Burgställe und Wallanlagen

Steiermark und die Herren von Zelking

 
Steiermark
Burgau
Marktgemeinde/Bezirk Fürstenfeld
(*) Im breiten, einst versumpften Lafnitztal liegt im Osten des gleichnamigen Ortes das Schloß Burgau, ein Wasserschloß, nahe der burgenländische Grenze. Das Schloß war von großen, heute noch zum Teil erhaltenen Teichen und Gräben umgeben. Von den Wehrmauern, die einen verhältnismäßig großen Platz um das Schloßgebäude einsäumten, sind nur mehr spärliche Reste erhalten. Das 1624 erbaute, dreigeschossige Wohnschloß bildet ein regelmäßiges Viereck um einen engen viereckigen Arkadenhof. Dem Schloß ist eine große zweistöckige Vorburg mit Torbau vorgelagert, die von einem großen Rundturm flankiert wird  und 1588 erbaut wurde; über den Eingang des Schlosses befindet sich ein vorspringender Turmerker. Ein Wehrturm, der die alte Anlage verstärkt hatte, wurde zu Ende des 16. Jahrhunderts abgebrochen (Seite 130).


Burgau (Seite 129)

Steuerrückstände zwangen 1559 und 1564 zur vorübergehenden Verpfändung der Herrschaft, die 1565 Hans von Zelking erbte, der sie sogleich an Mathias von Trautmannsdorf verkaufte, der 1568 die landesfürstlichen Lehen erhielt (Seite 131).
(* Teilentnahme aus: Robert Baravalle BURGEN UND SCHLÖSSER DER STEIERMARK. Unveränderter Nachdruck von 1961. © 1995
Leykam Buchverlagsgesellschaft m.b. H.)

 

Festenburg
KG Köppel/Gemeinde St. Lorenzen am Wechsel/Bezirk Hartberg

(*) Zwischen den Tälern des vorderen und des hinteren Waldbaches zieht vom Wechsel ein Bergrücken gegen Süden, der in seinem letzten Teil als schmale Bergzunge sich zwischen den Zusammenfluß der beiden Täler schiebt. Auf dieser letzten, nach Westen, Osten und Süden steil abfallende Kuppe, die nur im Norden durch einen schmalen Sattel mit dem nördlichen Bergland in Verbindung steht, liegt in großer Einsammkeit die Festenburg, die durch den Pfarrer der Burgkirche, den feinsinnigen Dichter Ottokar Kernstock, weit über die Steiermark hinaus berühmt geworden ist (Seite 199).


Festenburg (Seite 194)

(**) Die beiden Frauen Sofie und Dorothea verkauften im Jahre 1366 die Feste Raumberg an Rudolf und Leutold von Stadeck. Als Frau Cäcilia, die Witwe nach Ulrich von Pergau, starb, wurde am 21. Jänner 1366 das Erbteil der beiden Töchter im Betrag von 1778 Pfund auf den beiden Burgen Festenburg und Rainberg sichergestellt, wozu am 11. Februar 1366 Haug von Goldeck seine Zustimmung urkundlich bestätigte (** Dieser Absatz enthält einen Hinweis auf den Besitz der Festenburg durch die Zelking und nicht direkt unter dem Beitrag Festenburg, Seite 226)
(* Teilentnahme aus: Robert Baravalle BURGEN UND SCHLÖSSER DER STEIERMARK. Unveränderter Nachdruck von 1961. © 1995 Leykam Buchverlagsgesellschaft m.b. H.)

 
Neudau 
Marktgemeinde/Bezirk Hartberg
(*) Südlich vom Wörth im breiten Lafnitztal liegt am Nordostende des gleichnamigen Dorfes das Schloß, ein mächtiges Wasserschloß, dessen große Basteien und der eingeebnete Wassergraben heute von einem großen Park eingenommen werden. Das heutige Schloß ist ein großer viereckiger zweistöckiger Bau um einen regelmäßigen Hof. Es ist im 19. Jahrhundert ganz umgebaut worden. Von den alten Befestigungswerken ist nur noch die große Vorburg mit dem vorgeschobenen Torgebäude und ein großer runder Kanonenturm erhalten, der zu Ende des 16. Jahrhunderts von den Rottal erbaut worden ist (Seite 219).


Neudau (Seite 221)

1564 hatte Georg Erhard von Polheim, vermutlich Erharts (Erhards?) Sohn, die Herrschaft wieder abgelöst, hatte aber so hohe Steuerausstände, daß die steirische Landschaft Neudau pfänden ließ. Bitter beschwerte sich Polheim über diese Maßnahme, verwies auf die Zerstörung durch die Türken 1529 und 1532 und darauf, daß von den Bauern die Steuern meist nicht einzubringen seien. Auch Wilhelm von Gleisbach klagte Schulden ein, so daß Georg Erhart und seine Frau Magdalena 1567 gezwungen waren, zwei Drittel der Herrschaft Neudau mit den Zehenten zu Neusiedl, Meireck, Blaindorf, Kroisbach und Steinbach (im Feistritztal) an Georg Freiherrn von Herberstein zu verkaufen. Als Polheim bald darauf starb, konnte seine Witwe ihren Lebensunterhalt nur durch Verkäufe bestreiten. Nach ihrem Tode fiel Neudau an ihren Stiefsohn Hans Christof von Zelking, der die Herrschaft 1571 schwer verschuldet an Wilhelm Freiherrn von Rottal verkaufte, dem 1600 sein gleichnamiger Sohn folgte (Seite 220).
(* Teilentnahme aus: Robert Baravalle BURGEN UND SCHLÖSSER DER STEIERMARK. Unveränderter Nachdruck von 1961. © 1995
Leykam Buchverlagsgesellschaft m.b. H.)

