Gemeinden des Amstettner Raumes, 1988, Seite 52–54)
(GB Band XV, 1977, Seite 255; Kaltenegger, Collectio chartar. veter., bei den Serviten in Wien, I., Seite 27)
1336, Pfingsttag (19. Mai), vergleicht sich Ludwig von Celking mit seinem Bruder Heinrich III. von Zelking, Pfarrer zu St. Larenzen, gütlich wegen aller Ansprüche gegen ihn und die Kinder seiner Brüder Marchard II. und Meinhard und gelobt, in den Pfarren Versnitz und Eyretzveld keinen gesessenen Diener zu halten. Unter den Zeugen Ott von Chorenspach (Karlsbach).
(GB Band XV, 1977, Seite 255; Kaltenegger, Collectio, I., Seite 31)
1343, St. Simon- und Judasabend (27. Oktober), vergleicht sich Jans II., Sohn des † Herrn Marichart von Zelkingen, mit seinem Vetter Heinrich II. von Zelking wegen aller Schäden und Unfuge, die er ihm am Hause Fräudekke (Freydegg) getan hat, und verspricht, keine Ansprüche mehr darauf zu erheben. Siegler sein Vetter Ludwig IV. von Zelking und Rudolf von Zinzendorf.
(GB Band XV, 1977, Seite 255/256; Kaltenegger Collectio, I., Seite 43)
1345, Jakobstag (25. Juli), verkauft Friedrich der Häusler die Lehenschaft der Kirche Versnitz, den Hof bei der Kirche, drei Weiher, das Holz auf der Heumad, ein Lehen zu Drucholsteten (Truckenstetten bei Ferschnitz) und Gründe dem Pilgrim von Tanneberch um 180 Pfd. Wr. Pfen.
(GB Band XV, 1977, Seite 256; Topographie III., Seite 93)
1346, St. Gertraudentag (17. März), Wien, verschreibt Margareth, Witwe des Marchard I. von Zelking, ihrem Eidam (Schwiegersohn) Görig (Georg) von Losenhaim als Heimsteuer ihrer Tochter Offmei, seiner Hausfrau, 200 Pfund Wiener Pfennnige, nämlich: auf einem Hofe zu Öde (Oedt bei Ferschnitz) für 17 ß (Schilling) Wr. Pfen., einer Hofstätte darselbst für 5 ß, der Mühle bei der Ips zu Trokensteten für 2 Pfd., dem Lehen zu Trokensteten für 9 ß, der Stelzenöde für 3 ß, das Holz für 50 Pfd., das Hackchleins Lehen für 1 Pfd., das Wienner Lehen, des Sprunges Lehen, des Seydleins Hofstatt und des Schuster Hofstatt für 2 Pfd. 40 Pfen., die Fischweide, die ein rechtes Lehen von Herzog Albrecht von Oesterreich ist, für 30 Pfd.; 5 Mut Hafer Marchfutter für 2½ Pfd., Lehen vom Herzog Albrecht. Wenn die Eheleute keine Kinder bekommen, fallen diese Güter nach des Eidams Tod an Margareth oder ihre Erben zurück. Zeugen mit ihrem Siegel ihr Bruder Herr Friedrich von Atzenbruck und Heinrich II. von Zelking.
(GB Band XV, 1977, Seite 256; Kaltenegger, Collectio, I., Seite 49)
1347, Georgi (24. April), überlassen die Brüder Konrad und Pilgrim von Tannberg die Lehenschaft der Kirche in Ferschnitz und die oben 1345 genannten Güter um den gleichen Preis, dem Heinrich von Zelking.
(GB Band XV, 1977, Seite 256; Topographie, III., Seite 93)
1347, 9. August, verkaufen Görig von Lasenhaim (Georg von Losenheim) und seine Frau Offmei (von Zelking) ein Drittel an der Fischweide auf der Ips, landesfürstliches Lehen, das Gut zu Pösenpach, Lehen vom Abte zu Melch (Melk), den Hof zu Günzing (bei Ferschnitz), eine Hofstätte zu Druchensteten (Truckensteten), eine Mühle und ein Lehen daselbst, 5 Hofstätten zu Ruenting, eine Hofstätte zu Ohringen, eine Hofstätte zu Stelzenöd und der Hof zu Öd (Oedt bei Ferschnitz), alles freies Eigen, und 2 Mut Marchfutter, landesfürstliches Lehen, dem Herrn Heinrich von Zelking und seiner Frau Anna, wie es Frau Offmei als Heimsteuer für 200 Pfd. Wr. Pfen. erhalten hat. Zeugen: Ludwig von Zelking, Ulrich von Losenheim, des Austellers Bruder, Wildung der Wildungsmaurer und Chunrad der Perner.
(GB Band XV, 1977, Seite 256/257; Kaltenegger, Collectio, I., Seite 62)
1348, Sonntag nach Weihnachten (1347, 30. Dezember), versetzt Jans von Zelking seinem Vetter Heinrich von Zelking den Dritten Teil der Fischweide zu Freidekk, ein landesfürstliches Lehen, das ihm als sein Erbteil zugefallen war, um ein Darlehen von 15 Pfd. Wr. Pfen. Zeugen und Mitsiegler Wildung von Wildungsmauer und Atacher der Wolfstain.
(GB Band XV, 1977, Seite 257; Kaltenegger, Collectio chartar. veter., im Servitenkloster in Wien, I., S. 74)
1348, Sonntag nach Michael (5. Oktober), verzichtet Ludwig von Zelking eidlich auf das Drittel des Hauses zu Freideck für sich und seine Hausfrau, so daß man dieses Gut auf Geheiß des Herzogs seinen drei Töchtern durch die Teiler, die Herrn Friedrich Häusler und Seifrid Zinzendorfer ohne seine Verhinderung verteilen kann. Auch gelobt er, an jenen, welche seine Fachnuzz verursacht haben, keine Rache zu nehmen, an Alber und Heinrich von Zelking und ihre Erben dieses Gutes wegen keine Ansprüche zu machen und mit seiner Frau zwischen „Wiselwuerch (Wieselburg), da mein her sand Ulrich rast (Kirchenpatrozinium ist) und Udmarveld (Ulmerfeld) in die piett (das Gebiet) hin dishalb der Ibs“ nicht mehr zu kommen, auch wenn es ihm einer oder zwei erlaubten. Siegler Friedrich der Häusler und Seifrid von Zinzendorf als vom Herzog aufgestellte Teiler, Heinrich von Chranichberg, Christan der Stainer, Attacher der Wolfstain und Alber der Hurnner.
(GB Band XV, 1977, Seite 257; Kaltenegger, Collectio I., Seite 66)
1351, St. Jorgentag (24. April), verkaufen Ludwig IV. von Zelking, seine Frau und ihr Sohn Simon ihren Teil und Anrecht an dem Hause zu Freideck an ihrem Vetter Heinrich II. von Zelking und seiner Frau Anna um 50 Pfd. Wr. Pfen. Mitsiegler Fridreich der Azenprucker, Marchart der Häusler, Wildung der Wildungsmaurer und Atacher der Wolsstain.
(GB Band XV, 1977, Seite 257; Kaltenegger, Collectio, I., Seite 87)
1356, St. Johannes zur Sonnenwende (24. Juni), beurkundet Anna, Tochter des Ludwig IV. von Zelking und Wirtin des Herrn Otto von Sozz, von ihrem Vetter Herrn Heinrich von Zelking für sein Erbteil am Hause zu Fräudeck (Freydegg) 50 Pfd. Pfen. erhalten zu haben und damit befriedigt zu sein. Siegler ihr Gemahl Otto der Sozzer und als Zeugen ihre Vettern Chunrad und Hermann, Brüder von Sozz, und Heinrich der Gaubitz.
(GB Band XV, 1977, Seite 257; Kaltenegger, Collectio, I., Seite 113)
1359, suntag in den vier tagenn inn der ertenn vasstwochen (10. März), stiften die Brüder Vlreich (Ulrich V.) und Ott (Otto V.) von Zelking nach dem Geschäft ihres verstorbenen Vaters Hainreich (Heinrich von Zelking zum Gotteshause „datz Versnitz“ (zu Ferscnitz) dem „gutn hern sannd Sixt ze lob vnd ze erenn“ (den hl. Xystus zu Loben und zu Ehren) für ihren Vater Heinrich und seine Hausfrau Anna 4 Pfd. Wr. Pfen. Gülte und 30 Eimer Wein, wofür der Pfarrer Herr Janns und seine Nachkommen (?) einen Priester zu einer ewigen Messe halten sollen. Dazu geben sie ihr Gut datz Velban auf dem Marichueld mit 4 Pfd. Pfen. Geldes in Waidemdorffer Pfarre (Velm bei Weidendorf, heute nach Götzendorf gepfarrt) und den Gruntweingarten dacz Paden, wovon die 30 Eimer jährlich acht Tage nach St. Koloman dem Pfarrer ohne seine Mühe oder Kosten nach Wyenn gereicht werden sollen. Am Sonntag in den vier Tagen in der Fasten soll eine Losung sein; wenn dieselbe vier Jahre unterlassen würde, verfallen obige Güter dem Pfarrer, können aber wieder um obigen Betrag oder gleichwertige und günstig gelegene Güter eingelöst werden. Siegler beide Aussteller und für ihre Geschwister als Zeugen die Herrn Reinprecht von Walsee, Perichtold von Perigaw, Janns von Zelking, Jobst von Zelking und Wulfinch der Hewsler.
(GB Band XV, 1977, Seite 257/258; Landesarchiv in Wien, Kodex Nr. 397; Blatt 57 bis 62; Abschrift aus dem 15. Jahrhundert In Topographie, III., Seite 93, steht die irrige Jahreszahl 1352)
1369, Montag nach St. Jakob des Zwölfboten (30. Juli), beurkundet Otto VI. von Zelking von Freudekke, mit seiner Hausfrau Kathrein 200 Pfd. bereiter Wr. Pfen. Heimsteuer erhalten zu haben und gibt zur Morgengabe (am Hochzeitsmorgen vom Bräutigam der Braut übergebenes Gut zu deren wirtschaftlichen Sicherstellung im Falle seines Todes) 300 Pfd. mit Gunst seiner Brüder Alber und Rudlein (Rudolf) von Zelking auf seinem väterlichen Erbe. Siegler: seine Brüder Alber und Rudlein von Zelking, sein Vetter Alber von Zelking zu Schalach und sein Oheim Heinrich der Perner.
(GB Band XV, 1977, Seite 258; Kaltenegger, Collectio, I., Seite 189)
1371, Pfingsttag vor St. Kathrein (20. November), Wien, teilen die Brüder Alber und Ruger von Zelking mit ihrem Bruder Otto VI. von Zelking das Erbe ihres verstorbenen Vaters Heinrich II., († 1357) und ihres Bruders Ulrich II., (†1365?) von Zelking. Otto erhält die Feste Frawdekk (Freydegg) mit Zugehör, ausgenommen was ihr Vater und Bruder „zu der Messe gen Versnitz“ gegeben haben, worüber Otto Vogt sein soll; ferner die Feste Ebenthal, wie es ihr Vater besessen hat, mit Ausnahme der 4 Pfd. Geldes zu Velben, die derselbe zur Messe nach Versnitz gewidmet hat und worüber Alber von Zelking die Vogtei haben soll. Diesem fällt zu Wartung der Güter zu Reichestorf, die der Frau Elisabeth (Schwester von Ulrich V., Alber V., Otto VI. und Rudolf) Leibgeding (untertäniges Gut, das vom Grundherrn auf Lebenszeit verliehen wurde) sind von dem † Bruder Ulrich. Ruger von Zelking bekommt die Feste Weinberg (Ob.-Öst.), wie sie ihr Vater gehabt hat, den Zehent in der Scheibbser Pfarre, Lehen vom Herzog von Bayern, und das Leibgeding, das Frau Elisabeth von Ulrich von Zelking auf der Feste Weinberg und den obigen Zehent hat, wenn es von ihr erledigt wird. Was sein Bruder bei seinem Tode hinterläßt, sollen die überlebenden Brüder teilen. Mitsiegler ihre Vettern Ott von Zelking zu Schöneck, die Brüder Stephan und Heinrich von Zelking und Christan von Zinzendorf. Gegenurkunde der Brüder Alber und Otto von Zelking gegen Ruger.
(GB Band XV, 1977, Seite 258/259; Kaltenegger, Collectio, I., S. 201, 226)
1374, Ebenweichabend (1373, 31. Dezember), verkaufen Ulrich von Reykerstorf (Reichersdorf, Pfr. Neuhofen) und seine Frau Elsbeth dem Herrn Otto von Zelking dem Jüngeren von Freudekk eine Hube Willranzdorf, Lehen vom Bistume Freysingen.
(GB Band XV, 1977, Seite 259; Kaltenegger, Collectio, I., S. 232)
1376, 13. Oktober, verkaufen die Brüder Jakob und Lynhart von Crapitz die von Bischof Paul von Freysingen lehenbaren Güter, 2 Lehen auf der Leiten, ein Lehen auf dem Wazen (Wasen), 5 Lehen datz den Wassrern und die Mühle daselbst und die Fischweide auf der Ips zu Werd, welche dem Bistume Freysingen von Otto dem Flachenecker ledig geworden war, dem Herrn Otto von Celking von Frewdekk.
(GB Band XV, 1977, Seite 259; Kaltenegger, Collectio, I., S. 243)
1379, Mittwoch vor Pfingsten (25. Mai), Wien, setzen sich Alber von Zelking von Scholach (Schallaburg) und seine Erben zu rechten Gewern und Selbstgeschollen für ihren Vetter Otto von Zelking den Jüngeren von Freudekk gegen Haetzlein den Juden von Herzogenburg, Sohn des Meisters Israhel von Krems, wegen einer Schuld von 250 Pfd. Wr. Pfen., welche auf Pfingsten über ein Jahr zurückgezahlt werden soll. Mitsiegler sein Vetter Alber von Zelking von Ebenthal.
(GB Band XV, 1977, Seite 259; Kaltenegger, Collectio, I., S. 257)
1383, Montag nach Oculi (23. Februar), Wien, bewilligt Bischof Berthold von Freysingen, daß Otto von Zelking von Fräudekk seiner Frau Kathrein, Tochter des Herrn Ulrich des Torais (Dörr), ihre Morgengabe auf die Güter vermachen dürfe, die er vom Bistume Freysingen zu Lehen hat.
(GB Band XV, 1977, Seite 259; Kaltenegger, Collectio, I., S. 274)
1392 front (pfändet) Friedrich Wolfstein der Kathrein, Witwe des Otto von Zelking zu Frawdek (Freydegg), ihr Dorf Drukchensteten (Truckensteten) in Versnitzer Pfarre, ihre Morgengabe und Habe.
(GB Band XV, 1977, Seite 259; Staatsarchiv in Wien, Kodex weiß Nr. 48, Blatt 92)
1397, von Michaeli (29. September) front Michel, Sohn des Otto von Ochsenpach, Mert dem Hewsler die Feste Senfteneck.
(GB Band XV, 1977, Seite 259; Staatsarchiv in Wien, Kodex weiß Nr. 48, Bl. 114)
1400, Freitag vor Dyonisy (8. Oktober), Wien, verleiht Herzog Albrecht von Oesterreich der Witwe des Otto von Celkingen; Katharina, Hofmeisterin seiner Gemahlin, einen Hof zu Güntzingen (Günzing bei Ferschnitz), einen Hof zu Harmanstorf, 7 Güter in dem Newnstettlein (Neustadtl) und die Fischweide, die zu Fräudekk gehört, die durch den Tod ledig geworden ist.
(GB Band XV, 1977, Seite 260; Kaltenegger, Collectio, I., S. 364)
1404, 2. Februar, Udmerfeld, vermacht Margareth (geb. von Zelking), Frau des Christoph von Orberg (Arberg), ihrem Gemahle ihren Erbteil an der Feste Vrawdekk mit Zugehör, das ihr von ihrem Vater Otto dem Zelkinger von Vrawdekk und ihrem Bruder Heinrich zugefallen ist. Heiratet ihr Mann nach ihrem Tode wieder und bekommt von seiner anderen Frau keine Kinder, so fallen diese Besitzungen ihren nächsten Verwandten zu.
(GB Band XV, 1977, Seite 260; Kaltenegger, Collectio, I., S. 372)
1404, Mittwoch in der ersten Fastenwoche (19. Februar), Krewczen (Kreuzen in Oberösterr.), vermacht Katharina, Witwe Otto’s von Zelking zu Vrawdekk (Freidegg), für sein Seelenheil zur Pfarrkirche in Versnicz zu ihrer Stiftung auf eine ewige Messe in der zu Ehren des hl. Pangratz geweihten Kapelle 100 Pfd. Wr. Pfen. verlorenes Gut, das ihr ihre drei Aidam (Schwiegersöhne) schuldig sind, um die 130 Pfd., die ihr Niclas der Weispacher wegen ihrer Dienste bei Hof gelten soll, auch die 80 Pfd., weniger 2 Wr. Pfen., die ihr Eidam Alber der Vocherstorfer zu Krewczen zur selben Messe und Stiftung schuldig ist und woran sie ihm 5 Mut Korn, 8 Mut und 10 Metzen Hafer schuldig bleibt. Weiters verschafft sie zu derselben Pfarrkirche in Versnitz zwei silberne Kreuze und acht Kühe, Zur Pfarrkirche in Chrewczen 10 Pfd. Wr. Pfen., um ein Messgewand zu kaufen; ihren beiden Töchtern Elizapeth der Volkcherstorferin zu Chrewtzen und Beatrix der Strewnin ihr Bettgewand, ihrer Tochter Elisabet auch ihre „medrein chursen“, welche ihr Michel der Chürsner von Wien schuldig ist, und zwei „seyden slojer“ (seidene Schleier), und der Beatrix zwei seidene Schleier, auch beiden andere kleine Dinge; zu St. Tybolt gen Wien einen Kelch mit silbernem Knopfe, ihrer Tochter (Margareth) Orbergerin (Arberg) geliehene Gegenstände, ihrem Eidam Adam dem Volkersdorfer ihren „beslagen fledrein chopf“ und ihr Hausgerät; ihrem Diener Ulrich 4 Pfd. Pfen., ihrer Jungfrau Gretlein 3 Mäntel und die „medrein chürsen“, einen „seidenen slojer“ und „ain achstein paternostersnur“, ihrer Hausdirne Endlein einen Rock und 4 Pfd. Pfen., der Hesibin 2 Stürtz. Ihr Geschäft empfiehlt sie ihren Söhnen (? – hatte laut Stammtafel nur einen Sohn, Heinrich V.) und Eidamen, dem Volkerstorfer und Hanns dem Strewn zu Swartzenau. Siegler: die Austellerin, Pfarrer Hanns von Chrewtzen, Lentz der Altmannsteiner, Ulrich der Frey und Joerg der Hesib.
(GB Band XV, 1977, Seite 260/261; Originalpergament mit fünf Siegeln, Schloßarchiv Greinburg).
1404, St. Klemententag (23. November), Chrewtzen (Kreuzen), beurkundet Kathrey von Zelking, Witwe des Otto (Zelking) von Freydegg, sie habe einen Hintergang gemacht hinter den Pfarrer Hanns von Chrewzen und Wilhalm den Hekinger wegen ihrer Inhabung durch ihren Sohn und Eidam. Da diese nicht sprechen wollten, habe sie neuerdings Alber den Chrottenthaller, Ulrich Guetinger und Ulrich Nessler zu Spruchleuten genommen und diese gesprochen, sie solle ihrem Eidam für das vergangene Jahr und für das künftige Jahr je 50 Pfd. Pfen. geben, wofür er sie mit einer Jungfrau Vogeldirn, dem Diener Ulrich Guetinger und einem Kaplane, der ihr und ihm gefällt, mit Kost versorgen und innehaben solle. Mitsiegler die Ausstellerin mit aufgedrucktem Siegel.
(GB Band XV, 1977, Seite 260/261; Kaltenegger, Collectio, chartarum veterum, II., S. 145, im Servitenkloster in Wien)
1405, Mittwoch vor Mitterfasten (25. März), verkaufen Elisabeth, Tochter des † Otto von Zelking von Vrawddekk, und ihr Mann Alber von Volkestorf und ihre Schwester Margret und deren Mann Christoph von Oberkch von ihrer beiden väterlichen Erbgut 3 Pfd. 60 Pfen. Geldes auf einem Hofe zu Rorbach, der zum Purkstal gehört, freies Eigen, um 71½ Pfd. Wr. Pfen. ihrem Schwager Hanns dem Streun zu Schwarzenau und seiner Hausfrau Beatrix von Zelking.
(GB Band XV, 1977, Seite 261; Kaltenegger, Collectio, I., S. 378)
1406, Sonntag nach dem Auffahrtstag (23. Mai), Ulmerfeld, erklärt Christoph von Zinzendorf, daß er mit seinem Schwager Christoph von Arberg, Hans von Streun und Alber von Volkensdorf zu Chreuzen (Kreuzen in Oberösterr.) bis auf Widerruf gemeinsam besitzen wolle: das Haus zu Frawdekh (Schloß Freidegg) und das Kirchenlehen zu Versnitz.
(GB Band XV, 1977, Seite 261; Topographie, III., S. 93)
1407, Samstag vor Laetare (5. März), Wien, bestätigt Herzog Leopold von Oesterreich das Vermächtnis der Margreth von Zelking an ihren Gemahl Christoph den Arberger.
(GB Band XV, 1977, Seite 261; Kaltenegger, Collectio, I., S. 386)
1409, Sonntag nach Jakobi (28. Juli), verkaufen Beatrix die Streunin und Margareth die Arbergerin, Schwestern und Töchter des Otto von Zelking zu Freydekk, ihr halbes Haus in Wien zunächst der Pebringerin auf der Hochstraß, zwei Güter im Lueg, ein Gut auf der Stuben, ein Gut im Graben und ein Gut in der Veistritz, alles freies Eigen, und einige Freysing’sche Lehenstücke zu dem Wasen unter anderem ihrem Schwager Alber dem Volkenstorfer zu Chreutzen.
(GB Band XV, 1977, Seite 261; Kaltenegger, Collectio, I., S. 393)
1409, 10. August, verzichtet Alber der Volkenstorfer zu Kreuzen auf die Anwartschaft wegen seiner Gemahlin Elisabeth von Zelking auf ein Drittel am Hause zu Freydeck, nur das fahrende (bewegliche) Gut ausgenommen, zugunsten seiner Schwäger Christoph von Arwekch und Hannsen des Streun von Schwarzenau und ihrer Gemahlinnen. Mitsiegler sein Bruder Hanns der Volkenstorfer und sein Oheim Heinrich von Zelking.
(GB Band XV, 1977, Seite 262; Kaltenegger, Collectio, I., S. 396)