Rainberg

Die Burg Rainberg (Raumberg, Reinberg) lag oberhalb des Ortes Beigirtl auf einer zu den Tälern des Vorauer- und Lafnitzbaches steil abfallenden Kuppe. Auf ihr liegt heute der Ort Rainberg mit der Kirche. Südöstlich der Kirche sollen noch zu Beginn des 19. Jahrhunderts Ruinenreste zu sehen gewesen sein. Die heutige Vorauer Filialkirche St. Nikolaus von Reinberg dürfte  sich aus der ehemaligen Burgkapelle entwickelt haben (Seite 225). 
Von den Krumbergern kam das Lehenrecht an die Stubenberger und von diesen zu Beginn des 14. Jahrhunderts durch die Frau Simons von Mattersdorf, einer geborenen Stubenbergerin, an die Grafen von Mattersdorf. Diese verkauften im Jahre 1353 Rainberg an Ulrich von Pergau. Dessen Witwe Cäcilia und ihr zweiter Gatte Stefan von Zelking, ihre Töchter Sofie, Frau Haugs von Goldeck, und Dorothea, Frau Friedrichs von Pottendorf, erhielten Rainberg als Erbe. Die beiden Frauen Sofie und Dorothea verkauften im Jahre 1366 die Feste Raumberg an Rudolf und Leutold von Stadeck. Als Frau Cäcilia, die Witwe nach Ulrich von Pergau, starb, wurde am 21. Jänner 1366 das Erbteil der beiden Töchter im Betrag von 1778 Pfund auf den beiden Burgen Festenburg und Rainberg sichergestellt, wozu am 11. Februar 1366 Haug von Goldeck seine Zustimmung urkundlich bestätigte. Im Jahre 1368 haben die Stadecker auch diesen Teil an der Feste an sich gelöst (Seite 226).
(* Teilentnahme aus: Robert Baravalle BURGEN UND SCHLÖSSER DER STEIERMARK. Unveränderter Nachdruck von 1961. © 1995 Leykam Buchverlagsgesellschaft m.b. H.)

 
Strechau
Gemeinde Lassing/Bezirk Liezen

(*) Auf einem schmalen von West nach Ost streichenden Rücken, der mit steilen Felswänden nach Norden und Osten zum Paltental und gegen ein schmales kleines Tal nach Süden abfällt, liegt eine der schönsten und größten Burgen der Steiermark, Strechau. Nur nach Westen verbindet das Burggelände ein schmaler Sattel mit der Hochfläche von Lassing. Die Fläche dieses Felsenriffs mußte vom Bauherren erst künstlich verbreitert werden, um den nötigen Platz für die auf dem Fels errichteten Bauten zu schaffen. Am Südhang führt, teils in den Fels gehauen, der schmale Fahrweg empor, um in einer großen Kehre von Westen her das Burggelände zu erreichen. Die Außenmauern der Burg folgten den Abbruchlinien des Felshanges und an diese Ringmauer schlossen sich im Laufe der Jahrhunderte die Gebäude an (Seite 435).
 

Strechau (Seite 437)

(* Teilentnahme aus: Robert Baravalle BURGEN UND SCHLÖSSER DER STEIERMARK. Unveränderter Nachdruck von 1961. © 1995 Leykam Buchverlagsgesellschaft m.b. H.)

Um 1300 war Heinrich von Zelking mit der Elisabeth von Strechau verehelicht.
(Entnommen aus einem mit Schreibmaschine geschriebenen Manuskript, ohne Jahresangabe  von Hermann Nitterl/Hieflau)

(**) Die teils romanische, teils gotische Wehranlage wurde Mitte des 16. Jahrhunderts zu einem prachtvollen Renaissanceschloss umgebaut. Seit 1979 wurde die Restaurierung der Burg und deren Öffnung für kulturelle Veranstaltungen voran getrieben. 1999 wurde sie in die Boesch Privatstiftung eingebracht. Seit 2006 steht Burg Strechau um die Ausstellung einer Oldtimer-Sammlung erweitert gänzlich Besuchern offen.
Öffnungszeiten: täglich 10
16 Uhr
Tel.: 0650/23 48 461
Internet: www.burg-strechau.at
(** Entnommen aus: Kronenzeitung
Sonderteil Burgen und Schlösser, Seite 5)