1413, Freitag nach St. Jörgen (28. April), Schwarzenau, verkauft Beatrix von Zelking, Witwe Hannsen des Streuns zu Schwarzenau, Michel dem Halbedl und seiner Frau Katrein ein Kaufrecht auf der Hofstätte zu Trukhenstetten, da der Witzig aufgesessen ist.
(GB Band XV, 1977, Seite 262; Kaltenegger, Collectio, I., S. 405)
1413, Montag nach Unser Frauen Geburt (11. September), Pechlarn, gibt Bischof Albrecht von Regensburg dem Christoph von Arberg als Lehensträger seiner Frau Margreth von Zelking und ihrer Schwester Beatrix der Streunin und ihrer Kinder zu Lehen drei rittermäßige Lehen, die sie ferner verleihen können, einen Hof und drei Hofstätten zu Erlbach, einen Hof zu Weingarten u. a.
(GB Band XV, 1977, Seite 262; Kaltenegger, Collectio, I., S. 407)
1419, Ertag nach St. Gregor in der Fasten (14. März), übergibt Beatrix, Frau des Heinrich von Puechaim und Tochter des Otto von Zelking zu Freudeck, ihren Kindern Wolfgang und Jorg (Streun) und Elsbeth und Benigna Streun einen Vermächtnisbrief ihres vorigen Mannes Hanns Streun und andere Urkunden, wofür ihr ihre Kinder das Haus zu Freudeck mit Zugehör abtreten.
(GB Band XV, 1977, Seite 262; Kaltenegger, Collectio, I., S. 414)
1424, Montag nach Judica (10. April), Wien, verleiht Herzog Albrecht V. der Beatrix von Puechaim den halben Teil an einem Hofe zu Güntzingen und an einem Hofe zu Hermanstorf, der halben Getreidezehent dient, und an der Fischweide, die zu Freideck gehört, auch an zwei Mut Marchfutter in der Versnitzer Pfarre, die sie von ihrer Schwester Margreth geerbt hat.
(GB Band XV, 1977, Seite 263; Kaltenegger, Collectio, I., S. 424)
1429, 14. Juni, Wien, verleiht Herzog Albrecht V. das von Leopold von Ekhartzaw aufgesendete Haus zu Senftenegk zu zwei Teilen und die dazugehörigen Güter, welche Benigna, weiland des Wilhelm Hewsler Witwe, innehatte, dem Jörg von Czelking und den dritten Teil dem Erhart ze Czelking, welche es gekauft haben.
(GB Band XV, 1977, Seite 263; Notizenblatt, 1859, S. 282; Über Schloß Senftenegg siehe Schweickhardt, Darstellung, XVI., S. 221 bis 223)
Um 1430 belehnt Herzog Albrecht V. den Thoman Weingarttner mit dem Hause zu Senftenekg samt Bauhof und Hofstatt am Steg, einen Zehent, 6 Wiesen und einem Holz in der Reydnikh in Stainakircher Pfarre und dem Holz Sengenpawm in Versniczer Pfarre, gekauft von Erhart und Jörg von Czekking.
(GB Band XV, 1977, Seite 263; Notizenblatt, 1859, S. 240)
1435, 10. August, verkaufen Niklas Mülner von Rasladorf (Roseldorf bei Ober-Hollabrunn) und seine Frau Anna 13 Viertel Weingärten, 7 Äcker und ein Holz zu Obern-Nelib (Obern-Nalb), Lehen von der Äbtissin Susanna von St. Bernhard und dem Konvente daselbst, der Beatrix von Zelking, Witwe des Heinrich von Puchheim, gesessen zu Freudeck. Siegler die Äbtissin von St. Bernhard und der edle Kraft der Fuchs, gesessen zu Rainspach (Reinsbach bei Allentsteig).
(GB Band XV, 1977, Seite 263; Kaltenegger, Collectio, I., S. 439)
1441, St. Klemenstag (23. Jänner), stiftete Beatrix von Zelking, Witwe Heinrichs von Puchheim, einen Altar in der Pfarrkirche zu Versnitz.
(GB Band XV, 1977, Seite 263; Topographie, III., S. 94)
1444, St. Clemententag des hl. Papst und Martyrers (23. November), beurkundet Beatrix von Zelking, Witwe des Herrn Heinreich von Puechaym, daß sie nach dem Rate des Pfarrers datz Versnitz zum Lobe der Frau Sannd Anna, Mutter der hochgelobten Jungfrau Maria, und des Beichtigers Sand Erhart „gepawt vnd gewiht hab ainen altar inn der benannten pfarrkyrichen datz Versnitz des heyligenn sand Sixt hauptherren derselben stift in der abseyttenn vnd cappelln“. wo ihre Vorfahren und ihrer selbst Begräbnis sei. Zu diesem Altare stiftet sie eine ewige Messe mit 18 Pfd. Pfen. Gülte, nämlich: von zwei Höfen zu Hermannstorff auf dem Ybbsueld in sand Georign-pfarr; von einem dient Hanns Pranntstetter zu jeder Quatember 12 ß und 20 d Weihnachtsehrung und vom andern der alte Jakob ein Mut Korn, ein Mut Hafer und 16 d Weihnachtsehrung; zu Hard (Hart bei St. Georgen im Ybbsfeld) ein Gut, wovon Sigel dient 12 Metzen Korn, 12 Metzen Hafer und 24 d; ein Gut am Strewt in Ambstetter Pfarre, dient 5 ß zu Georgi, alles freies Eigen; das Gut auf der Strass in Staynenkyricher Pfarre (Straß bei Steinakirchen), dient ½ Pfd. Pfen. und 12 d Weihnachtsehrung; ein Zehent, den Vlreich Smid auf der Erlaff jetzt innehat, dient auf Georgi und Michaeli je 7 ß d, beide Lehen vom Bischof von Regnnsburgk; eine Wiese zu Strannswinkchel, wovon Niklas Schiemynger 1 Pfd. Pfen. dient; die Mühle am Weisel zu Ybbs, dient 2 Pfd. Pfen., Lehen vom Landesfürsten in Oesterreich; ein Lehen in den Geseneck, dient zu Georgi ½ Pfd. Pfen. und Weinachtsehrung 20 d, Lehen vom Bischof von Freysing. Diese Güter soll der Pfarrer von Ferschnitz innehaben und der Vogtei der Herrschaft Frewdegkch genießen und davon einen Priester in seinem Hause und an seinem Tische halten (ihm Quartier und Kost geben), und ihm zum Solde jährlich 7 Pfd. Pfen. geben. Derselbe hat wöchentlich fünf Messen zu sprechen, voraus an Sonntagen, und dem Pfarrer im Kirchendienste Gehorsam zu leisten. Falls der Pfarrer die Stiftung vernachlässigt, soll die Herrschaft Freidegg die Güter dem Zechmeister und der Gemeinde übergeben, bis er den Gottesdienst wieder erfüllt. Die Herrschaft nimmt die Güter von den Lehensherrn zu Lehen. Siegler die Ausstellerin und die edlen Herrn Hanns der Strewnn, ihr lieber „eenn“ (vielleicht Enkel), Erhart von Zelking, ihr Vetter, und als Zeugen die edlen Kristoff von Zinzendorff und Jorg der Sintzenndorffer zum Wasenn.
(GB Band XV, 1977), Seite 264/265; Landesarchiv in Wien, Kodex Nr. 397, S. 63 bis 71; Abschrift aus dem 15. Jahrhundert
1445, 25. März, beürkundet Pfarrer Habschnider von Ferschnitz die Stiftung eines Altares durch Beatrix (von Zelking) von Puchheim mit einem Kaplane.
GB Band XV (1977, Seite 265; Geschichtliche Beilagen, VII., S. 81; I., S. 364)
In Ochsenbach sind 11 Figurentafeln von Glasgemälden des 15. Jahrhundert vorhanden. Auf einer ist das Wappen der Puchheim zusehen mit Bezug auf Beatrix von Zelking, welche mit Heinrich von Puchheim († 1432) vermählt war, Herrin auf Freydegg wurde und 1451 starb.
(GB Band XV, 1977, Seite 265; Fahrngruber in Mitteilungen des Wiener Altertums-Vereines, XXXII., Seite 43/44)
1447, Sonntag vor St. Margarethen (16. Juli), Passau, belehnt Bischof Leonhard von Passau mit dem von Hanns Venkch aufgesendeten Zehent zu Hard (bei Ferschnitz) die Frau Beatrix von Puchheim.
(GB Band XV, 1977, Seite 265; Kaltenegger, Collectio, I., S. 467)
1448, ersten Sonntag nach Ostern (31. März), vermacht Beatrix von Puchheim ihren „Een“ (Enkeln) Hanns und Heinrich den Streun die Feste Freudeck und ihr Erbe von ihrem Vater und Geschwistern. Zeugen: Reimprecht von Eberstorf, Pankraz von Plankenstein und der edle Georg von Sinzendorf, Pfleger zu Pechlarn.
(GB Band XV, 1977, Seite 265; Kaltenegger, Collectio, I., S. 475)
1450, Ertag vor Gottsleichnamstag (2. Juni), verleiht Beatrix von Puchheim dem Andre an der Saxenöd und seiner Hausfrau Margreth einen Zehent auf ihrem Gute.
(GB Band XV, 1977, Seite 265; Kaltenegger, Collectio, I., S. 477)
1479, versetzt Christoph Streun von Schwarzenau mit Zustimmung seines Vetters Wolfgang Streun von Schwarzenau sein Fischwasser auf der Ips in Versnitzer Pfarre dem Herrn Otto von Zelking auf 6 Jahre um 90 Pfd. Pfen. guter Landeswährung.
(GB Band XV, 1977, Seite 267/268; Kaltenegger, Collectio, I., S. 516)
Um/nach 1584. Reichard Strein ließ im Schloss Freidegg eine eiserne Kugel, die von der Belagerung des Schlosses Leonstein in Oberösterreich 1389 stammte, einmauern und dazu folgenden Reim anbringen:
Hertzog Albrecht Leonstein manichfalt
Die Vösten mit solchen Zeug beschoß,
daß der von Ror die mußt lassen loß.
Solch Pillul (verstehe Kügelein)
sehr schwerlich zu riechen seyn.
wo die fliehen zumahl in die Vösten hinein
Anno Domini MCCCLXXXIX.
Herr Hans Wilhelm von Zelcking der Wohlgebohrne Herr
Von seinen Leonstain schaffts zu führen her,
Schencksts zu Lieb und Freundschaft Hern Reichard Strein,
Der lasts dargegen zur Memori aufrichten fein.
GB = Geschichtliche Beilagen; (= Diözesanarchiv St. Pölten)
Schönbühel an der Donau
KG/Marktgemeinde Schönbühel-Aggsbach/Bezirk Melk/NÖ
811 gab Karl der Große über Bitte des Grafen Gerold 40 Hufen an der Mündung der Pielach an Niederaltaich (MG D KdG 212).
1258 erscheint Niederaltaicher Besitz zu Spielberg und noch 1369 hatten die Herren von Zelking Güter „iuxta Pielach“ von Niederaltaich zu Lehen (* Seite 16). MB 11, 53 und 322 Bedeutungen iuxta örtlich: neben, nahe bei; zeitlich übertragen: unmittelbar nach (Rang)
1264 (11. November, Passau) verpfändete Mathilde von Radeck dem Alber von Zelking die Hälfte des Schlosses Schönbühel um 64 Pfd. Wiener Pfennige.
Bl. f. L., Regesten n. 51-60 (über die Familie der Radecker im allgemeinen) Regest n. 60 (* Seite 23). Monumenta boica XXIX. 457
Bl. f. Lk. – Blatt für Landeskunde

Schloss Schönbühel (Aufnahme vom 15. Jänner 2013)
Alber von Zelking erwarb noch kurz vor seinem Tod die halbe Feste Schönbühel (nach 1262) – laut freundlicher Auskunft der Besitzer des Schlosses Schönbühel.
Alber I. von Zelking – war in zweiter Ehe mit Elsbet, Siboto von Lohnstorf Tochter verheiratet; ein Sohn Ulrich II. von Zelking
Noch 1382 erscheint Gerhoch von Radeck gemeinsam mit Otto von Zelking als Mitsiegler einer Melker Urkunde auf (* Seite 23).
Bl. f. Lk. 9 (1875) 188 ff. und 11 (1877) 124 ff., Regesten 31-60 (über die Familie der Radecker im Allgemeinen), (zu Seite 23) Regestnummer 40
Durch die Vermählung seiner Töchter hatte Erasmus von Starhemberg mit den angesehensten protestantischen Familien Verbindung aufgenommen (Polhaim, Dietrichstein, Zelking, Tschernembl – (* Seite 34).
1578 wurde er (Sigismund Jenichius * 1548 zu Torgau) von Kirchberg in Oberösterreich nach Schönbühel berufen. Gemeinsam mit dem Zelkinger Prädikanten Josias Udenius trat Jenichius auf der Visitation zu Schallaburg als eifriger Anhänger des Flacianismus auf (* Seite 35).
1546 umfaßte die Herrschaft Schönbühel unter Erasmus von Starhemberg die Ämter Schönbühel, Gerolding, Wildenstein (vor allem Mannersdorf an der Melk) und Rogatz bei Scheibbs (* Seite 44).
Am 10. 4. 1635 vermählte er (Conrad Balthasar, Herr von Starhemberg) sich in Wien mit Anna Elisabeth, einer Tochter des Johann von Zinzendorf und der Judith von Liechtenstein. Anna Elisabeth war in erster (°) Ehe mit Christoph Wilhelm von Zelking († 1631) vermählt gewesen. Diese Eheschließung war wohl noch von seinem Vater Paul Jakob vermittelt worden, der so eine Verbindung zu der angesehenen protestantischen Familie der Zinzendorfer herstellen wollte (* Seite 51).
Die Zelkinger, die wie die Zinzendorfer und Starhemberg zu den sogenannten Apostelgeschlechtern zählten, waren 1634 mit einem Bruder Christoph Wilhelms (°) erloschen.
(° Hier irrt der Autor, denn 1.), das Geschlecht der Zelkinger war 1634 zwar erloschen, aber nicht mit einem „Bruder“ Christoph Wilhelms, sondern mit Ludwig Wilhelm, Sohn von Christoph Wilhelm II. und 2.), Anna Elisabeth war in dritter Ehe mit Christoph Wilhelm vermählt – laut Stammtafel der Herren von Zelking!).
(*) Entnommen aus: GESCHICHTE DES SERVITENKLOSTERS SCHÖNBÜHEL
Dissertation zur Erlangung des Doktorgrades an der philosophischen Fakultät der Universität Wien. Eingereicht von Wolfgang HÄUSLER, Wien 1969
Zur Herrschaft Schönbühel gehörten nebst dem gleichnamigen Markte verschiedene Orte, welche in den fünf Ämtern: Schönbühel mit Berging, Gerolding, Erlaf (Erlauf), Mannersdorf (bei Zelking) und Wiesenbach eingeteilt waren. Hub gehörte zur Herrschaft Fridau.
Schönbühel hatte ferner die hohe und niedere Jagdbarkeit, das Fischwasser auf der Donau und auf einem Teil der Melk an der Hiesbergmühle, (7.).
Karolingerzeit
811 gab Karl der Große über die Bitten des Grafen Gerold 40 Hufen an der Mündung der Pielach an Niederaltaich. Während Keiblinger diesen Besitz am linken Ufer der Donau suchte und ihm mit dem 830 geschenkten Komplex von Spitz-Aggsbach gleichsetzen wollte, muß an der Lokalisierung am rechten Ufer festgehalten werden. 1285 erscheint Niederaltaicher Besitz zu Spielberg und noch 1369 hatten die Herren von Zelking Güter „iuxta Pielach“ von Niederlataich zu Lehen (5. und 6.).
1264 verpfändete Mathilde von Radeck dem Albert von Zelking die Hälfte des Schlosses Schönbühel um 64 Pfund Wiener Pfennige. Noch 1302 erscheint Gerhoh von Radeck gemeinsam mit Otto von Zelking als Mitsiegler einer Urkunde.
Bald darauf dürfte das Geschlecht der Radecker erloschen sein (8.).
Durch die Vermählung seiner Töchter hatte Erasmus von Starhemberg mit den angesehensten protestantischen Familien Verbindung aufgenommen (Polhaim, Dietrichstein, Zelking, Tschernembl). (11.)
Auch für die Starhembergischen Güter in der Umgebung von Melk hatten diese Vorgänge einschneidende Veränderungen zur Folge. Die Wallonen und auch die Einwohner von Melk benützten die Gelegenheit zu Plünderungszügen auf die Schlösser und Güter der geflohenen protestantischen Adeligen. Zu Jahresende 1619 wurden Pielach, Spielberg, Zelking und Schallaburg ausgeraubt, daß Schloß Albrechtsberg ging in Flammen auf (13.).
Marktgemeinde/Bezirk Melk/NÖ
KG Rainberg
Haus-, Hof- und Staatsarchiv – Gaming, Kartäuser (1311–1753)
Signatur: 1362 V 01
Datum: 1. Mai 1362
Ulrich (*) von Zelking und seine Frau Elisabeth verkaufen ihr rechtes Eigen, den Halmerhof in der Pfarre St. Leonhard und 2 Güter im Scheibenbach und ein Holz zu Kürnberg (Kirnberg an der Mank), die ihnen von ihrem Oheim vererbt wurden, dem Herzog Rudolf IV. für das Kloster Gaming.
http://www.mom-ca.uni-koeln.de/mom/search?null=&q=Zelking&y0&x=0&block=1
(* Wenn damit Ulrich V. gemeint ist, dann war dieser mit einer Margareth verheiratet. Ulrich IV. war zu diesem Zeitpunkt vermutlich noch ledig!)

Der Halmerhof (2012)
„Halber Meierhof“:
1362 V 1 (1. Mai 1362) Hoff Halmärhoff (HHStA, HS W. 23/2, fol. 121)
1496 Halmayer in der Sletn (Schlatten)
Am 1. Mai 1362 verkaufte Ulrich von Zelking dem Herzog unter anderem sein Eigen, den Halmerhof in der Pfarre St. Leonhard (heute Ruprechtshofen) für das Kloster Gaming. (LICHNOWSKY 1836/44, 4, Nr. 374, DCXII)
(Entnommen aus:
Weingartl
(ehemaliger Weinberg)
KG Rainberg
Haus-, Hof- und Staatsarchiv – Gaming, Kartäuser (1311–1753)
Signatur: 1397 VIII 05
Datum: 5. August 1397
Heinrich von Zelking verkauft dem Kloster Gaming seinen Hof gelegen auf dem Weinberg in der Pfarre St. Leonhard, ein Lehen der Herzöge Wilhelm und Albrecht IV. von Österreich, um 50 Pfund Pfenning.
http://www.mom-ca.uni-koeln.de/mom/search?null=&q=Zelking&y0&x=0&block=1

Der heutige Hügelbereich dürfte früher wegen dem Weinbau terrassenförmige Abstufungen gehabt haben

Weingartl (Neubau)
Weingartl, abgekommenes Haus beim heutigen Weingarthäusl (Kühberg Nr. 5), Hof. „Beim kleinen Weingarten“: 1449 Weingarten Hueb in der Slatn
(Entnommen aus: Rudolf Schierer, Geschichte der Marktgemeinde Ruprechtshofen, 1993, Seite 54)
Marktgemeinde/Bezirk Melk/NÖ
Melk, Stiftsarchiv – Melk, Benediktiner (1075–1912)
Signatur: 1342 IX 21
Datum: 21. September 1342
Heinrich II. von Zelking und seine Frau Anna geben Abt Friedrich und dem Konvent von Melk ihr freies Eigen 1 Hof in St. Leonharder Pfarre in der Au beim Zinsenhof als Seelgerät.
Siegler: Aussteller und seine Vettern, die Brüder Otto und Alber (Söhne des Ulrich III.?) von Zelking.
Datum: Matthäus.
http://www.mom-ca.uni-koeln.de/mom/search?null=&q=Zelking&y0&x=0&block=1

Au 7, Punzenhof
Hof in der Aw (Au) nächst St. Leonhard bei den Cznenzenhof (Keiblinger, Melk I, Seite 425)
(Entnommen aus: Eduard Etlinger, Häuserchronik der Marktgemeinde St. Leonhard/Forst, 1999, Seite 454)
Heimatslöhen (Kerndlhof)


Der Kerndlhof 2012
Layout Franz Jell (aus zwei Aufnahmen zusammengestellt)
Signatur: 1362 IV 24
Otto (V.?) von Zelking und seine Frau Margarethe verkaufen dem Herzog Rudolf IV. für das Kloster Gaming ihr rechtes freies Eigen, den Chörndelhof in der Pfarre St. Leonhard und ein Holz in dem Loitsbach und ein Gut heißt an dem Gauben in dem Scheuernpack, das sie alles geerbt haben, um 290 Pfund Wiener Pfenning.
http://www.mom-ca.uni-koeln.de/mom/search?null=&q=Zelking&y0&x=0&block=1

Hofinneres vom Kerndlhof (wie er einstmals erbaut wurde)

Stallmauerbereich aus der Gründerzeit (unverputzt)
Man nahm als Baumaterial das naheliegendste – Steine, die überall umher lagen und „griffbereit“ waren

Der wieder verputzte Außenbereich, Ende Juli 2012

Wunderschön gewölbter Gangbereich (noch aus der Erbauungszeit!)
Mit dieser, innen und außen noch heute ersichtlichen Gestaltung, konnten auch die damaligen Besitzer, die Herren von Zelking eine Freude gehabt haben!
Um 1110 tritt Graf Sigihart de Scalaha auf. Über die stammverwandten Grafen von Peilstein, die 1218 ausstarben, und die Grafen von Plain, die bis 1260 lebten, kam die Burg an den Landesfürsten. Von den Ottensteinern dürften schon die Zelkinger die Burg zu Lehen getragen haben. Nach Siebmacher nannte sich schon Ulrich von Zelking, der mit der Erbtochter Ludwigs von Schlierbach vermählt war, nach Schallaburg. Er starb um 1240. Darnach wäre der anschließende Besitz der Ottensteiner nur ein Intermezzo gewesen. Es ist auch nicht direkt bezeugt, daß Otto von Ottenstein um 1242 Burgherr gewesen ist, doch hatte er den Forst bei der Burg inne und trug das halbe Dorf Inzersdorf zu Lehen, das noch 1286 in Verbindung mit der Schallaburg steht. 1251 bezeugte Konrad von Anzendorf eine Schenkung der Gattin Ottos an Melk. Darnach könnte die halbe Burg weiter in Besitz der Zelkinger geblieben sein; doch ist auffallend, daß die Zelkinger unter Herzog Friedrich II. den Streitbaren in Babenberurkunden überhaupt nicht genannt sind. Die Zelkinger finden wir in der Nachbarschaft 1281 in Sitzenthal. Am 13. 7. 1286 belehnte Herzog Albrecht I. Otto von Zelking mit dem halben Schloß Schalla, mit Zelking und der Hälfte der Güter in Inzersdorf. 1282 war noch ein Burggraf Friedrich von Melk auf der Schallaburg eingesetzt. Die Zelkinger sind jedenfalls 1286 bis 1425 Burgbesitzer. 1425 vermachte Stephan von Zelking die Herrschaft Schallaburg seinen beiden Schwestern, von denen Anna mit Bernhard von Losenstein, Elisabeth mit Wilhelm von Puchheim vermählt war. Nach Jahrzehnten wurden die Losensteiner Alleinbesitzer (Seite 165/166).
(Entnommen aus: Rudolf Büttner, Burgen und Schlösser – Dunkelsteinerwald, 1973)
(*) 1242 scheint ein Otto von Ottenstein in einer Urkunde als landesfürstlicher Lehensträger auf der Burg auf. In dieser Urkunde wird die Schallaburg erstmals als Feste Schala erwähnt.
Zwei Jahrzehnte später ist die Herrenfamilie der Zelkinger im Besitz der Schallaburg (Seite 2).
Im Juli 1286 belehnt Herzog Albrecht I. von Österreich in einem feierlichen Akt, in Anwesenheit zahlreicher hoher Adeliger, Otto von Zelking und dessen Frau Leukardia mit der halben Feste Schala und Zelking. Doch schon sein Vater dürfte hier ansässig gewesen sein.
Das Herrengeschlecht der Zelkinger hatte ihre Stammburg nicht weit entfernt auf der Westseite des Hiesberges. War zunächst die Schallaburglinie tonangebend, so verlegte sich der Schwerpunkt der weitverzweigten Familie allmählich nach Westen, nach Oberösterreich.
Die Zelkinger brachten angeblich den Schalalöwen von ihren Vorgängern in ihr Wappen ein, der auch dann von den folgenden Besitzern auf der Burg verwendet wurde. An der Decke einer Nische im ersten Stock des Quertraktes ist ein prachtvolles Sandsteinwappen angebracht, das in viergeteiltem Schild je Zelking und Pottendorf zeigt.

Wappen Zelking-Pottendorf
Es verweist auf die Witwe des letzten Zelkingers auf der Schallaburg, auf Elisabeth, eine geborene von Pottendorf. Da ihre Ehe mit Stephan von Zelking kinderlos war, fiel die Schallaburg 1450 an die Kinder seiner Schwester Anna, die mit Bernhard von Losenstein verheiratet war.
Diese hochangesehene oberösterreichische Adelsgeschlecht mit seiner Stammburg im Ennstal bei Steyr, begründete auf der Schallaburg den Sitz einer Seitenlinie. Nach mehrmaligen Besitzteilungen konnte Christoph von Losenstein die Herrschaft mit allen dazugehörigen Gütern übernehmen (Seite 4).

(* Entnommen aus: Schloss Schallaburg bei Melk, 1. Auflage 2000, Seite 8)

Schloss Schallaburg nach Georg Matthaeus (Matthäus) Vischer 1672
(* Entnommen aus: Schloss Schallaburg bei Melk, 1. Auflage 2000, Seite 9)
Dr. Gerhard Floßmann
Das weitaus größte kulturelle Ereignis des Jahres 1974 in Niederösterreich war mit Sicherheit die Eröffnung der restaurierten Schallaburg mit der großen Ausstellung „Renaissance in Niederösterreich“.
Ein altes Herrschaftszentrum
Zwei Seitenlinien der einflußreichen, reichsfreien Familien der Sighardinger bauten sich ab dem 11. Jahrhundert am Hiesberg ihre Herrschaftszentren auf, die Peilsteiner bei St. Leonhard am Forst und die Grafen von Schala ihre Feste am Nordabhang des Bergzuges. Ihr Einfluß – vor allem der der Peilsteiner – reichte von Pielach- über den Erlaufraum bis in das mittlere und obere Ybbstal hinein. Um 1200 starben beide Familien aus, ihre Güter fielen an die babenbergischen Landesfürsten und verwandten Familien. Auf der Schallaburg folgte die Familie der Zelkinger, landesfürstliche Lehensträger, die ihre Stammburg nur wenige Kilometer entfernt auf der Westseite des Hiesbergzuges hatten. Fast 200 Jahre später kam der schallaburgische Besitz an das oberösterreichische Geschlecht der Herren von Losenstein, die im 16. Jahrhundert das Schloß und den Markt Loosdorf zu einem der wichtigsten Zentren der neuen evangelischen Lehre und des protestantischen Adels machte.
Finanzielle Schwierigkeiten zwangen dann zum Verkauf an die steirischen Herren von Stubenberg (1614), ans bayrische Geschlecht der Kletzl von Altenbach (1660) und schließlich an die Freiherrn von Tinti (1762). Ebenfalls durch wirtschaftliche Schwierigkeiten in der Zwischenkriegszeit gezwungen, verkauften die Tintis 1940 an den reichsdeutschen Baron Nagl-Doornik, worauf die Schallaburg fünf Jahre später durch die russische Besatzungsmacht als deutsches Eigentum beschlagnahmt wurde. Das Schloß war in den folgenden Jahrzehnten mehr oder weniger dem Verfall preisgegeben. Nach dem Staatsvertrag kam es in Bundesbesitz und schließlich 1967 in das Eigentum des Landes Niederösterreich. Die Erneuerung und Erhaltung dieses wunderbaren Bauwerkes war nun bereits höchst notwendig geworden.
Die Restaurierung
Die Wiederinstandsetzung des Schlosses unter der Leitung von Oberbaurat Dipl.-Ing. Wilhelm Zotti vom Gebietsbauamt in St. Pölten zählte zu den größten und schwierigsten Aufgaben der Denkmalpflege der Nachkriegszeit. In einer Bauzeit von nicht einmal sechs Jahren und mit einem Bauaufwand von ca. 35 Millionen Schilling konnte unter Mitwirkung von 80 Firmen ein Bauvolumen von 42.000 Kubikmeter umbauten Raumes (ohne die Ruinenteile) – dies entspricht etwa 70 Einfamilienhäusern – restauriert werden. Die Höhenlage verhinderte oft den Einsatz moderner Baumaschinen, zum Beispiel mußten die Außenfassanden von den Innenhöfen aus mittels Turmdrehkränen erneuert und der Schuttabtransport im Gesamtumfang von zwei Güterzügen teils händisch durchgeführt werden. Zur Errichtung neuer Dachstühle und deren Neueindeckung auf 3600 Quadratmeter – dies sind die Dachflächen von 45 Einfamilienhäusern – sowie der notwendigen Installationen für insgesamt 30 Ausstellungsräume (Beleuchtung, Sicherheits- und audiovisuelle Einrichtungen) mit einer Länge von 120 km Leitungsdraht und 26 km Kabel, kam die Sicherung und Erhaltung des wunderbaren Terrakottenschmuckes und neu entdeckter Fresken, die mit Hilfe des Bundesdenkmalamtes mustergültig beendet werden konnten. In kurzer Zeit und mit relativ geringen Ausgaben – der Aufwand wäre etwa den Kosten einer neuen Hauptschule gleichzusetzen – wurde hier eine denkmalpflegerische Großtat geleistet, die internationalen Maßstäben ohne weiteres standhält und eine entsprechende Würdigung bei den Fachleuten findet.
Die Ausstellung
Das restaurierte Schloß wurde schließlich mit der Ausstellung „Renaissance in Österreich“ eröffnet. (…).
(Heimatkundliche Beilage zum Amtsblatt der Bezirkshauptmannschaft Melk, Nr. 1, 15. Jänner 1975, 1. Jahrgang)

Erstags- und Sonderstempel von der Eröffnung der Ausstellung: „Renaissance in Österreich“, 22. Mai 1974

Baualtersplan der Schallaburg: Dipl.-Ing. Wilhelm Zotti
(Entnommen aus: Schallaburg [Broschüre, keine Seitenangaben – Text: Dr. Gerhard Floßmann], 4. Auflage 1977)
(*) Kulturgeschichte Schloss Wang
Soviel bekannt ist, war Wang herrschaftsmäßig immer mit Reinsberg verbunden. Das Schloß Wang wird erstmals im 16. Jahrhundert erwähnt, geht aber weiter zurück. Es reicht aber ebenso wie Wolfpassing als Burg in der Ebene nicht an das Alter von Schönegg, Ernegg und Perwath heran. Reinsberg war Lehen vom Hochstift Regensburg. Wang wurde dabei immer unmittelbar mit Reinsberg verliehen (Seite 30).
Reinsberg-Wang: Schloßbesitzer
(als Lehen herrschaftsmäßig verbunden)
Vor 1215 Otto von Kuffern, ab 1215 Hadmar von Kuffern, 1256 Engelschalk, ein Peilsteiner.
1329 Christian, der Truchseß von Lengenbach, Schwiegersohn Reinprecht von Wallsee, Rudolf von Wallsee, 1384 Schwiegersohn Otto von Zelking auf Schönegg.
Bis 1498 bei den Zelkingern; Chadolt (ausdrücklich auch Besitzer von Wang), Sohn Georg, Otto von Zelking. 1503 Tochter Hedwig von Pernegg.
1511Christoph von Zinzendorf auf Niederhausegg und Perwarth (Seite 31).
(* Entnommen aus: Festschrift 450 Jahre Markt Wang 1538–1988)

Das schlossartige Gebäude in Wang (rückwärtiger Teil)…

… und der straßenseitige Gebäudeteil
Entnommen aus: BURGEN Mostviertel, 1. Auflage 2007, Seite 365/366



